DE4445024A1 - Antriebseinheit - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Antriebseinheit, im einzelnen
mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
In Antriebsanlagen von Fahrzeugen oder stationären Anlagen
ist als Mittel zur Geschwindigkeits- bzw.
Drehzahlreduzierung häufig ein Retarder integriert. Der
Retarder wird beim Einsatz im Kraftfahrzeug oder bei
Anlagen mit stark wechselndem Betrieb durch Füllen und
Entleeren des beschaufelten Arbeitskreislaufes mit einem
Betriebsfluid ein- oder ausgeschaltet. Bei völlig geleertem
Retarder ist allerdings ein Restmoment vorhanden, welches
durch Lagerreibung und durch die Dralländerung der
Luftfüllung bedingt ist, denn auch ein vom Betriebsfluid
entleerter Retarder nimmt durch Luftventilation noch
Leistung auf. Die durch das Restmoment bedingte
Bremsleistung ist zwar sehr gering, kann sich jedoch bei
hohen Drehzahlen sehr störend auswirken und zu einer
unzulässig hohen Erwärmung des Retarders führen. Zur
Vermeidung der Ventilationsverluste sind bereits eine Reihe
von Lösungen bekannt. Dazu gehören u. a. die Verwendung von
Statorbolzen sowie die Möglichkeit einer
Kreislaufevakuierung. Diese Lösungen sind jedoch sehr
aufwendig in ihrer Umsetzung und bedingen einen erhöhten
Platzbedarf und damit größere Retarderabmessungen.
Wesentliche Nachteile bei der Verwendung von Statorbolzen
sind vor allem darin zu sehen, daß diese aufgrund ihrer
Anordnung im Profilgrund des Stators auch im Bremsbetrieb
in den Arbeitskreislauf hineinreichen und diesen damit
stören.
Die Möglichkeit der Verwendung getrennter äußerer
Kühlkreisläufe, bei der beim Leerlaufbetrieb eine genau
bestimmte Ölmenge in einem separaten Kreislauf
eingeschlossen wird, ist sehr aufwendig in ihrer Umsetzung,
da zusätzliche Bauteile benötigt werden. Des weiteren muß
ständig eine sichere Trennung zwischen den einzelnen
Zirkulationswegen gewährleistet werden.
Eine weitere Möglichkeit zur Reduzierung der
Leerlaufverluste besteht darin, durch bauliche Maßnahmen
die Ausbildung einer stabilen Meridianströmung im
Nichtbremsbetrieb bewußt zu stören. Dazu ist das
Statorschaufelrad außermittig gelagert und kann aus der zum
Rotorschaufelrad konzentrischen Lage in eine zum
Rotorschaufelrad exzentrische Lage gebracht werden. Diese
Lösung bietet den Vorteil, daß das Rotorschaufelrad in
seiner Lage nicht verändert zu werden braucht.
Möglichkeiten zur Lageänderung des Statorschaufelrades
gegenüber dem Rotorschaufelrad sind bereits aus den
folgenden Druckschriften bekannt:
- (1) DE 31 13 408 C1
- (2) DE 40 10 970 A1
Die in diesen Druckschriften aufgezeigten Möglichkeiten
zeichnen sich jedoch durch einen konstruktiven Mehraufwand
aus.
Eine andere Möglichkeit, um zu realisieren, daß der
Retarder im Bremsbetrieb möglichst viel Bremsleistung
erzeugt, und zwar auf eine Weise, daß der Fahrbetrieb bzw.
Bremsbetrieb ein möglichst stabiler ist, und daß er im
Nicht-Bremsbetrieb möglichst wenig Bremsleistung erzeugt
ist aus der DE 37 13 580 C1 bekannt. In einer aus einem
Verbrennungsmotor und einem Kühlsystem bestehenden
Antriebsanlage für ein Kfz ist ein hydrodynamischer
Retarder mit der Kurbelwelle in dauernder Drehverbindung
und wird durch das Kühlmittel selbst betrieben. Die
Anordnung im Leistungssystem ist so gewählt, daß der
Retarder im Nicht-Bremsbetrieb die Funktion einer
Kühlmittelumwälzpumpe übernimmt. Der Betrieb als Retarder
erfolgt durch Umschaltung einer Ventilkombination zwischen
Retarderpumpensystem und Motor. Auch bei dieser Lösung sind
Maßnahmen zur Schmierung und Kühlung im Nichtbremsbetrieb
erforderlich. Des weiteren ist das Retarderdrehmoment,
dadurch die Bremsleistung des Retarders
motordrehzahlabhängig, d. h. bei Bremsungen aus dem normalen
Fahrbetrieb müßte der Fahrer vor oder während des
Bremsvorganges um hohe Bremsleistungen zu bewirken, eine
kleine Schaltstufe anwählen, um somit die Drehzahl des
Retarders zu erhöhen. Das Retardersystem selbst, die
Dichtungen, Lagerungen und der Kreislaufspalt müssen gegen
die an der Kurbelwelle auftretenden Gegebenheiten,
Drehschwingungen, große radiale und axiale Spiele durch
Verschleiß unempfindlich gestaltet sein, d. h. erhöhter
Dichtungsaufwand nach außen sowie auf der Pumpensaug- und
-druckseite ist erforderlich.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß beim Einsatz
eines Retarders in einem Antriebsstrang im
Nichtbremsbetrieb stets Maßnahmen zur Reduzierung der
Verlustleistung erforderlich sind. Die Reduzierung der
möglichen Verlustleistung ist jedoch immer nur bis zu einem
begrenzten Minimum möglich, was im einzelnen von den
ergriffenen Maßnahmen abhängig ist. Des weiteren wirken
sich die rotierenden Massen in Form des rotierenden
Rotorschaufelrades im Nichtbremsbetrieb auf den
Antriebsstrang negativ aus. Aufgrund der Rotation des
Rotorschaufelrades im Nichtbremsbetrieb treten mechanische
Reibungsverluste auf, und der Lagerverschleiß erhöht sich
aufgrund der Lagerreibung. Des weiteren zeichnen sich
bekannte Retarderausführungen im Bremsbetrieb durch hohe
Öltemperaturen aus, außerdem ist bedingt durch die Rotation
im Nichtbremsbetrieb eine Entleerung im selbigen Zustand
erforderlich.
Gleichzeitig muß im Nichtbremsbetrieb ein bedingter
Öldurchsatz zur Lagerschmierung sowie zur Kühlung
realisiert werden. Zum Zweck der Kühlung ist es notwendig,
bei einem ölbetriebenen Retarder einen Öl-H₂O-
Wärmeaustauscher oder einen Öl-Luft-Wärmeaustauscher in den
Retarderkühlkreislauf bzw. den Fahrzeugkühlkreislauf zu
integrieren.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, einen
Antriebsstrang der eingangs genannten Art derart
auszuführen und den Retarder derart zu integrieren, daß die
genannten Nachteile vermieden werden können. Aufgrund
dessen, daß der Leerlaufbetrieb in Antriebsanlagen mit
wechselndem Betrieb in etwa 95% der Gesamtlaufzeit eines
Retarders beträgt, ist immer eine minimale Leerlaufleistung
anzustreben. Diese soll jedoch mit geringem konstruktiven
Aufwand erzielt werden.
Die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe ist durch die
kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 charakterisiert.
Durch eine Anordnung eines hydrodynamischen Retarders in
einem Antriebsstrang derart, daß dieser im Bremsbetrieb
zuschaltbar ist und bei Bedarf ohne Unterbrechung des
Kraftflusses im Hauptantriebszweig von diesem wieder
entkoppelt werden kann, wird erreicht, daß die Drehzahl des
Rotorschaufelrades im Nichtbremsbetrieb auf Null reduziert
wird. Dies bietet den Vorteil, daß der hydrodynamische
Retarder auch im Nichtbremsbetrieb mit Betriebsflüssigkeit
befüllt bleiben kann. Im Leerlauf- bzw. Nichtbremsbetrieb
fallen somit keine Ventilationsverluste an, weshalb auch
keinerlei Maßnahmen am Retarder zur Reduzierung dieser
erforderlich sind. Aufgrund des Nichtrotierens des
Rotorschaufelrades fallen des weiteren keine mechanischen
Reibungsverluste, keine Lagerbelastungen sowie keine
Geräuschentwicklung im Leerlaufbetrieb an. Ebenso werden
durch das Entkoppeln Schwingungserregungen im
Nichtbremsbetrieb vermieden.
Der Retarder kann zu diesem Zweck in einem Nebenzweig zum
Hauptantriebsstrang angeordnet sein. Es besteht aber auch
die Möglichkeit, das Rotorschaufelrad auf einer Welle im
Hauptantriebsstrang derart anzuordnen, daß es im
Bremsbetrieb mit dieser drehfest verbindbar ist,
beispielsweise mittels einer Klauenkupplung.
Der Retarder kann mit den Betriebsflüssigkeiten Öl oder
aber auch Wasser betrieben werden. Für die Anordnung des
Retarders im Antriebsstrang selbst ergeben sich eine
Vielzahl von Möglichkeiten. Der hydrodynamische Retarder
kann dabei als sogenannter Primärretarder, d. h. als in
Kraftrichtung vor dem Getriebe im Traktionsbetrieb
angeordneter Retarder, oder aber als Sekundärretarder, d. h.
als in Kraftrichtung hinter dem Getriebe angeordneter
Retarder, verwendet werden. Es besteht jedoch auch die
Möglichkeit, den Retarder nicht separat als Bauteil im
Antriebsstrang anzuordnen, sondern diesen direkt im
Getriebegehäuse zu integrieren. Erfindungswesentlich ist,
daß der Retarder derart in einem Nebentrieb im
Antriebsstrang angeordnet ist, daß dieser im
Nichtbremsbetrieb ohne Probleme vom Hauptantriebsstrang
getrennt werden kann bzw. die Drehmomentenübertragung zu
diesem ohne Rückwirkung auf den Kraftfluß im
Hauptantriebsstrang unterbrochen wird. Zur Realisierung
einer derartigen Unterbrechung sind eine Reihe von
Möglichkeiten denkbar. Die einfachste Möglichkeit besteht
darin, den Retarder bzw. das Rotorschaufelrad auf einer
Rotorschaufelradwelle parallel zur jeweiligen
Hauptantriebswelle anzuordnen, wobei die
Drehmomentenübertragung von dieser zur
Rotorschaufelradwelle über ein Zahnradpaar erfolgt. Im
Nichtbremsbetrieb wird diese Verbindung gelöst. Dies kann
auf verschiedene Art und Weise erfolgen, beispielsweise
analog den Schaltvorgängen in einem Getriebe. Es besteht
jedoch auch die Möglichkeit, den Nebenabtrieb derart
abzukoppeln, daß im Nichtbremsbetrieb die beiden Zahnräder
trotzdem noch miteinander kämmen, jedoch keine
Drehmomentenübertragung auf das Rotorschaufelrad erfolgt.
Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, daß zwischen
Ritzel und Rotorschaufelrad ein zusätzliches
Kupplungselement vorgesehen ist. Der Verschleiß beim Ein- bzw.
Ausrücken der Zahnräder kann mit einer derartigen
Anordnung zwar vermieden werden, jedoch erhöht sich der
konstruktive Aufwand und ein geringer Teil der
Antriebsleistung wird als Blindleistung auf den Nebenzweig
übertragen.
In einer bevorzugten Ausführung wird der hydrodynamische
Retarder im Getriebegehäuse integriert. Dabei kann dieser
getriebeeingangsseitig oder aber vorzugsweise
getriebeausgangsseitig parallel zur Hauptantriebswelle
angeordnet sein. Eine andere Möglichkeit besteht darin, den
Retarder derart im Getriebe zu integrieren, daß ein
Abschalten des Nebenzweiges durch Kupplungselemente ohne
Probleme möglich ist. Vorzugsweise wird der Retarder jedoch
getriebeausgangsseitig im Getriebeendgehäuse integriert.
Das Retarder-Rotorschaufelrad ist dabei fliegend auf einer
Rotorschaufelradwelle gelagert, welche parallel zur
Getriebewelle bzw. Getriebeausgangswelle angeordnet ist.
Zur Erzielung einer hohen Drehzahl des Rotorschaufelrades
wird vorzugsweise die Rotorschaufelradwelle mit einem
Ritzel und die Getriebewelle mit einem Zahnrad versehen,
welche im Bremszustand miteinander kämmen. Dadurch erfolgt
bei der Drehmomentenübertragung von der Getriebewelle auf
die Rotorschaufelradwelle eine Übersetzung in Schnelle.
Die Anordnung des Zahnradpaares kann jedoch auch umgekehrt
erfolgen.
Die konstruktive Ausführung kann derart erfolgen, daß die
Rotorschaufelradwelle sich über ein Festlager am
Getriebegehäuse und ein Loslager über das
Rotorschaufelradgehäuse am Getriebegehäuse abstützt. Die
Lagerung kann jedoch auch umgekehrt realisiert werden,
wobei das Ritzel zwischen den Lagern oder getriebeseitig
fliegend oder aber retarderseitig fliegend gelagert sein
kann.
Bei Verwendung von Hydraulikflüssigkeit bzw. -öl ist es
erforderlich, daß ein Kühlkreislauf vorgesehen wird, der
dem Betriebsmedium die im Bremsbetrieb anfallende Wärme
entzieht. Dabei ist es beispielsweise möglich, die
Betriebsflüssigkeit in einem separaten Retarderkreislauf
über einen Wärmetauscher zu führen, der wiederum in dem
Kühlkreislauf des Fahrzeuges integriert sein kann.
Bei der Verwendung von Wasser als Betriebsflüssigkeit kann
der Betriebsflüssigkeitskreislauf direkt in den
Kühlmittelkreislauf des Fahrzeuges eingebunden werden. Dies
bedeutet, daß keine zusätzlichen Kreisläufe und somit
Wärmetauscher erforderlich sind, sondern der Retarderzu- und
-ablauf bzw. dessen Zu- und Ablaufkanäle mit dem
Fahrzeugkühler verbunden sein können. Bei einer
zusätzlichen Integration einer Pumpe in den
Kühlmittelkreislauf kann auf den Betriebsmitteldurchfluß
Einfluß genommen werden. Ein mit Wasser als
Betriebsflüssigkeit betriebener hydrodynamischer Retarder
bietet dabei den Vorteil, daß geringere maximale
Temperaturbelastungen erzielt werden und kein zusätzlicher
Öl-Wasser-Wärmetauscher notwendig ist. In diesem Fall ist
es auch möglich, eine zusätzliche Wasserpumpe in den
Kühlmittelkreislauf zu integrieren. Diese kann entweder auf
der Rotorschaufelradwelle, der Getriebeabtriebswelle oder
aber auf einer separaten Welle angeordnet werden. Der
Vorteil einer derartigen Anordnung besteht dann darin, daß
eine motorseitige Drehzahlabhängigkeit beim
Kühlmitteldurchfluß vermieden und des weiteren während der
Schaltvorgänge ein Abschalten des Retarders nicht
erforderlich wird.
Das Retarderdrehmoment, somit auch die Bremsleistung sind
geschwindigkeitsabhängig, das bedeutet, daß bei hohen
Fahrgeschwindigkeiten die maximale Bremsleistung im
Bremsbetrieb zur Verfügung steht. Im Bremsbetrieb bei hohen
Geschwindigkeiten mit mittlerer Motordrehzahl steht durch
die zusätzliche Wasserpumpe aufgrund der hohen
Gelenkwellendrehzahl dann die optimale Kühlmittelmenge zur
Verfügung und somit auch die maximale Kühlleistung.
Die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe wird nachfolgend
anhand von Figuren erläutert. Darin ist im übrigen
folgendes dargestellt:
Fig. 1a-1c zeigen eine bevorzugte Ausführung mit im
Getriebe integriertem Retarder in verschiedenen
Betriebszuständen;
Fig. 2 eine Anordnung gemäß der Fig. 1 im Bremsbetrieb
mit vertauschten Lagern;
Fig. 3a-3b zeigen eine Ausführung entsprechend den Fig. 1
mit auf der Rotorschaufelradwelle fliegend
gelagertem und getriebeseitig angeordnetem
Ritzel;
Fig. 4 zeigt eine Ausführung entsprechend den Fig. 1
mit auf der Rotorschaufelradwelle fliegend
gelagertem und retarderseitig angeordneten
Ritzel;
Fig. 5 zeigt eine Ausführung mit im Getriebe
integriertem Wasserpumpenretarder;
Fig. 6 zeigt eine Ausführung entsprechend Fig. 5 mit
vertauschten Lagern;
Fig. 7 zeigt eine Ausführung mit im Getriebe
integriertem Wasserpumpenretarder und mit auf der
Rotorschaufelradwelle fliegend gelagertem und
getriebeseitig angeordnetem Ritzel;
Fig. 8 zeigt eine Ausführung entsprechend Fig. 7 mit
vertauschten Lagern;
Fig. 9a und 9b zeigen Ausführungen mit im Getriebe
integriertem Wasserpumpenretarder und mit auf der
Rotorschaufelradwelle fliegend gelagertem und
retarderseitig angeordnetem Ritzel;
Fig. 10 zeigt eine Ausführung entsprechend Fig. 6 mit im
Kühlmittelkreislauf integrierter Förderpumpe.
Die Fig. 1a-1c zeigen eine bevorzugte Ausführung mit im
Getriebe integriertem Retarder in verschiedenen
Betriebszuständen. Zur Verdeutlichung sind hier lediglich
das Getriebe und die zur Funktionsweise erforderlichen
Komponenten schematisch dargestellt.
Ein hydrodynamischer Retarder 100 ist im Antriebsstrang in
einem Getriebe 200, insbesondere ins Getriebeendgehäuse 1
integriert. Der hydrodynamische Retarder 100 umfaßt ein
Rotorschaufelrad 2 und ein Statorschaufelrad 3 sowie ein
Rotorschaufelradgehäuse 4 und ein Statorschaufelradgehäuse
5. Das Rotorschaufelrad ist drehfest mit einer
Rotorschaufelradwelle 6 verbunden. Die
Rotorschaufelradwelle 6 ist dabei parallel zu einer
Getriebewelle 10, welche als Getriebein-, oder wie hier
dargestellt, als Getriebeausgangswelle fungiert,
angeordnet. Das Rotorschaufelrad 2 ist fliegend auf der
Rotorschaufelradwelle 6 gelagert. Die Rotorschaufelradwelle
6 ist in diesem Beispiel im Getriebegehäuse 1 und im
Rotorschaufelradgehäuse 4 gelagert. Die Lagerung, bestehend
aus einem Loslager 7 und einem Festlager 8, befindet sich
somit im Getriebe und wird deshalb über den
Getriebeölhaushalt mit Schmieröl versorgt. Der Kraftfluß
bzw. Drehmomentenfluß erfolgt über die Getriebewelle 10 auf
die Rotorschaufelradwelle 6, die quasi als Nebenzweig
fungiert. Zur Drehmomentenübertragung ist auf der
Getriebewelle 10 ein Zahnrad 11 drehfest anordenbar, und
dazu analog auf der Rotorschaufelradwelle 6 ein Ritzel 9.
Im Bremsbetrieb, wie in der Fig. 1 dargestellt, stehen
Zahnrad und Ritzel in Drehverbindung miteinander. Die
Drehmomentenübertragung erfolgt somit von der Getriebewelle
10 auf die Rotorschaufelradwelle 6. Ist der Retarder mit Öl
befüllt, ist es erforderlich, da im Bremsbetrieb hohe
Temperaturen anfallen, die Betriebsflüssigkeit - das Öl -
zu kühlen. Zu diesem Zweck ist ein Wärmetauscher 12
vorgesehen. Der Energieaustausch im Bremsbetrieb erfolgt
somit über einen Öl-H₂O-Wärmetauscher, der ins Kühlsystem
des Fahrzeuges integriert ist, d. h. der Wärmetauscher 12
ist wasserseitig mit einem Fahrzeugkühler 13 verbunden; die
Ölseite des Wärmetauschers ist mit den Zu- und
Ablaufkanälen des Statorschaufelrades 3 gekoppelt.
Die Fig. 1b verdeutlicht eine Anordnung gemäß der Fig. 1a
im Retarder-Leerlaufbetrieb, d. h. im Nichtbremsbetrieb,
wobei die Entkopplung der Rotorschaufelradwelle von der
Getriebewelle 10 durch Entkopplung des Ritzels 9 realisiert
wird. Das Ritzel 9 kann dazu beispielsweise auf einer
Schiebewelle 101 drehfest angeordnet sein, welche die
Rotorschaufelradwelle 6 umschließt und auf dieser axial
verschiebbar ist. Die Fig. 1c verdeutlicht ebenfalls eine
Möglichkeit zur Realisierung einer Entkopplung der
Rotorschaufelradwelle 6 von der Getriebewelle 10. Der
Grundaufbau entspricht auch hier dem in der Fig. 1a
beschriebenen, weshalb für gleiche Elemente die gleichen
Bezugszeichen verwendet wurden. Im in der Fig. 1c
dargestellten Fall verbleibt das Ritzel 9 in seiner Lage
unverändert auf der Rotorschaufelradwelle 6, während das
Zahnrad 11 von dem Ritzel 9 entkoppelt wird.
Zur Realisierung der Entkopplung sind verschiedene
Möglichkeiten denkbar, die sich in der Anordnung bzw. der
Befestigung von Ritzel und Zahnrad widerspiegeln. Diese
sind jedoch dem Fachmann geläufige konstruktive Maßnahmen,
weshalb hier im Einzelfall nicht auf diese eingangen wird.
Die Fig. 2 verdeutlicht eine Anordnung gemäß der Fig. 1,
hier im Bremsbetrieb dargestellt, bei welcher die einzelnen
Lager der Lagerung der Rotorschaufelradwelle 6 vertauscht
wurden. Die Rotorschaufelradwelle stützt sich über das
Loslager 7 am Getriebegehäuse 1 und das Festlager 8 am
Rotorschaufelradgehäuse 4 ab, wobei das
Rotorschaufelradgehäuse sich wiederum am Getriebeendgehäuse
abstützt.
Die Fig. 3a verdeutlicht eine Anordnung entsprechend der
Fig. 1a im Bremsbetrieb, bei der als Abwandlung auch das
auf der Rotorschaufelradwelle 6 angeordnete Ritzel 9
fliegend gelagert ist. Für gleiche Elemente wurden deshalb
gleiche Bezugszeichen verwendet. Auch hier ergibt sich die
Möglichkeit, entweder das Ritzel 9 oder aber das Zahnrad 11
zu entkoppeln.
Die Fig. 3b verdeutlicht eine Ausführung entsprechend der
Fig. 3a, wobei jedoch die Lager 7 und 8 der Lagerung der
Rotorschaufelradwelle vertauscht wurden. Auch hier stützt
sich die Rotorschaufelradwelle 6 über das
Rotorschaufelradgehäuse 4 am Getriebeendgehäuse 1 ab.
Möglichkeiten der Entkopplung sind sowohl für das Ritzel 9
als auch für das Zahnrad 11 vorsehbar.
Die Fig. 4 zeigt eine Ausführung mit einem im Getriebe
integrierten hydrodynamischen Retarder, wobei die
Rotorschaufelradwelle 6 von der Getriebewelle 10
entkoppelbar ist und die Drehmomentenübertragung von der
Getriebewelle 10 über ein Zahnrad 11 auf das Ritzel,
welches mit der Rotorschaufelradwelle drehfest verbindbar
ist und welches getriebeausgangsseitig angeordnet ist,
erfolgt. Das Ritzel 9 ist hier fliegend auf der
Rotorschaufelradwelle 6 retarderseitig angeordnet.
Dementsprechend kann auch eine analoge Ausführung mit
retarderseitig fliegend gelagertem Ritzel 9 entsprechend
der Fig. 4, hier jedoch nicht dargestellt, mit Vertauschen
der Lager der Lagerung realisiert werden.
Die Fig. 5 zeigt eine Ausführung mit im Getriebegehäuse
integriertem hydrodynamischen Retarder 100, der einflutig
oder mehrflutig mit H₂O betrieben wird. Dieser umfaßt ein
Rotorschaufelrad 2, ein Statorschaufelrad 3, ein
Rotorschaufelradgehäuse 4, ein Statorschaufelradgehäuse 5
und eine Rotorschaufelradwelle 6. Das Rotorschaufelrad ist
dabei fliegend auf der Rotorschaufelradwelle 6 angeordnet.
Die Lagerung des Rotorschaufelrades erfolgt auch hier über
eine Lagerung bestehend aus einem Loslager 7 und einem
Festlager 8, wobei die Abstützung über das Festlager 8 der
Rotorschaufelradwelle 6 am Getriebegehäuse 1 erfolgt und
die Abstützung über das Rotorschaufelradgehäuse 4 am
Getriebegehäuse 1 über das Loslager 7. Die Lagerung
befindet sich auch hier vollständig im Getriebe und wird
deshalb vom Getriebeölhaushalt mit Schmieröl versorgt.
Die Rotorschaufelradwelle 6 ist parallel zu einer
Getriebewelle 10 angeordnet. Die Getriebewelle 10 kann
dabei der Getriebeausgangswelle entsprechen. Eine
Drehmomentenübertragung von der Getriebewelle 10 auf die
Rotorschaufelradwelle 6 erfolgt dabei über ein drehfest mit
der Getriebewelle 10 verbindbares Zahnrad und einem mit der
Rotorschaufelradwelle 6 drehfest verbindbaren Ritzel 9, die
im Bremsbetrieb miteinander kämmen. Im Nichtbremsbetrieb
besteht zur Entkopplung der Rotorschaufelradwelle von der
Getriebewelle 10 die Möglichkeit, entweder das Ritzel 9 vom
Zahnrad 11 zu entkoppeln oder aber auch umgekehrt. Durch
diese Maßnahme wird der Retarder inaktiv, die
Rotorschaufelrad-Drehzahl gleich Null gesetzt.
Bei dem in dieser Figur dargestellten hydrodynamischen
Retarder handelt es sich um einen Wasserretarder. Zum
Energieaustausch für den Bremsbetrieb kann dieser sofort
ohne zusätzliche Maßnahmen in das Fahrzeugkühlsystem
eingebunden werden. Dies bedeutet im einzelnen, daß die Zu- und
Ablaufkanäle des Retarder-Statorschaufelrades 3 mit dem
Fahrzeugkühler bzw. dem Motoraustritt verbunden sind. Die
Betriebsflüssigkeit, hier Wasser, wird dabei mittels dem
Kühler 13 abgekühlt.
Die Fig. 6 verdeutlicht eine Ausführung entsprechend der
Fig. 5, weshalb für gleiche Elemente die gleichen
Bezugszahlen verwendet wurden. In dieser Ausführung wurden
lediglich die Lager der Lagerung vertauscht, so daß sich
die Rotorschaufelradwelle 6 am Getriebeendgehäuse über das
Loslager 7 und am Getriebegehäuse 1 über das
Rotorschaufelradgehäuse mittels dem Festlager 8 abstützt.
Die Fig. 7 zeigt eine Ausführung entsprechend der Fig. 5,
wobei jedoch das Ritzel 9 fliegend auf der
Rotorschaufelradwelle 6 getriebeseitig gelagert ist.
Dementsprechend verdeutlicht die Fig. 8 eine Anordnung
entsprechend der Fig. 7 mit vertauschten Lagern.
Die Fig. 9a zeigt eine Ausführung entsprechend der Fig.
5a im Bremsbetrieb, wobei jedoch das Ritzel 9
retarderseitig fliegend gelagert ist. In Analogie dazu
zeigt die Fig. 9b eine Ausführung entsprechend der Fig.
9a, wobei jedoch die Lager 7 bzw. 8 in ihrer Lage
vertauscht wurden.
Die Fig. 10 verdeutlicht eine Ausführung entsprechend der
Fig. 5a mit zusätzlicher auf der Rotorschaufelradwelle 6
oder einer separaten Welle angeordneten Wasserpumpe 14,
welche im Bremsbetrieb dazu dient, die motorseitig
angeordnete Wasserpumpe zusätzlich zu unterstützen. In
dieser Figur ist die Anordnung der Wasserpumpe 14 lediglich
schematisch angedeutet, auf die Darstellung der
konstruktiven Ausführung wurde verzichtet. Dadurch wird
erzielt, daß der Kühlmitteldurchfluß im Bremsbetrieb
geschwindigkeitsabhängig ist, d. h., daß bei hohen
Geschwindigkeiten die Wassermengen gegenüber der üblichen
Ausführung entsprechend der Fig. 5a noch erhöht werden
können und damit eine bessere Kühlleistung des
Retarderkühlsystems erzielt wird. Auch für diese Ausführung
ergeben sich eine Reihe von Möglichkeiten für die Anordnung
des Ritzels 9 sowie die Ausführung der Lagerung der
Rotorschaufelradwelle. Diese Möglichkeiten entsprechen
denen in den vorangegangenen Figuren bereits beschriebenen,
weshalb auf diese nicht mehr im einzelnen eingegangen
werden soll.
Für die Anordnung und Lagerung der Rotorschaufelradwelle
parallel zu einer Getriebewelle, vorzugsweise der
Getriebeausgangswelle, sind weitere Möglichkeiten denkbar.
Die konstruktive Gestaltung zur Erzielung einer parallelen
Anordnung des Rotorschaufelrades zur Getriebewelle, wobei
die Möglichkeit besteht, das Rotorschaufelrad von dieser zu
entkoppeln, liegt im Ermessen des Fachmannes.
Claims (19)
1. Antriebseinheit
- 1.1 mit einem Motor;
- 1.2 mit einem Getriebe;
- 1.3 mit einem hydrodynamischen Retarder, umfassend ein Rotorschaufelrad und ein Statorschaufelrad;
- 1.4 der Motor und das Getriebe sind im Hauptantriebsstrang
angeordnet;
gekennzeichnet durch das folgende Merkmal: - 1.5 der hydrodynamische Retarder ist dem Hauptantriebsstrang derart zugeordnet, daß
- 1.5.1 im Bremsbetrieb das Rotorschaufelrad des hydrodynamischen Retarders über den Hauptantriebsstrang angetrieben wird und
- 1.5.2 im Nichtbremsbetrieb der hydrodynamische Retarder ohne Unterbrechung des Kraftflusses im Hauptantriebsstrang von diesem abkoppelbar ist.
2. Antriebseinheit nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der hydrodynamische Retarder in
einem Nebenzweig zum Hauptantriebsstrang angeordnet
ist.
3. Antriebseinheit nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch
die folgenden Merkmale:
- 3.1 die Rotorschaufelradwelle ist parallel zum Hauptantriebsstrang angeordnet;
- 3.2 auf der Rotorschaufelradwelle ist ein mit dieser drehfest verbindbares Ritzel angeordnet;
- 3.3 auf der Hauptantriebswelle ist ein zum Ritzel komplementäres Zahnrad vorgesehen, welches mit dieser drehfest verbindbar ist;
- 3.4 das Zahnrad und das Ritzel stehen ständig miteinander im Eingriff;
- 3.5 es sind Mittel vorgesehen, die es ermöglichen, im Nichtbremsbetrieb die Drehmomentenübertragung zwischen Hauptantriebswelle und Nebenzweig zu unterbrechen.
4. Antriebseinheit nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Mittel eine synchronisierbare
Klauenkupplung ist, mit welcher das Zahnrad im
Bremsbetrieb mit einer Welle im Hauptantriebsstrang
koppelbar und im Nichtbremsbetrieb entkoppelbar ist.
5. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel eine
synchronisierbare Klauenkupplung ist, mit welcher das
Ritzel im Bremsbetrieb mit der Rotorschaufelradwelle
koppelbar und im Nichtbremsbetrieb entkoppelbar ist.
6. Antriebseinheit nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch
die folgenden Merkmale:
- 6.1 die Rotorschaufelradwelle ist parallel zum Hauptantriebsstrang angeordnet;
- 6.2 das Rotorschaufelrad ist auf der Rotorschaufelradwelle fliegend gelagert;
- 6.3 auf der Rotorschaufelradwelle ist ein mit dieser drehfest verbindbares Ritzel angeordnet;
- 6.4 auf der Hauptantriebswelle ist ein zum Ritzel komplementäres Zahnrad vorgesehen, welches mit dieser drehfest verbindbar ist;
- 6.5 es sind Mittel vorhanden, die es ermöglichen, daß im Bremsbetrieb das Zahnrad und das Ritzel miteinander kämmen und im Nichtbremsbetrieb Zahnrad und Ritzel voneinander trennen.
7. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß das Rotorschaufelrad auf
der Rotorschaufelradwelle fliegend gelagert ist.
8. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der hydrodynamische
Retarder zwischen Motor und Getriebe angeordnet ist.
9. Antriebseinheit nach Anspruch 2 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der hydrodynamische Retarder als
selbständige Baueinheit hinter dem Getriebe angeordnet
ist.
10. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der hydrodynamische
Retarder im Getriebegehäuse angeordnet ist.
11. Antriebseinheit nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch
die folgenden Merkmale:
- 11.1 das Rotorschaufelradgehäuse stützt sich am Getriebegehäuse ab;
- 11.2 die Rotorschaufelradwelle stützt sich über ein Loslager direkt am Getriebegehäuse und über ein Festlager am Rotorschaufelradgehäuse ab.
12. Antriebseinheit nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch
die folgenden Merkmale:
- 12.1 das Rotorschaufelradgehäuse stützt sich am Getriebegehäuse ab;
- 12.2 die Rotorschaufelradwelle stützt sich über ein Festlager am Getriebegehäuse und über ein Loslager am Rotorschaufelradgehäuse ab.
13. Antriebseinheit nach Anspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, daß das Ritzel fliegend auf der
Rotorschaufelradwelle getriebeseitig gelagert ist.
14. Antriebseinheit nach Anspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, daß das Ritzel auf der
Rotorschaufelradwelle fliegend gelagert und
retarderseitig angeordnet ist.
15. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 2 bis 14,
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
- 15.1 als Betriebsfluid des Retarders fungiert Öl;
- 15.2 das Statorschaufelrad weist Zu- und Abführkanäle für das Betriebsfluid auf;
- 15.3 das Betriebsfluid wird in einem geschlossenen Kreislauf über einen Wärmetauscher geführt;
- 15.4 der Wärmetauscher ist im Kühlsystem des Fahrzeuges angeordnet.
16. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 2 bis 14,
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
- 16.1 als Betriebsfluid des hydrodynamischen Retarders fungiert Wasser;
- 16.2 das Statorschaufelrad weist wenigstens jeweils einen Zu- und Ablaufkanal für das Betriebsfluid auf;
- 16.3 das Betriebsfluid wird in einem geschlossenen Kreislauf geführt;
- 16.4 der geschlossene Kreislauf entspricht dem Kühlmittelkreislauf des Fahrzeuges.
17. Antriebseinheit nach Anspruch 16, dadurch
gekennzeichnet, daß im Zulauf zum Statorschaufelrad
eine Flüssigkeitsförderpumpe angeordnet ist.
18. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 3 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, daß Ritzel und Zahnrad
vertauscht sind.
19. Antriebseinheit nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
das folgende Merkmal:
das Rotorschaufelrad des hydrodynamischen Retarders ist drehfest mit einer Welle des Hauptantriebsstranges verbindbar.
das Rotorschaufelrad des hydrodynamischen Retarders ist drehfest mit einer Welle des Hauptantriebsstranges verbindbar.
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