DE4445109C2 - Vorrichtung zur Verankerung eines die Hülle einer Netztraglufthalle umspannenden Netzes - Google Patents

Vorrichtung zur Verankerung eines die Hülle einer Netztraglufthalle umspannenden Netzes

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    • E04H15/00Tents or canopies, in general
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Description

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verankerung eines die Hülle einer Netztraglufthalle umspannenden Netzes, dessen Seile parallel und senkrecht zur Horizontalen verlaufen, mittels längs seines Umfangs angeordneter Befestigungspunkte an einem Boden, insbesondere am Erdboden, mit Hilfe von Ankerpfählen, die in Abstand voneinander in den Boden eingelassen sind.
Netztraglufthallen dieser Bauart, bei denen ein die Hülle umspannendes Netz aus Draht- oder Kunststoffseilen die zu berücksichtigenden Kräfte aus dem Überdruck im Innern der Hülle und aus der Windlast aufnimmt und über eine Verankerung in den Boden ableitet, sind bekannt. An den Befestigungspunkten ergeben sich in den Baugrund einzuleitende Punktlasten. Ist ein umlaufendes Streifenfundament oder eine Betonplatte vorhanden, dann wird dadurch ein statisch zusammenhängendes sogenanntes Ballastgewicht gebildet, bei dem die Einleitung hoher Punktlasten kein Problem darstellt. Aus Kostengründen und zur Vermeidung von Beschädigungen vorhandener Sportböden werden hingegen Erdanker verwendet, die einzeln die Kräfte aus dem letztlich ein Seiltragwerk darstellenden Netz aufnehmen müssen.
Auf diesen Fall bezieht sich speziell die Erfindung.
Bei den bekannten Konstruktionen entsprechen die Abstände dieser Erdanker bzw. Ankerpfähle den Abständen der Befestigungspunkte bzw. der Maschenweite. Für die Weite dieser Maschen werden herkömmlicherweise Maße verwendet, die ca. 1 m sind. Da die Werte der erreichbaren Auszugskräfte solcher in die Erde eingelassenen Ankerpfähle aufgrund unregelmäßiger Bodenverhältnisse nicht vorhersehbar sind und sich nur durch Zugversuche nachweisen lassen, kann es bei größeren Abständen bzw. bei weiteren Netzmaschen und dementsprechend hohen statischen Punktlasten dazu kommen, daß die erforderliche statische Festigkeit bzw. die erforderlichen Auszugswerte bzw. Verankerungskräfte nur auf Teilstrecken der um die Netztraglufthalle herumlaufenden Reihe voneinander in Abstand angeordneter Ankerpfähle oder gar nicht erreicht wird bzw. werden.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird darin gesehen, für den umlaufenden Randbereich der Netzkonstruktion eine Vorrichtung zur Befestigung der eingangs genannten Bauart zu schaffen, bei der die Netze großmaschig gestaltet werden können, was eine wesentliche Reduzierung der Anzahl der einzelnen fixen Seilkreuzpunkte und somit der Herstellungskosten ermöglicht, und die von einem Befestigungspunkt ausgeübte Kraft auf jeweils zwei oder mehr Verankerungspunkte derart verteilt werden kann, daß eine gleichmäßige Belastung der Ankerpfähle erreicht und die Überlastung einzelner Ankerpfähle vermieden wird, wobei auch durch unvermeidliche Toleranzen bei der Seilkonfektion und bei dem Einlassen der Ankerpfähle auftretende, ungleichmäßige Spannungen in den auf einen Befestigungspunkt zu laufenden Seilen des Netzes ausgeglichen werden sollen. In weiterer Ausgestaltung soll diese Vorrichtung derart variabel sein, daß bei gleichbleibend großen Netzmaschen die auftretenden Haltekräfte auf mehr als einen Ankerpfahl verteilt werden können, um unzureichende Bodenverhältnisse und damit zu geringe Auszugskräfte der Ankerpfähle auszugleichen.
Unter sogenannten "großen" Abständen bzw. Maschenweiten versteht man beispielsweise etwa 3 m; es versteht sich jedoch, daß dies kein absolutes Maß ist, daß vielmehr die Maße und damit die Maschenweiten auch etwas kleiner und insbesondere auch größer gewählt werden können.
Die genannte Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Bauart dadurch gelöst, daß jeder der am Rand des Netzes vorhandenen Befestigungspunkte einen Abstand von einem am Boden gegenüberliegenden Ankerpfahl aufweist, und daß der jeweilige Befestigungspunkt statt an dem im wesentlichen unter ihm angeordneten Ankerpfahl an zu beiden Seiten dieses Ankerpfahls angeordneten Ankerpfählen mittels der Enden mindestens eines Seilstücks verankert ist, das über eine an dem zu befestigenden Befestigungspunkt angeordnete Rolle geführt ist.
Mit dieser erfindungsgemäßen Ausgestaltung wird zunächst einmal erreicht, daß die von einem Befestigungspunkt ausgeübte Zugkraft gleichmäßig auf die beiden seitlich von dem unter diesem Befestigungspunkt befindlichen Ankerpfahl angeordneten Ankerpfähle verteilt wird, d. h. die am Befestigungspunkt angeordnete Rolle stellt sich längs des die beiden genannten Ankerpfähle verbindenden, über die Rolle laufenden Seilstücks so ein, daß die Spannungen in den am Befestigungspunkt zusammenlaufenden Netzseilen ausgeglichen sind, wobei natürlich auch die in dem Seilstück vorhandene Zugspannung gleichmäßig auf die betroffenen Ankerpfähle verteilt ist.
Dabei ist die Anordnung zweckmäßig so getroffen, daß die beiden zu beiden Seiten des unter dem Befestigungspunkt befindlichen Ankerpfahls angeordneten Ankerpfähle, an denen letztlich die beiden Enden dieses Seilstücks verankert sind, sich im wesentlichen unterhalb der beiden benachbarten Befestigungspunkte befinden. Dazu werden zweckmäßigerweise die Einzelseile des Netzes an den die Befestigungspunkte bildenden Mascheneckpunkten unter 45° gegenüber dem Boden zusammengeführt, wobei sich dann zwangsläufig ein Abstand der Ankerpfähle voneinander ergibt, der gleich der Weite einer Netzmasche ist. Bei dem oben angeführten Beispiel sind dies etwa 3 m.
Würde man in herkömmlicher Weise den jeweiligen Befestigungspunkt mit dem darunter angeordneten Ankerpfahl zwecks Lasteinleitung verbinden, dann ergäben sich bei Hallen mit einer Spannweite von etwa 36 m für jeden einzelnen Ankerpfahl 5000 bis 6000 kp Zug. Diese Werte können mit preiswerten Erdankern, beispielsweise etwa 2 m langen Spreizankern, nur bei harten und stabilen Böden erreicht werden.
Werden nun die erforderlichen Auszugskräfte an bestimmten Ankerpfählen infolge widriger Bodenbeschaffenheit nicht erreicht, dann ist es in weiterer Ausgestaltung der Erfindung möglich, den jeweiligen Befestigungspunkt an zwei zu beiden Seiten dieses Ankerpfahls unter den benachbarten Befestigungspunkten angeordneten Ankerpfählen und an zwei zusätzlichen Ankerpfählen zu verankern, die zwischen den genannten Ankerpfählen in den Boden eingelassen sind, wobei die Verankerung dann mittels zweier Seilstücke erfolgt, die über zwei an dem zu verankernden Befestigungspunkt befestigte Rollen geführt und mit ihren jeweils zwei Enden zum einen an den an der einen Seite des darunter liegenden, nicht genutzten Ankerpfahls angeordneten, und zum anderen an den an der anderen Seite desselben angeordneten jeweils zwei Ankerpfählen festgelegt sind.
Dabei werden dann die Zugkräfte eines Befestigungspunkts auf vier Ankerpfähle verteilt, von denen jeweils zwei zu beiden Seiten des nicht benutzten, im wesentlichen unter dem Befestigungspunkt liegenden Ankerpfahls in den Boden eingelassen sind. In diesem Falle sorgen dann die beiden Rollen für die gleichmäßige Verteilung der sich ergebenden beiden Zugkrafthälften auf jeweils zwei Ankerpfähle. Diese Ausgestaltung bedeutet nämlich praktisch die Halbierung der von einem Befestigungspunkt ausgeübten Zugkraft, wobei jeweils eine Zugkrafthälfte von zwei der genannten vier Ankerpfähle aufgenommen wird.
Von besonderem Vorteil ist dabei, daß im wesentlichen unabhängig von der Bodenbeschaffenheit stets mit gleicher Maschenweite des Netzes gearbeitet werden kann, unter Verwendung von fortlaufend nach Bedarf jeweils der ersten oder der zweiten Ausführungsform der Erfindung längs der Reihe der Befestigungspunkte, was zu einer erheblichen Vereinfachung der Netzkonstruktion führt.
Die Erfindung und ihre Ausführungsformen sind im folgenden anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 eine Netztraglufthalle nach der Erfindung in schematischer Darstellung;
Fig. 2 eine erste Ausführungsform der Erfindung zum Ausgleich von kräftemäßigen Unregelmäßigkeiten im Netz nach Fig. 1 in vergrößertem Maßstab;
Fig. 3 eine zweite Ausführungsform der Erfindung zum Ausgleich von Unregelmäßigkeiten in der Bodenbeschaffenheit, ebenfalls in vergrößertem, der Fig. 2 entsprechenden Maßstab;
Fig. 1 zeigt eine Netztraglufthalle 1 mit einem quadratischen Netz 2 das die Hülle 3 der Halle umspannt. Den Umfang des Netzes 2 begrenzen Befestigungspunkte 4, an denen jeweils zwei schräg abwärts, vorzugsweise unter 45° gegenüber dem Boden, verlaufende Netzseile 5 zusammentreffen.
Diese Befestigungspunkte 4 sind an Ankerpfählen 6 befestigt, die am Boden 7, vorzugsweise am Erdboden in Abstand a bzw. b voneinander in den Boden 7 eingelassen sind.
Jeder der am Rand des Netzes 2 vorhandenen Befestigungspunkte 4 weist einen Abstand c von einem am Boden gegenüberliegenden Ankerpfahl 6 auf, wobei der jeweilige Befestigungspunkt 4 statt an diesem, im wesentlichen unter ihm angeordneten, Ankerpfahl 6 an zu beiden Seiten dieses Ankerpfahls angeordneten Ankerpfählen 6 mittels der Enden eines Seilstücks 8 beziehungsweise 9 verankert ist, das über eine an dem zu verankernden Befestigungspunkt 4 angeordnete Rolle 11 geführt ist.
Bei den in Fig. 1, von der linken Seite der Figur aus gerechnet, ersten, zweiten, vierten und fünften Befestigungspunkten 4 ist jeweils eine einzelne Rolle eingehängt, während jeweils am dritten, sechsten, siebten, achten und neunten Befestigungspunkt 4 jeweils zwei Rollen 11 eingehängt sind. Es versteht sich, daß es sich bei der in Fig. 1 gezeigten Darstellung lediglich um ein Ausführungsbeispiel handelt und daß sich jeweils in Abhängigkeit von den gegebenen Bodenverhältnissen in der Praxis völlig andere Reihenfolgen ergeben können.
Die erste Ausführungsform zeigt in vergrößertem Maßstab Fig. 2 in ihren Einzelheiten. Jeweils zwei Netzseile 5 bilden einen Bestigungspunkt 4, der durch jeweils eine Öse 10 verkörpert wird, an der die als Schlaufen ausgebildeten Enden 12 der Netzseile 5 mittels Schäkeln 13 eingehängt sind. Auch die Rolle 11 ist zweckmäßig mittels eines solchen Schäkels 13 an der Öse 10 befestigt.
Die jeweils über die Rollen 11 laufenden Seilstücke 8 sind wiederum mittels entsprechender Seilschlaufen 12 und Schäkel 13 an entsprechend gelochten Köpfen 14 der Ankerpfähle 6 festgelegt.
Fig. 3 zeigt die zweite Ausführungsform, die neben der ersten Ausführungsform gemäß Fig. 2 Verwendung finden kann, wie dies Fig. 1 deutlich zeigt. In Fig. 3 sind gegenüber der Fig. 2 gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen. Der jeweilige Befestigungspunkt 4 ist statt an dem im wesentlichen unter ihm angeordneten Ankerpfahl 6 an zwei beiden Seiten dieses Ankerpfahls unter den benachbarten Befestigungspunkten 4 angeordneten Ankerpfählen 6 und an zwei zusätzlichen Ankerpfählen 6a verankert, die zwischen den genannten Ankerpfählen 6 in den Boden 7 eingelassen sind. Dabei erfolgt die Verankerung mittels zweier Seilstücke 9, die über zwei an dem zu verankernden Befestigungspunkt 4 angeordnete Rollen 11 geführt und zum einen an den an der einen Seite des darunterliegenden, nicht genutzten Ankerpfahls 6 und zum anderen an den an der anderen Seite desselben liegenden jeweils zwei Ankerpfählen 6, 6a festgelegt sind.

Claims (5)

1. Vorrichtung zur Verankerung eines die Hülle (3) einer Netztraglufthalle (1) umspannenden Netzes (2), dessen Seile (5) parallel und senkrecht zur Horizontalen verlaufen, mittels längs seines Umfangs angeordneter Befestigungspunkte (4) an einem Boden (7), insbesondere am Erdboden, mit Hilfe von Ankerpfählen, die in Abstand (a; b) voneinander in den Boden eingelassen sind, dadurch gekennzeichnet, daß jeder der am Rand des Netzes (2) vorhandenen Befestigungspunkte (4) einen Abstand (c) von einem am Boden gegenüberliegenden Ankerpfahl (6) aufweist, und daß der jeweilige Befestigungspunkt (4) statt an diesem im wesentlichen unter ihm angeordneten Ankerpfahl (6) an zu beiden Seiten dieses Ankerpfahls angeordneten Ankerpfählen (6; 6a) mittels der Enden mindestens eines Seilstücks (8, 9) verankert ist, das über eine an dem zu verankernden Mascheneckpunkt (4) angeordnete Rolle (11) geführt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der jeweilige Befestigungspunkt (4) statt an dem im wesentlichen unter ihm angeordneten Ankerpfahl (6) an den zwei zu beiden Seiten dieses Ankerpfahls unter den benachbarten Befestigungspunkten angeordneten Ankerpfählen (6) und an zwei zusätzlichen Ankerpfählen (6a) verankert ist, die zwischen den genannten Ankerpfählen (6) in den Boden (7) eingelassen sind, wobei die Verankerung mittels zweier Seilstücke (9) erfolgt, die über zwei an dem zu verankernden Befestigungspunkt (4) befestigte Rollen (11) geführt und mit ihren jeweils zwei Enden zum einen an den an der einen Seite des darunterliegenden, nicht genutzten Ankerpfahls (6) angeordneten, und zum anderen an den an der anderen Seite desselben angeordneten jeweils zwei Ankerpfählen (6, 6a) festgelegt sind.
3. Vorrichtung zur Verankerung eines die Hülle (3) einer Netztraglufthalle (1) umspannenden Netzes (2), dessen Seile parallel und senkrecht zur Horizontalen verlaufen, mittels seinen Umfang begrenzender Befestigungspunkte (4), an denen jeweils zwei schräg abwärts verlaufende Netzseile (5) zusammentreffen, an einem Boden (7), insbesondere am Erdboden, mit Hilfe von Ankerpfählen, die in Abstand (a; b) voneinander in den Boden eingelassen sind, dadurch gekennzeichnet, daß jeder der am Rand des Netzes (2) vorhandenen Befestigungspunkte (4) einen Abstand (c) von einem am Boden gegenüberliegenden Ankerpfahl (6) aufweist, und daß der jeweilige Befestigungspunkt (4) statt an dem im wesentlichen unter ihm angeordneten Ankerpfahl (6) an zu beiden Seiten dieses Ankerpfahls angeordneten Ankerpfählen (6; 6a) mittels der Enden mindestens eines Seilstück (8, 9) verankert ist, das über eine an dem zu verankernden Befestigungspunkt (4) angeordnete Rolle (11) geführt ist.
4. Vorrichtung zur Verankerung eines die Hülle (3) einer Netztraglufthalle (1) umspannenden Netzes (2), dessen Seile parallel und senkrecht zur Horizontalen verlaufen, am Boden nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der jweilige Befestigungspunkt (4) statt an dem im wesentlichen unter ihm angeordneten Ankerpfahl (6) an zwei zu beiden Seiten dieses Ankerpfahls unter den benachbarten Befestigungspunkten angeordneten Ankerpfählen (6) und an zwei zusätzlichen Ankerpfählen (6a) verankert ist, die zwischen den genannten Ankerpfählen (6) in den Boden (7) eingelassen sind, wobei die Verankerung mittels zweier Seilstücke (9) erfolgt, die über zwei an dem zu verankernden Befestigungspunkt (4) befestigte Rollen (11) geführt und mit ihren jeweils zwei Enden zum einen an den an der einen Seite des darunterliegenden, nicht genutzten Ankerpfahls (6) angeordneten, und zum anderen an den an der anderen Seite desselben angeordneten jeweils zwei Ankerpfählen (6, 6a) festgelegt sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jede Rolle (11) mittels eines Schäkels (13) in eine Öse (10) des zu befestigenden Befestigungspunktes (4) eingehängt ist.
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