DE448536C - Verfahren zur Gewinnung des herzwirksamen Reinglykosids aus Bulbus Scillae - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung des herzwirksamen Reinglykosids aus Bulbus Scillae

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DE448536C
DE448536C DEC34835D DEC0034835D DE448536C DE 448536 C DE448536 C DE 448536C DE C34835 D DEC34835 D DE C34835D DE C0034835 D DEC0034835 D DE C0034835D DE 448536 C DE448536 C DE 448536C
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glycoside
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    • A61K36/00Medicinal preparations of undetermined constitution containing material from algae, lichens, fungi or plants, or derivatives thereof, e.g. traditional herbal medicines
    • A61K36/18Magnoliophyta (angiosperms)
    • A61K36/88Liliopsida (monocotyledons)
    • A61K36/896Liliaceae (Lily family), e.g. daylily, plantain lily, Hyacinth or narcissus
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
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Description

  • Verfahren zur Gewinnung des herzwirksamen Reinglykosids aus Bulbus Seillae. In weiterer Ausbildung des im Patent 446782 beschriebenen Verfahrens gelangt man, wie im folgenden beschrieben wird, zu einer wesentlich einfacheren Herstellung des Reinglykosids aus Bulbus Saillae.
  • Die als Ausgangsmaterial.dienenden, auf bekannte Weise, vorteilhaft mit wasserarmen neutralen organischen Lösungsmitteln, wie-Alkohol und Holzgeist, bereiteten Extrakte von Bulbus Scillae enthalten das Glykosid nicht in freiem Zustand, sondern an natürlichen Gerbstoff gebunden, von dem es nach dein Verfahren des Hauptpatents vor dem Ausschütteln mit einem geeigneten, mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmittel durch Behandeln mit gerbstoffällenden Mitteln in Freiheit gesetzt wird.
  • Die Gerbstoffällung wird dabei mit dem Rohextrakt vorgenommen. Es hat sich gezeigt, daß bei dieser Arbeitsweise die nachfolgende Extraktion des freien Glykosids sich aus dem Grunde schwierig gestaltet, weil die noch in der Lösung anwesenden Zucker und gtnnmiartigen Stoffe seinen Übergang aus der wässerigen Phase in das Fettlösungsmittel erschweren. Es hat sich nun gezeigt, daß, wenn man gemäß vorliegender Erfindung die Spaltung der Gerbstoffverbindung zunächst unterläßt, d. h. also das Glykosid als Verbindung mit natürlichem Gerbstoff finit einem geeigneten, mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel, wie z. B. Methyl- und Äthylacetat, Methyläthylketon, Chloroform und andere halogenisierte Kohlenwasserstoffe (CCI" C,H,CI., C,H,Br), dem man vorteilhaft einen kleinen Bruchteil eines mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmittels, wie Methanol, Alkohol, Aceton, zufügt, aus einer wässerigen Lösung des Rohextraktes erschöpfend ausschüttelt und die Spaltung der Glykosid-Gerbstoff-Verbindung erst an dem so gewonnenen viel reineren Produkt vornimmt, firn Gegensatz zum Glykosid die noch ungespaltene Glykosid-Gerbstoff-Verbindung aus der wässerigen Phase auch bei Gegenwart der erwähnten Begleitstoffe viel leichter in das Fettlösungsmittel übergeht.
  • Aus diesem Grunde ist es vorzuziehen, die Gerbstoffspaltung zunächst zu unterlassen und den Arbeitsgang mit der Extraktion der Glykosid-Gerbstoff-Verbindung zu beginnen.
  • Aiss -teefiterer, ganz wesentlicher Vorteil des neuen Verfahrens ist zu erwähnen, daß die Glykosid-Gerbstoff-Verbindunggegenüber chein schen und thermischen Einflüssen viel stabiler ist als das freie Glykosid; der Gerbstoff übt durch die Reinigungsoperationen hindurch eine Schutzwirkung_,gegen Zerstörung der aktiven Substanz, z. B.- gegen die Hydrolyse derselben, aus.
  • Gegenüber der in dem Hauptpatent bereits erwähnten, nur teilweisen Abtrennung der Begleitstoffe, d. h. der Ausfällung von Zucker und gummiartigen Stoffen durch Zusatz von ?_ther zur methylalkoholischen Lösung des Rohextraktes, bedeutet die Maßnahme gemäß vorliegender Erfindung insofern einen wesentlichen Fortschritt, als hier die Begleits:offe vor der Spaltung der natürlichen Glykosid-Gerbstoff-Verbindung durch die Überführung dieser Gerbstoffverbindung in ein Fettlösungsmittel vollständig abgetrennt werden.
  • Das Verfahren wird in der Weise zur Ausführung gebracht, daß man die Ausschüttelungsflüssigkeit vorsichtig zur Trockne verclampft, den Rückstand in eine Mischung von Wasser mit einem geeigneten organischen Lösungsmittel (Methanol, Alkohol, Aceton) löst und nun das Glykosid durch Zusatz eines gerbstoffällenden Mittels .in Freiheit setzt.
  • Überschüssiges Gerbstoffällungsmittel wird auf bekannte Weise entfernt, die so gereinigte Glykosidlösung von festen Bestandteilen abfiltriert und im Vakuum bei niedriger Temperatur zur Trockne eingeengt. War ein lösliches Gerbstoffällungsmittel, wie es für ähnliche Zwecke allgemein angewandt wird (z. B. Plumbum subaceticum, Plumbum aceticum, Zinkacetat), verwendet worden, so enthält der Verdampfungsrückstand neben Reinglykosid noch Salze, wie z. B. Natriumacetat und überschüssiges Natriumphosphat, von denen man (las Glykosid durch Herauslösen mit einem geeigneten organischen Lösungsmittel, z. B. Chloroform-5proz. Methylalkohol, das .. die Salze ungelöst läßt, abtrennt und die Lösung ,les reinen Glykosids nun zur Trockne verdampft.
  • Bei der vorteilhafteren Verwendung von unlöslichen Gerbstoffällungsmitteln, wie z. B. Magnesiumoxyd, Ferrihydroxyd, Bleioxyd, Bleihydroxyd und Aluminiumhydroxyd, wird die Reinigungsoperation überflüssig. Es genügt die vom Gerbstoff befreite und von festen Bestandteilen abfiltrierte Lösung im Vakuum bei niedriger Temperatur zur Trockne einzudampfen, um direkt zum reinen Glykosid zu gelangen.
  • Das Verfahren zur Gewinnung- des Scilla-Reinglykosids beruht also darauf, daß man der wässerigen Lösung eines auf bekannte Weise aus Meerzwiebel mit neutralen Lösungsmitteln bereiteten Extraktes das Glykosid als Verbindung mit natürlichem Gerbstoff durch Ausschütteln mit einem geeigneten organischen, mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel entzieht, die Lösung bei niedriger Temperatur ün Vakuum zur Trockne einengt und den Rückstand in einer Mischung von Wasser und einem geeigneten organischen Lösungsmittel auflöst, das Glykosid durch Zusatz eines gerbstoffällenden Mittels in Freiheit setzt, filtriert, überschüssiges Gerbstoffällungsmittel aus dem Filtrat ausfällt, von festen Bestandteilen abfiltriert und das Filtrat bei niedriger Temperatur im Vakuum zur Trockne verdampft. Aus dem Rückstand, der neben Reinglykosid noch Salz enthält, gewinnt man das Glykosid durch Herauslösen mit einem geeigneten organischen Lösungsmittel, das das Salz ungelöst läßt, und engt die Lösung bei tiefer Temperatur zur Trockne ein. Bei der Verwendung von unlöslichen Gerbstoffällungsmitteln dampft man die vom Gerbstoff befreite und von festen Bestandteilen abfiltrierte Lösung bei tiefer Temperatur im Vakuum ein und gelangt so ohne weitere Reinigungsoperation direkt zum Reinglykosid.
  • Das so hergestellte Scilla-Reinglykosid zeigt mit dem nach dem Patent 446 7ä2 hergestellten übereinstimmende Eigenschaften. Beispiel i. ioo g des zur Trockne eingeengten alkoholischen Extraktes aus Pulvis Bulbus Scillae werden in 300 ccm Wasser gelöst. Die wässerige Lösung schüttelt man mit einer Mischung von Chloroform mit io Volamenprozent Methanol -je 300 ccm erschöpfend aus, trocknet die Ausschüttelungsflüssigkeit mit entwässertem Natriumsulfat, filtriert und engt bei niedriger Temperatur zur Trockne ein. Es hinterbleibt die Glykosidgerbstoffverbindung als ' hellgelbes, nicht hygroskopi-.sches, zucker- und aschefreies Pulver, das sich in reinem Wasser sehr schwer, in bicarbonathaltigem dagegen ziemlich leicht löst. Man löst nun den Abdampfrückstand in 31 Wasser-Holzgeist (i : i), versetzt die Lösung mit 5o ccm Plumbum subaceticum duplex, filtriert und wäscht die Bleifällung mit i 1 des wässerigen Holzgeistes aus: Das Filtrat wird hierauf mit 3o ccm einer 28prozentigen Lösung von Dinatriumphosphat entbleit. Man filtriert die Glykosidlösung von dem Niederschlag ab, wäscht ihn mit 11 des 5oprozentigen Holzgeistes aus und engt die Lösung bei einer 3o° nicht übersteigenden Temperatur im Vakuum ein, wobei sich nach und nach ein Teil des Glykosids abscheidet. Man filtriert davon ab, wäscht das als weißes Pulver zurückbleibende Produkt mit etwas Wasser nach und engt das Filtrat zur Trockne ein. Den dabei hinterbleibenden Rest des Glykosids entzieht man dem Rückstand durch Herauslösen mit Chloroform, das 5 Prozent Methanol enthält, filtriert und wäscht die ungelösten Salze mit der gleichen Chloroform-Holzgeist-Mischung aus. Das Glykosid gewinnt man durch Abdestillieren der so gewonnenen Lösung und vereinigt es mit der vorher abfiltrierten Fraktion. Beispiele. 700g eines zur Trockne eingedampften Holzgeistextraktes aus gepulverter Meerzwiebel werden in i 1 Wasser gelöst. Die wässerige Lösung schüttelt man mit Portionen von je iooo ccm Chloroform, das io Prozent Holzgeist enthält, erschöpfend aus, trocknet die Lösung mit wasserfreiem Natriumsulfat, gießt davon ab und destilliert das Lösungsmittel ab. Der Rückstand wird nun in ,51 Wasser-Holzgeist i : i gelöst und die Lösung -mit i 5o g Bleihydroxyd versetzt, öfters umgeschüttelt, filtriert und der Rücktand mit i 1 der Wasser-Holzgeist-Mischung ausgewaschen. Beim Einengen im Vakuum bei einer 30c' nicht übersteigenden Temperatur zur Trockne hinterbleibt das Glvkosid der Meerzwiebel frei von nachweisbaren fremden Beimischungen. Um es aus dem großen Abdampfgefäß zu sammeln, nimmt man den Rückstand in wenig Holzgeist auf und destilliert das Lösungsmittel wieder- ab. Beispiel 3. Der aus 5 kg Pulv is Bulbus Scillae gewonnene alkoholische und zur Trockne eingedampfte Extrakt wird in 5oo ccm Wasser gelöst und die wässerige Lösung so lange mit Essigester ausgeschüttelt, bis er nennenswerte Mengen herzwirksamer Substanz nicht mehr aufnimmt. Die Essigesterlösung wird mit wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet, davon abgegossen und hierauf zur Trockne eingeengt. Der Rückstand wird alsdann in 5 1 5oprozentigem Alkohol gelöst und die Lösung mit i 5o g Bleihydroxyd tüchtig geschüttelt, nach i Stunde filtriert und der Rückstand mit einem Liter 5oprozentigem Alkohol ausgewaschen. Das Filtrat engt man bei einer 30° nicht übersteigenden Temperatur im Vakuum zur Trockne ein ünd sammelt das hinterbleibende Reinglykosid, wie im Beispiel :2 angegeben wurde.
  • Beispiel d..
  • Die nach Pharm. Helv. IV aus 200 g Bulbus Scillae dargestellte Tinctura Scillae wird durch Destillation bei niedriger Temperatur vom Alkohol befreit. Die wässerige Lösung wird mit Äthylacetat, je ioo ccm, ausgeschüttelt, bis dieses keine wirksamen Stoffe mehr aufnimmt. Die Essigesterlösung trocknet man mit entwässertem Natriumsulfat; dann wird sie filtriert, worauf das Lösungsmittel abdestilliert wird. Den Rückstand löst man in Zoo ccm 5oprozentigen Alkohols, trägt in die Lösung To g Bleihydroxyd ein und schüttelt tüchtig durch. Hierauf wird die Lösung filtriert; den Rückstand wäscht man mit 5o ccm 5oprozentigen Alkohols aus und destilliert das Filtrat bei niedriger Temperatur zur Trockne, wobei das Glykosid frei von fremden Beimischungen zurückbleibt.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Weitere Ausbildung des Verfahrens zur Gewinnung des herzwirksamen Reinglykosids aus Bulbus Scillae nach dem Patent :a.46 782, dadurch gekennzeichnet, daß man einer wässerigen Lösung eines auf bekannte Weise aus Meerzwiebel mit neutralen Lösungsmitteln bereiteten Extraktes das Glykosid als Verbindung mit natürlichem Gerbstoff durch Ausschütteln mit einem geeigneten organischen, mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel entzieht, die Lösung bei niedriger Temperatur im Vakuum zur Trockne einengt, den Rückstand in einer Mischung von Wasser und einem geeigneten organischen Lösungsmittel löst, das Glykosid durch Zusatz eines gerbstoffällenden Mittels in Freiheit setzt, filtriert, überschüssiges Gerbstoffällungsmittel im Filtrat ausfällt, und die durch Abfiltrieren von feste« Bestandteilen gewonnene Lösung im Vakuum bei niedriger Temperatur zur Trockne einengt, worauf man aus dem Rückstand, der neben Reinglykosid noch Salz enthält, das Glykosid durch Herauslösen mit einem geeigneten organischen Lösungsmittel gewinnt, während man das Salz ungelöst läßt und die Lösung bei niedriger Temperatur zur Trockne einengt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch . gekennzeichnet, daß man als Ausgangsmaterial zur Trockne eingeengte, au f bekannte Weise mit wasserarmen organischen Lösungsmitteln aus Bulbus Scillae gewonnene Extrakte verwendet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Spaltung der nach dem Anspruch i gewonnenen Verbindung von Glykosid mit natürlichem Gerbstoff unlösliche Gerbstoffällungsmittel verwendet, hierauf von festen Bestandteilen abfiltriert und durch Eindampfen des Filtrats im Vakuum bei niedriger Temperatur bis zur Trockne das Reinglylcos:id ohne weitere Reinigungsoperation gewinnt. q.. Verfahren nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Beschleunigung der Extraktion der Glykosid-Gerbstoff-Verbindung aus der wässerigen Lösung des rohen Extraktes den zur Ausschüttelung dienenden, mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmitteln kleine Bruchteile eines mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmittels zusetzt.
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