DE449583C - Verfahren zur Herstellung von Alkalichloraten und der Chlorate oder Hypochlorite des Calciums und Maguesiums - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Alkalichloraten und der Chlorate oder Hypochlorite des Calciums und Maguesiums

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DE449583C
DE449583C DEW57776D DEW0057776D DE449583C DE 449583 C DE449583 C DE 449583C DE W57776 D DEW57776 D DE W57776D DE W0057776 D DEW0057776 D DE W0057776D DE 449583 C DE449583 C DE 449583C
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Alkalichloraten und der Chlorate oder Hypochlorite des Calciums und Magnesiums. Vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung von Calcium oder Magnesiumhypocblorit -und Chlorat und von Alkalichloraten durch Chlorierung von Calcium oder Magnesiumhydrat und idurch nachträgliche Umwandlung iA Alkalichlorat.
  • Die Löslichkeit des CalciuTnhydroxyds in Wasser ist sehr klein (OJ3I Prozent bqi o' C,' 0,113 Prozent bei 30' C, 0,075 Prozent bei 70' C). Daher enthält die Kalkmilch nur sehr wenig Calcitilnhyd,#roxyd in Lösung, und die ganze Menge des festen Calciumhydroxyds verbleibt in Suspension, solange die Kalkmilch gerührt wird, und je höher dlie Konzentration der Kallemilch ist, um so rascher scheidet sich das in Suspension sich befindende Caleiumhydroxyd aus der Lösung aus, und um so schwieriger wird es, diese Ausscheidung durch Rühren zu verhindern. Aus diesem Grunde muß man hohe Konzentrationen der Kalkmilch vermeiden, wenn diese durch eine Reihe von Apparaten zirkulieren soll, um die Ausscheidüng des Hydroxyds in den verschiedenen Teilen di.er Apparate zu verhindern, die das ununterbrochene Arbeiten der Anlage verhindert und den Prozeß unpraktisch macht. Die Apparate selbst müssen so in jeder Einzelheit entworfen werden, daß in keinem Teile dersellben das feste Hydroxyd oder andere unlösliche Körper sich ausscheiden können.
  • In den bekannten Prozessen der Chloratfabrikation wird die Zirkulation von Kalkmilch oder von Magnesiumhydroxyd ganz vermieden, um höhere Konzentrationen -der Kalkmilch benutzen zu können, ohne daß sich dabei Hydrate ausscheiden, die den Prozeß hindern. In den verschiedenen Chloratfabriken werden Kalkmilchlösungen, die.etwa 5o bis ioo.g Ca0 im Liter enthalten, verwendet, was 5,5 bis 10,5'B6 entspricht, und die Chlorierungg dauert gewöhnlich 2 bis 3 Tage (s. Lunge, 1909, S. 576). In diesen Prozessen wird die Kalkmilch in einer Reihe von Absorptionsapparaten gerührt (s. L u n g e , S. 569 bis 577), unrd das Chlor-,gas wird über die Flüssigkeit von einem Apparat zum anderen geleitet. Die Berührungsfläche zwischen Flüssigkeit und Chlor in einer solchen Batterie von Absorptionsapparaten ist verschieden: etwa 17 qm für eine Produktion von io t Chlorat in der Woche bei Pechiney in Salindres, etwa 23 qm für 2,8 t pro Woche in den Einrichtungen von Lunge, etwa 3 5 qm für etwa 2o t pro Woche in der United Alkali Company in England. Die Konzenträtion der erhaltenen Lösungen von Calcium oder Magnesiumchlorat und -chlorid sind auch verschieden: 16' oder höchstens 17' B# wird von L u n g e empfohlen, etwa 25' B6 wird von Picheney hergestellt, der eigentlich 24' B6 als die höchste Stärke ansieht, 18' bis ig' B# werden von der United Alkali Co. hergestellt, wo diese Konzentrationen als die höchst zugänglichen betrachtet werden usw. Die höchsten Konzentrationen, die überhaupt in irgendeiner Chloratfabrik hergestellt wurden, ivaren 26 B# oder 44 Twaddles (s. L u n g e, Handbuch der Soda-Industrie, igog, III. Band, S.576).
  • Nach Beendigung der Chlorierung läßt trian die Lösung, die, wenn Calciiimhydrat verwendet wird, aus Calciumchlorat und- Calciumclilorid und kleinen Mengen Hypochlorit bestehen, in besonderen Behältern sich absetzen.
  • Die dekantierten Lösungen werden dann durch die Filterpressen in Sammelbehälter geschickt und von dort in Verdampfpfannen oder Kessel gesandt, dort verdampft und in Alkalichlorat verwandelt. Für diese Konzentration und Um--wandlung braucht man eine sehr große und teure Anlage, die kurze Lebensdauer besitzt und daher hohe Amortisation beansprucht. Zwei *Methoden der Konzentration und Umwandlun- kommen in Verwendung: Die erste besteht in der Konzentrierung der Lösungen bis auf 37,41 B# heiß, wobei die Lösungen eine Temperatur von etwa 133' C erreichen, wonach die heiße Lösung des Calciumchlorats durch Zufügung von Alkalichlorid, z. B. von KCI, in Alkalichlorat verwandelt wird (z. B. bei der führenden Chloratfabrik in St. Helens).
  • Infolge der hohen Temperatur gehen etwa 15 Prozent des Chlorats bei dieser Verdampfung und Umwandlung verloren, und diese Zersetzung des Chlorats wird durch das Eisen der Verdampfapparate beschleunigt.
  • Die zweite Methode besteht -d-arin, daß man die Lösungen zuerst auf :28,8' lyis 341' B# konzentriert, dann in Kaliumchlorat umwan-(lelt, wonach man die Lösungen auf etwa 15' C abkühlt, und die nach dem Ausscheiden des Chlorats zurückgebliebene Mutterlauge wird #dann auf etwa 37,4' B# oder 70' Tw konzentriert. Auch hier ist die Zersetzung des Chlorats bedeutend.
  • In der Praxis braucht man für die Konzentration der Lösungen und die Umwandlung in - Kaliumclilorat 3,5 bis 5 t Kohle pro Tonne Kaliunichlorat.
  • Um einen Teil von den :2o bis 28 Prozent (les Kaliumehlorats, die noch in der Mutterlatige -verbleiben, zurückzugewinnen, werden die 'Mutterlaugen auf etwa 18' C gekühlt, wobei sich ',l. des Kaliumchlorats ausscheiden.
  • Die oben erwähnten #M.utterlaugen enthalten etwa 55 g Calcitinichlorild in ioo g Wasser. Die von anderer Seite vorgeschlagenen Mutterlaugen vom spezifischen Gewicht 1,36 enthalten über 58 g Chlorat auf ioo g Wasser, und ihre Abkühlung muß über 18' C geleitet werden, danüt CaC12- 6 a q sich nicht mit ausscheidet. Das gleiche ist der Fall mit den Mutterlaugen vom spezifischen Gewicht 1,352, die, nach Mitteilung von L u n - e auf :2 1 ' C "ekühlt werden sollen. Diese enthalten über 57 g Calcitimch-lorid in ioo g Wasser und können bei :21' C nur unreines Chlorat ausscheiden.
  • Es ist immer äußerst schwer, einen Prozeß im großen, insbesondere bei der Tiefkühlung, zu leiten und ihn innerhalb von nur ein paar Grad zu halten. Für die richtige Ausscheidung der Chlorate muß man die Lösungen tiefer und innerhalb größerer Temperatur-« -üblen können, damit die Aus,schei-"renzen 1, (hing &s Chlorats vollständiger ist, die Ausbeute besser und der Prozeß selbst gesicherter wird, und es muß dafür gesorgt' werden, daß das Chlorat durch Ausscheidung t' von CaCl. - 6 a q oder durch letzteres und Eis nicht verunreinigt wird.
  • el Im folgenden ist eine Tabelle gegeben, die auf Grund der Daten der Landoltschen Tabellen berechnet ist:
    Gefrier- und
    CaCI., in ioog sättigungs- Art des ausge-
    Wasser punkte schiedenen festen
    t' C Körpers
    - io
    27 -20 Eis allein
    33,5 -30
    39,5 -40
    42,5 -55 Eis +CaCI,.6a q
    Übergangspunkt:
    50,5 25
    59 0 CaC1, - 6 a q allein
    65 +io
    Aus dieser Tabelle ist zu entnehmen, daß die 'Mutterlaugen, die auf 7o Tw oder 37,4 B# in den verschiedenen Chloratfabriken konzentriert werden, sowie die anderen in Vorschlag gebrachten Konzentrationen alle bei etwa - 2o' C CaCl. - 6 a q mit ausscheiden müssen, indem der Sättig ngspunkt zwischen o' und :20' C liegt. "U Der Erfinder bringt daher zur Abkühlung nur Mutterlaugen, die 3o bis 50 9, vorzugsweise 4o bis 5o g, CaC1, in ioo g Wasser enthalten, wodurch die Lösungen unter - 2o' C gekühlt werden können, ohne daß ein Gefrier- oder Sättigungspunkt erreicht wird. Eine Lösung, die z. B. 42,5 g CaC1 2 in ioo g Wasser enthält, kann weit unter -:2o' gekühlt werden ohne Gefahrder Ausscheidung von Eis oder von CaC12.6aq, und das Chlorat kann viel vollständiger ausgeschieden werden, wodurch eine bedeutend bessere Ausbeute erreicht wird, denn bei - 21' C sogar verbleiben immer noch 8 Prozent Chlorat in der Lösung.
  • In den oben erwähnten bekannt-en Prozessen ist aus den oben angegebenen Gründen die Ausbeute, auch bei der Anwendung von-Unterkühlung, nie mehr als etwa 74 Prozent.
  • Infolge der niedrigeren Ausbeute braucht man etwa 30 Prozent mehr an Kalk und Chlor und etwa 12 Prozent mehr an Kaliumchlorid pro Tonne Kaliumchlorat, und diese Resultate sind noch weniger- befriedigend im Falle von NatriumchlOTat.
  • Vorliegende Erfindung bezweckt nun, alle obigen Nachteile der bestehenden' Prozesse zu überwinden.
  • Zweck der vorliegenden Erfindung ist die direkte Herstellung von hochkonzentrierten chlorierten Lösungen in der Absorptionsanlage, so daß keine Einidampfung des Calcium- oder Magnesiumehlorats für die Herstellung von Alkalichlorat mehr nötig ist, um el Z, die 3,5 'bis 5 t Kohle pro Tonne Chlorat zu sparen, die teure Verdampfanlage, die keine Lebensdauer hat, zu vermeiden und eifie bessere Ausbeute zu erzielen.
  • Nach vorliegender Erfindung werden in der Absorptionsanlage Mischungen aus Calcium oder Magnesiumchlorat, Chlorid und etwas Hypochlorit direkt hergestellt, die ein spezifisches Gewicht von über :26,4' B# vorzugsweise über 33' B# haben, ohne daß die Lösung e n vorerst dazu konzentriert wurden, wobei die Temperaturen während der Chlorierung und/eder der nachfolgenden Umwandlung des Calcitim- oder Magnesiumchlorats in Alkalichlorat unter den Temperaturen (6o' bis 70' C) gehalten werden, bei welchen die Lösungen sich wesentlich zersetzen können. Dabei werden nach dem Auskristallisieren der Hauptmenge des Kaliumchlorats bei gewöhnlicher Temperatur (im Falle dieser Körper hergestellt -,vird) Mutterlaugen erhalten oder hergestellt, die 3o bis 5o g Caleiumchlorid, vorzugsweise 4o bis 5o g, in ioo g Wasser enthalten, die eine vollkorinnenere Ausscheidung von reinem Chlorat durch Tiefkühlung ermöglichen.
  • Die Erfindung gibt auch gewisse Verbesserungen in den Apparaten zum Chlorieren des Calcium- und Magnesiumhydroxvds, die die Durchführung der obigen Zwecke in rationeller We-ise -estatten. Die Apparatur zeich-ZD riet sich dadurch aus, daß infolge der enormen Vergrößerung der B#rührungsfläche zwischen dem Chlorgas und der Lösung viel höhere Konzentrationen in derselben in technisch rationeller Zeit hergestellt werden können, sowie dadurch aus, daß sie in jeder Einzelheit so entworfen ist, (laß der Prozeß durch keine Ausscheidung von festern Hydrat oder von sonstigen unlöslichen Körpern in irgendeinem Teile Um desselben die Herstellung gestört-werden der oben kann. erwähnten ' hohen Konzentrationen ohne Störung zu ermöglichen, fügt man das Calcium od-er Magnesitinioxyd oder besser Hydrat (z. B. gelöschten, gesiebten und gekühlten Kalk) während -der Chlorierung der Lösung nach und nach zu, um auf diese Weise die Verwendung von el konzentrierten Lösungen von Kalkmilch oder Magnesia zu vermeiden, die leicht Calcium oder Magnesiumhydrat in den Apparaten ausscheiden.
  • Bei der Herstellun- von Chloraten aus Caleiumhypochlorit unter Einwirkung von Chlor gibt es eine Zeit vor der Beendigung der Chlorierung, wenn die, Hypochlorite sich rasch in Chlorate verwandeln (s. Lung-e, S. 581#, in der sehr viel Wärme entwickelt wird.- Um die Temperatur unter 70' C zu halten, muß Wasser der Lösung zugefügt oder sonstige Einrichtungen für die rasche Kühlung verwendet werden. Daher muß man 'die Lösun-"en in der Absorptionsanlage entsprechend stärker herstellen, als man sie als Endlösungen hab-en will.
  • Urii die Erfindung besser zu verstehen, wird diese an der.vorli#genden, diagrammatischen Zeichnung als Beispiel auseinanderg#setzt, In der Zeichnung sind'a und a' Absorptionstürme, b ist ein Zwischengefäß, c und c' sind Gefäße, in denen die Lösungen umgerührt werden.
  • Die Türme wer--den gasdicht aufgebaut, entweder aus glasierten Tonzylindern, die übereinandergesetzt werden, oder aus Ziegeln, Eisenbeton oder- sonstigen'passen-den Idaterialien. Sie sind unten offen und oben durch die Hauben d'und d' abgeschlossen, die mit den Röhreng und g' iiir die Lösung verbunden sind und mit hermetisch verschlossenen Fenstern, die den Zugang in das Innere erlauben, versehen sind (auf der Zeichnung nicht angegeben). Das Chlorgas tritt durch die Rohre e und e' unten in die Türme ein und verläßt diese oben durch die Rohre f und f'. Zwei oder mehr solcher Türme werden vorzugsweise miteinander verbunden, so daß f von einem Turm mit e' vom nächsten-Turm verbunden wird.
  • Innerhalb eines' jeden Turmes sind passende Einrichtungen getroffen, um die zirkuliereirde Lösung auf eine möglichst große Fläche zu verteilen, indem man sie in einem fein verteilten Zustande in dem Turm herunterströmen oder die Lösuhgen auf einer sehr großen Verteilungsfläche herunterfließen läßt.
  • Diese Einrichtungen bestehen aus einer Verteilungsplatte, die in der Haube oben ein-Clesetzt und mit passenden öffnungen für die Verteilung,'der 'Lösung versehen ist. Ein Rührer kann über "dies'er Verteilungsplatte eingerichtet werden, um das Absetzen des vorhandenen festen Hydrats zu V'erh#in.d!ern. Ge- eignete Mittel werden verwendet, um die zirkulierenden Lösungen auf einer sehr großen Fläche herunterfließen zu lassen. - Vorzugsweise bestehen diese Verteilungsmittel darin, daß auf einer Reihe von Stäben oder Ketten, Drähten- usw., die mit dem Wildermannschen chlorbeständigen Ebonit bekleidet sind, glasierte Tonkugeln oder Glaskugeln tisw. auf-,gereiht Werden. Diese sind mit i bezeichnet. An Stelle von Kugeln können natürlich- auch andere Körper von passender Form benutzt werden, Die Hauptsache ist, daß die Lösung auf sozusagen vertikalen Linien abfließt, auf -welchen sie sich schwer oder gar nicht absetzen kann. Eine gewöhnliche Berechnling zeigt, daß auf diese Weiee die 2ofache Fläche und mehr leicht von dem geschaffen werden kann, was sonst bei der Herstellung von Chloraten Zur Anw- endun- '. gelangt - - oder was bei zirkulierenden Lösungen zur Herstellung von Die Hypochloriten bei der Chloratfabrikation- benutzt wird. - zur Anwendung gelangten Flächen sind oben schon erwähnt worden. In der Zellstoffabrik Waldhof in Mannheim sind Türme zur Anwendung gelangt, die etwa 7 in hoch und oß in im Durchschnitt zeigten, und diese waren im Innern mit fast horizontalen Platten versehen, die versetzt angeordnet wurden und am Ende abgeschnitten waren, damit die Lösung von einer Platte zur anderen fließt. Es waren etwa neun oder zehn Platten in jedem Tunn, so daß eine Kombination von drei Türmen nur etwa 16 qm enthalten haben. In einer Einheit von drei Türinen von etwa 7 in Höhe, n,85 in Durchmesser, kann man aber etwa 40 Ketten oder Stäbe in jedem Turme aufhängen, auf die man glasierte Kugeln aus Ton b t' von etwa 8 crn Durchmesser übereinander aufreihen und so eine Fläche von etwa 16o bis i8o qm herstellen kann. Zwei solche Einlieiten geben also etwa 32o bis 36o qm Fläche.
  • Im Falle man - die Lösungen im fein verteilten Zustande oder als dünne Strahlen durch einen Verteiler herunterfließen läßt, braucht man natürlich obige Einrichtungen nicht, sondern man benutzt einen Injektor oben in der Haube des Turms oder sonstige passende Einrichtungen.
  • Die off enen unteren Teile der Türme a tauchen in einen Flüssigkeitsverschluß, den die zirkulierenden Lösungen in dem Zwischen-",Cfäße b bilden; dieses Gefäß ist auch " gasdicht gebaut, enthält einen Rührer j, um zu verhindern, daß der fest,- Körper, der in der zirkulierenden Lösung suspendiert ist, sich niedersetzen und die Ausflußrohre verstopfen kann. Dadurch wird die Hauptschwierigkeit cles Arbeitens mit Lösungen von Calcium oder Magnesiumhydroxyd in Suspension vermieden und die Herstellung höherer Konzentrationen möglich gemacht.
  • Das Zwischengefäß b enthält auch ein Mannloch, (las abgeschlossen werden kann, und siphonartig eingerichtete Abflußrohre k und k', die mit Schiebern r und r' versehen sind; das eine Rohr führt zum Gefäß c, das andere zum Gefäß c'.
  • Die Gefäße c und c' werden vorzugsweise aus Eiseilbeton gebaut, die mit Ziegeln ausgekleidet werden. Sie sind mit Rührern zu versehen, die vorzugsweise in Form von Ketten, die auf Rahmen aufgezogen sind, oder von flachen Latten usw. aus passendem Mate-,ial aufgebaut werden, um das Absetzen der festen, in der Lösung suipendierten Körper zu verhindern und die Lösung auf derselben Zusammensetzung und Temperatur zu erhalten. jedes solche Gefäß enthält ein Mannloch ii -, durch das man das Calcium oder Macrnesiumhydroxvd von Zeit zu Zeit einführt. Die Gefäße eithalten außerdem ein Standrohr, das die Höhe der Lösung in den Ge- fäßen angibt, und Abflußrohreo und o', die mit Schiebern oder Hähnen s und s' versehen sind und zu der Pumpe b führen, die die Lösung aus den Gefäßen-c und c' in.die Türrne durch g oder g' pumpt. Eine zweite Pumpe befindet sich neben p als Reserve.
  • Beider; Herstellung von Kalitimchlorat aus Calciumhydroxyd und Chlor wird damit begonnen, daß man die Schieber oder Hähne r und s und das Abflußrohr o des Gefäßes c öffnet und r', s' und o' schließt.
  • Kalkmilch wird zuerst in dem Gefäße c, welches mit Wasser gefüllt ist, hergestellt, indem man den Rührer in Bewegung setzt und gelöschten, gesiebten und abgekühlten Kalk durch- das Mannloch it in das Gefäß einführt. Die Kalkmilch der gewünschten Stärke wird dann durch p in die Türmes-, s' gepumpt; sie zirkuliert durch die Türrne und verläßt das Zwischengefäß b durch -das Abflußrohr k, in das Gefäß c fließend, aus dem die Flüssigkeit durch die Pumpe p in den Turm a gepumpt wird-, so einen Kreislauf beschreibend. Das Chlor von einer passenden Konzentration (vorzugsweise io bis 15 Volumprozent) und aus irgendwelcher Quelle, z. B. von elektrolytischen Zellen, strömt durch Idas Rohr e in den ersten Absorptionsturm a und verläßt ihn durch das Rohr f, um zum Rohre' des zweiten Turms zu gelangen, und verläßt letzteren durch f', um entweder in das Eintrittsrohr e des ersten Turms der zweiten Einheit oder um in die Hau tchlorleitung zu gelangen, aus p ZD der die Luft durch einen Ventilator abgesaugt wird. So bewegt sich das Chlor nach oben in entgegengesetzter Richtung zu der t> t1 b t' nach unten strömenden Flüssigkeit in den Türmen.
  • In der Zeichnung wird die Einheit als aus ?Z zwei Türmen bestehend dargestellt. . Man kann aber auch einen Turm von größerer Leistung oder mehr als zwei Tünne in Anwendung brin-en. Gewöhnlich werden zwei oder mehr solche Einheiten miteinander verbunden, indem das Chlor von der ersten Einheit zur zweiten passiert. Benutzt man drei Einheiten, so werden zwei miteinander verbunden, um die _('hlorier-uno,# der teilwelse schon chlorierten Lösungen zu beendil-en, eine Einheit ar-beitet#allein für sich mit frisch hergestellter Kallmilch. Auf diese Weise kann man die Anlage vollständiger ausnutzen.
  • je weniger von Calciumhydroxyd in der Lösung infolge der Bildung von Calciumhypochlorit und -chlorid zurückbleibt, je höher die Konzentration der chlorierten Lösung wird, um so langsamer wird die Ab- sorption des Chlors, und es fängt an, den Turm bei f' zu verlassen. Ehe das geschieht, wird das Rohr f' der ersten Einheit mit dem Rohre c der zweiten Einheit verbunden, in der frische Kallanilch zirkuliert, um das Chlor vollständig zu absorbieren. Dieses ist um so notwendiger, da während der Chlorrierung der höheren Konzentrationen nur ein kleiner Tei.1 des zirkulierenden Chlors absorbiert wird, während bei dem übergange des Hypochlorits in Chlorat das Chlor nur als Vermittler der --Reaktion (Katalysator) wirkt, ohne bei der Reaktion absorbiert zu werden.
  • Wie schon oben erwähnt, wird während der Chlorierung von Zeit zu Zeit frischer gelöschter Kalk oder Magnesiumhydrat in das Gefäß c durch das Mannloch n eingeführt, um starke Konzentrationen der Kalkmilch zu vermeiden, bis man die gewünschte Konzentration der chlorierten Produkte erhalten hat. Dabei wird während der ganzen Zeit der Chlorierung die Temperatur unter etwa 7o' C gehalten.
  • Ist die Chlorierung (zum Calciumchlorat) in C beendigti- so werden die Schieber oder Hähne Y' und s;' geöffnet, während r und s geschlossen werden. Auf diese Weise werden die Türme a und d mit dem Zwischengef äße b und dieses mit dem Gefäße c' in Verbindung gesetzt, in dem inzwischen entweder eine frische Kalkmilchlösung hergestelli worden ist oder in das inzwischen eine schon teilweise chlorierte Lösung von einem der Gefäße c der z-weiten oder dritten Einheit herübergepumpt worden ist. Die Lösung wird dann aus dem Gefäße t' durch das Ausflußrohr o', Schieber s' von der Pumpe p zu den Absorptionstürmen a und a' nach oben gepumpt und gelangt durch das Zwischengefäß b durch das Ausflußrohr kl und Schieber r' in das Gefäß cl zurück, und der Kreislauf wird wie frÜher ausgeführt.
  • «Wenn die teilweise chlorierten Lösungen von # oder c' der zweiten oder dritten Einheit in c oder c' der ersten Einheit herübergepumpt werden und die frische Kalkmilchlösun-g in c oder c'. der zweiten Einheit hergestellt ist, so bleiben die arbeitenden Einrichtungen und die Art der Führung des Chlors durch die Türme der verschiedenen Einheiten dieselben wie früher. Dazu müssen besondere Einrichtungen getroffen werden, um das Herüberpumpen der Lösungen von c oder c' einer Einheit in c oder c' der anderen Einheit zu ermöglichen; diese Übertragung der Lösungen ist aber mit einem wesentlichen Zeitverlust verbunden. Um letzteres zu vermeiden, kann manden Prozeß auch so leiten, daß man in c der ersten Einheit die frische Kalkmilch#lösung herstellt, die erste Einheit zur zweiten und die zweite Einheit, die in c schon eine teilweise chlorierte Lösung enthält, zur ersten macht, indem das Chlorgas jetzt zuerst durch die zweite Einheit und von dieser -durch die erste Einheitdurch eine Nebenleitung leitet. Dazu müssen in den Chlorleitungen besondere Einrichtungen getroffen -werden, die eine solche Umschaltung in ganz kurzer Zeit ermögliehen.
  • Die fertigchlorierte Chloratlösung im Gef äße c wird and!auernd gerührt und heiß durch die Filterpre ' sse in ein Umsatzgefäß gepumpt, welches einen Rührer und eine Heizschlange enthält. Hierin wird der Lösung Chlorkalium mit einem Überschuß von 2, Prozent, soweit es für die Umwandlung des Ca:lciumchlorats in Kaliumchlorat notwendig ist, zugefügt, wobei die Temperatur auch hier bei etwa 6o' bis 70' C gehalten wird.
  • Aus dem, was auf der Filterpresse zurückgeblieben ist, wird das Chlorat ausgelaugt und in eines der Gefäße c gebracht, um zur Herstellung von, frischer Kalkmilch benutzt zu wer-den.
  • Wie aus Obigem zu ersehen ist, verbleibt in dem Zwischengefäße b immer ein Teil der fertigen Chloratiösung, der mit der frischen Kalkmilch sofort bei der Zirkulation zur Vermischung gelangt, so daß in dem Prozesse die Lösungen immer einige Prozente Chlorat enthalten.
  • Die Lösung im Umsatzgefäße besteht nun aus Kaliumchlorat und Calciumehlorid-. Diese wird gewöhnlich heiß in Kristallisationspfannen abgelassen, damit sie sich auf gewöhnliche Temperatur abkühlt, wobei das Kaliumchlorat in größeren Kristallen sich abscheidet, was zu einem reineren Produkte führt. Sonst hätte man das Gemisch in dem Umsatz,gefäße kühlen und dann zentrifugieren können, wobei sich aber kleinere Kristalle ausscheiden würden.
  • Die abgelassene Mutterlauge soll nun nur 30 bis 5o g, vorzugsweise 4o bis 50 9, CaC12 in ioo g Wasser enthalten, damit die Kühlung auf - :2o' C und darunter gebracht werden kann lind reines Kaliumchlorat, frei von Cac12.6aq und/oder Eis, sich ausscheidet und die Ausscheidung des Chlorats vollstäncliger wird. Werden die Lösung-en in den Absorptionstürmen -nicht von solcher Konzentration hergestellt, um direkt solche Mutterlaugen zu liefern, so müssen die stärkeren Lösungen auf den gewünschten Gehalt verdünnt werden.-Mit den oben beschriebenen Apparaten kann man auch Hypochlorite höherer Konzentration unter Zirkulation der Kalkmilch herstellen.
  • Die Vorzüge des vorliegenden Prozesses der Chloratdarstellung, verglichen mit den bekannten Prozessen, sind-.
  • i. Man erhält eine Ausbeute von go bis 92Prozent an Stelle von etwa 74Prozent. Dadurch wird große ökonomie im Chlorgas, in Kalk, in Chlorkalium und in den Produktionskosten pro Tonne Chlorat erzielt.
  • 2. Die Chlorierungsapparate sind alle von der billigsten Konstruktion und haben eine bedeutend längere Lebensdauer.
  • el 3. Die kostspielige große Verdampfanlage, die keine Lebensdauer besitzt, wird gänzlich vermieden, wodurch eine Verbilligung der Anlagekosten und der Prodtiktionskosten erzielt wird.
  • 4. Es werden 31/2 bis 5 t Kohle pro Tonne Chlorat gespart.
  • 5. Es läßt sich eine vollständigere Abscheidung des Kalitanchlorats durch Tiefkühl#ung erzielen, wobei das Chlorat frei von CaCl. - 6 a q wird.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Alkalichloraten aus Calcium oder Magnesitimhydrat und- Chlor und überführung des erhaltenen Calcium- bzw. Magnesiumchlorats durch Alkalisalze in Alkalichlorate, dadurch gekennzeichnet, daß direkt Lösungsgernische aus Caleium- oder*Magnesiumchlorat, Chlorid und etwas Hypochlorit von einer Konzentration, die wesentlich höher als 26' B8, vorzugsweise über 33,5' B# oder 6o' Twaddle ist (ohne vorherige Verdampfung), hergestellt werden.
  2. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, gekennzeichnet :durch die Ausscheidung des Kali.tirnchlorats aus den Mutterlaugen, die nach dem ersten Ausscheiden des Kaliumchlorats b-ei gewöhnlicher Temperatur erhalten werden, indem diese direkt oder durch Verdünnung von solcher Konzentration hergestellt werden, daß sie nur et-,va 3o bis 5og, vorzugsweise 4o bis 509, CaC12 in ioo g Wasser enthalten. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i und zur Herstellung von Hypochloriten des Calciums oder Magnesiums aus Calcium- oder Magne-siumhydrat und Chlor, dadurch gekennzeichnet, daß man das Chlorgas auf die Lösung einwirken läßt, die auf eine sehr große, dem Zweck a ce der hohen Konzentration entsprechende Fläche verteilt ist oder in einem fein verteilten Zustande verwendet wird. 4. Ausführungsform des Verfahrens gemäß Ansprüchen i bis 3, gekennzeichnet durch das gradu-elle Zufügen von Calcium- oder Magnesiumoxyd, vorzugsweise Hydroxyd. (z.B.gelöschter, gesiebter und gekühlter Kalk), zu dein Lösungsgemisch während der Chlorierung. 5. Ausführungsforrn des Verfahrens zur Herstellung von Chloraten gemäß den Ansprüchen i bis 4, gekennzeichnet durch die Erhaltung der Temperatur des Lösungsgemisches während der Chlorierung und/oder der nachfolgenden Umwandlung des Erdal#kalichlorats in Alkalichlorat unter derjenigen, bei welcher die Chlorate sich wesentlich zersetzen, vorzugsweise auf einer Temperatur von nicht über 6o' bis 7o' C. - 6. Apparatur zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch, i und zur Herstellung von Hypochloriten des Calciums oder Magnesiums aus Calcium oder Magnesiumhydrat und Chlor, bestehend aus mehreren Einheiten, deren jede eine oder mehrere Absorptionstürme, ein Z-wischengefäß und zwei Mischgefäße aus chlorbestän-digem Material aufweist, in denen die Lösung im Kreislauf strömt, wobei ein jeder Turm unten offen, oben durch eine Haube geschlossen ist, in die ein Zuflußrohr für die Lösung mündet; ferner Zu- und Abflußrohre für das Chlorgas, innere Einrichtungen für eine große Verteilung der zirkulierenden Flüs sigkeit enthält und, mit dem unteren Teil in die Lösung des unter demselben sich befindenden Zwischengefäßes taucht, das ein Mannloch, einen Rührer, Abflußrohre für die Lösung zu den Mischgefäßen aufweist, deren jedes ein Mannloch, einen Rührer und ein Abflußrohr zur Pumpe hat, die die Lösung vorn Mischgefäß in die Türme pumpt. 7. Absorptionsturrn nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch eine Verteilungsplatte und eine Reihe von Stäben, Seilen, Drähten, Ketten usw., die mit chlorbeständigem Material überzogen oder aus chlerheständigern Material hergestellt sind, und auf die glasierte Tonktigeln, Glaskugeln oder andere passende Körperformen aufgereiht sind. 8. Absorptionsturm nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch Vorrichtungen, die gestatten, daß die zu chlorierende Lösung in dem Turme in verteiltem Zustande, als Regen, dünne Strahlen usw., von oben herabfließt.
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DEW57776D Expired DE449583C (de) Verfahren zur Herstellung von Alkalichloraten und der Chlorate oder Hypochlorite des Calciums und Maguesiums

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