DE456082C - Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Harnstoff oder dessen Abkoemmlingen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Harnstoff oder dessen Abkoemmlingen

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DE456082C
DE456082C DEP46303D DEP0046303D DE456082C DE 456082 C DE456082 C DE 456082C DE P46303 D DEP46303 D DE P46303D DE P0046303 D DEP0046303 D DE P0046303D DE 456082 C DE456082 C DE 456082C
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G12/00Condensation polymers of aldehydes or ketones with only compounds containing hydrogen attached to nitrogen
    • C08G12/02Condensation polymers of aldehydes or ketones with only compounds containing hydrogen attached to nitrogen of aldehydes
    • C08G12/04Condensation polymers of aldehydes or ketones with only compounds containing hydrogen attached to nitrogen of aldehydes with acyclic or carbocyclic compounds
    • C08G12/10Condensation polymers of aldehydes or ketones with only compounds containing hydrogen attached to nitrogen of aldehydes with acyclic or carbocyclic compounds with acyclic compounds having the moiety X=C(—N<)2 in which X is O, S or —N
    • C08G12/12Ureas; Thioureas

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Harnstoff oder dessen Abkömmlingen. Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Lacken und harten Massen durch Kondensation von Harnstoff oder dessen Abkömmlingen mit Formaldehyd. Diese Reaktion verläuft nach den bisherigen Beobachtungen in drei Stufen. Es entstehen zunächst viskose wasserlösliche Anfangsprodukte, die beim Stehen in der Kälte oder beim Erwärmen allmählich eine immer größere Viskosität annehmen. Diese Anfangsprodukte gehen in einem gegebenen Zeitpunkt durch Gelatinierung in halbfeste Zwischenprodukte von geringerer Wasserlöslichkeit über. Diese halbfesten Zwischenprodukte verwandeln sich schließlich beim weiteren Stehen oder beim Erwärmen, wobei sich (allem Anschein nach) die Absonderung des restlichen Wassers vollzieht, in unlösliche, harte Endprodukte, welche künstliche Masseil von hoher Schönheit und Beständigkeit darstellen. Der höchste Grad der Wasserunempfindlichkeit läßt sich nur durch Erhitzung auf Temperaturen oberhalb 8o° herbeiführen.
  • Um durch diese Reaktion zu technisch verwendbaren Kondensationsprodukten zu gelangen, wurde ursprünglich der Vorschlag gemacht (österreichisches Patent 78 z51), die Kondensation in Abwesenheit von Kondensationsmitteln auszuführen. Durch die Einwirkung von 5 Gewichtsteilen der käuflichen Formaldehydlösung (q.o volumprozentig) auf 1 Gewichtsteil Harnstoff wurde die Entstehung der wasserlöslichen Anfangskondensationsprodukte (Stufe 1) bewerkstelligt. Bei Verwendung eines noch größeren überschusses von Formaldebyd (6 :1) und bei längerem Erhitzen blieb das Kondensationsprodukt in der Hitze zwar flüssig, gelatinierte aber beim Erkalten zu den elastischen Massen der zweiten Stufe. Durch Erhitzung dieser in der Kälte gelatinierten Massen auf 8o° wurden schließlich die harten, unlöslichen Endprodukte der dritten Stufe gewonnen. Versucht man es nach diesem Verfahren., durch Erwärmung in einem Zuge bis zu diesen harten und unlöslichen Endprodukten zu gelangen, so entstehen nur blasig aufgetriebene Produkte ohne technische Brauchbarkeit, was hauptsächlich durch den in der Masse enthaltenen freien Formaldehyd verschuldet wird. Geht man jedoch bei einer solchen Arbeitsweise (d. h. ohne Zuhilfenahme von Kondensationsmitteln) auch nur um ein geringes unter die angegebenen Formaldehydmengen hinunter, so entstehen stark getrübte, halbfeste Zwischenprodukte, die bei der Härtung nicht zu kristallklaren Produkten führen. Erst die Durchführung der Reaktion in Gegenwart basischer Kondensationsmittel im Sinne des Patents 418 055 ermöglichte es, bei Verwendung einer geringeren Formaldehydmenge. als 3 Mol. auf i Mol. Harnstoff entspricht, zu glasklaren und dabei völlig blasenfreien Endprodukten zu gelangen. Dieses Verfahren stellt bisher den einzigen Weg dar, der die Gewinnung der fraglichen Endprodukte und insbesondere der wertvollsten bergkristallartigen Massen in einem fortlaufenden Erhitzungsprozeß gestattet.
  • Es wurde nun gefunden, daßi die erste Stufe der Reaktion, die zu den mehr oder minder viskosen wasserlöslichen Anfangsprodukten führt, nicht stetig verläuft, sondern in zwei voneinander streng geschiedenen Phasen vor sich geht, von denen die erste im folgenden der Kürze halber als Kondensation und die zweite als Polymerisation bezeichnet wird, womit die betreffenden chemischen Vorgänge übrigens auch ihrem Wesen nach richtig gedeutet sein .dürften. Was nun die Kondensation anlangt, so muß diese, wenn sich als unlösliche Endprodukte vollkommen durchsichtige klare Massen ergeben sollen, in Abwesenheit von freien Wasserstoffionen vor sich gehen. Ist im Anfang der Kondensation freie Säure zugegen, so führt dies zur Entstehung weißer Fällungen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, so däß auch das Endprodukt der Stufe 3 notwendig getrübt sein muß. Ist aber einmal durch Einhaltung der geeigneten Bedingungen der richtige Verlauf der Kondensation sichergestellt, so erhält man auch beim Ausgehen von 2 Mol: Formaldehyd und i MoI. Harnstoff eine wasseiklare Lösung, die sich zwar beim Abkühlen anfänglich immer wieder trübt, beim Aufkochen aber wieder klar wird und nach längerer Zeit in eine viskose Masse übergeht, aus der vollkommen wasserhelle Endprodukte gewonnen werden. Hierbei muß die Reaktion der Lösung durchaus nicht vollkommen neutral sein, es kann vielmehr auch basisch gearbeitet werden, da die Anwesenheit freier OH'-Ionen keine Trübung hervorruft. Enthält die verwendete Formaldehydlösung freie Ameisensäure, so muß diese weggeschafft werden, was zweckmäßig durch Zusatz basisch wirkender Stoffe bis zur neutralen oder schwach alkalischen Reaktion geschieht. Ebenso kann man auch von besonders zu diesem Zweck hergestellten, vollkommen. säurefreien Formaldehyd ausgehen, wie ein solcher z. B. durch Sublimation eines polymeren Formaldehyds unter Ausschluß von Luft gewonnen werden kann. Die Polymerisation kann sodann durch einfaches Weitererhitzen des Kondensationsgemisches bewerkstelligt werden.
  • Ein solches durch kurzes Aufkochenlassen einer neutralen oder alkalischen Mischung von Formaldehyd und Harnstoff hergestelltes Kondensationsprodukt geht aber nur schwierig in das viskose Anfangsprodukt (das wasse,rlösliche Endprodukt der Stufe i der Gesamtreaktion) über. Bringt man jedoch nach dem ersten Aufkochen des Gemisches von Formaldehyd und Harnstoff, d. h. nach Bewirkung der Kondensation, freie Wasserstoffionen in die Lösung, so wird diese in verhältnismäßig kurzer Zeit viskos, d. h. die Polymerisation des gebildeten Kondensationsproduktes zu einer viskosen Masse wird durch freie Wasserstoffionen gefördert, wobei man es je nach der Art und Menge der zugesetzten Säure in der Hand hat, den Ablauf des Polymerisationsprozesses, zu regeln. Als solche den Polymerisationsprozeß befördernde Polymerisationsmittel kommen in Betracht: Säuren, saure Salze, saure Ester und durch Umsetzung sauer wirkende Verbindungen, wie z. B. Ammoniumsalze, die mit Formaldehyd Hexamethylentetramin bilden, so daß die Säure frei wird. Ferner kann man auch aus dem Formaldehyd durch geeignete Maßnahmen, wie z. B, durch Durchleiten von Luft, Ameisensäure nach der Beendigung der Kondensation in dem Reaktionsgemisch zur Entstehung kommen lassen.
  • Desgleichen befördern erfahrungsgemäß auch neutrale Salze, wie Calciumchlorid oder Natriumchlorid, den Polymerisationsprozeß, wenn man sie der Lösung nach Bewirkung der Kondensation zusetzt.
  • Die in Gegenwart freier Wasserstoffionen, also in saurem Milieu polymerisierten viskosen Lösungen lassen sich durch Weitererhitzen in der üblichen Weise zu halbfesten Zwischenprodukten gelatinieren und über diese Stufe hinweg in die Endprodukte überführen, wobei alle bereits vorliegenden Erfahrungen volle Gültigkeit behalten. So empfiehlt sich; namentlich in den viskosen Produkten, die Konzentration der Wasserstoffionen vor der Gelatinierung wieder zu vermindern oder zu beseitigen, und, zwar insbesondere durch alkalisch wirkende Zusätze, um die Gewinnung tadelloser Endprodukte im regelmäßigen Betrieb sicherzustellen.
  • Die Bewirkung des Polymerisationsvorganges in saurem Milieu im Sinne der vorliegenden Erfindung hat außer der Beschleunigung des Prozesses den großen Vorteil, daß die harten, unlöslichen Endprodukte (Stufe 3 der Gesamtreaktion) einen wesentlich höheren Grad von Unempfindlichkeit gegen Wasser aufweisen, als er sonst zu erzielen ist. Ein anderer noch viel mehr ins Gewicht fallender Vorteil ist der, daß es durch die saure Führung des Polvmerisationsprozesses möglich wird, ein bisher unbekanntes hydrophobes Emulsionskolloid zu gewinnen, welches das Wasser beim Abkühlen zum großen Teil abstößt und das. restliche Wässer nur mehr adsorbiert enthält. Werden dem Reaktionsgemisch nach dein kurzen Ausflokken nur geringe Mengen einer schwachen Säure oder eines sauren Salzes einer solchen Säure zugesetzt, so entsteht beim weiteren Erhitzen nach kurzer Zeit ein hochviskoses Polvmerisationsprodukt, das noch stark hydrophile Eigenschaften besitzt. Werden aber die Mengenverhältnisse der zugesetzten Polymerisationsmittel über dieses Maß hinaus gesteigert oder wird die Erhitzung längere Zeit hindurch fortgesetzt, so gelingt es, das Gel eines hydrophoben Emulsionskolloids zu erhalten, das nach dem Erkalten aus dein wässerigen Reaktionsgemisch ausfällt. Selbstverständlich kann die geeignete Konzentration der Wasserstoffionen auch durch Zusatz entsprechend geringerer Mengen einer starken Säure (oder eines sauren Salzes einer solchen Säure) herbeigeführt werden. Geht man über bestimmte Mengenverhältnisse hinaus, so nimmt die Reaktion einen ganz anderen Verlauf. Es tritt augenblicklich eine Erstarrung des ganzen Reaktionsgemisches zu einer das gesamte Wasser einschließenden weißen, bröckeligen, harten Masse ein, die beim Liegemassen unter Verdunstung des Wassers klar -wird und in unzählige Bruchteile zerfällt. L:rn für die Konzentration der Wasserstoffionen, welche zur Ausfällung des hydrophoben Gels im Sinne der Erfindung einzuhalten ist, eine Richtschnur zu geben, wird festgestellt, daß der Prozeß bei einer Konzentration, die, auf i Mol. i60 g) Harnstoff berechnet, dem Ausdruck eH--5 - io 3 entspricht, bereits den vorerwähnten unerwünschten Verlauf nimmt. Dies entspricht für Schwefelsäure einer geringeren Menge als o,oi7 Prozent, auf Harnstoff gerechnet, oder 0,034 Prozent auf das wasserfreie Gemisch von i Mol. Harnstoff und a Mol. Formaldehyd gerechnet.
  • Das durch Ausfällung gewonnene Gel des hy drophoben Emulsionskolloids stellt ein infolge adsorbierten Wassers weiß gefärbtes, zähes, harziges Produkt dar, welches mit Wasser gewaschen werden kann und sich in Wasser nicht mehr auflöst. Während das viskos,- Anfangsprodukt nach den früheren Verfahren stets nur als hvdrophiles Emulsionskolloid gewonnen werden konnte, ermöglicht es also die Bewirkung des Polymerisationsprozesses in Gegenwart einer genügenden Menge von freien Wasserstoffionen, ein hydrophobes Emulsionskolloid durch Ausfällung abzuscheiden.
  • Dieses so erhaltene hydrophobe Gel ist nun sowohl für die Herstellung fester Massen als auch für die Verwendung zu Lacken weit geeigneter als die der Technik bisher ausschließlich zur Verfügung stehenden hydrophilen Emulsionskolloide. Bei der Verarbeitung zu festen Massen drückt sich diese Llberlegenheit darin aus, daß der größte Teil des Wassers bei der Entstehung des hydrophoben Kolloids mechanisch abgeschieden wird; ferner auch darin, daß die aus dem hydrophoben Emulsionskolloid hergestellten drechselbaren Massen naturgemäß mit Wasser nicht zur Quellung zu bringen sind und daher auf diese Weise die maximale Unempfindlichkeit der Massen gegen Wasser erreicht ist. Ganz besonders aber zeigt sich das hydrophobe Gel gegenüber allen anderen ähnlichen Massen als Grundlage zur. Erzeugung von Lacken überlegen. Es gelingt nämlich beim Ausgehen von diesem hydrophoben Produkt zum erstenmal, - aus den Kondensationsprodukten von Harnstoff und Formaldehyd Lacke mit nicht wässerigen Lösungs-und Erweichungsmitteln herzustellen, und zwar auch mit solchen, die mit Wasser nicht mischbar sind. Dies ist wichtig, weil es keine zu Wasserlacken zusetzbaren, d. h. wasserlöslichen Erweichungsmittel gibt, und weil ohne solche Zusätze hergestellte Hartlacke in der Wärme leicht reißen.
  • Wenn die im Sinne der vorliegenden Erfindung im sauren Milieu hergestellten Polymerisationsprodukte aus Harnstoff und Formaldehyd in die unlöslichen Endprodukte übergeführt werden, muß das hydrophobe Emulsionslco!lloid nicht unter allen Umständer. tatsächlich zur Abscheidung gebracht werden. Vielmehr kann durch entsprechende Dosierung der freien Wasserstoffionen ein Zwischenzustand herbeigeführt werden, bei welchem das viskose Polymerisationsprodukt mindestens zu einem großen Anteil als hyd,ro= phobes Emulsionsltolloid vorhanden ist, ohne daß es zur Abscheidung des Gels käme. Es hat auch diese Arbeitsweise technische Vorteile, die darauf zurückgehen, daß der Dampfdruck der wässerigen Scheinlösung des hydrophoben Kolloids bedeutend höher ist als der der Lösung des hydrophilen, so daß die Entfernung des anhängenden Wassers: wesentlich erleichtert ist. Da nun der überagang in den Zustand des unlöslichen Endproduktes, wie schon erwähnt, im "Wesen nur darin besteht, daß hierbei das gelöste Wasser entfernt wird, so läßt. sich auch durch diese Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens, ohne tatsächliche Abscheidung des hydrophoben Emulsionskolloids, eine bedeutende Beschleunigung des Arbeitsganges erzielen. Ausführungsbeispiele. 1. 3o Gewichtsteile von reinem, neutral reagierendem Harnstoff werden mit Zoo Gerichtsteilen einer säurefreien oder neutralisierten oder schwach alkalischen 3oprozentigen wässerigen Formaldehydlösung versetzt und am Rückflußkühler zum Sieden erhitzt. Nach kurzem Aufkochen werden zum Reaktionsgemisch 5 Gewichtsteile Borsäure, in wenig Wasser gelöst, zugesetzt, worauf man die ganze Mischung am Rückflußkühler weiterkocht.
  • Nach ungefähr 2'/, Stunden geht die Reaktionsmasse in .die mäßig viskose Lösung eines noch stark hydrophilen Emulsionslzolloids über, die sich beim Erkalten nicht mehr trübt und nach allen bekannten Verfahren weiterverarbeitet werden kann. Nach der Vertreibung der Hauptmenge des Wassers wird die Masse in Formen gegossen, worauf sie bei Temperaturen von 6o bis ioo° C zu kristallklaren Massen fertig gehärtet wird.
  • Wird die Lösung des hydrophilen Emulsionskolloids über 2i,/2 Stunden weiter erhitzt, so erreicht man nach ungefähr 6- bis 7stündigem Kochen einen Zustand, bei welchem die Reaktionsmasse in der Hitze klar ist, beim Erkalten aber unter Abscheidung eines weißen, schleimigen Gels weiß gefärbt wird. Nach mehrstündigem Stehenlassen in der Kälte hat sich die Masse in zwei Schichten geschieden, von denen die obere Schicht abgegossen wird, worauf das die untere Schicht bildende zähe Gel mehrere Male mit Wasser gewaschen wird. Das infolge adsorbierten Wassers weiß gefärbte Gel wird nun im Vakuum vom Wasser befreit, wobei es wasserklar wird, hierauf in Formen gegossen und gehärtet.
  • Statt das Gel durch Trennung der Schichten zur Abscheidüng zu bringen, kann man auch die ganze Reaktionsmasse, in welcher das Kolloid hydrophob, geworden ist, im Vakuum eindunsten und nach Neutralisierung der überschüssigen Säure sowie Abbindung des freien Formaldehyds in Formen gießen und härten.
  • 2. An Stelle der Borsäure kann jede Substanz verwendet werden, welche in der Reaktionsmischung freie Wasserstoffionen in irgendeiner Weise abspalten kann; nur ändern sich die Mengenverhältnisse und Zeiten, die zur Bildung des hydrophilen bzw. hydrophoben Kolloids nötig sind, je nach der Stärke der Säure, derart, daß z. B. von Essigsäure etwa 0,13 Gewichtsteile, von Ammoniumacetat etwa 1,o Gewichtsteil, von Benzoesäure etwa o,1 Gewichtsteil, von Schwefelsäure Spuren in der Größenordnung von etwa o,ooo5 Gewichtsteilen die gewünschte Wirkung äußern.
  • 3. Statt, wie im Beispiel r bzw. a beschrieben, der neutralen oder alkalisch reagierenden Mischung Säure bzw. ein sauer wirkendes Agens nach dem kurzen Aufkochen zuzusetzen, kann man auch durch geeignete Maßnahmen, wie z. B. Durchleiten von Luft, nach dem Aufkochen der neutralen Mischung aus einem kleinen -Teil des. Formaldehyds der Reaktionsmischung Ameisensäure durch Oxydation entstehen lassen, die dann dieselbe Wirkung wie zugesetzte Säuren äußert. Meist gelingt es auf diese Weise, nur zu hydrophilen Substanzen zu kommen, da nur geringe Mengen Formaldehyd zu Ameisensäure oxydiert werden. Steigert man aber die Oxydation des Formaldehyds, so kann man auch das hydrophobe Stadium erreichen.
  • q.. Das init Hilfe von Säuren, sauren Salzen, Ammoniumsalzen nach Ausführungsbeispiel i hergestellte hydrophobe Gel kann in nicht wässerigen Lösungsmitteln, wie z. B. Epichlorhydrin, gelöst werden. Diese Lacklösung liefert, mit Erweichungsmitteln versetzt, eine nicht rissig werdende, gegen Wasser vollständig unempfindliche Lackhaut.
  • Statt Carbamid können auch Carbamidderivate, ' z. B. Acetylcarbamid, verwendet werden. Im letzteren Fall kommen auf Zoo Gewichtsteile 3oprozentigen Formaldehyds - 43 Gewichtsteile Aeetylcarbamid zur Reaktion.
  • Die nach dem vorliegenden Verfahren hergestellten wasserhellen Zwischen- und Endprodukte lassen sich durch bekannte Zusätze trüben und beliebig färben, so daß als Endprodukte Kunstmassen gewonnen werden können, die jedes natürliche Drechslermaterial sowie auch Halbedelsteine und Edelsteine zu ersetzen vermögen. Diese Kunstmassen sind jeder Art von mechanischer Bearbeitung zugänglich, Statt einer wässerigen Lösung von Formaldehyd kann in die Reaktion auch gasförmiger Formaldehyd oder ein Polymeres des Formaldehyds oder eine in bekannter Weise entwässerte Formaldehydlösung eingebracht werden.
  • Zur Erläuterung der Ausdrücke »freie Wasserstoffionen« und »freie Hydroxylionen« sei das folgende bemerkt: Es ist selbstverständlich, daß jede wässerige Lösung sowohl H'- wie OH'-Ionen enthalten muß, mag sie sauer, neutral oder alkalisch reagieren. Eine neutrale Lösung ist dadurch charakterisiert, daß sie gleichviel H'- wie OH'-Ionen enthält; eine saure Lösung enthält mehr H'-Ionen als OH'-Ionen, eine alkalische Lösung umgekehrt. Mit dem Ausdruck »freie H'-Ionen« soll dieser Überschuß von HV-Ionen über die OH'-Ionen bezeichnet sein, und der Ausdruck »freie OH'-Ionen« hat dieselbe Bedeutung im entgegengesetzten Sinn.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von wasserhellen Kondensationsprodukten aus Harnstoff oder dessen Abkömmlingen und Formaldehyd, dadurch gekennzeichnet, daß man unter Anwendung einer geringeren Formaldehydmenge, als 3 Mol. auf i Mol. Harnstoff entspricht, die erste Stufe der Reaktion - die Bildung des viskosen Anfangsproduktes - in zwei durch Kondensationsmittel verschiedenartig beeinflußbare Phasen zerlegt und dabei die erste dieser Phasen, die nach kurzer Erwärmung beendigt ist, in Abwesenheit freier Wasserstoffionen vor sich gehen läßt. a. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Erzeugung säurefrei gewonnener Formaldehyd in die Reaktion eingebracht wird. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Formaldehydlösung vorhandene freie Ameisensäure vor der Einleitung der Reaktion beseitigt wird, und zwar zweckmäßig durch Neutralisation. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das durch kurzes Erwärmen einer neutralen oder alkalischen ?Mischung von Formaldehvd und Harnstoff hergestellte Kondensationsprodukt in Anwesenheit freier Wasserstoffionen weiterbehandelt wird. 5. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das durch kurzes Erwärmen einer neutralen oder alkalischen Mischung von Formaldehyd und Harnstoff hergestellte Kondensationsprodukt durch Oxydation eines Bruchteils des Formaldehyds zu Ameisensäure saue- gemacht wird. 6. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das durch kurzes Erwärmen einer neutralen oder alkalischen Mischung von Formaldehyd und Harnstoff hergestellte Kondensationsprodukt unter Zusatz von Säuren, sauren Salzen, sauren Estern oder durch Umsetzung sauer wirkender Verbindungen weiterbehandelt wird. 7. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 4, bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration der freien Wasserstoffionen derart bemessen wird, daß sich aus der wässerigen Lösung beim Abkühlen ein hydrophobes Emulsionskolloid ausscheidet. B. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das durch Ausfällung in hydrophober Form gewonnene viskose Produkt vom Wasser getrennt, sorgfältig ausgewaschen, durch Erhitzung gelatiniert und nach dem Abdestillieren des, adsorbierten Wassers schließlich gehärtet wird. 9. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch q. bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration der freien Wasserstoffionen derart bemessen wird, daß das hydrophile Emuls.ionskolloid mindestens zum Teil in das hydrophobe Kolloid umgewandelt wird, ohne daß das Gel ausgeschieden werden würde.
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE741331C (de) * 1937-08-13 1943-11-10 Albert Ag Chem Werke Verfahren zur Herstellung von loeslichen Harnstoff-Formaldehydkondensationsprodukten
DE972352C (de) * 1953-05-12 1959-07-09 Horst Dr Pajenkamp Verfahren zur Herstellung von Stickstoff-Duengemitteln mit definierten Anteilen von leicht loeslichem und schwer loeslichem Stickstoff

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DE741331C (de) * 1937-08-13 1943-11-10 Albert Ag Chem Werke Verfahren zur Herstellung von loeslichen Harnstoff-Formaldehydkondensationsprodukten
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