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Speisevorrichtung für Pilgerschrittwalzwerke Bei den Speisevorrichtungen
für Pilgerschrittwalzwerke spielt bekanntlich das Abbremsen und das Aufnehmen des
Stoßes der durch die Antriebskraft sehr schnell zwischen die Arbeitswalzen einzufahrenden
Massen, bestehend aus Hohlblock, Dornstange, KuppelmufEe, Antriebskolben und Drallvorrichtung,
eine große Rolle. Als Bremsmittel werden Flüssigkeiten oder Luft in Verbindung mit
den verschiedensten Vorrichtungen verwendet. Bei der Flüssigkeitsbremse wird durch
das Abdrosseln, also durch Vernichtung der aufgespeicherten Arbeit, die Flüssigkeit
auf die Dauer sehr heiß, so daß eine besondere Kühlvorrichtung vorgesehen werden
muß. Bei der Luftbremse werden durch das rasche Verdichten der Luft diese und die
Umfassungswände des Verdichtungsraumes ebenfalls recht heiß. Die verdichtete Luft
wird entweder ins Freie abgeleitet oder durch Rohre nach denn Druckluftbehälter,
der die Antriebskraft für das Vorschnellen. der Speisevorrichtung liefert, zurückgeführt.
Durch den allmählich wärmer werdenden und in seinen Abmessungen festliegend begrenzten
Verdichtungsraum werden die aufeinanderfolgenden, zu neuer Verdichtungsarbeit einströmenden
Luftmengen sofort erwärmt. Infolge der Erwärmung wird das spezifische Gewicht dieser
Luft immer geringer, das zu verdichtende Luftgewicht immer kleiner, so daß der Bremsweg-
ebenfalls immer kleiner und der Verdichtungsdruck größer wird, als urspiünglich
beabsichtigt war. Abgesehen von den Luftverlusten durch die Stopfbüchse und abgesehen
von dem Umstellen des Bremsweges bei verschiedenen Rohrabmessungen müssen daher
die Luftmengen für die Verdichtungsarbeit fortgesetzt den wechselnden Temperaturen
entsprechend geändert werden.
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Besteht erfindungsgemäß die Bremse aus einem in einem Kessel eingeschlossenen
Luftkissen, das mit dem Bremszylinder des Vorholgestänges durch ein in den Luftkessel
reichendes und die Luft abschließendes Flüssigkeitsgestänge in Verbindung steht,
dann liegt die Breanskraft und der Bremsweg sicher fest, ohne durch Wärmeentwicklung
beeinflußt zu werden. Das eingeschlossene Lufthzssen nimmt durch Verdichtung die
Bremsarbeit auf und gibt durch Ausdehnung die aufgenommene Arbeit nutzbringend wieder
unmittelbar an das Gestänge zurück. Da die Flüssigkeit und die Luft stets eingeschlossen
bleiben, geht die beim Vorwärtsgang der Vorrichtung, also bei der Verdichtung der
Luft entstehende Wärme in die obere Schicht der Flüssigkeit und in die Umfassungswände,
aus welchem sie wieder beim Rückwärtsgang der Vorrichtung, also bei der Ausdehnung
der Luft durch Arbeitsleistung aufgezehrt und nutzbar gemacht wird, so daß weder
die Flüssigkeit noch die Luft noch der Verdichtungsraum auf die Dauer heiß werden.
Durch Verändern des Mengenverhältnisses zwischen Flüssigkeit und Luft durch ,einfaches
Zu- und
Abführen von Flüssigkeit oder Ab- und Zuleiten von Luft
können der Bremsweg und die Bremskraft jederzeit verstellbar gemacht werden, um
sie den verschiedenen Rohrabmessungen und Betriebserfordernissen anzupassen. Ein
weiterer Vorteil dieser Anordnung besteht darin, daß die Stopfbüchsen des Verdichtungsraumes
stets nur mit der Flüssigkeit in Berührung kommen und somit ein besseres Dichthalten
auf längere Zeit gewährleisten, als wenn sge gegen Luft, die fortgesetzt heiß wird,
abzudichten hätten.
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Die Zeichnung stellt den Längenschnitt der Speisevorrichtung dar.
Die Hauptteile sind der Druckluftzylinder a, der Kolben b, die Kolbenstange
c mit ihrer Verlängerung d, die Kuppehnuffee, die Dornstange f, der Hohlblock g
mit dem bereits zum Rohr gewalzten Stückh, die Drallspindel i, die DraUmutter
h,
das Sperrad 1, die Sperrklinke m, der Bremszylinder n mit dem Flüssigkeitsraum
o, der Kessel p mit dem Luftraum g, das Absperrventil für Druckluft r, das Absperrventil
für Flüssigkeit s, das Absperrventil für die Bremsluft t, der verschiebbare
Rahmen u. Diese Teile dienen dazu, die eigenartig geformten Walzen V des
Pilgerschrittwalzwerkes zu speisen, d. h. den Hohlblock g richtig in die Walzen
.einzuführen, damit er zu einem Rohr ausgewalzt wird.
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Zum Inbetriebsetzen der Vorrichtung wird der Raum o des Bremszylinders
n mit Flüssigkeit, der Raum q des Kessels p mit Luft beliebiger Spannung gefüllt,
und in. den Innenraum des Druckluftzylinders a links vom Kolben b läßt man durch
das Absperrventilr Druckluft einströmen. Die Walzen V sind in einer Stellung gezeichnet,
in der sie infolge ihrer Umdrehung die Teile b, c, d, e, f, g,
lt und
i nach links drücken, bis die Kanten tv der Walzen die Kanten x des Hohlblockes
verlassen haben. Dann schnellt der auf dem Kolben b lastende Luftdruck die vorgenannten
Teile b bis h und i sehr rasch nach rechts in die von den Walzen
freigegebene öffnung, damit die weiterdrehenden. Walzen V wieder neuen Stoff finden,
der zu einem Rohr geformt werden soll. Durch das Vorschnellen der bewegten Teile
wird in diesen eine erhebliche Arbeit aufgespeichert, die auf einem bestimmten.
Weg am Ende abgebremst und aufgefangen werden muß, damit keine Teile des Walzwerkes
oder der Hohlblock beschädigt werden. Dieses Abbremsen und Auffangen geschieht nach
der Erfindung wie folgt: Die Ringfläche zwischen der Kolbenstange c und der Verlängerungd
drückt bei der Bewegung nach rechts die im Bremszylinder ta befindliche Flüssigkeit
o in den Kessel p@ und verdichtet dabei die eingeschlossene Luft g. Die auf diese
Weise verdichtete Luft bringt die nach rechts geschnellten Teile nach einem bestimmten
Bremsweg zur Ruhe und nimmt den Stoß elastisch auf. Die durch das Verdichten der
Luft entstehende Wärme geht zum Teil in die Oberfläche der Flüssigkeit und in die
Umfassungswände des Kessels p. Bein Verschieben der Teile b, c, d, e, f, g,
h
und i nach links durch die Walzen V drückt die verdichtete Luft wieder auf die vorgenannte
Ringfläche, nimmt dabei bei ihrer Ausdehnung die vorher in die Oberfläche
der Flüssigkeit und in die Umfassungswände gegangene Wärme wieder auf; sie gibt
somit die vorher durch die Verdichtung aufgenommene Arbeit restlos zurück, indem
sie die durch die Walzen V zu leistende Arbeit zum Zurückschieben der Teile
b, c, d, e, 1, g,
h wnd i nützlich unterstützt. Da die bei der
Verdichtung der Luft entstehende Wärme wieder nutzbar gemacht und verbraucht wird,
steigt die Temperatur der immer eingeschlossenen Luft g, der immer eingeschlossenen
Flüssigkeit o und der Umfassungswände des Verdichtungsraumes nicht dauernd wie bei
den bekannten Vorrichtungen. Der neue technische Fortschritt ist somit erwiesen..
Durch das Absperrventils für Flüssigkeit und durch das Absperrventil l für die Bremsluft
können durch einfaches Zu- und Abführen von Flüssigkeit oder Zu- und Abführen von
Luft jederzeit leicht die Größe des Bremsweges sowie die der Bremskraft verstellt
werden, wenn der Betrieb des Walzwerkes es erfordert.
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Zur Vervollständigung soll noch die Wirkung der an sich bekannten
Drallspindeli erwähnt werden. Beim AuswaIzen des Hohlblockes g zu einem Rohr h müssen
diese bei jedem neuen Einschieben nach rechts in die Walzen tun etwa 9o° gedreht
werden, damit die Walznaht verschwindet und das Rohr gleichmäßig rund wird. Das
wird dadurch erreicht, daß beim Bewegen der Drallspindel i nach links die mit dem
Sperrad l verbundene DrallmutteT k um 9o° verdreht wird, dagegen bei der Bewegung
der Drallspindell nach rechts durch die Sperrklinke m gegen eine Verdrehung festgehalten
wird, wodurch. die Drallspindel i und der Hohlblock g mit denn Rohr k gezwungen
sind, sich in der Längsachse um 9o° zu drehen.