DE47177A - Apparat zum Reinigen von Lack, Oel, Firnifs u. dergl - Google Patents
Apparat zum Reinigen von Lack, Oel, Firnifs u. derglInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 22: Farbstoffe, Firnisse, Lacke.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. Mai 1888 ab.
Zur Reinigung und Filtrirung von dickflüssigem Lack, gebrauchtem und sehr dick
gewordenem Schmieröl, Firnifs und ähnlichen Stoffen können die bisher bekannt gewordenen
Apparate nicht verwendet werden, da das Durchtreiben dieser Stoffe durch die Filtermasse
nicht rasch und vollständig genug erfolgt und daher einestheils zu grofser Verlust
an den zu reinigenden Stoffen stattfindet, anderenteils die Filtermasse zu rasch durch
Verstopfen und Vollsetzen unbrauchbar wird.
Um diese Uebelstände zu vermeiden, wenden die Erfinder hauptsächlich starke Druckunterschiede
auf beiden Seiten der Filtermasse an, um auf diese Weise das Filtriren selbst sehr
dickflüssiger Stoffe zu ermöglichen.
Auf beiliegender Zeichnung ist der Apparat in Fig. ι im senkrechten Schnitt und in Fig. 2
im Schnitt nach x-x (Fig. 1) dargestellt.
Ein mit Deckel und Boden versehener Hohlcylinder ist nahe der Mitte durch einen gewölbten
Boden α in zwei Räume A und B getheilt. Der untere Raum A ist aufsen mit
Flüssigkeitsstandglas d und einem gewöhnlichen Auslaufhahn e versehen. Nahe am
oberen Ende des Raumes A ist aufsen ein mit Hahn f und Ablauf hahn f1 versehenes Rohr h
angesetzt, welches an seinem oberen Ende in einem mit Saug- und Druckventil versehenen
Gehäuse / endigt. Dieses Ventilgehäuse steht auf der einen Seite mit der am Hohlcylinder
befestigten Luftpumpe m, auf der anderen Seite mit dem' Druckrohr 0 in Verbindung, das in
den oberen Behälter B einmündet. In diese Druckleitung ist ein Absperrhahn ρ eingeschaltet.
Der Deckel b des oberen Behälters B ist mit einer durch die Schraube c verschliefsbaren
Füllöffnung und einem Sicherheitsventil g versehen. Auch der Behälter B ist mit einem
Flüssigkeitsstandglas i versehen.
Im Boden α des Raumes B ist in der Mitte
ein Standrohr k eingeschraubt, auf dessen verstärktem , mit äufserem Gewinde versehenen
unteren Theil k1 ein zweites weiteres Standrohr
η aufgeschraubt ist, das in zweckentsprechender Weise fest mit einem oben geschlossenen,
auf dem Boden α aufsitzenden, unten offenen Cylinder q verbunden ist. Im
Innern des Cylinders oder der Filtrirkammer q befinden sich zwei durchlochte Scheiben r
und r\ welche das Filtrirmaterial zwischen sich aufnehmen. Die Filtrirkammer q ist nahe am
unteren Ende mit dem Raum B durch die Löcher q1 verbunden; diese Löcher münden,
jedoch nicht unmittelbar in B, sondern in -eine Art Schüssel oder Schlammbecken s, welches
mittelst zweier nach oben reichenden Handhaben s1 mit der Filtrirkammer q und dem an
dieser festsitzenden Standrohr η, nachdem letzteres losgeschraubt ist, herausgehoben werden
kann. Man kann infolge dessen die Neufüllung der Filterkammer q mit Filtermasse sehr bequem
bewerkstelligen. Behufs Erwärmung des Inhalts kann eine Dampfschlange t in den Behälter.
J3 eingehängt, werden.
Die Wirkungsweise des Apparates ist folgende :
Der zu reinigende Stoff wird durch die mit Schraube c versehene Oeffnung in den Behälter
B eingebracht und die beiden Hähne f und ρ werden geöffnet. Wird nun die Druckluftpumpe
m in Gang gesetzt, so wird die im
Behälter A befindliche Luft ausgepumpt und nach dem Behälter B geschafft und über dem
zu reinigenden Material zusammengeprefst. Diese Pressung kann durch Stellung des am
Sicherheitsventil g angebrachten Gewichtes beliebig geregelt werden.
Bei beginnendem Druck in B und entsprechender Luftverdünnung in A wird der zu
filtrirende Stoff durch die Oeffnungen ql und durch die Filtrirmasse zwischen r und r1
dringen und oben durch das Standrohr η nach unten ablaufen. Etwaiger Schmutz kann sich
auf dem Boden des Standrohres absetzen; die reine Flüssigkeit wird dann durch das Rohr k
zum Behälter A abfliefsen, aus welchem sie durch Zapfhahn e abgelassen wird.
Bei sehr schmierigen und dickflüssigen Stoffen, wie Lack, verharzte Firnisse u. s. w., kann man
zur Förderung der Filtrirung und zur Verflüssigung durch die Schlange t den Inhalt erhitzen.
Der Apparat kann auch ohne Druckluft, also nur unter Einwirkung der Luftverdünnung
in A arbeiten; man nimmt dann den Deckel b ab.
Um den Schlamm aus der gebrauchten Filtermasse, die meist aus Wolle oder ähnlichem,
dem zu filtrirenden Stoff angepafsten Material besteht, zu entfernen, pumpt man aus der
unteren Kammer des leeren Apparates die Luft kräftig aus, läfst indefs den Hahn ρ geschlossen
und schraubt die Kappe p1 ab, so dafs die Luft nicht in den oberen Behälter B
geprefst wird und infolge der Verbindung durch das Rohr k ebenfalls Luftverdünnung
in B entsteht. Hat letztere einen hohen Grad erreicht, so öffnet man schnell den Hahn fl
oder e, so dafs die Aufsenluft in A eintreten kann. Dieselbe sucht nach B zu gelangen,
durchströmt dabei die Filtermasse von oben nach unten, reifst die OeI- und Schmutztheile
mechanisch mit sich fort, welche sich nun in der Schüssel s sammeln und dort leicht entfernt
werden können.
Claims (2)
1. Ein Apparat zum Filtriren von Lack, Firnifs, Schmieröl und anderen dickflüssigen
Stoffen, gekennzeichnet durch die Anordnung einer Luftdruckpumpe m mit Rohrleitung
h ο, um die Luft aus dem unteren Behälter A zu verdünnen und in den oberen
Behälter B zu pressen und auf diese Weise unter starkem Druck das Filtriren des Oeles
zu bewirken, wobei zur Verflüssigung noch eine Dampfschlange t in den Behälter B
eingelegt sein kann.
2. Behufs bequemer Erneuerung der Filtermasse bei dem unter i. angegebenen
Apparat die Anordnung einer mit Handgriffen s1 versehenen Schüssel s, auf welcher
die Filterkammer q aufsitzt, sowie das mit letzterer verbundene Standrohr η, welches
das Ablaufrohr k umgiebt. ■
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE47177A true DE47177A (de) |
Family
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