DE479731C - Verfahren zur Gewinnung von Prolin, Oxyprolin und anderen stickstoffhaltigen Verbindungen aus Hydrolysaten oder Auszuegen tierischer oder pflanzlicher Stoffe - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Prolin, Oxyprolin und anderen stickstoffhaltigen Verbindungen aus Hydrolysaten oder Auszuegen tierischer oder pflanzlicher Stoffe

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DE479731C
DE479731C DEK98814D DEK0098814D DE479731C DE 479731 C DE479731 C DE 479731C DE K98814 D DEK98814 D DE K98814D DE K0098814 D DEK0098814 D DE K0098814D DE 479731 C DE479731 C DE 479731C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D207/00Heterocyclic compounds containing five-membered rings not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom
    • C07D207/02Heterocyclic compounds containing five-membered rings not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom with only hydrogen or carbon atoms directly attached to the ring nitrogen atom
    • C07D207/04Heterocyclic compounds containing five-membered rings not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom with only hydrogen or carbon atoms directly attached to the ring nitrogen atom having no double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
    • C07D207/10Heterocyclic compounds containing five-membered rings not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom with only hydrogen or carbon atoms directly attached to the ring nitrogen atom having no double bonds between ring members or between ring members and non-ring members with hetero atoms or with carbon atoms having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, e.g. ester or nitrile radicals, directly attached to ring carbon atoms
    • C07D207/16Carbon atoms having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, e.g. ester or nitrile radicals

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Prolin, Oxyprolin und anderen stickstoffhaltigen Verbindungen aus Hydrolysaten oder Auszügen tierischer oder pflanzlicher Stoffe Es ist bekannt, daß man Prolin, Oxvprolin oder andere stickstoffhaltige Verbindungen aus Hydrolysaten oder Auszügen pflanzlicher oder tierischer Stoffe durch tagelanges Extrahieren mit Butylalkohol oder durch Veresterung oder durch Fällung mit Phosphorwolframsäure gewinnen kann. Diese Methoden sind sehr umständlich, kostspielig und zeitraubend.
  • Im folgenden ist ein Verfahren beschrieben, welches gestattet, aus tierischen oder pflanzlichen Stoffen Prolin, Oxyprolin oder andere stickstoffhaltige Verbindungen auf einfache Weise aus Hydrolysaten oder Auszügen der erwähnten Ausgangsstoffe abzuscheiden.
  • Das Verfahren besteht darin, daß man die Hydrolysate oder Auszüge, unter oder-ohne vorherige Reinigung, mit einer wäßrigen Lösung von Ammoniumdiaminchromrhodanid (Reineckesalz) fällt und aus dem entstandenen Niederschlag unmittelbar das Prolin oder Oxyprolin oder andere stickstoffhaltige Verbindungen durch Zerlegen mit löslichen Salzen von Schwermetallen, wie des Quecksilbers, Silbers oder Kupfers, abscheidet. Diese stickstoffhaltigen Verbindungen sollen therapeutische Verwendung finden. Beispiel i Darstellung des Oxyprolins und des Prolins aus Eiweißhydrolysat Das schwefelsaure Hydrolysat von zoo g Gelatine wird mit einer gesättigten wäßrigen, etwa 5prozentigen Lösung von Ammoniumdiaminchromrhodanid versetzt. Der entstandene Niederschlag wird abgesaugt und mit kaltem Wasser gewaschen. Er besteht aus einem Gemisch der komplexen Chromverbindungen des Oxyprolins und Prolins; er wird noch feucht in Wasser gebracht und bei einer Temperatur von 6o° gelöst. Diese Lösung wird mit einer 5prozentigen Lösung von Quecksilberchlorid in Äthylalkohol (oder in Methylalkohol oder in Wasser) zersetzt. Im Filtrat sind die Chloride des Oxyprohns und Prolins enthalten: durch Kochen mit Silbercarbonat werden die Chloride in die freien Säuren übergeführt. Das Filtrat des Silberchlorniederschlages, welches freies Oxyprolin und Prolin enthält, wird durch Eindampfen zur Trockne gebracht.
  • a) Oxyprolin. Der nach Abdampfen der eben erhaltenen wäßrigen Lösung zurückgebliebene kristallisierte Rückstand wird mit absolutem Alkohol extrahiert. Das Prolin
    geht in Lösung; das Oxyprolin bleibt unge-
    löst, es ist analysenrein.
    b) Prolin. Die alkoholische Lösung wird
    mit absolutem Äther versetzt, hierbei kristal-
    lisiert analysenreines Prolin aus.
    Ausbeute an Oxyprolin...... g g
    Ausbeute an Prolin......... 159.
    Die Identifizierung des Oxyprolins und des
    Prolins erfolgte durch Festlegung folgender
    Konstanten: _
    i. Bestimmung des freien Aminostickstoffs
    nach van Slyke;
    z. Bestimmung des Gesamtstickstoffs nach
    Kjeldahl;
    3. Herstellung der Pikrate.
    a. Oxyprolin
    Aminostickstoff nach v a n S 1 y k e
    e = 0,o657 g.
    Amino-N = o,oo6 ccm bei 16°, 75o mm
    = 0,000007 g N, also nahezu frei von
    Amino-N.
    Gesamtstickstoff nach K j e 1 d a h l
    ,e=o,1314g.
    Vorlage: 19,58 11/1o Schwefelsäure
    Verbraucht: 9,47 ccm n/10 Na OH
    10,1r ccm = 0,0142 g N.
    Gefunden: 10,7 "/o N.
    Berechnet: 10,7 0/0 N für C5 H903 N.
    Oxyprolinpikrat: Schmelzpunkt 189°. Das
    Derivat ist in der Literatur noch nicht be-
    schrieben: C@H90"N. C6H2 (OH) (N0.,).3.
    Mikro-Pregl : e = 4,648 mg.
    Gefunden: 1,45o mg H20 --- 3,5"/,H
    6,1g0 mg C02 =36,8 01% C.
    Berechnet: 36,6 010 C, 3,6 0I0 H.
    b. Prolin
    Aminostickstoff nach v a n S 1 y k e
    e=o,o61gg.
    Amino-N = o,oo35 ccm bei 16°, 75o mm
    = 0,000004 g 'N, also nahezu frei von
    Amino-N.
    Gesamtstickstoff nach K j e 1 d a h 1:
    e-0,1249.
    Vorlage: 1g,xo ccm "/1o Schwefelsäure
    Verbraucht: 8,35 ccm "/,0 NaOH
    10,75 ccm - 0,015o g N.
    Gefunden: 12,x5 % N.
    Berechnet: 12,170/0N für C5H902N.
    Prolinpikrat: Schmelzpunkt i52°.
    Mikro-Pregl : e =: 4,202 mg
    1,4o0 mg H20 - 3"64 % H
    5,910 mg C02 -38,370/0C.
    Gefunden: 38,37 % C, 3,64 % H.
    Berechnet: 38,4 % C, 3,5 % H für
    C5 H902 N ' C0 H2 (OH) (NO2) 3.
    Beispiel 2
    Darstellung einer stickstoffhaltigen Verbin-
    dung, nämlich des Cholins, aus dem Auszug
    junger Lupinenpflanzen
    4 kg frischer 12 Tage alter Lupinen-
    pflänzchen (Lupinus luteus) werden zermahlen
    und in 4 1 kochenden Methylalkohol einge-
    tragen. Nach io Stunden wird abgesaugt
    und in einer Probe des Filtrates: der Gesamt-
    stickstoff nach K j e 1 d a h 1 bestimmt; er be-
    trug 1,4 %. Die Gesamtmenge des Filtrates
    wird hierauf durch Destillation vom Alkohol
    befreit. Die wäßrige Lösung wird mit einer
    gesättigten wäßrigen Lösung des Ammonium-
    diaminchromrhodanids gefällt und der noch
    feuchte Niederschlag mit Methylalkohol ex-
    trahiert. Der methylalkoholischeExtrakt wird
    mit einer alkoholischen Quecksilberchlorid-
    Iösung zerlegt. Im Filtrat ist als, stickstoff-
    haltiger Bestandteil das Chohn als Chlorid
    enthalten. Die alkoholische Lösung dieses
    Cholinchlorids wird mit Goldchloridlösung
    versetzt; hierbei entsteht ein. Niederschlag,
    der als das Goldsalz des Cholins identifiziert
    wurde. Der Niederschlag wog nach dem
    Trocknen im Exsikkator über konz. Schwefel-
    säure 2 g.
    Analyse des Cholingoldchlorids, Mikro-
    Pregl
    x. e _-_ 1o,o6o mg.
    Gefunden: 2,890 mg H20 - 3,21 0'o H
    5,05o mg C02 - 13,7o 0, 'o C
    4405 mg Au = 438o 0;1oAu.
    2. e - 11,79o mg.
    Gefunden: 3,440 mg H20 = 3,26 0i0 H
    5,82o mg C02_-_ 13,46 0/0 C
    5,205 mg Au --- 44,14 o.@oAu.
    Berechnet für C5 H14N0 # Au C14 : 3,x6 0:0H,
    4443 % Au, 13,56 % C.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von Prolin, Oxyprolin 'und anderen stickstoffhaltigen
    Verbindungen aus Hydrolysaten oder Auszügen tierischer oder pflanzlicher Stoffe, dadurch gekennzeichnet, daß man zu den betreffenden Hydrolysaten oder Auszügen eine Lösung von Ammoniumdiaminchromrhodanid (Reineckesalz) gibt, den entstandenen Niederschlag entweder erneut unter Erwärmen in Wasser löst oder ihn mit Äthyl- oder Methylalkohol extrahiert, die wäßrige oder alkoholische Lösung mit löslichen Salzen von Schwermetallen, wie des Quecksilbers, Silbers oder Kupfers, versetzt, den gebildeten Niederschlag der Metallsalze der komplexen Chromverbindung (Reineckesäure) abfiltriert und aus dem Filtrat die mineralsauren, Salze der stickstoffhaltigen Verbindungen durch Eindampfen abscheidet.
DEK98814D 1926-04-25 1926-04-25 Verfahren zur Gewinnung von Prolin, Oxyprolin und anderen stickstoffhaltigen Verbindungen aus Hydrolysaten oder Auszuegen tierischer oder pflanzlicher Stoffe Expired DE479731C (de)

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