DE480310C - Verfahren zur Zuechtung von im Menschen und Tierkoerper parasitisch vegetierenden Kleinlebewesen - Google Patents

Verfahren zur Zuechtung von im Menschen und Tierkoerper parasitisch vegetierenden Kleinlebewesen

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DE480310C DESCH80256D DESC080256D DE480310C DE 480310 C DE480310 C DE 480310C DE SCH80256 D DESCH80256 D DE SCH80256D DE SC080256 D DESC080256 D DE SC080256D DE 480310 C DE480310 C DE 480310C
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Description

  • Verfahren zur Züchtung von im Menschen und Tierkörper parasitisch vegetierenden Kleinlebewesen Durch die in der Patentschrift 17o 68o niedergelegten grundlegenden Arbeiten von Dr. O t t o S c h m i d t ist ein Verfahren zur Züchtung von im Menschen- und Tierkörper parasitisch lebenden Kleinlebewesen außerhalb des tierischen Körpers bekannt geworden, welches darauf beruht, daß niedere Pflanzen als Nährböden (Zwischenwirte) verwendet werden. Die Durchführung des Züchtungsvorgangs soll nach dieser Patentschrift derart erfolgen, daß eine Reinkultur der niederen Pflanze, z. B. von Mucor, auf einem sterilen Nährboden hergestellt und Sporen dieser Kultur auf in sterilen Kulturgläsern befindliche Tumorstückchen übertragen werden. Hierdurch gelangt man zu Stammkulturen, welche den Mucor und, in ihm vegetierend, den Erreger enthalten. Durch überimpfung dieser Stammkultur auf geeignete Nährsubstrate, kann man dann größere Mengen von aus Mucor und Parasit bestehenden Kulturen züchten: Die nach längerem, z. B. 6- bis iowöchentlichem Stehenlassen gebrauchsfertigen Kulturen werden dann schließlich noch durch Passieren eines groben Filters von voluminösen Teilen der .Wirtspflanze befreit.
  • Auf Grund langjähriger Untersuchungen und Versuche ist es gelungen, dieses bekannte Verfahren, welches in seiner ursprünglichen Durchführungsweise umständlich und in hohem Maße von Zufälligkeiten abhängig war und nur zu schwach konzentrierten, mit erheblichen Mengen der niederen Pflanze verunreinigten Präparaten führten, so zu verbessern, daß es auf einfachem und sicherem Wege zu hochwirksamen, von störenden Nebenbestandteilen freien, in der Therapie mit ausgezeichnetem Erfolg verwertbaren Präparaten führt.
  • Zunächst wurde gefunden, daß es von Wichtigkeit ist, die Züchtung des pathogenen Krankheitserregers in niederen Pflanzen bei Temperaturen, welche unterhalb der Bluttemperatur (37° C) liegen, durchzuführen. Mit Vorteil verwendet man solche Temperaturen, welche ein optimales Wachstum der als' Zwischenwirt dienenden niederen Pflanze gewährleisten. Bei Verwendung von Mucor (Schimmelpilz) haben sich z. B. Temperaturen unterhalb a8°, vorzugsweise solche zwischen io bis i8°, als vorteilhaft erwiesen. Die als Ausgangsmaterial für die Züchtung der pathogenen Erreger in Betracht kommenden Stoffe, wie z. B. Gewebestücke, Ödemflüssigkeit, Blut, Exsudat, enthalten vielfach neben dem zu züchtenden Parasiten noch andere-Mikroorganismen. Durch die Möglichkeit der Weiterzüchtung des erstrebten Parasiten in Symbiose mit niederen Pflanzen unterhalb Bluttemperatur besteht nun die Möglichkeit, andersartige aus den Ausgangsstoffen herrührende Mikroorganismen, welche nur bei Bluttemperatur gut zur Entwicklung kommen, auszuschalten. Dabei werden auch solche Mikroorganismen, welche unterhalb Bluttemperatur an sich zu gedeihen vermögen, in ihrer Entwicklung dadurch geschädigt, daß die bei der angewendeten Temperatur optimal wachsenden niederen Pflanzen den zu schädigenden Mikroorganismen das Nährmedium entziehen. Da die zu züchtenden pathogenen Erreger, insbesondere solche, welche zur Bildung von Geschwülsten (Karzinom, Sarkom usw.) Veranlassung geben, sich sonst nur bei Körperwärme entwickeln, war nicht vorauszusehen, daß sie bei der Symbiose mit niederen Pflanzen, wie Mucor u. dgl., auch bei erheblich,niedrigeren Temperaturen einen vollständigen Entwicklungszyklus durchzumachen vermögen. Weiterhin wurde gefunden, daß der Zuckergehalt der Nährsubstrate, als welche Peptonzuckerbouillon, Erbsenzuckerbouillonagar u. dgl. in Betracht kommen, für die vorliegenden Züchtungszwecke von beträchtlicher Bedeutung ist. Es hat sich z. B. gezeigt, daß der Zuckergehalt von Nährbouillon, Nährgelatine u. dgl. im allgemeinen 6 °/o nicht übersteigen soll. Im übrigen richtet sich die Höhe des Zuckergehaltes nach den sonstigen Bestandteilen des Nährsubstrates, z. B. dem Peptongehalt, und den jeweils angewendeten Arbeitsbedingungen. Außerdem hat sich ergeben, daß die Verwendung reinen Zuckers nicht vorteilhaft ist. Dagegen hat sich ungereinigter Zucker, z. B. die unter der Bezeichnung Traubenzucker im Handel befindliche ungereinigte Glukose, als sehr geeignet für die Herstellung der Nährsubstrate erwiesen. Ein gutes Wachstum wird z. B. bei Anwendung von Zuckermengen zwischen 0,5 und 8 °i" erzielt; das Wachstumoptimum liegt im allgemeinen zwischen o,8 bis 2 °/a Zuckergehalt. Weitere Untersuchungen haben ergeben, daß die in Betracht kommenden Erreger vielfach schon im lebenden Körper mit niederen Pflanzen oder pflanzlichen Kleinlebewesen in Gemeinschaft leben können. Auf Grund dieser Erkenntnis hat es sich als möglich erwiesen, aus Körperbestandteilen erkrankter Tiere oder Menschen die gesuchten Parasiten zusammen mit den niederen Pflanzen auf verhältnismäßig einfachem Wege zu gewinnen und zu züchten und hierdurch das eingangs erwähnte Züchtungsverfahren erheblich zu vereinfachen. Es bleibt dann auch außerhalb des lebenden Körpers die Symbiose bestehen. Parasit und niedere Pflanze vermögen sich ,auf geeigneten Nährböden, und zwar auch unterhalb Körpertemperatur zusammen weiterzuentwickeln, derart, daß die als Zwischenwirt fungierende niedere Pflanze sich von dem künstlichen Nährboden nährt, während die in dem Zwischenwirt lebenden, .ihre Virulenz behaltenden Erreger ihre Nahrung aus der Wirtspflanze schöpfen. In Ausübung des Verfahrens wird z. B. so vorgegangen, daß in einem keimfreien Raum steril herausgenommene Geschwulststückchen oder steril entnommenes Blut oder Ödemflüssigkeit von erkrankten Tieren oder Menschen in :geeignete flüssige oder feste Nährsubstrate, z. B. Pepton-, »Liebig«-, Zuckerbouillon oder Erbsenzuckerbouillonagar, überimpft werden. Es hat sich gezeigt, daß hierbei Kulturen erhältlich sind, welche niedere Pflanzen und Erreger in Symbiose enthalten.
  • In vielen Fällen hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Symbiose von pathogenen Krankheitserregern mit niederen Pflanzen innerhalb eines lebenden Organismus (Tierkörpers) künstlich herbeizuführen und dann aus dem Tierkörper Kulturen zu gewinnen, welche Erreger und niedere Pflanze .in Symbiose enthalten. Man verfährt z. B. derart, daß man geeigneten gesunden Tieren, z. B. Mäusen, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen o. dgl., infektiöses Material, z. B. Aufschwemmungen von Tumorgewebe, Blut, Exsudat usw., von an Tumoren erkrankten Menschen oder Tieren und außerdem noch Kulturender niederen Pflanze, z. B. Aufschweminungen von Mucor, gleichzeitig oder nacheinander einverleibt und z. B. durch Abimpfen von Blut :den pathogenen Erreger und die niedere Pflanze, jetzt beide in Symbiose lebend, gewinnt und auf geeignetem künstlichen Nährboden vorteilhaft bei -unter Blutwärme liegenden Temperaturen züchtet. Die gegebenenfalls zusammen mit dem infektiösen Material in den tierischen Organismus eingeführten nicht erwünschten Schmarotzer werden durch die Abwehrkräfte des tierischen Organismus nach einiger Zeit abgebaut. Da aber weiterhin auch ein verhältnismäßig schneller Abbau der niederen Pflanze erfolgt und auch der gesuchte Parasit im Tierkörper beeinflußt wird, so ist es wichtig, die Abimpfung in Zeitpunkten vorzunehmen, bei welchen der gesuchte Parasit und die niedere Pflanze, in Symbiose lebend, noch 'erhaltensind.
  • Im allgemeinen hat sich gezeigt, daß bei Abimpfung innerhalb der ersten fünf Tage Kulturen erhalten werden, welche den Erreger und die niedere Pflanze, in Symbiose miteinander lebend, enthalten. Wird dagegen die Abimpfung in späteren Zeitpunkten vorgenommen, so kann man auf diesem Wege auch Reinkulturen des Erregers erhalten. Anstatt die Symbiose von Parasiten und niederen Pflanzen erst im Tierkörper herbeizuführen, kann -man z. B. auch derart verfahren, daß man Kulturen, welche den Erreger und die niedere Pflanze in Symbiose enthalten, wie solche z. B. nach der Patentschrift 17o 68o außerhalb des- Tierkörpers oder nach vorliegender Erfindung gezüchtet werden können, in den Organismus eines gesunden Tieres einführt. In diesem werden dann zunächst die in mehr oder weniger großem Überschuß vorhandenen niederen Pflanzen abgebaut, so daß man durch Abimpfung von dem Tier je nach Wahl des Zeitpunkts der A.bimpfung Kulturen gewinnen kann, welche entweder den Erreger noch in Symbiose mit der niederen Pflanze enthalten oder welche Reinkulturen des Erregers darstellen.
  • Zwecks Herstellung von Reinkulturen des F_rregers bzw. von den Erreger gegenüber der niederen Pflanze vorwiegend enthaltenen Kulturen kann man z. B. derart verfahren, daß man eine geeignete Kulturflüssigkeit mit Sporen der mit dem Erreger infizierten niederen Pflanze, z. B. Mucor, impft. Bei Anwendung der eingangs erwähnten niederen Temperatur, z. B. Zimmertemperatur, erfolgt rasche Keimung; die Keimschläuche wachsen zu Mycelfäden, welche nach einigen Tagen, z. B. zwischen dem z. und 5. Tag, sich als Wolke im unteren Teil der Flüssigkeit sammeln. In dieser Mycelwolke finden sich zahlreiche Kohlensäurebläschen,- durch deren Auftrieb das ganze Mycel an die Oberfläche der Flüssigkeit getrieben wird, woselbst Fruchtträger an die Luft entsandt und Sporangien gebildet werden. Man verfährt nun derart, daß das Aufsteigen des 3\lycels an die Luft verhindert wird, was in einfachster Weise, z. B. durch Entfernung der Kohlensäurebläschen z. B. durch mehrmaliges Schleudern oder Schütteln des Glases, bewirkt werden kann. Hierdurch kann man zugleich eine Zerreißung von Mycelschläuchen und anderer Teile der niederen Pflanze bewirken und den darin befindlichen Erregern den Austritt in die Flüssigkeit gestatten. Zwecks Begünstigung der Trennung des Erregers von der niederen Pflanze kann man an Stelle oder neben der mechanischen Behandlung, z. B. durch Schütteln, auch noch thermische oder chemische Hilfsmittel oder -Mittel beider Art zur Anwendung bringen, wie z. B. Erwärmen, und zwar vorteilhaft auf nicht zu hohe Temperaturen, z. B. auf 28 bis q.o° C, Zusatz quellend wirkender Stoffe, wie geringer Mengen von alkalischen Stoffen oder Salzen' o. dgl., z. B. Kali- oder Natronlauge, Saponine oder schwache organische oder anorganische Säuren.
  • Nachdem das Mycel sich wieder als geschlossene Wolke am Boden des Kulturglases gesammelt hat, was in der Regel einige Stunden nach dem letzten Schütteln geschehen ist, kann dasselbe z. B. unter Anwendung eines sterilen Häkchens entfernt werden, oder die Flüssigkeit kann z. B. durch Abgießen oder Abhebern entfernt werden. In der Flüssigkeit befindet sich nun der Erreger in seinem parasitären Stadium in verschiedenen Entwicklungsformen. Die Flüssigkeit kann alsdann zu Immunisierungszwecken oder zu Zwecken der Weiterzüchtung Verwendung finden.
  • Die Herstellung von Reinkulturen kann z. B. auch derart erfolgen, daß man gesunden Versuchstieren kleine Mengen des mit dem Erreger infizierten Mucors oder z. B: nach vorstehendem Verfahren außerhalb des Tierkörpers gewonnene, im wesentlichen nur den Erreger enthaltende Lösungen subkutan oder intravenös oder intraperitoneal einspritzt. Durch die Ab-,vehrkräfte des gesunden tierischen Körpers werden die Mucorsporen schnell abgebaut. Durch Abimpfung nach erfolgtem Abbau der Pilzsporen, welcher je nach Wahl des Tieres und sonstigen Verhältnissen im allgemeinen nach 3 bis 5 Tagen erfol-en kann, und Übertragung des entnommenen Blutes oder sonstiger Körperteile auf geeignete Nährsubstrate, z. B. solche der eingangs erwähnten Art, gelangt man zu Reinkulturen des Erregers.
  • Die Reinkulturen der Erreger werden im Gegensatz zu den Mischkulturen von Erregern und niederen Pflanzen vorteilhaft bei Bluttemperatur oder Temperaturen, welche nicht allzusebr darunter liegen, z. B. solchen zwischen 25 bis 37°, gezüchtet. Zweckmäßig verfährt man' z. B. derart, daß das Nährsubstrat zuerst auf Bluttemperatur gebracht und dann erst auf dasselbe abgeimpft wird. Weiterhin hat sich als vorteilhaft erwiesen, die Entwicklung dieser Kulturen dadurch zu för= dern, daß man der Luft (dem Luftsauerstoff) guten Zutritt gewährt, was z. B. durch Verwendung flacher Gefäße, in welchen das Nährsubstrat eine große freie Oberfläche besitzt, geschehen kann.
  • Eine Möglichkeit zur Steigerung der Virulent bzw. zur Gewinnung von Reinkulturen des Erregers besteht weiterhin darin, daß infektiöses Material und Bestandteile von niederen Pflanzen, z. B. Sporen von Mucor, oder bereits vorhandene Kulturen, welche den Erreger und die niedere Pflanze in Symbiose enthalten, in ein mehrfach durchlöchertes; mit einem Überzug von Kollodium o. dgl. versehenes kleines Röhrchen aus Glas o. dgl. steril eingebracht werden, worauf die Einführungsöffnung ebenfalls mit z. B. Kollodiurn verschlossen wird. Dieses Röhrchen wird nun in die Bauchhöhle eines gesunden Tiers eingenäht. Die dort befindlichen Säfte gelangen, durch die Überzugsschicht hindurchgehend, in das Innere des Röhrchens, während die im tierischen Organismus vorhandenen, an sich zur Schädigung des Erregers geeigneten; Schutzkörper, wie Lymphocyten und Phagocyten, die Kollodiumschicht nicht -zu durchdringen vermögen. Es entwickelt sich nun in dem Röhrchen. der Erreger gewissermaßen unter natürlichen Bedingungen in Gegenwart tierischer Säfte, aber unter Vermeidung von Stoffen, welche zur Schädigung des Erregers führen könnten. Nach einiger Zeit, z. B. nach 3 bis 8 Tagen, werden die Röhrchen entfernt und der Inhalt auf künstliche Nährsubstrate, z. B. solche der eingangs erwähnten Art, übergeimpft. Man kann den @% organg mehrfach wiederholen, indem man die hieraus entwickelten Kulturen nach einer gewissen Zeit, z. B. nach einigen Wochen, wieder in Kollodiumsäckchen einführt, diese in die Bauchhöhle bringt und nach Entnahme den Inhalt wiederum auf Nährsubstrate überimpft. Durch diese Methode kann man, wie gefunden wurde, die Virulenz der Erreger erheblich steigern. Da unter den gegebenen Bedingungen das Wachstum des Erregers begünstigt wird, während das Wachstum der niederen Pflanze zurückgedrängt wird, kann man weiterhin auf diesem Wege zu Kulturen gelangen, welche nur aus dem pathogenen Erreger bestehen. . Mit Hilfe der so gewonnenen Kulturen kann man dann besonders wirksame Vaccine oder Seren gewinnen.
  • Es hat sich gezeigt, daß die im Tierkörper gezüchteten Reinkulturen des Erregers Neigung zeigen, die saprophytische; nicht infektiöse Form anzunehmen. Weiterhin wurde gefunden, daß man diese saprophytische Form wieder in die parasitische virulente Form zurückverwandeln kann, und zwar dadurch, daß man dem, Erreger als Nährboden niedere Pflanzen oder Abbauprodukte derselben darbietet, z. B. derart, daß man Sporen von Mucor einimpft und Mischkulturen auf geeigneten Nährsubstraten züchtet.
  • Die Herstellung von wirksamen Vaccinen für die aktive Immunisierung gegen infektiöse bzw. parasitäre, insbesondere geschwulstbildende Krankheiten, kann z. B. in folgender Weise erfolgen: Man impft von den Stammkulturen, z. B. solchen, welche den Erreger in Symbiose mit der niederen Pflanze enthalten, eine Reihe von mit Nährsubstraten beschickten Gefäßen, z. B. r, bis 2-Liter-Flaschen, welche je 300 ccm Nährflüssigkeit enthalten und läßt sie bei Temperaturen zwischen 18 und 25° C stehen. Nachdem die niedere Pflanze sich gut entwickelt hat und den Erregern einen guten Nährboden bietet, entwickeln sich die letzteren in großen Mengen, wobei sie in der Hauptsache in der Wirtspflanze bleiben, während ein kleiner Prozentsatz in den künstlichen Nährboden übergeht. Wenn die Entwicklung ihren Höhepunkt erreicht hat, z. B. nach q. bis 6 Wochen, wird die einen üppigen Rasen bildende Nährpflanze mit den darin lebenden Erregern herausgenommen und zerkleinert. Weiterhin wird der Bodensatz, welcher ebenfalls Teile der niederen Pflanze und Erreger enthält, z. B. durch Abhebern oder Abgießen der Hauptflüssigkeitsmenge und Zentrifugieren der restlichen Menge gewonnen. Hierauf werden die gesamten .festen Bestandteile getrennt oder zusammen einer Behandlung unterworfen, welche eine möglichst weitgehende Trennung des Erregers von der niederen Pflanze gestattet. Man verfährt z. B. derart, daß man das Produkt in einer geeigneten Flüssigkeit, z. B. Wasser, oder ihrer eigenen Kulturflüssigkeit, welche geringe Mengen von quellend wirkenden Substanzen, z. B. geringe von Salzen oder alkalischen Stoffen, z. B. o,5 g auf roo ccm. Flüssigkeit enthalten, erwärmt, z. B. auf Temperaturen von 3o bis q.2° C, und das Gemisch dann einer mechanischen Behandlung, z. B. in einem Schüttelapparat, unterwirft. Zweckmäßig wird Erwärmung und Schütteln mehrmals abwechselnd vorgenommen. Durch diese Behandlung werden die Bestandteile der niederen Pflanze zum Schwellen und Platzen gebracht, so daß die Erreger austreten und in die Flüssigkeit gelangen können, woselbst sie zum Teil- zur Auflösung gebracht, zum Teil. erhalten bleiben. Nach dieser Behandlung wird die Flüssigkeit z. B. durch Zentrifugieren, Filtrieren und ähnliche Behandlungsmethoden von den festen Bestandteilen getrennt und als Vaccine verwendet. Gegebenenfalls kann man die Flüssigkeit auf gewünschte Stärke einstellen, z. B. durch Zusatz passender Mengen der aus den Kulturkolben gewonnenen, von festen Bestandteilen befreiten, ebenfalls noch Erreger und Abbauprodukte derselben enthaltenden Flüssigkeit. Das Verfahren kann mit oder ohne Quellungsmittel oder unter Anwendung von nur einem oder verschiedenen Quellungsmitteln zur Ausführung gelangen, wobei die jeweilige Art des Verfahrens von dem beabsichtigten Endzweck (z. B. Erhalten von weniger oder mehr Extraktstoffen, Abbauprodukten und ähnlichem) abhängt.
  • Bei Durchführung des vorstehend beispielsweise erläuterten Trennungsverfahrens ist es nicht nötig, alle die Trennung des Erregers von der niederen Pflanze begünstigenden Maßnahmen anzuwenden. Man kann z. B. auch bei Verzicht auf den Zusatz von Chemikalien oder bei Verzicht auf die Mitwirkung von Wärme gute Vaccine erhalten.
  • Die Erfindung ermöglicht schließlich noch die Gewinnung von Seren, z.. B. derart, daß man gesunden Tieren Kulturen des Erregers, wie solche nach vorstehendem Verfahren gewonnen werden können, z. B. Mischkulturen von niederen Pflanzen und Erregern oder auch Reinkulturen des letzteren nach üblichen Methoden, z. B. in steigenden Dosen einverleibt. Es bilden sich dann Antikörper unter Abbau der gegebenenfalls mit dem Erreger eingeführten niederen Pflanzen. - Durch Abimpfung von Blut und Weiterverarbeitung desselben nach üblichen Methoden kann man dann hochwertige Immunseren gewinnen. In gegebenen Fällen kann man auch andere Teile des tierischen Körpers, z. B. Drüsen und drüsenartige Organe, zur Im.pfstoffgewinnung verwenden oder mitverwenden.

Claims (13)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Züchtung von im Menschen und Tierkörper parasitisch vegetierenden Kleinlebewesen, insbesondere den Erregern von Geschwülsten in Gemeinschaft mit niederen Pflanzen, wie z. B. Mucor, dadurch gekennzeichnet, daß die Züchtung auf Nährböden, wie Peptonzuckerbouillon, bei Temperaturen unterhalb Bluttemperatur, z. B. solchen zwischen io und i8° C, vorgenommen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuckergehalt des Nährbodens 6 ojo nicht wesentlich übersteigt.
  3. 3. Verfahren nach Ansprüchen i und 2, gekennzeichnet durch die Verwendung von Nährböden, welche ungereinigte Glukose enthalten.
  4. 4. Verfahren nach Ansprüchen i bis 3, darin bestehend, daß GeschwulststückcUen, Blut, Ödemflüssigkeit o. dgl., welche in Symbiose mit niederen Pflanzen, z. B. Mucor, lebende Erreger enthalten, auf Nährböden, vorzugsweise solche nach den Ansprüchen i und 2, gebracht werden und die Weiterzüchtung bei vorteilhaft unterhalb Bluttemperatur liegenden Temperaturen, z. B. solchen von unterhalb 29°, vorgenommen wird.
  5. 5. Verfahren nach Ansprüchen i bis 4, darin bestehend, daß der Erreger einerseits und niedere Pflanzen, z. B. °Muc.or, andererseits oder Mischkulturen von Erregern und niederen Pflanzen in den Körper gesunder Tiere eingeführt werden und dann aus dem Tierkörper in Symbiose miteinander lebend zurückgewonnen werden, z. B. dadurch, daß Blut oder andere Bestandteile des behandelten Tieres auf geeignete Nährböden überimpft werden, bevor ein vollständiger Abbau der niederen Pflanze durch die Abwehrkräfte des tierischen Organismus erfolgt ist.
  6. 6. Verfahren nach Ansprüchen i bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Gewinnung von Reinkulturen oder im wesentlichen nur den Erreger enthaltenden Kulturen, welche Erreger und niedere Pflanzen, z. B. Mucor, in Symbiose enthalten, die betreffenden Mycelschläuche mit :Mitteln, z. B. mechanischer, thermischer oder chemischer Natur, behandelt werden, welche eine Trennung des Erregers von der Pflanze, z. B. durch Quellen oder Platzen der Mucorschläuche, ermöglichen.
  7. 7. Verfahren nach Ansprüchen i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Gewinnung von Reinkulturen des Erregers die Überimpfung von Blut o. dgl. von nach Anspruch 5 behandelten Tieren auf Nährböden erst dann vorgenommen wird, nachdem die in den Tierkörper eingeführte niedere Pflanze völlig abgebaut ist. B.
  8. Verfahren nach Ansprüchen i bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß infektiöses Material und Bestandteile niederer Pflanzen oder Mischkulturen von Erregern und niederen Pflanzen in Hüllen, welche den. tierischen Säften, nicht aber den den Erreger schädigenden Abwehrstoffen, wie Lymphocyten und Phagocyten, den Durchtritt gestatten, in den Tierkörper (Bauchhöhle) eingeführt und nach mehrtägigem Verweilen in diesen auf künstliche Nährböden zwecks Weiterzüchtung übergeimpft wird. g.
  9. Verfahren zur Weiterzüchtung von Erregern in Reinkultur, wie solche z. B. nach Ansprüchen 7 und 8 aus Tierkörpern gewonnen werden können, dadurch gekennzeichnet, daß dieselben nach Überimpfung auf künstliche Nährböden auf Bluttemperatur oder auf diese nicht wesentlich untersteigenden Temperaturen gehalten wird, wobei zweckmäßig der Nährboden bereits vor der Überimpfung auf die entsprechende Temperatur gebracht wird. io.
  10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Weiterzüchtung der Reinkulturen bei gutem Luftzutritt z. B. in flachen Gefäßen vorgenommen wird. i i.
  11. Verfahren nach Ansprüchen i bis io, dadurch gekennzeichnet, daß Reinkulturen von Erregern zwecks Erhöhung ihrer Virulenz niedere Pflanzen oder Abhauprodukte derselben dargeboten werden.
  12. 12. Verfahren nach Ansprüchen i bis ii, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Erzeugung von Vaccinen bzw. Antigenen größere Mengen von Mischkulturen von Erregern und niederen Pflanzen, z. B. durch mehrwöchentliche Entwicklung von Stammkulturen auf Nährböden nach Ansprüchen i und 2, bei unterhalb der Bluttemperatur liegenden Wärmegraden gezüchtet und nach Trennung von der Nährflüssigkeit vorteilhaft nach vorheriger Zerkleinerung einem die Trennung des Erregers von der niederen Pflanze gestattenden Verfahren unterworfen wird, z. B. derart, daB die Mischkultur in Gegenwart einer quellend wirkenden Flüssigkeit mehrmals geschüttelt wird, zweckmäßig unter Erwärmung vor dem Schüttelvorgang, und die hierbei den Erreger aufnehmende Flüssigkeit von der niederen Pflanze getrennt wird.
  13. 13. Verfahren nach Ansprüchen i bis 1a, dadurch gekennzeichnet, daß Kulturen von Erregern in Gegenwart oder Abwesenheit niederer Pflanzen, wie solche nach Ansprüchen i bis 12 gewonnen werden, können, in zweckmäßig steigenden Dösen in den Tierkörper eingeführt werden und dem Tier nach Bildung genügender Mengen von Antikörpern die letzteren durch Verarbeitung des Blutes oder anderer Bestandteile auf Seren bzw. Impfstoffen nach üblichen Methoden entzogen werden.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1079279B (de) * 1956-06-07 1960-04-07 Merckle Kg Chem Pharm L Verfahren zur Herstellung mikrobieller Stoffwechselprodukte

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DE1079279B (de) * 1956-06-07 1960-04-07 Merckle Kg Chem Pharm L Verfahren zur Herstellung mikrobieller Stoffwechselprodukte

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