DE481032C - Verfahren zum Entfetten von Rohwolle u. dgl. - Google Patents

Verfahren zum Entfetten von Rohwolle u. dgl.

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DE481032C
DE481032C DESCH74284D DESC074284D DE481032C DE 481032 C DE481032 C DE 481032C DE SCH74284 D DESCH74284 D DE SCH74284D DE SC074284 D DESC074284 D DE SC074284D DE 481032 C DE481032 C DE 481032C
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    • D—TEXTILES; PAPER
    • D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01C—CHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C3/00—Treatment of animal material, e.g. chemical scouring of wool

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Description

  • Verfahren zum Entfetten von Rohwolle u. dgl. Durch Patent 411 334 ist ein Verfahren zum Entfetten von Rohwolle u. dgl. unter Verwendung von Aceton als Fettlösungsmittel geschützt. Nach Zusatzpatent 445 792, wird die Entfettung mit der Maßgabe durchgeführt, daß die zweckmäßig weitgehend von Wasser befreite, z. B. bis auf einen Wassergehalt von a bis 3 °/a getrocknete Wolle mit Aceton behandelt und hierauf einer Nachbehandlung mit Wasser unterworfen wird. Nach dem weiteren Zusatzpatent 4ö1031 werden an Stelle oder neben Aceton andere wasserlösliche milde Fettlösungsmittel, wie z. B. Methylacetat, gegebenenfalls Gemische mehrerer derartiger Fettlösungsmittel verwendet. -Vorliegender Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, Stoffe von hohem Fettlösungsvermögen, wie z. B. Benzin, Benzol, gechlorte Kohlenwasserstoffe, wie Tetrachlorkohlenstoff, Acetylenchlorierungsprodukte usw., und wasserlösliche Stoffe von verhältnismäßig schlechtem Fettlösungsvermögen, wie solche bei den Verfahren der eingangs erwähnten Patente zur Anwendung kommen, wie z. B. Aceton und andere Ketone, Methylacetat und andere Ester, :Methylalkohol und andere Alkohole; gegebenenfalls Gemische mehrerer wasserlöslicher Lösungsmittel, wie z. B. Holzgeist, derart vereinigt zur Anwendung zu bringen, daß einerseits eine gute und gleichmäßige Entfettung gewährleistet ist, andererseits Schäden und Nachteile, welche bei Verwendung starker Fettlösungsmittel allein vielfach in Erscheinung treten, =vermieden werden.
  • Wie gefunden wurde, kann man stark wirkende Lösungsmittel, wie z. B. Tetrachlorkohlenstoff, durch Zusatz passender Mengen wasserlöslicher Stoffe, wie z. B. Methylalkohol, so einstellen, daß einerseits das gute Lösevermögen des Tetrachlorkohlenstoffs bei der Wollentfettung in Erscheinung tritt, während andererseits eine unerwünscht weitgehende Entfettung der Wollfaser vermieden wird. Das gleiche Ziel kann auch durch getrennte Anwendung der Fettlösungsmittel erreicht werden, z. B. derart, daß durch Einwirkung des starken Fettlösungsmittels, z. B. Benzin, die Hauptmenge des Fettes entfernt wird und dann durch vorsichtige Behandlung mit milden Fettlösungsmitteln, wie Aceton u. dgl., die restliche Entfettung bis zum gewünschten Grad durchgeführt wird.
  • In Ausübung des letztgenannten Verfahrens kann man z. B. -derart vorgehen, daß die Wolle in mehreren hintereinandergeschalteten Extraktionsgefäßen, von welchen z. B. das erste mit Benzin, das zweite und dritte mit Aceton beschickt sein kann, einer stufenweisen Entfettung unterworfen wird. Dies kann z. B. derart geschehen, daß das Wollgut mit Hilfe üblicher Fördervorrichtungen durch die Gefäße geführt wird, mit der Maßgabe, daß dasselbe nach Verlassen jedes Gefäßes z. B. durch Preßwalzen möglichst weitgehend von dem Lösungsmittel befreit wird, welch letzteres in das betreffende Gefäß zurückfließt. Die im ersten Gefäß von der Hauptmenge des Fettes befreite Wolle wird in den folgenden Bädern durch Einwirkung milder wasserlöslicher Lösungsmittel einer schonenden Weiterentfettung bis zur Erreichung des gewünschten Entfettungsgrades unterworfen, wobei der Lösevorgang insbesondere mit Bezug auf das schwerlösliche Wollwachs vorteilhaft durch mäßige Erwärmung, z. B. auf Temperaturen von etwa 4o° C, unterstützt bzw. geregelt werden kann. Beim Durchgang durch das zweite Gefäß wird die Wolle von den noch anhaftenden hochwirksamen wasserunlöslichen Lösungsmitteln des ersten Gefäßes befreit. Die das dritte Gefäß verlassende Wolle ist dann nur noch mit wasserlöslichen Lösungsmitteln beladen, welch letzteres durch einfache Wasserspülung von der Wolle entfernt und wiedergewonnen werden kann, wobei gleichzeitig die Kalisalze und Kaliseifen gewonnen werden und die Wolle gereinigt wird.
  • Das kombinierte Verfahren verläuft, wie sich gezeigt hat, dann besonders sicher, wenn das hochwirksame Lösungsmittel des ersten Gefäßes, z. B. Benzin, bereits einen gewissen Fettgehalt aufweist, welcher einen zu starken Angriff des Lösungsmittels auf die Wolle verhindert. Es empfiehlt sich daher, gegebenenfalls die stark wirkenden Fettlösungsmittel von vornherein mit einem gewissen Fettgehalt zur Anwendung zu bringen. Im weiteren Verlaufe des Verfahrens kann man dann derart vorgehen, daß man stets unter Bedingungen arbeitet, bei welchen das hochwirksame Lösungsmittel einen gewissen wünschenswerten Fettgehalt besitzt.
  • Das in den einzelnen Gefäßen gelöste Wollfett wird zweckmäßig getrennt voneinander gewonnen.
  • In allen Fällen hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die zu entfettende Wolle, welche in der Regel i o bis 15 % Wasser enthält, vor Beginn der Extraktion weitgehend von Wasser zu befreien, z. B. bis zu einem Wassergehalt von z bis 3 %, was zweckmäßig durch Vortrocknen, z. B. durch Durchleiten -erwärmter Luft, erfolgen kann.
  • Neben den bereits erwähnten Wirkungen bietet die Erfindung den weiteren Vorteil, daß die.kombinierte Anwendung wasserunlöslicher starker Lösemittel, wie Benzin, und wasserlöslicher schwacher Lösemittel, wie z. B. Aceton, eine außerordentlich einfache, gefahrlose, die Faser nicht schädigende Entfernung der Lösemittel von dem Fasergut gestattet. Es wurde z. B. die Beobachtung gemacht, daß die vielfach übliche Befreiung des extrahierten Wollgutes von den zurückgehaltenen Lösungsmitteln mit Hilfe von Wärme zu Schädigungen der Faser Veranlassung gibt. Demgegenüber ermöglicht die Mitverwendung wasserlöslicher Lösemittel im Sinne der Erfindung die Verdrängung der wasserunlöslichen Stoffe durch diese und die Verdrängung der wasserlöslichen Stoffe durch Wasser selbst. , Es hat sich gezeigt, daß durch einfaches Spülen mit Wasser wasserlösliche Lösungsmittel, wie Aceton, restlos aus dem Fasergut entfernt werden, während gleichzeitig dem Wasser Eingang in das Innere der Faser gewährt und in die Fasersubstanz eingelagert wird. Diese Einlagerung von Wasser in die Faser übt eine Schutzwirkung aus, welche es z. B. ermöglicht, daß man die Entfettung auch weitertreiben kann, also z. B. einen Teil des Kapillarfettes entfernen kann, ohne die Faser hierdurch zu schädigen. Eine weitergehende Entfettung ist u. a. für das spätere Färben der Faser von Vorteil.
  • Das Verfahren eignet sich außer zur Rohwollentfettung auch zur Reinigung von bereits bearbeiteten Textilien, insbesondere z. B. dann, wenn es sich darum handelt, Spinn- öder Schmieröle von Wollabfällen, Garnen, Geweben u. dgl. zu entfernen.
  • Es ist bereits vorgeschlagen worden, Rohwolle zunächst mit Wasser zu waschen, hierauf das Wasser durch Alkohol und letzteren dann wieder durch Äther zu verdrängen, das Wollgut mit Äther zu extrahieren und hierauf wieder den Äther durch Alkohol und letzteren durch Wasser zu verdrängen. Bei diesen bekannten Verfahren erfolgt die Extraktion mit einem stark wirkenden Fettlösungsmittel, nämlich Äther, welch letzterer aus dem Fasergut erst dann durch Alkohol verdrängt wird, nachdem derselbe mit Hilfe des Äthers bis zur Fettfreiheit behandelt worden ist. Demgegenüber wird bei vorliegender Erfindung stufenweise entfettet derart, daß das trockene, zweckmäßig weitgehend vorgetrocknete Gut zunächst mit hochwirksamen Lösungsmitteln von der Hauptmenge des Fettes befreit wird, worauf dann mit mild wirkenden wasserlöslichen Fettlösungsmitteln eine milde schonende Entfernung des restlichen Fettes vorgenommen wird.
  • In der französischen Patentschrift 584o46 ist ein Verfahren zur Entfettung von zweckmäßig zuvor getrockneter Wolle mit Hilfe von .Aceton beschrieben. Demgegenüber sieht das beanspruchte Verfahren die Verwendung von Gemischen m asserlöslicher und wasserunlöslicher oder eine aufeinanderfolgende Extraktion mit wasserunlöslichen und wasserlöslichen Lösungsmitteln bei der Entfettung der durch Vortrocknen von Wasser befreiten Wolle vor. Während nach dem Verfahren der französischen Patentschrift die Vortrocknung lediglich dazu dient, eine Verdünnung- des Lösungsmittels zu verhindern, erfolgt die nach dem beanspruchten Verfahren zur Erhöhung der Benetzbarkeit der Wolle.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Abänderung des durch Patent 48i 03 i, Zusatz zum Patent 4i i 334, geschützten Verfahrens zur Entfettung von Rohwolle u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß die Entfettung der durch Vortrocknen von Wasser weitgehend befreiten Wolle durch Verwendung von Mischungen hochwirksamer wasserunlöslicher Fettlösungsmittel, wie Benzin, mit wasserlöslichen Fettlösungsmitteln, wie Aceton, durchgeführt wird.
  2. 2. Abänderung des Verfahrens gemäß Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Wolle zunächst mit einem hochwirksamen wasserunlöslichen, vorteilhaft einen gewissen Fettgehalt aufweisenden Fettlösungsmittel, wie Benzin, von der Hauptmenge des Fettes befreit und dann mit einem mild wirkenden, wasserlöslichen Fettlösungsmittel, wie Aceton, gegebenenfalls bei mäßig erhöhter Temperatur, bis zum gewünschten Grad fertig entfettet wird.
DESCH74284D 1922-10-27 1925-05-26 Verfahren zum Entfetten von Rohwolle u. dgl. Expired DE481032C (de)

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