DE482961C - Vorrichtung zum Daempfen von Schwingungen in Freileitungen - Google Patents
Vorrichtung zum Daempfen von Schwingungen in FreileitungenInfo
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Description
- Vorrichtung zum Dämpfen von Schwingungen in Freileitungen Es ist eine bekannte Erscheinung, daß Freileitungen, die an Isolatorenketten aufgehängt oder befestigt sind, in Schwingungen geraten. Die Ursachen dieser Schwingungen können verschiedener Art sein; sie können von der Bewegung des Mastes, seiner Ausleger oder der Isolatorenketten ausgehen,- sie können aber auch durch Windströmungen, Temperaturänderungen und ähnliche atmosphärische Vorgänge eingeleitet werden. Diese Schwingungen können sich sehr nachteilig auswirken, da unter ihrem Einfluß das Leitungsseil dort, wo es an Abspann- oder Tragklemmen befestigt ist, vorzeitig abbricht. Die Ursachen des vorzeitigen Bruches sind darin zu suchen, daß die Schwingungen im Leitungsseil an den Abspann- und Tragpunkten ohne jeden übergang zur Ruhe gebracht werden. Es führen nämlich die von den Schwingungen bedingten, in ihrer Richtung ständig wechselnden Biegungsbeanspruchungen in dem Leitungsseil zu einer örtlich begrenzten Ermüdung des Werkstoffes, was schließlich den vorzeitigen Bruch zur Folge hat. Die Brüche treten verhältnismäßig bald ein, wenn die Schwingungen durch Resonanzerscheinungen eine Verstärkung erfahren. Man hat bereits verschiedene Mittel angewendet, um die Schwingungen zu dämpfen oder die Resonanzerscheinungen zu verhindern. So werden z. B. gewöhnlich die betreffenden Schwingungskonstanten geändert, sei es durch Verlängerung der Isolatorenketten, Änderung an den Masten oder durch Anhängung von Gewichten an der Leitung. Es wurden auch schon in einem gewissen Abstand von den Abspann- und Tragklemmen sogenannte Schwingungsdämpfer eingebaut, die aus einer Feder mit angeschraubten Metallgewichten bestanden. Die Eigenschwingungen dieser Vorrichtung sollten den in der Leitung auftretenden Schwingungen entgegenwirken. Alle derartigen Vorrichtungen haben aber nur einen bedingten Wert, da sie nur gegen solche Schwingungen dämpfend wirken, die von einer ihnen in dieser Hinsicht gerade entsprechenden Art sind. Die Art der Schwingung wird aber von ihrer Ursache bestimmend beeinflußt. Es ist beispielsweise nicht gleichgültig, ob eine Leitungsschwingung durch die Bewegung des Mastes hervorgerufen wird oder durch Windströmungen oder durch Temperaturänderung. Eine der vorerwähnten Einrichtungen mag sehr gut dämpfend wirken, wenn die Schwingungen vom Mast ausgehen, sie versagt aber, wenn eine andere Ursache die Leitungsschwingungen herbeigeführt hat.
- Wie weiter oben erwähnt, wird durch die Schwingungen im Leitungsseil und die in Verbindung damit auftretenden Resonanzerscheinungen eine örtlich begrenzte Ermüdung des Werkstoffes der Leitung herbeigeführt. Diese Ermüdung kann wieder nur dann eintreten, wenn eine Bewegung des Leitungsseiles plötzlich. zur Ruhe gebracht wird, oder wenn zwischen der Bewegung des Leitungs- Seiles und den Bewegungen der Abspann- und Aufhängeorgane eine große Verschiedenheit herrscht.
- Auf der Zeichnung und im folgenden wird nun eine Einrichtung angegeben, die den Zweck hat, die Schwingungen eines Leitungsseiles so abzudämpfen, daß keine gefährlichen Ermüdungserscheinungen eintreten können. Der Zweck wird dadurch erreicht, daß die Schwingungen des Leitungsseiles vor der Abspann- oder Aufhängeklemme abgefangen werden, so daß die Bewegungen nur allmählich zur Ruhe kommen oder der Übergang von einer Schwingung, die beispiels@veise im Leitungsseil auftritt, zu einer anderen Schwingung, die an der Trag- oder Abspannklemme sich vorfinden kann, sich allmählich vollzieht.
- Erreicht wird dies dadurch, daß an den Trag- oder Abspannklemmen mehrere annähernd parallel zu den Freileitungen oder Leitungsseilen verlaufende, an sich bekannte starre Elementd, wie Stäbe oder einzelne gestreckte, den Leiter umhüllende Rohre, angeordnet sind, die an ihrem freien Ende durch Hilfsklemmen oder gleichwertige Mittel mit den Leitungsseilen starr verbunden sind.
- Das wesentliche Neue besteht also darin, daß die Stäbe an ihren Enden einerseits mit der Trag- oder Abspannklemme und anderer-. seits mit der Leitung starr verbunden sind, und verbunden sein müssen, im Gegensatz zu einer bekannten Vorrichtung für Hochspannungsleitungen, bei der die annähernd zu den Leitungen parallel verlaufenden Stäbe mit dem Leiter nur leitend verbunden sind, um Entladungen, die sonst leicht in unmittelbarer Nähe der die Leitung tagenden Isolatoren von der Leitung ausgehen, zu vermeiden und das Spannungsgefälle an den Isolatoren besser zu verteilen.
- Eine derartige Einrichtung ist auf der Zeichnung in den Abb. i bis 5, i i und 12 an einer Tragklemme und in den Abb. 6 bis i o, 13 und i q. an einer Abspannklemme dargestellt.
- In einem gewissen Abstand von den Befestigungspunkten a, a1 werden Hilfsklemmen b angeordnet, die auf das Leitungsseil c fest aufgeklemmt und mit den Befestigungspunkten a, cti durch Stäbe d von geeigneten, dem Leitungsquerschnitt angepaßten Abmessungen verbunden werden. Bei Tragklemmen werden diese Hilfsklemmen b beiderseitig der Tragklemme angeordnet, bei Abspannklemmen indessen nur auf der durch die abgespannte Leitung bestimmten Seite. Diese stabförmigen Verbindungsstücke d können in entsprechenden Vorsprüngen e, e der Trag-oder Abspannklemmen lose, was an sich bekannt ist, oder festgeklemmt angebracht werden. Die dämpfende Wirkung der Stäbe d ist größer, wenn die Stäbe sowohl an den Klemmen a als auch an den Klemmen b festgeschraubt werden. Ihre Wirkung wird indessen .geringer, wenn die Befestigung entweder nur an der Klemme a oder an der Klemme b erfolgt. Diese einfache Ausführung ist in Abb. i und 2 bzw. 6 und 7 dargestellt. In manchen Fällen wird es indessen notwendig sein, den Übergang der Leitungsschwingungen auf die Mast- oder Kettenschwingung noch weiter abzuflachen. Erreicht wird dies durch Anbringen zweier oder mehrerer Hilfsklemmen vor den Aufhänge- oder Abspannpunkten statt einer einzigen. In Abb. 3 und ¢ sowie 8 und g finden sich Ausführungsbeispiele hierfür (weitere Hilfsklemme b1!). Die Verbindung zwischen Klemme a und Klemme b erfolgt hiernach durch Stäbe stärkeren Querschnitts, während Stäbe geringeren Querschnitts die Klemmen b und b1 verbinden. Kleinere Schwingungen kommen daher schon zwischen Klemme bi und b zur Ruhe. Dagegen laufen stärkere Schwingungen noch auf die kräftigen Verbindungsstäbe zwischen a und b über, um dort erst abzuklingen. Die gleiche Wirkung kann auch erzielt werden, wenn nach Abb. q.' zwischen Klemme a und Klemme b eine größere Anzahl Stäbe angeordnet wird als zwischen Klemme b und hl.
- Falls es sich als notwendig erweist, die beschriebene Vorrichtung für den Betrieb mit sehr hohen Spannungen strahlungsfrei zu machen, d. h. das Auftreten von Koranaerscheinungen zu vermeiden, so kann die ganze Einrichtung in einem Rohr f untergebracht werden, wie es in den Abb. i und i o angedeutet ist. Auch ist es möglich, dieses Rohr so zu gestalten, daß es an Stelle der dann fortfallenden Verbindungsstäbe d als Schwingdämpfer wirkt.
- Wie aus den Abb. ii bis 14. ersichtlich, können diese Rohre eine dem Durchmesser der Leitungsseile angepaßte lichte Weite besitzen und auf die Leitungsseile aufgeschoben werden. Die Rohre g der Abb. ii und 13 verjüngen sich hierbei in ihrer Wandstärke nach dem freien Ende. Wie die Abb. 12 und 14 zeigen, können diese Rohre f'- auch aus mehreren ungleich langen übereinandergeschobenen Rohren h, hl und l22 bestehen, die sich äußerlich wie die Schüsse eines Teleskops gegeneinander absetzen. Bei den Ausführungen nach den Abb. ii bis 14 können, da hierbei die Rohre f', g oder la, lzl, h= unmittelbar auf das Leitungsseil aufgeschoben werden und dabei ringsum dicht anliegen, die Hilfsklemmen wegfallen. Durch die Ausführung nach den Abb. i i bis 1,4 wird ebenfalls eine langsame Abdämpfung etwa auftretender Schwingungen erreicht. Auch kann dabei das Leitungsseil bei auftretenden Schwingungen sich nicht um die Kanten der Klemmstellen biegen. Die sich in ihrer Wandstärke verjüngenden Rohre f1 oder die teleskopartig gegeneinander abgesetzten ungleichen Rohre h, hl, hl werden durch die Schwingungen mit abgebogen und wirken so schwingungsdämpfend. Sie verhindern hierdurch, daß an den Befestigungspunkten der Leitungsseile eine Kerbwirkung auf diese ausgeübt wird.
Claims (5)
- PATENTANSPRÜCRE: i. Vorrichtung zum Dämpfen von Schwingungen in Freileitungen, dadurch gekennzeichnet, daß an den Trag- oder Ahspannklemmen mehrere annähernd parrallel zu den Freileitungen oder Leitungsseilen verlaufende. an sich bekannte starre Elemente, wie Stäbe oder einzelne gestreckte, den Leiter umhüllende Rohre angeordnet sind, die an ihren freien Enden durch Hilfsklemmen oder gleichwertige Mittel mit den Leitungsseilen starr verbunden sind.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Stäbe mit ihren Hilfsklemmen in einem Rohr untergebracht sind.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, claß die Stäbe zu einem den Leiter umhüllenden Rohr ausgebildet sind. q..
- Vorrichtung nach Anspruch i und 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr eine dem Durchmesser des Leitungsseiles angepaßte lichte Weite besitzt, unmittelbar auf das Leitungsseil aufgeschoben ist und sich nach dem freien Ende in seiner Wandstärke verjüngt.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch i, 3 und q., dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr aus mehreren ungleich langen übereinandergeschobenen Rohren besteht, die äußerlich wie die Schüsse eines Teleskops gegeneinander abgesetzt sind.
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