DE483329C - Verfahren zur Herstellung von Presshefe - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Presshefe

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DE483329C
DE483329C DEO16178D DEO0016178D DE483329C DE 483329 C DE483329 C DE 483329C DE O16178 D DEO16178 D DE O16178D DE O0016178 D DEO0016178 D DE O0016178D DE 483329 C DE483329 C DE 483329C
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NORDDEUTSCHE HEFEINDUSTRIE AKT
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N1/00Microorganisms; Compositions thereof; Processes of propagating, maintaining or preserving microorganisms or compositions thereof; Processes of preparing or isolating a composition containing a microorganism; Culture media therefor
    • C12N1/14Fungi; Culture media therefor
    • C12N1/16Yeasts; Culture media therefor

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Preßhefe Bei der Heranzüchtung von Preßhefe tritt in den Gärbottichen eine mehr oder weniger starke Schaumentwicklung ein. Um das übertreten des Schaumes über den Bottichrand und damit Verluste an Nährgut und Hefe zu vermeiden, ist man gezwungen, die Schaumbildung während des Gärverlaufes dauernd zu bekämpfen. Dies geschieht bisher entweder mechanisch oder durch Zugabe von Gärfett oder anderen schaumbekämpfenden Mitteln. Unter diesen Einwirkungen leidet erfahrungsgemäß die Qualität der Hefe. Die mechanischen Schaumbekämpfer sind entweder für die Gesamtgärdauer nicht wirksam genug oder sind wegen ihrer meist komplizierten Bauart Schlupfwinkel für hefefeindliche Bakterien. Die Anwendung von Gärfett und ölartigen Flüssigkeiten beeinträchtigt besonders die Reinheit der Hefe, da es nicht gelingt, auch bei sorgfältigster Behandlung die Fettsubstanzen von den Hefezellen restlos zu entfernen; auch führt die Anwendung von Schaumbeseitigungsmitteln zu Störungen des Fabrikationsganges. So werden z. B. sehr häufig die Düsen der Würzeseparatoren durch die von der Schaumbeseitigung herrührenden Fett- und ölteilchen derartig verstopft, daß eine Unterbrechung des Zentrifugierenseintreten muß und zeitraubende Reinigungsarbeiten an den Separatoren notwendig werden.
  • Die vorliegende Erfindung vermeidet alle diese Mängel in der Hefefabrikation. Die Schaumentwicklung wird nach dem neuen Verfahren weder mechanisch noch durch Gärfett bekämpft, sondern tritt überhaupt nicht in der Weise auf, daß sie dauernd oder zeitweise bekämpft werden muß. Es ist gelungen, die Schaumbildner aus der Hefenährlösung vor der Gärung zu beseitigen. Dies geschieht dadurch, daß die in Vorbereitung befindliche oder fertige Nährwürze der Einwirkung von Adsorptionsträgern, wie z. B. aktiver Kohle, ausgesetzt wird, wobei die Schaumbildner vollständig adsorbiert werden und zur Aus$ockung kommen, so daß ihre Trennung von der Nährwürze leicht erfolgen kann. Je nach der Zeit der Einwirkung der Adsorptionsträger hat man überdies die Möglichkeit, die Schaumbildner nur so weit aus der Nährflüssigkeit zu entfernen, daß bei der Gärung eine Schamdecke von beliebig festzusetzender Höhe entsteht.
  • über die Natur der schaumbildenden Stoffe 1äß,'t sich nach dem derzeitigen Stande der analytischen. Chemie kein abschließendes Urteil gewinnen. Soviel steht fest, daß es sich um eiweißhaltige Verbindungen handelt, deren Stickstoffgehalt ungefähr 0,7 bis i,8 Ojö N. betragen kann.
  • Was die Adsorptionsträger anlangt, so wurde von uns festgestellt, daß deren Wirkung durch hochaktiven Kohlenstoff hervorgerufen wird. Es eignet sich nach der vorliegenden Erfindung zur Beseitigung der eiweißhaltigen Schaumbildner z. B. eine Holzkohle, die bei i i 5o° mitWasserdampf behandelt worden ist und bisher für andere Zwecke zur Entfärbung von Zuckersäften hergestellt wird. Ausführungsbeispiel q.ooo kg Melasse werden. mit Wasser auf 18o bis Zoo hl Flüssigkeitsmenge verdünnt und mit q.o bis ioo 1 Schwefelsäure von 6o° B6, je nach der Älkalität der Melasse, sowie mit zoo kg Superphosphat versetzt und aufgekocht, damit die Schmutzstoffe ausflocken und sich zu Boden setzen. Der Endsäuregrad soll ungefähr q.,o/ioo betragen und kann durch entsprechende Zugabe von Kalkmilch oder anderen basischen Stoffen vorher nach Erfordernis reguliert werden. Die erzielte vollständig blanke Melassewürze wird nun im selben Bottich oder im besonderen Gefäß mit i bis 5 % (berechnet auf Trockensubstanz) einer bei 1150'C mit Wasserdampf aktivierten Holzkohle bei einer Temperatur von 9o bis 95°C verrührt. Je nach Dauer der Einwirkung der Adsorgtionsträger werden nunmehr ilie, eiweißhaltigen Schaumbildner der Melassewürze adsorbiert, ausgeschieden und durch- Filtratiön entfernt. Die ausgeschiedenen Eiweißverbindungen kommen für die Hefeernährung nicht in Frage und haben keinen nachteiligen Eiiifluß auf die Hefeausbeute, um so weniger als durch Zugabe von anorganischem Stickstoff nach Patent 31o 58o ein Ausgleich in der Stickstoffnahrung der Hefe erzielt werden kann.
  • Die nach dem neuen Verfahren vorbereitete, von den Schaumbildnern gänzlich oder teilweise befreite Nährwürze zeigt bei der Vergärung mit Hefe nach dem Lüftungsverfahren und überhaupt beim Durchblasen großer Luftmengen -nicht mehr den oben beschriebenen Nachteil. - Die Möglichkeiten einer Qualitätsverminderung der Hefe entfallen, auch werden nicht unerhebliche Ausgaben für die Schaumbeseitigungsmittel vermieden. Vielmehr 1äßt sich ohne Verwendung mechanischer Schaumbekämpfer und ohne Zuhilfenahme schaumbekämpfender Mittel, wie z. B. Gärfett, nach dem neuen Verfahren eine vollkommen reine Qualitätshefe erzielen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Preßhefe ohne Zuhilfenahme schaumbekämpfender Mittel, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Ernährung der Hefe dienende Flüssigkeit vor der Gärung der Einwirkung von aktiver Holzkohle ausgesetzt wird, welche die Schaumbildner in der Weise adsorbiert, daB sie von der Nährwürze leicht getrennt werden kennen.
DEO16178D 1926-12-19 1926-12-19 Verfahren zur Herstellung von Presshefe Expired DE483329C (de)

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