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Vorrichtung zur selbsttätigen Multiplikation einer Grundzeit mit einem
Faktor, insbesondere zur Beaufsichtigung von photographischen Prozessen Die Erfindung
betrifft eine Vorrichtung zu automatischer Multiplizierung von einer Zeitperiode,
der Grundzeit, mit einem Faktor.
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Solche Vorrichtungen können' in vielen Industrien, bei wissenschaftlichen
Versuchen und bei der Ausführung vieler Arbeiten Verwendung finden, besonders in
Fällen, wo die vorzunehmende Multiplikation schnell. vorgenommen werden soll und
nicht viel Zeit vorhanden ist, um die Umrechnung von Sekunden in Minuten im Kopf
vorzunehmen, oder wo- die Umstände verhindern, daß man eine solche Multiplikation
unternimmt, weil man gleichzeitig mit anderen Sachen beschäftigt ist.
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Besonders verwendbar isst der Apparat bei photographischen Prozessen,
z. B. Entwicklungs- und Tönungsprozessen. Die Anwendung soll deshalb beispielsweise
in diesem Zusammenhang näher beleuchtet werden.
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Bei der Entwicklung eines latenten photographischen Bildes auf einer
exponierten Platte, Film, Papier o. dgl. ist es von besonderer Wichtigkeit, daß
dos-entwickelte Bild eine bestimmte Gradation aufweist, d. h. daß ein bestimmtes
Verhältnis zwischen den dunklen und hellen Partien des Bildes eingehalten wird.
Diese Gradation ist abhängig von dem photographischen Material, dien verwendeten
Entwickler, der Temperatur des Entwicklers usw. Am meisten aber ist sie abhängig
von der richtigen oder unrichtigen Belichtung. Bekanntlich besteht ein bestimmtes
Verhältnis zwischen der Zeitstrecke, die verläuft von dem Augenblick, wo die Entwicklung
anfängt, bis sich die ersten Bildspuren auf der Platte zeigen und der vollen Entwicklungszeit,
falls eine bestimmte Gradation erreicht werden soll. Das Verhältnis zwischen diesen
zwei Zeiten ist dann ein Faktor, womit Zeitperioden im Sinne der Erfindung multipliziert
werden sollen, um zu einer beobachteten Zeitperiode (der Grundzeh), die ermittelt
wurde, bis sich die ersten Bildspuren zergten, die richtige Entwicklungszeit zu
finden. Dieser Faktor ist bekanntlich von dem verwendeten Entwickler bestimmt und
ist somit konstant selbst bei Verwendung verschiedenen Materials und bei wechselnden
Temperaturen. Der Wert des Faktors liegt zwischen 3 und 30, für die gewöhnlich verwendeten
Entwickler zwischen 5 und 15.
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Bei Verwendung des Erfindungsgegenstandes verfährt man so, daß der
Apparat gleichzeitig mit dem Eintauchen der Platte in den Entwickler in. Gang gesetzt
wird, wonach er die Zeit mißt, bis sich die ersten Bildspuren zeigen. Dann drückt
man nur auf einen Knopf, und der Apparat gibt dann ein Signal, wenn die richtige
Entwicklungszeit verstrichen ist, indem der dem verwendeten Entwickler entsprechende
Zeitfaktor im voraus
durch die Einrichtung des Apparates gegeben
ist bzw. eingestellt wird.
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Hierdurch wird alles-Rechnen erspart, und der Photograph kann sich
vollständig der Entwicklungsarbeit widmen.
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Der Erfindungsgegenstand ist in der Hauptsache dadurch gekennzeichnet,
daß ein Meßorgan eine Wegstrecke während der Grundzeit durchläuft, welche Wegstrecke
abhängig ist von der Dauer der Grundzeit und der Geschwindigkeit des Meßorganes,
und die nach Ablauf der Grundzeit oder teilweisse gleichzeitig damit. durch dasselbe
oder ein anderes Organ mit einer Geschwindigkeit zurückgelegt wird, die ebenso viele
Male kleiner als die erste Geschwindigkeit ist, wie der Faktor angibt, mit dem die
Grundzeit zu multiplizieren ist, wobei das Organ nach Zurücklegen des .zweiten Weges
ein Signal auslöst.
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Die Meßorgane gönnen Zahnstangen oder Räder sein. Es kann das Meßorgan
auch als Auslöseorgan für das Signal verwendet werden usw., ebenso wie die- Bewegungsrichtungen
nach Bedarf verschieden oder gleich sein können.
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Auf der Zeichnung ist beispielsweise eine als Uhr ausgebildete Vorrichtung
gezeigt, bei der ein Meßorgan und ein Auslöseorgan in derselben Richtung bewegt
werden. Hier sind als Meß- und Auslöseorgane Zahnräder verwendet.
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Abb. r zeigt einen Horizontalschnitt durch den Apparat, Abb.2 bis
6 verschiedene Einzelheiten. In Abb. i ist nur der Teil des Apparates gezeigt, der
für das Verständnis der Wirkungsweise des Apparates notwendig ist, während das treibende
Uhrwerk _gar nicht und das Gehäuse nur da gezeigt ist, wo es als integrierender
Teil des Werks verwendet wird.
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In einem Gehäuse i ist eine von einem Uhrwerk getriebene Welle 2 gelagext.
Diesle Welle trägt ein Treibrad 3 und ist durch eine_ Kupplung q. mit dein Uhrwerk
verbunden. Die Kupplung q. !soll so eingerichtet sein, da.ß die Welle 2 vom Uhrwerk
im Sinne des Uhrzeigers mitgenommen- wird, wobei es jedoch möglich ist, die Welle
rückwärts zu drehen, ohne das Uhrwerk zu beeinflussen. Das Treibrad 3 steht im Ei.n.griff
mit einem auf einer Zwischenwelle 5 festgemachten Zwischenrad 6. Auf der Welle 5
ist außerdem ein Treibrad 7 befestigt.
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Auf der Welle 2 ist eine durch die Gehäusewand hervorragende Hohlwelle
8 gelagert. Diese Welle trägt ein Meßrad g. Auf die Hohlwelle 8 ist außerdem eine
Lagerhülse io aufgeschoben, auf der zwei Räder i i und i2 lose -drehbar gelagert
sind. Die Lagerhülse io ist an der Gehäusewand i festgemacht. Die Hohlwelle 8 trägt
außerhalb des Gehäuses einen Fingerdrehknopf 13, während die Welle 2, die noch länger
ist, außerhalb dieses Knopfes einen Druckknopf 1q. trägt.
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Das Treibrad 3 ist sehr breit, so daß es gegenüber dem Rad 6 axial
verschoben werden kann, ohne daß seine Zähne ihren Eingriff verlieren. Das Rad 3
ist auf seiner dem Meßrad 9 zugekehrten Seite mit einem Loch versehen, worin ein
Mitnehmerstift 15 auf dem Meßrad 9 eingreifen kann, so daß das Meßrad 9 mit dem
Treibrad 3 zusammengekoppelt die Bewegung dieses Rades mitmacht.
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Das Rad 12 greift .in, das Treibrad 7 ein .und wird von diesem Rad
getrieben mit einer Winkelgeschwindigkeit, die n-mal kleiner ist wie die Winkelgeschwindigkeit
des Me13-rades g, wenn h das Übersetzungsverhältnis zwischen den Rädern 3, 6, 7
und 12 bedeutet. Erfindungsgemäß ist n gleich dem Faktor, womit die Grundzeit zu
multiplizieren ist.
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Das Rad i i wird durch einen Mitnehnierstift 16 auf dem Rad 12 mitgenommen.
Dieser Stift ,greift in, eine Aussparung 17 des Rades i i hinein und wird von einem
Federhaken 18 umfaßt. Dieser Haken 18 ragt auf der gegen das Rad 9 zugekehrten Seite
über die Radfläche hinaus (Abb. 5) und kann hier durch einen Anschlag i9 auf dem
Meßrad 9 abgehoben werden"so daß der Stift 16 frei wird. Das Rad i i steht auf nicht
näher gezeigte Art unter Einwirkung einer Feder, die das Rad entgegen dem Uhrzeiger
auf der Welle i o zu drehen versucht. Wenn daher .der Stift 16 frei wird, dreht
sich das Rad i i schnell rückwärts., bis: der Stift 16 gegen die Umgrenzung der
Aussparung 17 anschlägt. Durch diese Bewegung des Rades wird .auf nicht näher gezeigte
Art ein Signal ausgelöst, z. B. wird eine Glocke angeschlagen. Das Rad i i wird
daher 3:m. folgenden das Signalrad genannt, während das Rad 12 das Auslöserad genannt
kvird.
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Das Meßrad 9 wird, wenn die Uhr nicht gehen soll, in seiner Nullstellung
durch einen Anschlag 20 festgehalten, der durch einen an der Gehäusewand i .angebrachten
Zahn 21 festgehalten wird. Der Zahn 21 isst durch eine Blattfeder mit einem drehbaren
Winkelhebel 22 verbunden, so daß. der Anschlag 2o unter den Zahn 21 entgegen dem
Uhrzeigersinn ,gedreht werden kann, wodurch der Zahn nur umgelegt wird, während
er die Bewegung im Uhrzeigersirm verhindert. Der Hebel 22 trägt einen Fingergriff
23 und wird durch eine Feder 24 in- das Gehäuse gedrückt. Wenn auf den .:Knopf 23
gedrückt wird, geht der Zahn 21 nach außen, das Rad 9 wird frei und bewegt sich,,
wonach der Knropf 23 wieder freigelassen werden kann. Das Meßrad 9 trägt außerdem
.einen Anschlag 25, der in der
Nullstellung des Rades 9 gerade den
Stift 16 auf dem Auslöserad 12 berührt.
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Die Längen der Wellen 2 und 8 sind so abgepaßt, daß, wenn der Knopf
1 4. an den Knopf 13 angedrückt wird, ohne diesen zu verschieben, sich das Rad 3
so weit nach hinten schiebt, daß nicht nur der Stift 15 aus dem Loch im Rad 3 heraustritt,
sondern noch ein Stückchen weiter. Wenn .der Knopf 14 noch weiter eingedrückt wird,
so verschiebt er auch den Knopf 13 eine geringe axiale Strecke, aber nicht so weit,
daß der Stift 15 wieder in das Loch im Rad 3 eingreifen kann. Durch diese letzte
Verschiebung wird das Meßrad 9 axial verschoben, und seine Zähne kommen dabei in
Eingriff mit einem .auf der Gehäusewand i angebrachten Zahn 26 (Abb. 3), wodurch
das Meßrad wieder festgehalten wird.
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Das Signalrad i i muß endlich einen Anschlag 27 tragen, der mit einem
Stift 28 auf der Gehäusewand i zusammenarbeitet, so daß dieses Rad nur bis zu dieser
Stellung rückwärts gedreht werden kann.
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Die Vorrichtung wirkt auf folgende Art: Das Uhrwerk wird aufgezogen
und die Räder in die in Abb. i gezeigte Stellung gedreht, so daß das Meßrad 9 mit
seinem Anschlag 2o an dem Zahn 21 und das Signalrad i i mit seinem Anschlag 27 durch
der. Haltestift 28 in seiner Nullstellung festgehalten wird. In dieser Stellung
befindet sich der Kupplungsstift 16 unter dem Federhaken 18, der aber gerade von
dem Anschlag i9 abgehoben wird, und der Anschlag 25 liegt an dem Stift 16 an. Das
Signalrad kann sich aber nicht drehen, weil die Anschläge 27 und 28 es verhindern.
In dieser Stellung stehen alle Räder still.
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Taucht jetzt der Photograph die Platte ein, so hat er nur auf den
Knopf 23 za drücken. Hierbei wird der Zahn 21 vom Anschlag 2o weggezogen, so daß
das Meßrad g frei wird und hierdurch auch das damit zusammengekoppelte Treibrad
3. Die Räder fangen an zu laufen, und zwar so, daß das Meßrad; 9 sich mit derselben
Geschwindigkeit wie das Treibrad 3 dreht, während das Auslöserad 12 nur n-mal so
langsam geht. Die erste Folge von dem Ingangsetzen wird sein, daß sich der Anschlag
19 vom Federhaken 18 wegbewegt, so daß dieser sich einbiegen und den durch das Rad
i i hindurchgehenden Stift 16 umfassen kann, wonach das Signalrad i i mit dem Auslöserad
verbunden ist und die Bewegung dieses Rades mitmacht.
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Wenn die Grundzeit abgelaufen ist, d. h. in unserem Beispiel, wenn
sich .die ersten Bildspuren auf der Platte zeigen, wird der Knopf 14 ganz eingedrückt.
Hierdurch wird erstens das Treibrad 3 nach hinten gedrückt, so daß der Zapfen 15
nicht mehr damit in Eingriff steht, und zweitens wird- das. Meßrad 9 ein bißchen
verschoben, so daß der Zahn 26 in Eingriff damit kommt. Das Meßrad 9 steht darauf
still, während das Treibrad 3 immer noch mittels der Räder 6 und 7 das Auslöserad
12 und damit auch das Signalrad i i weitertreibt. Dieses dauert so lange, bis der
Stift 16 gegen den Anschlag 25 auf dem jetzt stillstehenden Meßrad 9 stößt, wobei
gleich zeitig der Anschlag i9 den Federhaken 18 hebt, der somit den Stift 16 freiläßt,
wonach sich das Signalrad i i dreht, bis die Kante der Aussparung 17 gegen den Stift
16 stößt. Durch diese Bewegung wird ein Signal ausgelöst. Es wird klar sein, daß
die Zeitstrecke, die verläuft, von dem Augenblick, wo die Vorrichtung in Gang gesetzt
wurde, bis das Signal ,abgegeben wird, n-mal so groß ist wie die Grundzeit.
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Wenn das Signal abgegeben ist, steht die Vorrichtung wieder .still.
Um sie wieder gebrauchsfertig zu machen, wird der Knopf 13 ausgezogen und zurückgedreht,
bis wieder die Nullstellung eingenommen wird, wonach auch der Knopf 14 ausgezogen
wird.
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Wie in Abb. 2 gezeigt, kann ,das Meßrad 9 mit Zahlen versehen sein,
die durch ein Fenster in .der Gehäusewand ersichtlich sind, so daß man zum Vergleich
die Grundzeit ablesen kann. Die Vorrichtung kann auch mit Zeigern versehen werden,
so daß die zwei Zeitstrecken sich ablesen lassen.
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Soll .die Vorrichtung mit einem anderen Faktor n arbeiten, so braucht
man nur die zwei Räder 7 und 12 mit einem anderen Paar auszuwechseln.
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Dies kann auf an- sich bekannte Weise durch ein Wechselgetriebe bewerkstelligt
werden, so daß man durch einfache Umstellung des Getriebes, den Faktor der Vorrichtung
verändern kann.
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Wie eingangs bemerkt, kann dieselbe Wirkung auch auf andere Weise
erreicht werden. Besonders leicht wird es, sein, das Meßrad 9 so zu bewegen, daß
es unmittelbar mit dem Treibrad 3 gekoppelt, während der Grundzeit in der einen
Richtung gedreht wird, wogegen es nach Ablauf dieser Zeit mit einer tz- oder (n
- i)-mal so kleinen Winkelgeschwindigkeit zurückgedreht wird, um in der wieder
erreichten Ausgangsstellung ein Signal auszulösen.
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Außerdem ist es gar nicht notwendig, daß Räder verwendet werden. Dasselbe
kann mit Zahnstangen o. dgl. auch bewerkstelligt werden.