DE487350C - Verfahren zur Herstellung von hohlen kuenstlichen Gliedern - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von hohlen kuenstlichen Gliedern

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DE487350C
DE487350C DEL70225D DEL0070225D DE487350C DE 487350 C DE487350 C DE 487350C DE L70225 D DEL70225 D DE L70225D DE L0070225 D DEL0070225 D DE L0070225D DE 487350 C DE487350 C DE 487350C
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von hohlen künstlichen Gliedern Bekanntlich macht bei der Herstellung von künstlichen Gliedern die genaue Anpassung der den Körperstumpf umfassenden Hülse an den Stumpf besondere Schwierigkeiten, andererseits verursacht eine nicht genau an den Körperstumpf sich anschließende Hülse beim Gebrauch des künstlichen Gliedes Unbehagen. Es ist bereits vorgeschlagen worden, um eine genaue Anpassung zu ermöglichen, eine plastische Masse, wie flüssiges Holz o. dgl., um die den Körperstumpf entsprechende Form aufzutragen, diese dann trocknen zu lassen und die auf diese Weise hergestellte, genau passende Hülse in ein der äußeren Form des betreffenden Gliedes entsprechendes Gebilde einzusetzen.
  • Obwohl sich mit dem letzterwähnten Verfahren gute Erfolge erzielen lassen, so ist doch seine Anwendung bei der Benutzung von künstlichen Gliedern aus Metallen schwer möglich, weil es kein gut geeignetes Mittel gibt, um die Hülse aus künstlichem Holz an dem Metall festhaften zu lassen.
  • Die Erfindung betrifft nun ein neues Verfahren zur Herstellung von hohlen künstlichen Gliedern, welches die erwähnten Nachteile nicht aufweist, und besteht darin, daß zwischen dem Modell des Körperteils und der den Ersatz des letzteren darstellenden Hülse plastischer Kautschuk in derWeise eingebracht wird, daß er entweder erst auf das Modell gelegt und über dieses die Gliedhülse geschoben wird, oder daß der Kautschuk in die Hülse eingelegt und in diese das Modell eingedrückt wird, worauf dann der eingebrachte Kautschuk festgestopft und vulkanisiert .wird. Das Verfahren läßt sich bei künstlichen Gliedern aus allen Stoffen anwenden, welche die beim Vulkanisieren erforderliche Wärme von etwa 16o' C aushalten, es ist also nicht geeignet für künstliche Glieder aus Leder. Vorzugsweise eignet es sich für künstliche Glieder aus Metallen, z. B. Leichtmetallen, wie Aluminium, Duralumin u. dgl.
  • Die Zeichnung zeigt beispielsweise eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes in einem Schnitt durch ein künstliches Bein gemäß der Erfindung.
  • Natürlich ist aber das Verfahren auch für künstliche Arme oder ähnliche ärztliche Vorrichtungen anwendbar.
  • Auf der Zeichnung ist a die aus Gips oder einer ähnlichen Masse hergestellte, dem Körperstumpf entsprechende Form. Man verwendet eine sogenannte »Zweckform«, d. h. eine Form, welche nicht genau der Körperform entspricht, sondern an besonders empfindlichen Stellen, z. B. vorspringenden Knochen, verstärkt ist, damit sich an dem künstlichen Glied an dieser Stelle ein Hohlraum bildet, so daß kein Druck auf diesem empfindlichen Teil entsteht, während an anderen Stellen, z. B. Weichteilen, die Form etwas verkleinert wird, um eine feste Anlage zu erzielen. Diese Zweckform wird in an sich bekannter yfeise und nach beliebigen bekannten Verfahren hergestellt. Gemäß der Erfindung wird nun um diese Form eine Schicht b aus weichem biegsamen Kautschuk gelegt, alsdann über diese Schicht das eigentliche künstliche Glied c, welches vorzugsweise aus Metall besteht, herübergeschoben. Um eine gute Anlage des Kautschuks an dem Stumpf a und an dem Metall zu erzielen, wird er in der für die Kautschukbearbeitung bekannten Art fest in den Zwischenraum hineingestopft. Nunmehr erfolgt die Vülkanisation des Kautschuks in ebenfalls bekannter Art. Nach der Vulkanisation und nach Herausnahme der Form a kann noch eine Nachbearbeitung des Kautschuks durch Polieren stattfinden, auch kann man einzelne etwa fehlerhafte Stellen durch Nachstreichen von weicher Kautschukmasse und erneute Vulkanisation ausgleichen.
  • Es hat sich gezeigt, daß der vulkanisierte Kautschuk vollkommen fest an der äußeren Metallhülse c haftet, so daß keinerlei besondere Verbindungsmittel mehr erforderlich sind-Man kann auch noch zusätzliche Befestigungsmittel nachträglich anbringen, z.B. indem man durch die Schichten b und c Niete hindurchzieht oder das künstliche Glied c mit Aussparungen versieht, in die der Kautschuk eintritt, o. dgl. mehr.
  • Als Stoff für die Herstellung des äußeren Teiles c des künstlichen Beines verwendet man vorzugsweise Aluminium oder eine Aluminiumlegierung oder ein sonstiges Leichtmetall. Die Erfindung ist aber bei Metallen jeder Art anwendbar und auch bei anderen Körpern, die sich zur Herstellung von künstlichen Gliedern eignen und die Vulkanisierungswärme aushalten.
  • Verwendet man zur Herstellung des äußeren Teiles c Metall, so wird dieses vorzugsweise nahtlos verarbeitet, d. h. aus einem Rohr von geeignetem Querschnitt und von geeigneter lichter Weite wird die gesamte Form des Beines z. B. durch Hämmern getrieben. Man kann hierzu aber auch mechanische Mittel verwenden. Eine solche nahtlose Hülse hat den Vorteil der größeren Festigkeit, so daß die Blechstärke nur gering zu sein braucht, wodurch das künstliche Glied also sehr leicht wird.
  • An die fertige, gemäß der Erfindung hergestellte Doppelhülse b, c werden dann in bekannter und an sich beliebiger Weise, wenn es sich um ein künstliches Bein handelt, der Fuß oder eine Bandage oder sonstige Zubehörteile angebracht.
  • Das Verfahren ist auch für die Herstellung von Hülsen zu orthopädischen Apparaten oder Vorrichtungen verwendbar, bei denen ein Anpassen an einen Teil des menschlichen Körpers erforderlich ist.
  • Das Verfahren kann auch in der Weise ausgeübt werden, daß man den Kautschuk zuerst an der Innenseite der äußeren Hülse anklebt und dann die Form des Körperteils hineindrückt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von hohlen -künstlichen Gliedern o. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Modell des Körperteils und der den Ersatz des letzteren darstellenden Hülse plastischer Kautschuk in der Weise eingebracht wird, daß er entweder erst auf das Modell gelegt und über dieses die Gliedhülse geschoben wird, oder daß der Kautschuk in die Hülse eingelegt und in diese das Modell eingedrückt wird, worauf dann der eingebrachte Kautschuk festgestopft und vulkanisiert wird.
DEL70225D 1927-11-12 1927-11-12 Verfahren zur Herstellung von hohlen kuenstlichen Gliedern Expired DE487350C (de)

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DE487350C true DE487350C (de) 1929-12-06

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE9014332U1 (de) * 1990-10-16 1990-11-29 Hennicke, Lutz, 7500 Karlsruhe Unterschenkelprothese

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE9014332U1 (de) * 1990-10-16 1990-11-29 Hennicke, Lutz, 7500 Karlsruhe Unterschenkelprothese

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