DE487729C - Verfahren zum Blankgluehen, insbesondere von schwer blankgluehbaren Metallen - Google Patents
Verfahren zum Blankgluehen, insbesondere von schwer blankgluehbaren MetallenInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
- Verfahren zum Blankglühen, insbesondere von schwer blankglühbaren Metallen Beim Betrieb von Blankglüheinrichtungen unter Verwendung von Schutzgas hat man im wesentlichen zwei Ziele im Auge: In erster Linie will man ein tadellos blankgeglühtes Gut erhalten, das keine Spur von Glührändern o. dgl. aufweist, und zweitens will man den Schutzgasverbrauch möglichst niedrig halten.
- Man arbeitete ursprünglich in der Weise, daß man von Beginn der Erwärmung an so lange Wasserstoff oder andere Schutzgase durch den Glühbehälter durchströmen ließ, bis das gesamte, auf dem eingesetzten Glühgut vorhandene Oxyd reduziert war. Nach beendeter Reduktion schloß man das aus dem°Ofen führende Gasableitungsrohr und hielt nur das zum Ofen führende Gaszuleitungsrohr offen, um zu bewirken, daß der durch die Abkühlung des Schutzgases verursachte Unterdruck im Ofen durch nachströmendes Schutzgas ausgeglichen wurde und nicht etwa Luft durch undichte Stellen der Ofenwandungen in das Ofeninnere eindringen konnte. Bei Metallen, die sehr leicht blankzuglühen sind, wie beispielsweise Kupfer, mag diese Arbeitsweise zu einem einwandfreien Ergebnis führen; es gelingt jedoch auf diese Weise nicht, beispielsweise Eisenbleche in wirklich blankem Zustand zu erhalten. Diese weisen vielmehr stets Glühränder auf.
- Da man glaubte, daß diese Glühränder darauf zurückzuführen seien, daß trotz des Nachströmens von Wasserstoff oder anderem` Schutzgas auch noch gewisse Mengen Luft während des Abkühlens in das Ofeninnere eindrängen, suchte man diesem Übelstand später dadurch zu begegnen, daß man während der Abkühlperiode das Schutzgas nicht nur nachströmen ließ, sondern den Schutzgasstrom während der gesamten Abkühlperiode gegenüber dem während der Anheizzeit noch verstärkte. Während man also zur eigentlichen Reduktion vorhandener Oxyde nur einen mäßig starken Schutzgasstrom durch den .Ofen leitete, sorgte man dafür, daß der Schutzgasstrom während der Abkühlzeit verstärkt war. Der Erfolg war der, daß die Glühränder weitgehend vermieden wurden; dafür mußte man aber einen außerordentlich hohen Schutzgasverbrauch in Kauf nehmen.
- Gemäß der Erfindung hält man ebenfalls während der Anheizperiode den Schutzgasstrom verhältnismäßig schwach, verstärkt ihn aber nach erreichter Höchsttemperatur und gleichmäßiger Durchwärmung des Glühgutes für eine verhältnismäßig kurze Zeit und hält ihn während der Abkühlungsperiode wieder schwach. Das gemäß der Erfindung geglühte Material kann dem Ofen vollständig blank und ohne Glühränder entnommen werden. Insbesondere werden Eisen und ähnlich schwer blankglühbare Metalle in einwandfreiem Zustand erhalten.
- Der Grund für die Wirkung des neuen Verfahrens kann vielleicht darin gesucht werden, daß während des Anheizens durch Reaktion zwischen dem Schutzgas und den auf dem Glühgut befindlichen Oxyden Wasserdampf, Kohlensäure u. dgl. gebildet werden, die sich beispielsweise bei Blechstapeln zwischen den einzelnen Blechlagen teils als Gase, teils als Dämpfe festsetzen. Dasselbe gilt beispielsweise für Wasserdampf, der etwa in dem Ofenmauerwerk vorhanden ist. Durch den kurzseitigen, verstärkten Schutzgasstrom werden diese Verunreinigungen herausgespült, während sie bei nur langsamem Durchleiten von Schutzgas im Ofen verbleiben können. Ein Verbleiben der Verunreinigungen im Ofen ist aber durchaus schädlich, da beispielsweise Wasserstoff, der durch eine gewisse Menge Wasserdampf verunreinigt ist, beispielsweise bei = ooo° reduzierend, bei 6oo oder 7oo° dagegen oxydierend auf ein bestimmtes Metall wirkenIkann. Diese Tatsache findet ihre experimentelle Bestätigung dadurch, daß durch Wasserdampf verunreinigter Wasserstoff, der nacheinander über Eisen von z ooo ° und solches von 700' geleitet wird, bei einem bestimmten Wasserdampfgehalt auf das auf dem Eisen etwa vorhandene Oxyd bei x ooo° reduzierend, auf blankes Eisen bei 700° oxydierendjwirkt. Leitet man dagegen einen durch Wasserdampf verunreinigten Wasserstoff, der auf Eisen bei 700' noch reduzierend wirkt, nachher über oxydhaltiges Eisen bei r ooo°, so wird auch auf diesem befindliches' Oxyd noch reduziert. @ Es ist demnach beim Blankglühen von beispielsweise Eisen erforderlich, bei der höchsten Glühtemperatur den vorhandenen Wasserdampf sowie andere etwa aus dem Mauerwerk herrührende Verunreinigungen und Reaktionsprodukte so weitgehend zu entfernen, daß auch bei niedrigen Temperaturen der Wasserstoff noch reduzierend wirkt. Mit anderen Worten: Es ist erforderlich, schon bei hoher Temperatur den Wasserdampfgehalt des Wasserstoffes unter die Grenze zudrücken, bei der der verunreinigte Wasserstoff bei niedrigerer Temperatur, beispielsweise bei 6oo°, oxydierend wirken würde. Die Wirkung des Verfahrens gemäß der Erfindung wird noch verstärkt, wenn man beispielsweise in einer Blankglüheinrichtung, die Mauerwerk enthält oder bei der Teile eines schutzgaserfüllten Raumes niedrigere Temperatur als das Glühgut besitzen, unmittelbar um das Glühgut noch einen besonderen leichten Kasten anordnet, der nicht notwendigerweise dicht zu sein braucht, oder wenn man das Glühgut flüchtig mit einigen Blechstücken umwickelt und den verstärkten Schutzgasstrom vorwiegend in das Innere des so gebildeten Raumes unmittelbar auf das Glühgut leitet. Durch diese Maßnahme wird vermieden, daß aus dem Ofenmauerwerk herrührender Wasserdumpf oder aus dem Mauerwerk durch Reaktion mit dem Schutzgas gebildete Verunreinigungen an das Glühgut, beispielsweise in das Innere eines Blechstapels, gelangen und sich dort festsetzen können.
Claims (1)
- PATIENTANSPRÜCIIE: r. Verfahren zum. Blankglühen, insbesondere schwer blankglühbarer Metalle wie Eisen, unter Verwendung eines Schutzgasstromes, dadurch gekennzeichnet, daß während des Anheizens und Abkühlens ein schwacher, nach Erreichung der Höchsttemperatur und gleichmäßiger DurcEwärmung des Glühgutes aber kurzzeitig ein verstärkter Schutzgasstrom durch die Blankglüheinrichtung geleitet wird. a. Verfahren nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß das blankzuglühende Gut innerhalb der Blankglühvorrichtung in einem besonderen, nicht notwendigerweise dichten Kasten untergebracht oder mit Blechstücken umwickelt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEH106884D DE487729C (de) | 1926-06-13 | 1926-06-13 | Verfahren zum Blankgluehen, insbesondere von schwer blankgluehbaren Metallen |
Applications Claiming Priority (1)
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| DEH106884D DE487729C (de) | 1926-06-13 | 1926-06-13 | Verfahren zum Blankgluehen, insbesondere von schwer blankgluehbaren Metallen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE487729C true DE487729C (de) | 1929-12-12 |
Family
ID=7170165
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEH106884D Expired DE487729C (de) | 1926-06-13 | 1926-06-13 | Verfahren zum Blankgluehen, insbesondere von schwer blankgluehbaren Metallen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE487729C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE957221C (de) * | 1953-05-24 | 1957-01-31 | Dr Jakob Bingel | Verfahren zum Gluehen von Transformatorenblechen in luftdicht abgeschlossenen Behaeltern |
-
1926
- 1926-06-13 DE DEH106884D patent/DE487729C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE957221C (de) * | 1953-05-24 | 1957-01-31 | Dr Jakob Bingel | Verfahren zum Gluehen von Transformatorenblechen in luftdicht abgeschlossenen Behaeltern |
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