DE488575C - Verfahren zur Herstellung von Druckwalzen zum Bedrucken endloser Bahnen nach dem Dreifarbentiefdrucksystem - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Druckwalzen zum Bedrucken endloser Bahnen nach dem DreifarbentiefdrucksystemInfo
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Description
Die zum Bedrucken von Papier oder Geweben in endlosen Bahnen notwendigen Druckwalzen
werden bisher hauptsächlich nach zwei Verfahren hergestellt. Für den Zeugdruck wird
das in der Zeichnung vorliegende Muster in die einzelnen Farben zerlegt und für jede
Farbe eine Walze mittels Handgravur, Pantographengravur oder Molettengravur hergestellt.
Die zweite Art, das sogenannte Tiefdruckverfahren, arbeitet so, daß von der vorliegenden
Zeichnung im Wege der subjektiven Farbenauslese auf photomechanischem Wege drei Bilder gemacht werden, welche den Gehalt an den
drei Reinfarben Gelb, Rot, Blau zeigen. Durch Umdrucken der aus den Negativen hergestellten
Diapositive über Chromgelatinepapier (Pigmentpapier) auf die Kupferform und nachheriges
Ätzen dieser mit Eisenchlorid erhält man drei Druckformen, mit deren Hilfe man entsprechende
Farben aufdrucken und so das Muster naturgetreu wiedergeben kann (Dreifarbentiefdruckverfahren).
Das Dreifarbentiefdruckverfahren hat bisher für endlose Muster, wie sie im Zeug- undTapetendruck
vorkommen, keine Anwendung gefunden, und zwar deshalb, weil es nicht gelungen ist,
nach dem oben angedeuteten Verfahren zur Herstellung der Druckformen das genaue Passen
(Rapportieren) der drei Teilbilder zu ermöglichen. Die Schwierigkeit liegt darin, daß bei
der Übertragung der Diapositive mit Pigmentpapier die Dehnung des nassen Papiers nie
so genau berechnet werden kann, daß wirklich endlose, in sich geschlossene Muster auf eine
Walze übertragen werden können. Als zweiter Übelstand kommt hinzu, daß beim Druck abgenutzte
oder beschädigte Walzen nicht repariert werden können, wie dies beim Molettierverfahren
leicht möglich ist, sondern ganz neue Walzen hergestellt werden müssen.
Die Erfindung ermöglicht nun die Anwendung des Dreifarbendruckes für endlose, stets
wiederkehrende Muster. Sie geht ebenfalls davon aus, daß von den wiederzugebenden,
genau für den Umfang der zu gravierenden Walzen hergestellten Muster nach dem System
der subjektiven Farbenauslese auf photomechanischem Wege drei Negative hergestellt
werden, welche dem Gehalte des Originals an reinem Gelb, Rot und Blau entsprechen.
Diese drei einzelnen Farbenbilder werden in Gestalt der Negative oder allenfalls daraus
hergestellter Positive auf die Muttermolette, einen Stahlzylinder, dessen Umfang einem
Bruchteil des Umfanges der zu gravierenden Kupferwalze entspricht, übertragen. Diese
Übertragung kann auf verschiedene Art und Weise ausgeführt werden. Hier werden zwei
Arten der Übertragung beschrieben.
I. Das in bekannter Weise, etwa mittels Formaldehyd, gehärtete Positiv wird mit einer
Metalldruckfarbe eingewalzt, dann auf ein Papier übertragen, dessen Oberfläche mit Paraffin
überzogen ist (und zwar auf die Paraffinfläche), und dann von dem Papier auf den
ίο Stahlzylinder aufgequetscht. Das Papier wird abgezogen und das auf der Muttermolette bleibende
Bild von Hand graviert.
II. Von den Negativen wird ein dem sich wiederholenden Rapport entsprechender Teil
auf ein lichtempfindliches, rastriertes Pigmentpapier kopiert. Wird nun dieses Pigmentpapier
auf einen verkupferten Stahlzylinder, dessen Umfang der Größe des Rapports entspricht,
übertragen und mit Eisenchlorid geätzt, so
ao entsteht auf der Muttermolette ein dem Negativ
entsprechendes Bild, das von Hand aus leicht graviert, d. h. in diesem Falle einfach tiefer
gestochen und in der üblichen Weise mit Salpetersäure geätzt werden kann.
Die auf die eine oder andere Art erhaltene gravierte bzw. geätzte Muttermolette wird auf
eine weiche Stahlwalze aufgepreßt, wobei ein Relief entsteht. Dieses wird gehärtet und auf
dem Molettierstuhl auf die Walze aufgepreßt, so daß auf dieser ein endloses Muster erzeugt
wird. Mit Hilfe dieser Walzen kann nach dem Dreifarbensystem jede beliebige Anzahl von
Farben des Originals im Druck wiedergegeben werden; durch Veränderung der Farben lassen
sich alle erdenklichen Variationen in der Farbgebung des Musters erzielen. Das vorhandene
Relief ermöglicht leicht das Nachpressen der Walzen und gewährleistet eine praktisch endlose
Haltbarkeit des Musters.
Claims (3)
- Patentansprüche:I. Verfahren zur HersteEung von Druckwalzen zum Bedrucken endloser Bahnen nach dem Dreifarbentiefdrucksystem, dadurch gekennzeichnet, daß man jedes den drei Grundfarben entsprechende Negativ oder die daraus hergestellten Positive auf einen Stahlzylinder, dessen Umfang einem Bruchteil des Umfanges der Druckwalze entspricht, überträgt und dort tief graviert, worauf man in bekannter Weise den Stahlzylinder auf eine weiche Stahlwalze aufpreßt, diese härtet und sie schließlich auf die Formwalze aufpreßt.
- 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Diapositiv mit Druckfarbe eingefärbt, diese auf Papier übertragen und letzteres auf einen Stahlzylinder aufgequetscht wird, wo man das Bild von Hand graviert.
- 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man dienegativenTeübilderauf lichtempfindliches, rastriertesPigmentpapierkopiert, von diesem auf einen verkupferten Stahl zylinder umdruckt, das Bild ätzt, von Hand aus graviert und abermals ätzt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT314951T | 1928-07-05 |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE488575C true DE488575C (de) | 1930-01-06 |
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ID=31892540
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA54856D Expired DE488575C (de) | 1928-07-05 | 1928-07-24 | Verfahren zur Herstellung von Druckwalzen zum Bedrucken endloser Bahnen nach dem Dreifarbentiefdrucksystem |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
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| GB (1) | GB314951A (de) |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR677467A (fr) | 1930-03-11 |
| GB314951A (de) | 1930-05-01 |
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