-
Anordnung zur Fernsteuerung von Anlagen mit Umformern, insbesondere
Transformatoren In elektrischen Anlagen werden ferngesteuerte Schalter häufig mit
Kraftspeicherantrieben versehen, die von Hand oder auf elektrischem Weg, z. B. mittels
eines Motors, aufgeladen und zum Einschalten des betreffenden Schalters ausgelöst
werden. Als Speichermittel dienen im allgemeinen Federn, Druckluft oder Gewicht.
Die Anordnungwird häufig so getroffen, da.ß der Kraftspeicher nicht erst zu Beginn
des Einschaltvorganges geladen, sondern dauernd geladen gehalten wird, so daß der
-Schalter zur Einschaltung nur der Auslösung des Kraftspeichers bedarf. Werden derartige
Kraftspeicherantriehe zur Betätigung von ölschaltern verwendet, die zum Anschluß
von Netztransformatoren an ein Hochspannungsnetz dienen, und steht außer der Niederspannung
des einzuschaltenden Transformators keine andere Betätigungsspannung für den Aufzugsmotor
des Kraftspeichers zur Verfügung, so ergibt sich folgender Nachteil. Wird der ölschalter
durch Fernsteuerung eingeschaltet, so wird der Kraftspeicher hierbei vollkommen
entladen. Wenn nun z. B. infolge Überlastung des Transformators der Ölschalter sofort
wieder ausschaltet, so besteht keine Möglichkeit, ihn ohne weiteres nochmals einzuschalten,
da die Energie des Kraftspeichers für die erste Einsckaltung verbraucht ist, und
Niederspannung zum elektrischen Wiederaufladen des Speichers nicht mehr zur Verfügung
steht. Es ist vielmehr erforderlich, den Kraftspeicher von Hand, z. B. mittels einer
Kurbel, wieder aufzuladen. Erst dann kann die Einschaltung des Ölschalters wiederholt
werden.
-
Diese Betätigung von Hand bedeutet bei ferngesteuerten Anlagen einen
schweren betriebstechnischen Nachteil, da die Entsendung von Personal erforderlich
wird, wodurch sich lange Unterbrechungen des Betriebes ergeben, die ,reit Rücksicht
auf die Verbraucher besonders unerwünscht sind. Die Vorteile der Fernsteuerung werden
durch diese Nachteile der Kraftspeicherantriebe großenteils wieder aufgehoben. Die
geschilderten Nachteile machen sich in gleicher Weise geltend, wenn es. sich nicht
um die Schaltung von entfernt liegenden Netzteilen handelt, sondern wenn beispielsweise
Schalter innerhalb eines Kraftwerkes von einer Kommandostelle aus fernbetätigt werden.
-
Die Mängel. könnten zwar dadurch behoben werden, daß die Kraftspeicher
für mehrmaliges Einschalten nach einmaligem Aufziehen bemessen werden. Hierbei ergeben
sich jedoch konstruktive Schwierigkeiten, ferner beansprucht der Kraftspeicher wesentlieh
mehr
Platz und wird erheblich verteuert. Diese Ausführung wird also unwirtschaftlich,
weil für immerhin selten eintretende Betriebsfälle ein verhältnismäßig hoher Kapitalaufwand
erforderlich ist.
-
Gemäß der Erfindung werden die Nachteile der bekannten Anordnungen
in einfacher Weise dadurch vermieden, daß die Ladevorrichtung des Kraftspeichers
derart an die Sekundärseite des Transformators angeschlossen ist, daß der Kraftspeicher
auch dann geladen werden kann, wenn der die Belastung des Transformators einschaltende
Lastschalter offen ist. Hierdurch wird @es ermöglicht, den Kraftspeicher wieder
aufzuladen, bevor der Transformator belastet ist, also bevor die Möglichkeit besteht,
da.ß der Anschlußschalter- den Transformator abschaltet und damit die elektrische
Wiederaufladung des Kraftspeichers unmöglich macht. Zweckmäßig wird der Lastschalter
mit dem Kraftspeicher des Anschlußschalters derart verriegelt, daß der Lastschalter
nur bei aufgeladenem Kraftspeicher eingeschaltet werden kann.
-
Unter Anschlußschalter im Sinne der Erfindung ist derjenige Schalter
zü verstehen, der den Anschluß des Transformators an das ihn speisende Netz bewirkt,
während unter Lastschalter jeder die betriebsmäßige Belastung des Transformators
direkt oder dndirekt bewirkende Schalter verstanden werden soll.
-
In der Zeichnung isst ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Der Transformator b ist über den Anschlußschalter a hochspannungsseitig an reime
durch Sammelschienen d angedeutete Stromquelle angeschlossen. Auf der Niederspannungsseite
des Transformators ist ein Schalter e vorgesehen, welcher den Transformator mit
dem Verbrauchernetz, dargestellt .durch ein Niederspannungssammelschienensystem
,e mit , Abzweigen f, g und lt, verbindet. Als Kraftspeicher wirkt das Gewichts,
welches durch einen Seilzug mit der Trommel h verbunden ist und mittels des Motors
s um einen bestimmten Betrag gehoben werden kann. In seiner Ladestellung, d. h.
bei angehobenem Gewicht, ist der Kraftspeicher durch eine Sperrunga am. seiner Auslösung
'verhindert. Eine Schaltspule o kann automatisch oder mittels Fernsteuerung erregt
werden, wodurch die Sperrung tt den Kraftspeicher freigibt -und damit die Einschaltung
des Anschlußschalters a bewirkt. Sobald'. ,der Schaltera geschlossen isst, bekommt
die Niederspannungswicklung des Transformators Spannung, der Lastschalter e bleibt
jedoch zunächst offen. Der Kraftspeichermotor i, der ;vor dem Schalter c an die
Niederspannungsseite ,angeschlossen ist, läuft nunmehr an und beginnt das Gewicht
wieder hochzuziehen. Erst wenn die Rufladung des Kraftspeichers beendet ist, kann
der Lastschalter c eingeschaltet werden, da nur in der oberen Endstellung des Gewichtes
t der Kontakt m geschlossen ist, der in Reihe mit der Einschaltspule p des Lastschalters
c liegt. Der Transformator kann also erst dann belastet werden, wenn der Kraftspeicher
durch den leerlaufenden Transformator wieder voll aufgeladen ist. Hierdurch ist
in wirkungsvoller Weise verhindert, daß bei -einer sofortigen Wiederauslösung des
Lastschalters c infolge Überlast oder Kurzschluß im Sekundärnetz der Kraftspeicher
entladen und dadurch eine fernbetätigte oder selbsttätige Wiedereinschaltung des
Anschlußschalters unmöglich gemacht ist. Durch den Kontakt m könnte an. Stelle des
Einschaltmagneten p auch ein Sperrmagnet o. dgl. gesteuert werden. Man kann z. B.
den Lastschalter e ebenfalls mit Kraftspeicher ausführen und diesen durch den Kontakt
rn auslösen.
-
Ist nur der Anschlußschalter mit auf überstrom ansprechenden Auslösevorrichtungen
versehen, so muß Vorkehrung getroffen werden, @daß beim Ausschalten des Anschlußsehalters
der Transformator auch von seinem Niederspannungnetz abgetrennt . wird, damit die
Wiederaufnahme von Last nach idem Wzedereinschalten des Anschlußschalters so lange
verhindert wird, - bis der leerlaufende Transformator den Kraftspeicher wieder voll
aufgeladen hat. Dies läßt sich z. B. dadurch erreichen, daß Anschlußschalter und
Lastschalter mechanisch ,oder elektrisch derart miteinander gekuppelt ,werden, daß
durch Öffnen des Anschlußschalters zwangläufig auch der Lastschalter ausgelöst wird.
-
Arbeitet der Transformator niederspannungsseitig nicht unmittelbar
auf ein Wechselstromverteilu_ngssystem, sondern auf Gleichrichter oder rotierende
Umformer, so kann man die auf der Gleichstromseite vorhandenen Schalter .bzw :das
den Zündkreis des Gleichrichters steuernde Organ als Lastschalter im Sinne der Erfindung
benützen und -entsprechend mit dem Kraftspeicherantrieb des AnseMußschalters verriegeln.
-
Sofern auch der Lastschalter mit deinem Kraftspeicher ausgerüstet
äst, kann die Einrichtung sogetroffen werden, daß der Kraftspeicher des Lastschalters
durch die Einschaltbewegung des Anschlußschalters aufgeladen wird, und erst dann
ausgelöst werden kann, wenn der Kraftspeicher des Anschlußschalters mittels der
Niederspannung des- im übrigen leerlaufenden Transformators wieder aufgeladen ist.
-
Ist der Lastschalter des Transformators mit einer an sich bekannten
Wiedereinschaltvorrichtung
versehen, beispielsweise als Rückwattschalter
ausgebildet, welcher nach Abschalten des Anschlußschalters infolge des vom Niederspannungsnetz
in den Transformator fließenden Magnetisierungsstromes ausschaltet und automatisch
den Schalter wieder einlegt, wenn die Transformatorenniederspannung wieder erscheint,
so wird erfindungsgemäß die Wiedereinschaltung des niederspannungsseitigen Rückwattschalters
so lange verhindert, bis nach dem Einschalten des Anschlußschalters dessen Kraftspeicher
wieder aufgeladen ist.