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Dreiphasenstromschalter Gegenstand der Erfindung ist ein Schalter
für Wechselstrom, insbesondere Dreiphasenstrom. Der vorliegende verbesserte Schalter
ist in erster Linie zum Steuern von kleinen Einheiten bestimmt, wie sie z. B. in
Gestalt der einzelnen Motoren zum Antreiben der Spindeln von Spinnmaschinen vorhanden
sind.
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Bei dein neuen Schalter handelt es sich vor allem darum, eine einfache
Bauart zu erreichen, bei der nur wenige Teile vorhanden sind, die sämtlich gegen
Zerfressen oder anclerweitige Zerstörung geschützt sind, so daß die Kontakte stets
vollkommen rein bleiben und der Schalter stets voll arb:itsfähig ist. Das Wesentliche
bei dein neuen Schalter besteht aus sechs parallelen und in einiger Entfernung voneinander
angeordneten Stäben, von denen jeder zwei federnde, übereinander angeordnete Kontakte
trägt. Diese bilden insgesamt zwei Gruppen von je sechs Kontakten, von denen die
eine Gruppe oberhalb, die andere unterhalb einer senkrecht beweglichen Scheibe liegt,
auf der sich drei Kontaktplatten befinden. Die Scheibe sitzt fest an einer senkrechten,
längsbeweglichen Spindel, mittels deren die drei Kontaktplatten sowohl gegen die
oberen als auch gegen die unteren Kontakte bewegt werden können, so daß durch jede
der Kontaktplatten zwei obere bzw. zwei untere Kontakte leitend miteinander verbunden
sind. Die Köntakte an der einen Seite der axial beweglichen Scheibe mit den Kontaktplatten
sind für die eine Stromrichtung, die an der anderen Seite der Scheibe bzw. der Kontaktplatten
--für die andere Stromrichtung bestimmt. Diese gesamte Kontakteinrichtung ist in
eine Kammer eingeschlossen, welche mit Öl gefüllt ist, und über dieser Kammer befindet
sich ein von ihr getrenntes Gehäuse, welches die Leitungsklemmen sowie gewisse übertragungsmittel
zum senkrechten Bewegender erwähnten Spindel enthält. Das eigentliche Betätigungsmittel
für :den Schalter, ein Hebel oder ein Griff, sitzt außen an dem genannten Gehäuse,
und dieses ist mit einem Schmiermittel gefüllt.
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Der Erfindungsgegenstand ist -in beispielsweiser Ausführungsform in
den Zeichnungen veranschaulicht, in denen Abb. i eine Draufsicht auf den Schalter
bzw. auf das Gehäuse und die Kammer mit dien in beiden befindlichen Teilen zeigt,
wobei jedoch der obere Verachluß:deckel abgenommen ist. Abb. z zeigt einen senkrechten
Schnitt durch die Gesamteinrichtung. Abb. 3 stellt ein in nur kleinem Maßstube gezeichnetes
Leitungsschema dar.
In Abb. 2 bezeichnen a und b zwei aus Isoliermaterial
bestehende Platten oder Scheiben, von denen sich b unterhalb von a befindet. Diese
Scheiben sind durch sechs parallele, in einiger Entfernung voneinander angeordnete
Stäbe c, d, e, f, g, h (Abb. i) verbunden. In der Mitte zwischen diesen Stäben
befindet sich eine senkrechte Spindel i, an der eine aus Isoliermaterial bestehende
Scheibe j befestigt ist. Diese trägt drei überstehende Kontaktplatten k, ua, ya-,
deren Lage und Gestalt in Abb. i punktiert dargestellt ist. Die Spindel
i mit der Scheibe j und den Platten k wird durch eine die Spindel unten umgebende
Schraubenfeder o in einer gewissen mittleren Lage erhalten, in der der Schalter
von den Leitungen bzw. vom Netz abgeschaltet ist.
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Jeder der sechs Stäbe c, d, e, f, g, la trägt zwei federnde
Kontakte, und zwar einen oberen Kontakt s und einen unteren Kontakt t. Die eigentlichen
stromschließenden Teile dieser Kontakte liegen einander gegenüber. ,d. h. die oberen
Kontakte sind nach unten gerichtet, die unteren nach oben, und zwischen ihnen befindet
sich die Scheibe j Inlt den Kontaktplatten k, ztt, it. Sowohl .die oberen Kontaktes
als auch die unteren t, bilden je zwei Gruppen aus drei Kontakten, und zwar liegen
die Kontakte der einen Gruppe versetzt zu denen der anderen, d. h. an drei anderen
Stäben, also beispielsweise an den Stäben d, f und la, die zwischen sich
die Stäbe c,. e und g haben.
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Die zu einer Gruppe von dreien gehörenden oberen Köntakte sind mit
den Stäben, an denen sie sitzen, leitend verbunden, und dasselbe ist bei dreien
der unteren Kontakte der Fall, die mit den anderen drei Stäben leitend verbunden
sind. Die anderen drei oberen und die anderen drei unteren Kontakte sind von den
Stäben, an denen sie befestigt sind, isoliert. Die erstgenannten drei Stäbe sind
mit den Austrittsklemmen des Schalters leitend verbunden, die anderen drei Stäbe
mit den Eintrittsklemmen. Diese Anschlüsse sind aus der Abb. 3 ersichtlich, in der
auf der einen Seite A, B und C und auf der anderen Seite D, E und F die Leitungen
bezeichnen, zwischen die der Apparat eingeschaltet ist. Die Leitungen A, B und C
stehen mittels der Klemmen 6, 5 und ¢ mit den Stäben f, d und h und
somit z. B. mit den entsprechenden oberen Kontakten 3 in Verbindung und sind die
stromzuführenden Leitungen, wohingegen die Leitungen D, E und F zu dem Motor führen;
sie sind an die Stäbe g, e und c und somit an die entsprechenden unteren Kontakte
t angeschlossen.
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Weitere Verbindungsleitungen zwischen entsprechenden oberen Kontakten
3 und unteren Kontakten t ergeben dann eine Schaltung, :durch die der Motor in seiner
Strom-und somit Drehrichtung umgeschaltet wird, wenn die Kontaktplatten der Scheibe
j von den Kontakten s wegbewegt und an die Kontakte t gelegt werden.
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Die in die Netzdrähte A, B, C eingesetzten Klemmen, an die
der Schalter angeschlossen ist, befinden sich in einem oberen Gehäuse 2 (Abb. 2),
das durch einen Deckel dicht verschlossen werden kann. Am Boden dieses Gehäuses
ist.ein Behälter 3 befestigt, der die gesamten` unteren Kontaktteile umschließt
und ständig mit Öl gefüllt ist.
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Das obere Gehäuse enthält auch die Übertragungsmittel zum senkrechten
Bewegen der Spindel i, und zwar bestehen diese zunächst aus einer das Gehäuse 2
durchquerenden Welle q, die mittels eines an ihrem äußeren Ende befestigten Hebels
oder Griffs r in der einen oder anderen Richtung gedreht werden kann, wobei ein
innerer Hebel oder Arm p die Spindel i mit den an ihr befestigten Teilen
hebt oder senkt, also die Kontaktplatten k, m, n an die Kontakte s oder an die Kontakte
t legt. Auf der Welle q sitzt auch ein Daumenstück x, gegen das ständig eine Rolle
w unter dem Zug einer Schraubenfeder,- gedriiclct wird. Diese Feder greift -in einen
gekrümmten Alm y an, der an seinem unteren Ende die Rolle w hält. In der Ruhelage,
also wenn der Motor abgeschaltet ist, nimmt die Scheibe j, wie bereits erklärt,
die in Abb.2 dargestellte Lage ein, in der sie durch die Feder o erhalten wird.
Solange der Motor in normaler Richtung umlaufen soll, liegen die Kontaktplatten
den Kontakten s an, in welcher Lage sie durch die Reibung zwischen der Rolle w und
dem Daumenstiick x unter dem Zug der Feder z erhalten werden. In diese
Stellung sind diese Teile durch Herunterdrücken des Hebels r gebracht worden. Wenn
der Motor aber kurze Zeit hindurch in umgekehrter Richtung laufen soll, also wenn
die Kontaktplatten den Kontakten t anliegen sollen, wobei die Feder o zusammengepreßt
werden muß, wird der Hebel r angehoben und muß von Hand angehoben gehalten bleiben.
Wird er losgelassen, so bewegt die Feder o die Scheibe in :die Mittellage zurück,
wodurch der Motor ausgeschaltet wird.
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Dadurch, daß die eigentlichen Kontaktteile s und t federnd gelagert
sind, werden sie beim Bewegen der Kontaktplatten gegen sie gegen übermäßige Beanspruchung
geschützt, was für das dauernd zuverlässige Arbeiten des Schalters von Bedeutung
ist.