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Doppelsteppstichnähmaschine zur Herstellung von Nähten bestimmter
Länge Bei Nähmaschinen, die eine Reihenfolge von Nähten, bestimmter Länge herstellen,
wie beispielsweise Doppelsteppstichmaschinen zum Annähen der Sohle an den Schuhrand,
zeigt sich öfter die Erscheinung, daß der Greiferfaden zu Ende geht, ehe die Naht
vollendet ist. Bei der Fortsetzung der Naht nach dem Einsatz einer frischen Spule
entstehen dann leicht schlechte Stellen in der Naht, die das Aussehen des Werkstückes
verderben, ganz abgesehen von dem durch das Abbrechen und Wiederanfangen der Arbeit
sich ergebenden Zeitverlust.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun eine Maschine, bei welcher
das Auslaufen des Fadens durch eine Art von Wächtervorrichtung angezeigt wird. Diese
Wächtereinrichtung tritt in Wirkung, wenn die Maschine nach Vollendung eines Werkstücke
stillgelegt wird und prüft jedesmal, ob der im Greifer noch vorhandene Fadenvorrat
für ein neues Werkstück ausreicht. Ist dies nicht der Fall, so gibt die Wächtervorrichtung
ein Zeichen. Am besten ist es, wenn die Wächtervorrichtung, falls der Fadenvorrat
nicht ausreicht, die Spule aus dem Greifer herausdrückt, so daß der Arbeiter ohne
Zeitverlust eine neue Spule einsetzen kann. Die Wächtervorrichtung kann in der Weise
wirken, daß bei nahezu aufgebrauchtem Faden die Umlaufrichtung der Spule umgekehrt
wird, indem das letzte Ende des Fadens anders herumgewickelt ist. Die Wächtervorrichtung
wirkt mit der bei derartigen Maschinen übliehen Abstellvorrichtung zusammen, welche
bewirkt, daß bei der Freigabe des Anlaßtrethebels bei Vollendung der Arbeit der
letzte Ulinlauf der Maschine mit geringer Geschwindigkeit vor sich geht. Dieses
Getriebe bewirkt dann, daß ein Ausstoßhebel die Spule aus dem Greifer herausdrückt.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
veranschaulicht.
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Abb. i ist eine Vorderansicht des linken Teiles des Maschinenkopfes;
Abb. 2 ist ein Grundriß zu Abb. i ; Abb.3 zeigt in größerem Maßstabe eine Seitenansicht,
teilweise .im Schnitt; Abb. 4 bis 8 erläutern Einzelheiten; Abb. 9 bis 14 sind Einzeldarstellungen
des Greifers.
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Die dargestellte Doppelsteppstichnähmaschine entspricht im Gesamtaufbau
den üblichen Maschinen zum Andoppeln der Sohle von Rahmenschuhwerk mit einem Abstellgetriebe
nach den Patent 387239. Sie besitzt eine gebogene Hakennadel 2, einen Fadeneinleger
4, einen Fadengeber 6, einen umlaufenden Greifer 8, einen Fadenanheber io und einen
Tisch 14. Auf die im Greifer befindliche Fadenspule ist zunächst eine Fadenlänge,
die zum Nähen eines vollständigen Werkstückes nicht ganz ausreicht, in der einen
Richtung aufgewunden, und dann ist der Rest des Fadens in engegengesetzter Richtung
auf die Spule aufgewunden (vgl. Abb.9 und i2)_ Während des größten Teiles der Näharbeit
wird
somit die Spule 142 in ihrem Gehäuse 1a.4 durch den Zug des ablaufenden Fadens in
der Richtung der Pfeile (Abb.9 bis 12) gedr eht. (Abb. i i ist, vom Boden des Spulengehäuses
aus gesehen, umgekehrt wie die übrigen Abbildungen.) Wenn die Spule so weit geleert
ist, daß nur noch eine für ein Werkstück nicht ausreichende Fadenlänge vorhanden
ist, so dreht sich die Spule in umgekehrter Richtung (vgl. Abb.13 und 14). Dieser
Wechsel der Umdrehungsrichtung wird nun zur Steuerung des Fadenwächters benutzt.
Der Boden des Spulengehäuses 144 ist ausgeschnitten und trägt in seinem mittleren,
in den Ausschnitt hineinragenden Teil einen nach innen vorspringenden Bund 16o.
Auf diesen Bund ist eine Muffe 164 lose aufgesteckt, die durch eine in die Muffe
eingesetzte Schraube 162 gehalten wird. Das innere Ende der Muffe 164 ist mit einer
All-
zahl von axialen Einschnitten versehen, so daß nach außen federnde Zungen
gebildet sind. Die- übliche Fadenspule 142 wird auf die Muffe 164 aufgesteckt und
nimmt die Muffe bei der Drehung infolge der Reibung an den federnden Zungen mit.
Das untere Ende der Muffe trägt nun einen Finger oder Flügel 166, der in die Aussparung
des Bodens des Spulgehäuses eingreift. Wenn sich die Spule rechtsherum dreht, so
wird die "Lunge 166 so weit mitgenommen, .daß ihr Ende gegen eine Schulter i67 der
Aussparung trifft (Abb. iound i i). Bei Bewegung der Spule in umgekehrter Richtung
wird der Finger 166 von der Schulter 167 abgehoben und legt sich gegen die gegenüberliegende
Seite des Ausschnittes (Abb. 14). Mit dieser Zunge wirkt nun das bogenförmig ausg,@-bildete,
die Drehachse der Spule umgebende Ende eines Wächterarmes 17:2 zusammen. Wenn der
Finger die Stellung Abb. io und i i hat, so trifft der vorwärts schwingende Wächterarm
gegen die Zunge und wird durch diese in seiner Bewegung gehemmt. Hat die Zunge aber
die Stellung Abb. 14, so kann das Ende des Wächterarmes durch den Ausschnitt des
Spulengehäusebodens hindurchtreten (v g1. Abb. 8) und dabei die Spule 142 von der
Muffe 164 abschieben.
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Der Wächterarm 172 bildet einen Teil eines um eine feste Achse
170 lose drehbaren Hebels 168 und tat während desN ähens die Stellung Abb.
3 unter dem Greifer. Wenn aber bei Vollendung des Werkstückes der Kupplungsfußhebel
freigegeben und das Abstellgetriebe in Wirkung gesetzt wird, so schwingt der Hebel
168, und der Arm 172 bewegt sich auf den Greifer zu. Falls er bei dieser Bewegung
gegen die Zunge 166 trifft, wird seine Bewegung unterbrochen, und er schwingt dann
wirkungslos zurück. Trifft er aber nicht gegen die Zunge, so, wird er von der. Maschine
zwangläufig weiter vorgedrückt, um die Spule auszustoßen.
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Die elastische Sch"vingungsbewegung des Hebels 168 wird durch eine
Stange 174 hervorgebracht, die in einer durch die Schraube 178 mit dem Hebel 168
drehbar verbundenen Muffe 176 befestigt ist. Das andere Ende der Stange 174 trägt
einen Block 182, der in einen Auschnitt eines Tragarmes i 8o eingreift und durch
diesen gestützt wird, so daß die Stange 174 etwa in der in Abb. 3 ersichtlichen
Lage gehalten wird.
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Die Stange 174 wird von einer Muffe 184 (vgl. Abb. 6 und 7) umgeben,
die eine Feder 186 umschließt. Die Feder ist um die Stange 174 herumgewunden und
liegt zwischen zwei auf dieser Stange verschiebbaren Ringen 188 und igo. Die Muffe
184 hat an der linken Seite eine so große Öffnung, daß der Block 182, aber nicht
der Ring i go hindurchgeht, während die Öffnung an der rechten Seite der Muffe das.
Hindurchtreten des Endes der Muffe 176, aber nicht das Hindurchtreten des Ringes
188 gestattet.
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Die Muffe 184- `wird durch einen Hebel 192 hin und her bewegt, dessen.
gegabeltes Ende 196 zwischen zwei Flansche 198 der Muffe faßt. Wenn sich das Hebelende
196 nach links bewegt (Abb.6), so bringt die Muffe unter Vermittlung der Feder 186
eine Verschiebung der Stange 174 hervor, so daß der Wächterarm 172 sich nach vorn
bewegt, bis er durch Zusammentreffen mit der Zunge 166 angehalten wird. Die weitere
Bewegung des Gabelendes 196 bringt dann nur eine Zusammendrückung der Feder 186
hervor. Bei der Bewegung des Hebelarmes 196 nach rechts wird in entsprechender Weise
der Hebel 168 in entgegengesetzter Richtung gedreht, bis eine gegen eine feste Anschlagfläche
treffende Nase 214 seine Bewegung unterbricht.
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Der Hebel 192 ist um einen senkrechten Zapfen 194 schwingbar, der
in einem Gabelstift Zoo, 2o2 gelagert ist. Dieser Gabelstift ist im Maschinengestell
eingesetzt und wird r:urch Feder 204 und Mutter 2o6 etwas nachgiebig gehalten, derart,
daß die Achse 194 nachgeben kann, wenn die Bewegung des Hebels 192 unterbrochen
wird. Das linke Ende des Hebels 192 (Abb. 4 und 5) ist gleichfalls gegabelt und
greift zwischen zwei Flansche 2io eines Bundes 2o8, der durch Muttern 2i2 einstellbar
auf einem Stift 8o befestigt ist. Dieser Stift bildet einen Teil des mehrfach erwähnten
Abstellgetriebes und wird durch eine hier nicht zu beschreibende Vorrichtung beim
Loslassen des Kupplungsfußhebels auswärts (in Abb.4 nach unten)
bewegt,
um eine Schwingung des Hebels 192 um den Zapfen 194 hervorzubringen. Diese Bewegung
erfolgt, während die Maschine durch eine besondere Antriebsvorrichtung langsam weiterbewegt
wird.
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Die Bewegung des Stiftes 8o und damit die Bewegung des Wächterarmes
auf die Spule zu kann erfolgen, während das Spulengehäuse durch die letzte Nadelfadenschleife
hindurchgeht, also einen Schenkel der letzteren Schleife sich am Boden des Spulengehäuses
befindet. Damit nun der Wächterarm diese Nadelfadenschleife nicht fängt, ist eine
Vorkehrung getroffen, welche eine Vorwärtsbewegung des Wächterarmes so lange verhindert,
bis im Kreislauf der Maschine die Nadelschleife vom Boden des Spulengehäuses wegbewegt-
ist. Dies geschieht durch eine mit der Hauptwelle 134 der Maschine verbundene Kurvenfläche
216, an welcher der Block 182 anliegt. Die Kurvenfläche besitzt eine Aussparung
2i8, in welche der Block hineinfallen kann und die eine solche Stellung hat, daß,
wenn sie vor dem Block liegt, die Nadel die Fadenschleife angezogen hat, so daß
sie nicht mehr gefangen werden kann. In diese Aussparung 218 wird der Block 182
durch die bei der Bewegung des Hebels i92 gespannte Feder 186 hineingedrückt, wobei
sich der Arm 172 nach vorwärts bewegt.
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Solange der Fadenvorrat im Greifer noch ausreicht, wird auf diese
Weise bei jedem Abstellen der Maschine eine Hin- und Herschwingung des Wächterarmes
172, hervorgebracht, die aber wirkungslos bleibt. Falls jedoch der Faden zu Ende
geht, und die Zunge 166 nicht vor dein Ende des Wächterarmes i72 steht, so bewegt
sich der Arm unter dem Einfluß der Feder 186 etwas weiter als unter gewöhnlichen
Umständen und wird dabei mit einem festen Teil 226 des Hebels ig2 gekuppelt. Die
Kupplung wird durch eine Klinke 22o hervorgebracht, die durch den Zapfen 222 mit
einem Arm des Hebels 168 drehbar verbunden ist. Die Klinke wird durch eine Torsionsfeder
228 aufwärts bewegt, bis ihre obere Fläche an der unteren Fläche des Armes 226 des
Hebels 192 anliegt (_@bb. 3). Bei der normalen Arbeit gleitet der Hebelteil 226
über der Klinke 220 wirkungslos hin und her bis in die Stellung Abb. 6. Wenn nun
der Wächterarm nicht gegen die "Zunge 166 trifft, so kann der Hebel 16,3 etwas «-eiter
schwingen, und eine Schulter 22,4 fällt hinter dem Hebelteil 226 ein (Abb.7). Bei
der weiteren Bewegung des Hebels 192 nach rechts wird somit der Wächterarm zwangläufig
vorgedrückt und hebt die Spule aus dein Spulengehäuse heraus (Abb. 8). Bei der hierbei-
eintretenden Relativbewegung zwischen Klinke 22o und dem Arm des Hebels 168 trifft
ein Vorsprung 23o der Klinke gegen die Seite des Hebelarmes (Abb.8), wodurch die
Aufwärtsschwingung der Klinke begrenzt wird, so daß sie von dem Hebel 192 frei wird
und die Rückbewegung des Wächterarmes 172 beim Einsetzen der frischen Spule
nicht hindert.
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Das Ende des Wächterarmes 17:2 ist bogenförmig gestaltet, so daß es
durch den Ausschnitt im Boden des Spulengehäuses hindurchtreten kann.