DE495541C - Vorrichtung zur selbsttaetigen Erzielung von gleichfoermigen Bremskurven bei Luftdruckbremsen verschiedener Art - Google Patents

Vorrichtung zur selbsttaetigen Erzielung von gleichfoermigen Bremskurven bei Luftdruckbremsen verschiedener Art

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DE495541C
DE495541C DEH112493D DEH0112493D DE495541C DE 495541 C DE495541 C DE 495541C DE H112493 D DEH112493 D DE H112493D DE H0112493 D DEH0112493 D DE H0112493D DE 495541 C DE495541 C DE 495541C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B60VEHICLES IN GENERAL
    • B60TVEHICLE BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF; BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF, IN GENERAL; ARRANGEMENT OF BRAKING ELEMENTS ON VEHICLES IN GENERAL; PORTABLE DEVICES FOR PREVENTING UNWANTED MOVEMENT OF VEHICLES; VEHICLE MODIFICATIONS TO FACILITATE COOLING OF BRAKES
    • B60T17/00Component parts, details, or accessories of power brake systems not covered by groups B60T8/00, B60T13/00 or B60T15/00, or presenting other characteristic features
    • B60T17/08Brake cylinders other than ultimate actuators
    • B60T17/10Two or more cylinders acting on the same brake with means for rendering them effective selectively or successively, the number of effective cylinders being variable

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  • Transportation (AREA)
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Description

  • Vorrichtung zur selbsttätigen Erzielung von gleichförmigen Bremskurven bei Luftdruckbremsen verschiedener Art Bei Bremseinrichtungen von Eisenbahnzügen, bei denen bekanntlich die Bremsung meist durch Drucksenkung in einer längs des Zuges verlegten, sämtlichen Bremsen gemeinsamen Hauptleitung bewirkt wird, soll das Ansetzen der Bremsen, d. h. die Herbeiführung der Berührung der Bremsklötze mit den Wagenrädern, durch eine geringe, to 0;ö nicht überschreitende Drucksenkung in der Hauptleitung, z. B. von 5 Atm. bis auf etwa 4,8 Atm., erfolgen. Bei Verwendung von Einkammerbremsen läßt sich diese Forderung leicht erfüllen, aber-mit den gebräuchlichen Zweikammerbremsen ist es unmöglich, ein vollständiges Ansetzen der Bremsklötze bei einer so geringen Drucksenkung in der Hauptleitung zu erreichen. Um den Kolben einer Zweikammerbremse um die. für das Ansetzen der Bremsklötze erforderliche Strecke z. B. von 25o mm zu verschieben, muß der Druck in der mit der Hauptleitung direkt verbundenen Totkammer der Bremse von z, B. 5 Atm. bis auf 3,5 oder 3 Atm. gesenkt werden. Es wird demnach, wenn im gleichen Zuge Wagen mit Einkammerbremsen und Wagen mit Zweikammerbremsen sich befinden, an den ersteren Wagen, z. B. an den Güterwagen, volle Bremswirkung erreicht sein, ehe die Bremsklötze an den mit Zweikammerbremsen ausgerüsteten Wagen überhaupt angesetzt sind. Infolgedessen werden im Zuge derart starke Rücke und Stöße auftreten, daß die Kupplungen zerrissen werden. Der Unterschied in den Bremskurven dieser beiden Bremssysteme -stellt somit ein wesentliches Hindernis für die gleichzeitige Verwendung von Ein- und von Zweikammerbremsen in einem und demselben Zuge dar.
  • Die Erfindung bezweckt nun, die selbsttätige Erzielung von gleichförmigen Bremskurven bei Luftdruckbremsen verschiedener Art, insbesondere einer nahezu gleichen Bremskurve bei einer Zwei:kammerbremse wie bei einer Einkammerbremse, so daß die Ansetz- und Lösungsbewegung der Zweikammerbremse derart beschleunigt wird, _ daß sie durch die gleiche geringe Drucksenkung in der Hauptleitung, wie sie bei der Einkammerbremse zur Erzielung der entsprechenden Bewegung ausreicht, in vollem Umfange herbeigeführt werden kann. Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß eine in bekannter Weise zwischen der Totkammer der Zweikammerbremse und der Hauptleitung des Zuges eingeschaltete, auf Differentialwirkung beruhende und für zeitweilige Verbindung mit der freien Luft bestimmte Ventilvorrichtung benutzt, die derart ausgebildet ist, daß der durch eine Drucksenkung in der Hauptleitung hervorgerufene Bremsungsverlauf in zwei Hälften vor sich geht, von denen die erste in einem nicht regelbaren Druckabfall in der Totkammer sich auswirkt, so daß der Zweikammerbremskolben in .die Bremsstellung übergeführt wird, während die zweite Stufe danach in der Totkammer eine durch Differentialwirkung regelbare Drucksenkung bewirkt, welche in an sich bekannter Weise größer als die Drucksenkung in der Hauptleitung ist.
  • Die an die Zweikammerbremse angeschlossene Ventilvorrichtung kann durch einen auf der einen Seite dem Druck in der Hauptleitung ausgesetzten Umstellkolben, auf dessen anderer Seite ein Arbeitsraum von geeignetem Volumen gebildet ist, gesteuert werden und aus einem m einem Zylinder beweglichen Differentialkolben sowie einem zur Herstellung einer Verbindung mit der Außenluft bestimmten Schieberventil bestehen, das einen Kanal für das Überströmen von Luft aus der Hauptleitung zum Raum am kleineren Teil des Differentialkolbens freilegt und mit einem vom Umstellkolben beeinflußten Ventil derart zusammenwirkt, daß der Überströmkanal zunächst bei Drucksenkung in der Hauptleitung geschlossen und unmittelbar darauf mit der freien Luft in Verbindung gesetzt wird. Der Raum an der ringförmigen Endfläche des größeren Teiles des . Differentialkolbens ist dabei an die Hauptleitung und der Raum an der größeren Endfläche des Differentialkolbens an die Totkammer der Zweikammerbremse angeschlossen, und der gegenseitige Anschluß dieser beiden Räume erfolgt durch Verbindungskanäle, die erst nach einer gewissen, durch Drucksteigerung in der Hauptleitung hervorgerufenen Verschiebung des Differentialkolbens zur Wirkung kommen, der seinerseits mit einem Ventil zusammenarbeitet, das die Totkammer der Bremse bei einer Drucksenkung in der Hauptleitung mit der freien Luft in Verbindung setzt.
  • Bei dieser Anordnung kann der dem Druck in der Hauptleitung ausgesetzte Umstellkolben in seinen Endstellungen ins an sich bekannter Weise gesperrt sein oder wenigstens in der Endstellung, in die,er durch eine Drucksteigerung in der Hauptleitung geführt wird. Ferner können die Verbindungskanäle zwischen den Räumen auf den beiden Seiten des größeren Teiles des Differentialkolbens in an sich bekannter Weise aus verschieden langen Speisenuten bestehen, die in den Wänden des Zylinders ausgespart sind, in dem sich dieser Differentialkolbenteil bewegt. Auch können diese Kanäle so angeordnet sein, daß sie nacheinander in den verschiedenen Stellungen des Differentialkolbens freigelegt werden, dabei aber keine. Freigabe eines Kanals vor dem Schließen des mit dem Differentialkolben zusammenwirkenden Ventils erfolgt. Dieses Ventil, das zweckmäßig in an sich bekannter Weise mit dem Differentialkolben zwangsläufig verbunden wird, kann unter der Einwirkung einer Feder stehen, die am Differentialkolben abgestützt--und mit diesem beweglich ist, so daß das Ventil bei einer Verschiebung des Differentialkolbens sich ohne Zusammendrücken der Feder öffnen kann.
  • Das Schieberventil kann in Form einer in einem Zylinder verschieblichen Hülse den Kanal für das Überströmen von. Luft aus der Hauptleitung zum Raum im kleineren Teil des Differentialkolbens bilden und mit einer oder mehreren Öffnungen versehen sein, die durch Zusammenwirken mit entsprechenden Öffnungen des die Hülse führenden Zylinders die Verbindung zwischen dem Überströmkanal und der Außenluft herstellen, während das eine Ende des Schieberventils als Sitz für ein unter der* Einwirkung des Umstellkolbens den überströmkanal schließendes Ventil ausgestaltet ist und außerdem eine Feder derart auf die Hülse .einwirkt, da.ß die Verbindung des überströmkanals mit der freien Luft vor dem Öffnen des Ventils unterbrochen wird. Der Zylinder für das hülsenförmige Schieberventil kann sich unmittelbar an den Zylinder für den Umstellkolben anschließen, und in seiner Verlängerung kann der abgestufte Zylinder des Differentialkolbens liegen.
  • Die Zeichnung zeigt in Abb. i die Vorrichtung nach der Erfindung in einem Ausführungsbeispiel im Längsschnitt, während Abb.2 eine Einzelheit in abgeänderter Bauform wiedergibt.
  • In dem Zylinder i' ist der Umstellkolben i verschieblich geführt, und der Raum unterhalb dieses Kolbens ist über einen im Boden 2 des Zylinders i' vorgesehenen Kanal 3' und die Leitung 3 an. die längs des Zuges verlegte Hauptleitung 4 angeschlossen, während der Zylinderraum oberhalb des Kolbens i durch die Leitung 4' mit dem Hilfsluftbehälter in Verbindung steht. Der Kolben i ist auf der unteren, dem Druck in der Hauptleitung ausgesetzten Seite mit einer Mutter 5 verbunden, die eine z. B. aus Leder bestehende Dichtung 6 trägt und durch eine mittlere Öffnung des Zylinderbolzens 2 frei hindurchgeht. An diese Öffnung schließt sich das Ventilgehäuse an, das aus einem in dem Zylinderboden eingeschraubten oberen Zylinder 7 für das Schieberventilg und einem, abgestuften unteren Zylinder 8 für einen Differentialkolben i o, i i besteht.
  • Der Zylinder 7 ist durch eine mittlere öffnung 12 seines Bodens in ständiger Verbindung mit der oberen Hälfte des Zylinders 8, in der sich der kleine Teil i o des Differentialkolbens bewegt. Der Kolben 1o, i i steht an seiner ringförmigen Fläche durch eine Rohrleitung 13 unter Einwirkung des Druckes in der Hauptleitung ¢, während der Zylinderraum auf der größeren Endfläche des Kolbens i o, i i durch eine Rohrleitung 14, die an ein Loch des Zylinderdeckels 15 angeschlossen ist, mit der Totkammer der Bremse verbunden ist. In der Mitte des Deckels 15 des Zylinders 8 ist eine Öffnung 16 vorgesehen, die den Sitz für eine mit einer Lederdichtung versehene Ventilscheibe 17 bildet, die unter dem Einfluß einer sich gegen den Kolben to-, i i stützenden Feder steht und eine Spindel 18 trägt. Der Kopf 19 der Spindel 18 kann sich gegen einen am Kolben to, i i vorgesehenen, die Spindel führenden Schulterteil legen, wodurch die Bewegungsfreiheit des Ventils 17 derart begrenzt wird, daß es trotz des Vorhandenseins der Schließfeder vom Kolben in die Offenstellung übergeführt wird, wenn dieser sich in die aus der Zeichnung ersichtliche obere Stellung eerschoben hat, während eine Kolbenbewegung in entgegengesetzter Richtung; auch nachdem das Ventil bereits geschlossen ist, möglich ist.
  • Im Zylinder 8 sind als Verbindungskanäle zwischen den Räumen auf beiden Seiten des großen Teiles i i des Differentialkolbens Speisenuten 2o, 21 ausgespart, die verschieden lang sind, von denen jedoch keine so lang ist, daß das Ventil vor Herstellung der Verbindung zwischen den beiden Kolbenseiten in die Schließlage gelangt. Das Schieberventil g besteht aus einer Hülse, die mittels einer Feder 22 nach dem Ventil 6 hin gedrückt wird und für dieses dien Ventilsitz bildet. Das Schieberventil 9 ist mit einem Bund 23 zur Begrenzung seiner Bewegung versehen und weist eine oder mehrere Öffnungen 24 auf, die mit entsprechenden Öffnungen 25 im Zylinder 7 zusammenwirken, wenn das Schieberventil durch den Kolben unter Zusammendrücken der Feder 22 flach unten verschoben wird. Die Bewegung des Kolbens i nach unten ist derart begrenzt, daß der Kolben das Schieberventil 9 nicht so weit nach unten verschieben kann, daß die Verbindung der Öffnungen 24, 25 wieder unterbrochen wird, sondern diese Unterbrechuag .erfolgt, wenn der Kolben i sich nach oben bewegt und dabei die Feder 22 das Schieberventil g nach oben drückt. Der Umstellkolben i kann in seiner oberen Endstellung durch nicht näher dargestellte Verriegelungsmittel gesperrt werden.
  • Um zwecks besserer Abdichtung ,eine größere Dichtungsfläche zwischen dem inneren Raum des hohlen Schieberventils 9 und der freien Luft zu erhalten, kann bei dem Schieberventil 9 gemäß Abb. 2 das Loch 24 der Abb. i durch eine auf der Außenseite des Ventils angebrachte Nut :24- ersetzt- sein, die ` mit der Öffnung 25 des Zylinders 7 zusammenwirkt und sich nach dem Bund 23 hin erstreckt. Der Bund 23 ist hier etwas breiter gehalten und mit einer Lederpackung 23a versehen, so daß sich .ein Ventil bildet, das finit einem am Zylinder 7 vorgesehenen Sitz zusammenarbeitet. Auf diese Weise erhält man bei Verschiebung des Schieberventils 9 in die die Öffnung 2 5 schließende Lage größere Dichtungsflächen und eine doppelte Abdichtung. Das Schieberventil 9 arbeitet im übrigen bei der Ausführungsform der Abb.2 in der gleichen Weise wie bei der Anordnung nach Abb. i.
  • Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Bei Drucksenkung in der Hauptleitung 4 beginnt der Umstellkolben i eine Bewegung nach unten, und nach Auslösung seiner Sperrung schließt er zunächst das Ventil 6 und drückt darauf das Schieberventil 9 in die in der Zeichnung dargestellte Stellung nieder, wodurch die -firn. hohlen Schieberventil eingeschlossene Luft durch die Öffnungen 24, 25 nach außen ins Freie abgelassen wird. Auf der oberen Fläche des Differentialkolbens i o, i i wird sich demnach über die Öffnung 12 atmosphärischer Druck einstellen. und der in der Totkammer der Bremse herrschende und auf die Unterseite des Differentialkolbens 1o, i i wirkende Überdruck schiebt den Kolben i o, i i nach oben in die in der Zeichnung dargestellte Stellung. Dabei wird das Ventil 17 angehoben und gibt die Öffnung 16 frei, so daß Luft aus der Totkammer der Bremse ins Freie abgeht, bis der Druck in dieser Kammer entsprechend dem Verhältnis zwischen . den beiden verschieden großen Stirnflächen des großen Teiles i i des Differentialkolbens vermindert ist, wenn das Ventil 17 geschlossen wird. Wird der Druck in der Hauptleitung 4 noch weiter gesenkt, so wird dadurch auch der Druck in der Totkammer in entsprechendem Grade gesenkt; wird dagegen der Druck in der Hauptleitung erhöht, so wird der Kolben i o, i i nach unten gedrückt, so daß die Speisenuten 2o bloßgelegt werden, über die dann Luft von der Hauptleitung 4 in die Totkammer der Bremse strömt, wodurch der Druck in dieser Kammer im Verhältnis zu den Stirnflächen des großen Teiles i i des Differentialkolbens erhöht wird.
  • Der Bremsungsvorgang vollzieht sich somit in zwei Stufen, bei deren erster der Unterschied zwischen dem Totkammerdruck und dem Atmosphärendruck, d. h. ein nicht regelbarer Druckabfall, die Überführung des Zweikammerkolbens in die Bremsstellung bewirkt, während in der zweiten Stufe in der Totkammer eine von der Hauptleitung aus durch Differentialwirkung regelbare Drucksenkung erzeugt wird, die größer als die Drucksenkung in der Hauptleitung ist und eine Veränderung der Bremswirkung gestattet. - Zum Lösen der Bremsklötze wird der Druck in der Hauptleitung q. auf seinen ursprünglichen Wert erhöht, wodurch der Umstellkolben i zu einer Bewegung nach oben veranlaßt wird. Hierbei folgt dem Kolben anfangs das Schieberventil 9 unter der Einwirkung der Feder 22, bis die Verbindung der Öffnungen 2q., 25 unterbrochen ist. Nach Öffnung des Ventils 6 kann Luft aus der Hauptleitung q.- über den Kanal 3' in das hülsenförmige Schieberventil 9 strömen, wodurch der Druck der Hauptleitung auf die Stirnfläche des kleinen Teiles io des Differentialkolbens zur Wirkung kommt, so daß der Kolben i o, ii nach unten verschoben wird und Luft aus der Haupt-Leitung q. durch die Speisenuten 20, 2 i in die Totkammer der Bremse strömen läßt, bis in dieser derselbe Druck wie in der Hauptleitung herrscht.
  • Die Speisenuten 20, 21 sollen zwei verschiedene Zwecke erfüllen und bei Betriebsbremsung bzw. bei Aufladung des Bremssystems auf verschiedene Weise -wirken. Bei Betriebsbremsung, d. h. bei geringer Drucksenkung, befindet sich der Differentialkolben io, i i am oberen Ende der längeren Speisenut 20 und bewegt sich an dieser Stelle während des Bremsvorganges mit kleinen Hüben hin und, zurück. Die Verbindungsöffnung zwischen den beiden Seiten des großen Teiles z i des Differentialkolbens, d. h. zwischen der Totkammer und der Hauptleitung, darf hierbei nicht zu groß sein, da bei Vorhandensein vieler Bremswagen in ein und demselben Zug die Bremsung gleichzeitig und nahezu gleichförmig in allen Wagen geschehen muß und die Erzielung eines Gleichgewichts in dieser Hinsicht immer eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Aus diesem Grunde wird bei Betriebsbremsungen nur die längere Speisenut 20 geöffnet und die Verbindungsöffnung zwischen den beiden Kolbenseiten klein gehalten, damit die Ausgleichung etwas langsamer vor sich geht, so daß die erforderliche Zeit verfließt, damit alle Wagen gleichzeitig bremsen können. Anderseits soll der Verlauf der Aufladung des Bremssystems vorteilhafterweise so rasch wie möglich geschehen, weshalb hier die Speisenuten auf seine andere Weise wirken müssen. Durch den größeren Druckunterschied, welcher bei der Aufladung auftritt, geht der Kolben io, ii sogleich nach unten, so daß nicht bloß die längeren Speisenuten 2o, sondern auch die kürzeren Nuten 2 1 geöffnet werden. Hierdurch wird die Verbindungsöffnung.-zwischen den beiden Kolbenselten und damit zwischen Totkammer und Hauptleitung groß, und die Aufladung erfolgt rasch.
  • Bei den gebräuchlichen Zweikammerbremsen. kann in dem Raum des Zylinders i' oberhalb des Kolbens i der Druck der Arbeitskammer herrschen, oder dieser Raum kann auch als geschlossene Luftglocke von geeignetem Volumen ausgeführt werden und mittels Speisenuten in an sich bekannter Weise mit dem Raum unterhalb des Kolbens i in Verbindung stellen, wobei der Raum oberhalb des Kolbens die Aufgabe hat, als Arbeitskammer für den gesperrten Kolben zu dienen. Die Sperrung hat den Zweck, dem Kolben eine solche Bewegung namentlich nach unten zu geben, daß sie ein möglichst plötzliches Niederdrücken des Schieberventils 9, d. h. eine möglichst schnelle Einstellung der Vorrichtung auf die Differentialwirkung, zur Folge hat. Infolge der Sperrung wird auch die Bewegung des Kolbens i an allen Bremswagen im ganzen Zuge gleichzeitig erfolgen, und die Vorrichtung bleibt unabhängig von Luftwellen oder Luftstößen in der Hauptleitung. Um im Bedarfsfalle die ganze Ventilanordnung der Abb. i ausschalten zu können, kann ein Hahn vorgesehen sein, der eine unmittelbare Verbindung zwischen der Hauptleitung ¢ und der Totkammer der Bremse herzustellen gestattet.
  • Wie die Zeichnung erkennen läßt, kann die Vorrichtung nach der Erfindung kleine Abmessungen erhalten, da der Umstellkolben i nur ein sehr geringes Hubvolumen hat. Wenn es sich jedoch darum handelt, .die Vorrichtung einem zu einem anderen Bremssystem gehörigen Ventil anzupassen, bei dem der Kolben ein ,großes Hubvolumen hat, das durch den ganzen Zug addiert wird und nachteilige Drucksteigerungen bei der öffnungsbewegung verursacht, empfiehlt es sich, die Vorrichtung etwas größer auszuführen, so daß der Durchmesser des Schieberventils 9 gleich oder etwas größer als der Durchmesser des Kolbens i wird, um diese beim. Bremsen sich addierenden Drucksteigerungen aufzuheben. Die Erfindung kann. natürlich auch sonst im einzelnen in einer vom Beispiel der i Zeichnung, abweichenden Weise ausgeführt werden. Insbesondere können die Mittel zur überführung der Bewegung des Umstellkolbens i auf das Schieberventil 9, die Bauform dieses Ventils und die Mittel zur Bewe- j gungsüberführung zwischen dem Differentialkolben io, i i und der Ventilscheibe 17 verschieden gewählt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE; i. Vorrichtung zur selbsttätigen Erzielung von gleichförmigen Bremskurven bei Luftdruckbremsen verschiedener Art bzw. einer nahezu gleichen Bremskurve bei einer Zweikammerbremse wie bei einer Einkammerbremse, bei der- zwischen der Totkammer der Zweikammerbremse und der dem Zug entlang verlegten Hauptleitung eine auf Differentialwirkung beruhende und für zeitweilige Verbindung mit der freien Luft bestimmte Ventilvorrichtung eingeschaltet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilvorrichtung derart ausgebildet ist, daß der Bremsungsverlauf, der, wie üblich, durch eine Drucksenkung in der Hauptleitung hervorgerufen wird, in zwei Stufen vor sich geht, von denen die erste in einem nicht regelbaren Druckabfall in der Totkammer sich auswirkt, so daß der Zweikammerkolben in die Bremsstellung übergeführt wird, während die zweite Stufe danach in der Totkammer eine durch Differentialwirkung regelbare Drucksenkung hervorruft, welche in an sich bekannter Weise größer als die Drucksenkung in der Hauptleitung ist. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die an die Zweikammerbremse angeschlossene Ventilvorrichtung durch. einen atif der einen Seite dem Druck in der Hauptleitung (4) ausgesetzten -Umstellkolben (i), auf dessen anderer Seite ein Arbeitsraum von geeignetem Volumen gebildet ist, gesteuert wird und aus einem in einem Zylinder (8) beweglichen Differentialkolben (io, i i) sowie einem zur Herstellung einer Verbindung mit der Außenluft bestimmten Schieberventil (9) besteht, das einen Kanal für das Überströmen von Luft aus der Hauptleitung (4.) zum Raum am kleineren Teil (io) des Differentialkolbens freilegt und mit einem vom Umstellkolben (i) beeinflußten Ventil (6) derart zusammenwirkt, daß der überströmkanal zunächst bei Drucksenkung in der Hauptleitung geschlossen und unmittelbar darauf mit der freien Luft in Verbindung gesetzt wird, während der Raum an der ringförmigen Endfläche des größeren Teiles (i i) des Differentialkolbens an die Hauptleitung (4) und der Raum an der größeren Endfläche des Differentialkolbens (i o, i i) an die Totkammer der Zweikammerbremse angeschlossen ist und der gegenseitige Anschluß dieser beiden Räume durch Verbindungskanäle (20, 21) erfolgt, die erst nach einer gewissen, durch Drucksteigerung in der Hauptleitung (4) hervorgerufenen Verschiebung des Differentialkolbens (i o, i i) zur Wirkung kommen, der seinerseits mit einem Ventil (17) zusammenarbeitet, das die Totkarnmer der Bremse bei einer Drucksenkung in der Hauptleitung (4) mit der freien Luft in Verbindung setzt. 3. Vorrichtung nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Umstellkolben (i) in seinen Endstellungen in an sich bekannter Weise gesperrt ist oder wenigstens in der Endstellung, in die er durch eine Drucksteigerung in der Hauptleitung (4) geführt ist. 4. Vorrichtung nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungskanäle (2o, 21) zwischen den Räumen auf den beiden Seiten des größeren Teiles (i i) des Differentialkolbens derart angeordnet sind, daß sie nacheinander in den verschiedenen Stellungen des Differentialkolbens (i o, i i) freigelegt werden, dabei aber keine Freigabe eines Kanals vor dem Schließen des mit dem Differentialkolben zusammenwirkenden Ventils (17) erfolgt. 5. Vorrichtung nach Anspruch i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungskanäle in an sich bekannter Weise aus verschieden langen Speisenuten (2o, 21) bestehen, die in den Wänden des Zylinders (8) ausgespart sind, in dem sich der größere Teil (io) des Differentialkolbens bewegt. 6. Vorrichtung nach Anspruch i und 2, bei der mit dem Differentialkolben das mit diesem zusammenwirkende Ventil zwangsläufig verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß dieses Ventil (i7) unter der Einwirkung einer Schließungsfeder steht, die am Differentialkolben (i o, i i ) abgestützt und mit diesem beweglich ist, so daß das Ventil (17) bei einer Verschiebung des Differentialkolbens (i o, i i) ohne Zusammendrücken der Feder sich öffnen kann. 7. Vorrichtung nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Schieberventil (9) in Form einer in einem Zylinder (7) verschieblichen Hülse den Kanal für das Überströmen von Luft aus der Hauptleitung (4) zum Raum am kleineren Teil (i o.) des Differentialkolbens (i o, i i ) bildet und mit einer oder mehreren Öffnungen (24) versehen ist, die durch Zusammenwirken mit entsprechenden Öffnungen (25) des die Hülse führenden Zylinders die Verbindung zwischen dem Überströmkanal und der Außenluft herstellen, während das eine Ende des hülsenförmigen Schieberventils (9) als Sitz für ein unter der Einwirkung des Umstellkolbens (i) den überströrnkanal schließendes Ventil (6) ausgestaltet ist und außerdem eine Feder (22) derart auf die Hülse (9) einwirkt, daß die Verbindung des überströmkanals mit der freien Luft unterbrochen wird, ehe das Ventil (6) geöffnet wird. B. Vorrichtung nach Anspruch 1, z und 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder (7) für das hülsenförmige Schieberventil (9) sich unmittelbar an den Zylinder für den Umstellkolben (i) anschließt, so daß das Schieberventil (9) mit seinem als Ventilsitz ausgebildeten Ende sich in der Bewegungsbahn des durch den Umstellkolben (i) beeinfiußten Ventils (6) befindet, das mit diesem Kolben (i) fest verbunden ist. 9. Vorrichtung nach Anspruch 1, 2, 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder (8) für den Differentialkolben (i o; i i) unmittelbar in der Verlängerung des Zylinders (7) für das Schieberventil (9) liegt und sein auf der Seite der kleinsten Kolbenfläche befindliches Ende in ständig offener Verbindung mit dem Innern des hülsenförmigen Schieberventils (.9) ist. BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREI
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