DE5012C - Verfahren zur photochemischen Herstellung von Metallplatten für die Druckerei, für Schmucksachen und Inschrifttafeln - Google Patents
Verfahren zur photochemischen Herstellung von Metallplatten für die Druckerei, für Schmucksachen und InschrifttafelnInfo
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Description
1878.
Klasse 15.
A. MICHAUD in PARIS.
Verfahren zur photochemischen Herstellung von Metallplatten für die Druckerei, für
Schmucksachen und Inschrifttafeln.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. Juni 1878 ab.
Diese Erfindung bezieht sich auf das bekannte photographische Verfahren, bei welchem
die Wirkung des lichtes auf zweifach chromsaure Gelatine oder auf Erdharz benutzt wird,
um von diesen photographischen, negativen oder positiven Cliches entweder vertiefte oder
erhabene Metallformen abzuziehen. Sie besteht:
1. In einem verbesserten Verfahren bei der Behandlung dieser Cliche"s aus zweifach chromsaurer
Gelatine, und
2. in einem verbesserten Verfahren, um die Metallformen zu erzeugen, welche zu verschiedenen
Zwecken in der Druckerei etc. Verwendung finden.
Um einem nach der Natur oder einem Stiche genommenen Cliche eine fein gekörnte oder
narbige Oberfläche zu geben, bestreue ich eine Glasplatte gleichförmig mit einem feinen, undurchsichtigen
Pulver, das ich darauf mit einem gefärbten Blatt Gelatinepapier bedecke und dann
dem Licht aussetze. Nach der Lichtwirkung lege ich die Platte unter Wasser auf das Clichd,
welches vorher mit Gummi, das eine Spur von chromsaurem Salz enthält, tiberzogen worden
ist. Darauf entwickele ich mit warmem Wasser, welches die Gelatine, die nicht durch das Licht
angegriffen worden ist, ablöst, während die unlöslichen Theile derselben bleiben und so die
gewünschte körnige oder narbige Oberfläche bilden, die auf dem Cliche in Form einer
äufserst feinen Haut haftet.
Von den auf gewöhnliche Weise entwickelten Gelatinecliches giefse ich alsdann Metallformen
ab, wobei ich folgendermafsen verfahre. Ich trockne das Cliche" an der Luft, und lege es in
ein Gefäfs, auf dessen Boden sich Löschpapier oder ein anderer, absorbirender Stoff befindet,
der mit Wasser angefeuchtet ist. Die Glasplatte, auf der sich das Cliche" befindet, wird
von dem Löschpapier durch kleine zwischen gelegte Glasstäbchen getrennt. Nachdem das
Cliche eine oder mehrere Stunden in diesem Gefäfs gelegen hat, nehme ich es heraus, wobei
die Gelatine desselben leicht aufgequollen ist, bestreue die Oberfläche mit einer dünnen
Schicht von fein gepulvertem Graphit und drücke dieselbe mit einer sehr weichen Bürste
fest darauf. In diesem Zustand ist das Cliche" zum Abgiefsen bereit.
Der zweite Theil meiner Erfindung bezieht
sich auf den Gufs der Metallformen selbst. Ich wende dazu eine leicht schmelzende Metalllegirung
an, die ich unter einem schwachen Druck auf das auf Glas liegende negative oder positive Gelatinecliche" aufgiefse. Dieses Metall
besteht aus 1100 Gewichtstheilen einer Metalllegirung,
die in Frankreich unter dem Namen ■»metal d Arcet·!. bekannt ist und aus 550 Theilen
Wismuth, 275 Theilen Zinn und 275 Theilen Blei zusammengesetzt ist, der ich 100 Theile
Quecksilber hinzufüge. Diese Legirung schmelze ich in einem Gefäfs oder ich giefse sie schon
vorher geschmolzen in dasselbe und lege das Gelatinecliche", die Vorderseite nach unten,
darauf, und übe mittelst eines Hebels, einer Schraube oder sonst einer geeigneten mechanischen
Vorrichtung einen schwachen Druck auf das Cliche" aus, und lasse dasselbe in Berührung
mit dem Metall, bis das letztere erhärtet ist. Ich trenne alsdann das Cliche" von
der so erhaltenen Metallform, die unmittelbar darauf in Gebrauch genommen werden kann,
und zwar erstens, um auf einer lithographischen Presse auf gewöhnliche Weise Abzüge davon
zu machen, oder zweitens, um Druckformen für den typographischen Druck daraus herzustellen,
oder um drittens unmittelbar davon galvanische erhabene Formen abzunehmen, nach welchen wieder auf galvanischem Wege eine
beliebige Anzahl von Formen hergestellt werden können. Bemerken will ich hier noch, dafs
weder die erste gegossene Form, noch die galvanischen Abzüge einer Nacharbeitung bedürfen.
Je nach der. Härte, die man der gegossenen Form geben will, können die Verhältnisse von
Zinn und Blei im metal d''Areet von 5 bis 20 pCt. für jedes derselben verändert werden.
Zur Erzeugung von Inschrifttafeln, die die gewöhnlichen gravirten Platten ersetzen, gebrauche
ich eine Lösung von Erdharz statt der Gelatine, wie es oben beschrieben ist. Das Erdharz
wird in diesem Falle auf eine Messingplatte ausgebreitet, nachdem es vorher während einer
passenden Zeit in Berührung mit dem photographischen Cliche dem Licht ausgesetzt worden
ist. Darauf wird es mit Terpentingeist entwickelt, in "einem Ueberflufs von Wasser gewaschen
und dann in ein galvanisches Bad gelegt, dessen darin enthaltenes Metall nach Belieben
gewählt werden kann. Das durch das Licht gehärtete Erdharz wird von der metallischen
Platte getrennt und diese letztere schliefslich während einiger Minuten in eine Lösung
von ammoniakalischem kohlensauren Kupferoxyd eingetaucht. Wünscht man indessen die
Vertiefungen der Platte zu vergröfsern, so mufs dieselbe vor dem oben genannten Eintauchen
in das ammoniakalische Salz einige Minuten lang der Einwirkung einer Lösung eines schwach
gesäuerten Kupfersalzes ausgesetzt werden.
Claims (4)
1. Die oben beschriebene Methode zur Herstellung eines Cliche"s aus doppelchrornsaurer
Gelatine, um den von diesen Clichds kommenden Abzügen eine beliebige gekörnte
oder narbige Oberfläche zu geben.
2. Das oben beschriebene Verfahren, um das Clich6 aus doppelchromsaurer Gelatine aufzuquellen,
sowie das nachherige Bestreuen der Oberfläche desselben mit Graphit.
3. Das oben beschriebene Verfahren, um von einem Cliche von doppelchromsaurer Gelatine
metallische Formen mit Anwendung eines schwachen Druckes abzugiefsen.
4. Das beschriebene Verfahren, eine Inschriftplatte herzustellen, die die gewöhnlichen
gravirten Plätten ersetzt.
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