KAISERLICHES
PATENTAMT
H. GERICKE in BERLIN. Korsetstab.
Um Korsetschliefsen und - Stäbe an den Stellen ihrer gröfsten Beanspruchung (Hüftgegend)
widerstandsfähiger gegen Bruch zu machen, stelle ich jede Schliefse bezw. jeden
Stab aus zwei Theilen α und b, Fig. 1 und 2,
her, welche durch ein Zwischenstück c aus Uhrfederstahl mit einander verbunden sind.
Die Verbindung ist so gewählt, dafs die einander gegenüberstehenden Enden von α und b
auf der Vorderfläche des Zwischenstückes c liegen und mit ihren Kanten a1 und bl nach
aufsen hin ein wenig umgebogen sind.
Auf dem Zwischenstück c ist eine Anzahl kleiner Blechstücke d befestigt, deren Ober-
und Unterkanten ebenfalls nach aufsen hin umgebogen sind. Sie sind in geringer Entfernung
von einander angeordnet, so dafs sie, wenn die Korsetschliefse oder der Korsetstab
gebogen wird, mit ihren umgebogenen Kanten an einander stofsen, Fig. 3, und dadurch die
Gröfse der Biegung des Stabes begrenzen. Je schmäler diese Bleche d gewählt werden,
um so mehr wird sich der Stab an der betreffenden Stelle biegen lassen, immer aber
werden die Bleche d, indem sie, an einander stofsend, eine Unterstützung für den gebogenen
Theil des Stabes bilden, verhindern, dafs der Stab an der Biegungsstelle einen spitzen Winkel
bildet, in welchem Falle der Bruch eintreten würde. Vielmehr bewirken die Bleche d,
dafs sich der Stab bezw. das Zwischenstück c kreisbogenförmig umlegt, wodurch das Brechen
verhütet wird.
An Stelle der Bleche d kann man, wie in Fig. 4, 5 und 6 dargestellt ist, das Zwischenstück
c auch mit massiven Vorsprüngen f besetzen, welche, von länglicher Gestalt, parallel
zu einander angeordnet sind. Die Köpfe f lassen einen geringen Zwischenraum zwischen
sich und legen sich, wenn der Stab gebogen wird, mit ihren Längskanten gegen einander
und bilden dadurch für den gebogenen Theil eine Unterstützung, welche das Zerbrechen verhindert.
Pat ε ν τ-Α ν spruch:
Ein Korsetstab, welcher an der der Biegung ausgesetzten Stelle dadurch widerstandsfähiger
gegen Bruch gemacht wird, dafs derselbe aus zwei Theilen gebildet wird, zwischen welche
an genannter Stelle ein Zwischenstück (c) eingeschaltet ist, das mit aufgebogenen Blechen (d)
oder flachen Vorsprüngen (f) in der Weise besetzt ist, dafs bei einer Biegung des Korsetstabes
diese Bleche oder Vorsprünge mit ihren Kanten an einander stofsen und dadurch eine
Unterstützung für den gebogenen Theil bilden.