DE51010A - Rotirender Cylinder-Trockenapparat - Google Patents
Rotirender Cylinder-TrockenapparatInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Es ist in vielen Industriezweigen nöthig, gröfsere Massen von Materialien zu trocknen.
Die bisher zu diesem Zwecke angewendeten Trockenapparate leiden an verschiedenen Mangeln,
von denen hier nur die oft erheblichen Anlagekosten, der Betriebsaufwand an Brennmaterial
bei nur beschränkter Leistung, nicht unbedeutender Aufwand an Betriebskraft für die oft einseitig belasteten rotirenden Apparate
und Anbringung zu vieler beweglicher Theile zur fortwährenden Lüftung des Gutes während
des Trocknens genannt werden sollen.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet nun ein rotirender Trockenapparat, in welchem
auf möglichst knappem Raum ein möglichst langer Weg für das Trockengut bei starker
Bewegung vorgesehen und dadurch die vortheilhafteste Ausnutzung der unmittelbar auf
das Trockengut einwirkenden Hitze ermöglicht.
Aufserdem lassen sich bei entsprechender Gröfse des Apparates grofse Massen an
Trockengut bewältigen; der Apparat ist nicht kostspielig in der Herstellung, hat zur Beförderung
des Materials aufser der Rotations-■ bewegung des Apparates selbst keine beweglichen
Theile zur Lüftung des Gutes und erfordert wenig Betriebskraft, weil er in der Hauptsache selbst gleichmäfsig, auch gleichmäfsig
mit Trockengut belastet ist.
In der Hauptsache ist für das Trocknen als Heizmittel Heifsluft aus irgend einer Quelle
vorgesehen, die entweder mit dem Lauf des Trockengutes oder diesem entgegen durch den
Apparat geführt und durch Ventilator, Exhaustor oder Kamin durchgeprefst und abgesogen
wird. Wenn wünschenswerth, kann eine Erhitzung der Zwischenräume, der Apparatdoppelwände
oder Cylinder durch Dampf in Verbindung mit durch die Trockenräume durchgeprefster oder durchgesogener Luft vorgesehen
werden.
Der Apparat stellt sich, wie in Fig. 1 im
Längenschnitt und in Fig. 2 im Querschnitt ersichtlich, äufserlich als ein rotirender Cylinder
α dar, dessen Hohlachsen, auf losen Rollen c c aufruhen, die durch ein Vorgelege
und Zahnradtransmission Umdrehung erhalten, die sie dem Cylinder α mittheilen. Anstatt
der Hohlachsen kann auch eine in Stopfbüchsen abgedichtete massive Achse zur Anwendung
kommen, welche in Stehlagern ihren Stütz- und Drehpunkt findet. Im Innern des Cylinders sind concentrisch zu einander eine
beliebige Anzahl Cylinder d ef von immer kleinerem Durchmesser angebracht, die an den
entgegengesetzten Enden verkürzt sind, so dafs Uebergangsöffnungen an diesen entgegengesetzten
Enden von einem Cylinder in den andern entstehen.
Die Hohlräume zwischen je zwei Cylindern sind, wie sich aus Querschnitt Fig. 2 ergiebt,
in radial stehende Kammern mit Wendeblechen eingetheilt, welch letztere in beliebiger Form
und Stellung angebracht werden können. Diese Wendebleche sollen jedoch stets so angeordnet
sein, dafs auch beim Stillstand des Apparates ein Ansammeln des Trockengutes auf dem tiefsten Punkt der Cylinder α d ef
verhindert wird.
Die rechtsseitige Stirnwand des Apparates, Fig. ι, ist nahe der Peripherie mit einem ringförmigen
Ausschnitt versehen, durch den das
Abzugsrohr g in den Apparat hineintritt. In dem Apparat wird dieses Rohr durch eine
ringförmige Scheibe h getragen, die an der Rotation des Apparates nicht mit theilnimmt,
vielmehr den ringförmigen Ausschnitt verdeckt. Durch letzteren gehen die Halter i der
Scheibe h hindurch, die am Bock k oder sonstwo befestigt sind.
An der entgegengesetzten Seite schliefst sich an den rotirenden Cylinder f ein feststehendes
Rohr / an,' das mit dem Heifsluftrohr m und Frischluftrohr η in Verbindung steht und den
gegen Luftzug abgeschlossenen Einfülltrichter ο trägt, der mit einer passenden Zuführung versehen
ist. An derselben Apparatseite ist die inwendige Stirnwand q von geringerem Durchmesser
als der Apparat, um den Austritt des Trockengutes durch Rinne ρ zu ermöglichen.
Sämmtliche Zu- und Ableitungsröhren sind zur Regulirung mit Drosselklappen versehen.
Wird durch Rohr m Heifsluft mittelst Ventilators eingesogen und der Apparat in Umlauf
gesetzt, so vertheilt sich das Gut aus dem luftdicht geschlossenen Trichter ο in den Cylinder
f und schiebt sich durch Drehung des Cylinders an das entgegengesetzte Ende, von
wo es in den Cylinder e fällt. Hier vertheilt sich das Gut in die einzelnen Kammern, durch
die es hindurch und am Austrittsende in den Cylinder d gelangt; schliefslich kommt das
Gut in den Cylinder α, der es an die Rinne ρ abgiebt. Während der ganzen Zeit haben
durch den Umlauf des Apparates die in jeder Kammer angebrachten Wendebleche das Material
fortwährend gelüftet, so dafs es der Einwirkung des Heifsluftstromes möglichst vielfach ausgesetzt
blieb. · Zu viel Heifsluft kann durch Absperrung der Drosselklappe in m und durch
Zulafs von, Frischluft aus η oder durch stärkeres oder schwächeres Saugen des Ventilators
,* oder Schlotes regulirt werden. Da sämmtliche Kammern oder Wendebleche des
ganzen Systems immer gleichmäfsig beladen sind, so ist die Last im Apparat vortheilhaft
vertheilt, wodurch der Aufwand an Betriebskraft bedeutend verringert wird.
Für viele Stoffe wird Heifsluft auf dem langen Weg zum Trocknen genügen. Man
kann aber auch die Cylinderwände, wie bei d und f in Fig. 3 angegeben, doppelt ausführen
und hier Dampf durch ein Centralrohr zuleiten, sowie die Condensationsproducte durch
ein in einen Condensationstopf mündendes Centralrohr ableiten, so dafs immer Dampfheizung
den Cylinderwänden entströmt.
In vielen Fällen wird die cylindrische Form von α d ef genügen, besonders wenn der
Transport des Materials durch den mit demselben in gleicher Richtung durchgeführten
Luftstrom unterstützt wird; erfordert das Material etwas Fall, z. B. wenn der Heifsluftstrom
dem Material entgegengeführt wird, so kann man den einzelnen Cylindern etwas konische oder auch zu einander verschiedene
Form geben, wobei die Richtung der Konicität in den verschiedenen Cylindern abwechseln
mufs.
Im Längenschnitt, Fig. 4, ist insofern eine Aenderung angebracht, als der Abzug durch
die der . Einführung entgegenstehende Hohl- , achse r erfolgt, zu welchem Zwecke eine Abschlufswand
s angebracht ist, so dafs der Heifsluftstrom mit den Verdunstungsproducten erst
aus dem äufseren nach Durchströmen sämmtlicher Cylinder bei r austritt.
Um den Lauf des Materials und den Strom der Heifsluft entgegengesetzt zu führen, kann
der Apparat nach Fig. 5 so eingerichtet sein, dafs das Material durch die Hohlachse mittelst
Schnecke oder auch frei fallend zugeführt und, zunächst durch eine Stirnplatte t abgelenkt,
dem äufseren Cylinder α zugeführt wird, der es bei seiner Drehung hochnimmt und an den
nächst inneren Cylinder d abgiebt und -sofort, bis es durch die rechtsseitige Qeffnung des
Cylinders austritt, durch welche die Heifsluft eintritt. Auch kann bei dem in Fig. 1 dargestellten
Apparat ein umgekehrter Lauf des Materials und der Heifsluft dadurch erzielt werden, dafs man den Heifsluftstrom durch g
ein- und durch Z ausströmen läfst, während das Material durch 0 zu-- und durch ρ abgeführt
wird.
Statt der concentrisch zu einander angeordneten Cylinder körinen dieselben auch
parallel als Röhren zu einander liegen, wie die-Fig. 5 und 6 andeuten. Die cylindrischen oder
konischen Röhren stecken mit ihren Enden in im äufseren Cylinder oder Konus α befestigten
Abschlufsplatten u und kann der Hohlraum, der durch die Röhren und durch die Abschlufsplatten
gebildet wird, mit Dampf geheizt werden. Im übrigen ist der Gang des Materials'
derselbe, wie oben beschrieben: die äufseren Röhren nehmen das Material auf, geben es am
anderen Ende mittelst eines konischen, in die mittleren Röhren rinnenartig hineinragenden
Ringes ν an die mittleren Röhren ab, die es an das Centralrohr f abliefern.
Die Röhren können in ihrem Innern ebenfalls mit Wendeblechen ausgestattet sein, um
das durch dieselben passirende Material fortwährend zu heben und fallen zu lassen. Eine
noch günstigere Bewegung des Materials und somit eine noch bessere Einwirkung der
heifsen Luft auf das zu trocknende Material wird erreicht, wenn den Röhren aufser der
dem Centralrohr f und somit dem gesammten Röhrensystem ertheilten Kreisbewegung noch
eine besondere Rotationsbewegung ertheilt wird, wie dies in Fig. 5 a angegeben ist.
Zu diesem Zwecke stecken die Röhren lose in den Abschlufsplatten -u und sind mittelst in
den Röhren befestigter Achsen oder Zapfen in den das Centralrohr f und Cylinder a verbindenden
Apparatstirnwänden drehbar gelagert. Aufserhalb der einen Stirnwand können auf den· Achsen oder Zapfen der Röhren die
Stirnräder w sitzen, während an dem Bo.ck k
ein auf seiner inneren und äufseren Peripherie, mit Zähnen versehener Ring oder Kranz wx
so befestigt ist, dafs die Zähne der Räder der äufseren Rohrserie in die äufseren Zähne und
diejenigen der inneren Rohrserie in , die inneren Zähne des Kranzes wl eingreifen. Bei
Drehung des Centralrohres f nebst Cylinder a und der sämmflichen Röhren durch ein Zahnrad-
und Riemenvorgelege wälzen sich die Räder w auf dem feststehenden Zahnkranz η>λ ab und
bewirken so eine besondere Drehbewegung ' jeder einzelnen Röhre um ihre Achse, wodurch
eine für die Trocknung des Materials aufserordentlich günstige Bewegung desselben
in den Röhren hervorgerufen wird.
Fig. 7 zeigt im Querschnitt kleine "Abänderungen, indem die obere Hälfte' die Ausführung
eines eckigen Apparates, die untere einen Apparat mit vielfachen Röhren darstellt.
Bei Trocknung sehr wasserhaltiger Materialien ist es rathsam, die heifse Luft am Ende eines
jeden Cylinders unmittelbar . abzuführen, zu welchem Zwecke sich die in Fig. 8 und 9
dargestellte Ausführung des Apparates empfiehlt. Es sind hier die Cylinder bezw. Konen ab d ef
concentrisch in einander gesteckt und wie in Fig. ι auf Rollen c c drehbar gelagert, b und e
sind an der linken Stirnseite durch eine Wand abgeschlossen, während a, d und f sich an
das feststehende Rohr Z anschliefsen, mit welchem das Heifsluftrohr m und das Frischluftrohr
η verbunden ist. In dem. Rohr / sind zwei concentrisch in einander gesteckte Rohrstücke
/1Z2 so befestigt, dafs drei Ringkanäle
für die Heifsluft entstehen, von denen der innere mit _/, der mittlere mit dem Ringraum
zwischen e und d und der äufsere mit dem Ringraum zwischen b und a in Verbindung
steht und wobei die Eintrittsöffnungen in die Ringkanäle durch geeignete Verschlufsvorrichtungen
χy \ regulirt werden können.
In Z2 mündet der Einfülltrichter o, aus welchem
das nasse Material zunächst in den mit Kammern und Wendeblechen versehenen Cylinder
f gelangt und der durch Z2 eingeführten Heifsluft ausgesetzt wird. Am Ende des Cylinders
/wird die Heifsluft mit den entwickelten Dämpfen von einem an ' das feststehende
Rohr Z3 sich -anschliefsenden Exhaustor oder Schlot abgesogen, während das
Material am Ende von f in den Cylinder e fällt, welcher behufs schneller Beförderung des
Materials an das entgegengesetzte Ende keine Kammern und Wendebleche enthält, event,
aber mit Schneckenwindungen versehen sein kann. Am entgegengesetzten, geschlossenen
Ende von e gelangt das Material durch die seitlichen -Oeffhungen el in den wieder mit
Kammern versehenen Cylinder d, an welcher Stelle auch zugleich wieder frische, durch Z1
eingeführte Heifsluft zutritt. Am Ende von d werden Heifsluft und Dämpfe durch die Durchbrechungen
in f nach Z3 abgesogen und das Material fällt in den ohne Kammern versehenen
Cylinder b und tritt hierauf an dessen entgegengesetztem geschlossenen Ende durch
die seitlichen Oeffnungen b1 in den wieder mit Kammern versehenen Cylinder a; hier
tritt wieder frische, durch Z eingeführte Heifsluft hinzu, welche an der entgegengesetzten
Seite mit den Dämpfen wieder durch Z3 abgesogen wird. Das getrocknete Material akann
dann z. B. von einem sich mitdrehenden Schöpfkasten α* mit hochgenommen und aus
diesem durch ein Rohr α2 in ein waagrechtes,
sich ebenfalls mitdrehendes Rohr α3 befördert
werden, in welchem behufs Luftabschlusses eine Schnecke befestigt sein kann, die aber
infolge der Mitdrehung des Rohres aB auch zugleich das Material in das feststehende Abfallrohr
ai befördert. Selbstverständlich kann der Lauf des Materials bezw. der Apparat
selbst durch Vermehrung der Cylinder und dementsprechende Vermehrung der Heifsluftzuführungen
nach Belieben vergröfsert werden. Auch bei Fig. 5 und 6 kann die Führung der
heifsen Luft in das Material in vorbeschriebener Weise gleichfalls in Anwendung gebracht werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein rotirender Trockenapparat, in welchem durch eine Anzahl concentrisch in einander oder parallel zu einander angeordneter (event, konisch gestalteter) Cylinder (α d ef) mit vollen Wandungen von runder oder eckiger Querschnittsform ein schlangenartig gewundener Weg für den . Lauf des zu trocknenden Materials geschaffen ist und dieses Material von einem Heifsluftstrom beeinflufst wird, der entweder mit dem Material (Fig. 1, 2 und 4) oder entgegengesetzt zu demselben (Fig. 5 und 6) den Apparat im ganzen Materiallauf oder getheilt in. nur einer Richtung mit-dem Material (Fig. 8 und 9) oder gegen dasselbe durchströmt.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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