DE511131C - Verfahren zur Gewinnung von OElen und Fetten aus festen Koerpern tierischen Ursprungs durch Ausschmelzen - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von OElen und Fetten aus festen Koerpern tierischen Ursprungs durch Ausschmelzen

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DE511131C
DE511131C DEA48056D DEA0048056D DE511131C DE 511131 C DE511131 C DE 511131C DE A48056 D DEA48056 D DE A48056D DE A0048056 D DEA0048056 D DE A0048056D DE 511131 C DE511131 C DE 511131C
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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Ölen und Fetten aus festen Körpern tierischen Ursprungs durch Ausschmelzen Es ist bekannt, Fette und Öle aus fett- und ölhaltigen Körpern. tierischen Ursprungs in aus der Feuchtigkeit des Gutes entwickeltem Dampf von über Atmosphärendruck und über loo° C auszuschmelzen. Dabei erfolgt das Erhitzen von außen z. B. durch in einen Mantel des Schmelzkessels eingelassenen gespannten Dampf. Aus dem Schmelzkessel wird dauernd oder zeitweise ein Teil des aus dem Gut erzeugten Dampfes abgelassen, so daß dem Gut allmählich seine Feuchtigkeit entzogen wird.
  • Schließlich erhält man neben dem Fett Grieben mit geringem Wassergehalt, aus denen noch Fett abgepreßt werden kann.
  • Durch Behandlung bis zum Schluß mit Temperaturen über ioo° C erhält man z. B. bei der Gewinnung von Schmalz ein nicht bleichfähiges Produkt von gelber Farbe und schlechtem Geruch, das sich bei Erhitzung auf Backtemperatur stark dunkel färbt. Dies ist, wie der Erfinder erkannt hat, darauf zurückzuführen, daß das Fett aus den Grieben bei einem ein gewisses Maß unterschreitenden Wassergehalt (17 °/o) unter der fortgesetzten Einwirkung der hoben Temperatur schleimige und leimige Bestandteile aufnimmt. Auch bei für andere Zwecke, z. B. für die Seifenfabrikation, bestimmtem Fett machen sich solche bei hoher Temperatur gegen Ende des Abdampfens aufgenommenen Bestandteile störend bemerkbar. So ergeben sich bei Anwesenheit von Stickstoffverbindungen heftige chemische Reaktionen und mindere Seifenqualitäten.
  • Den Übergang schädlicher Stoffe in das ausgeschmolzene Fett glaubte man bisher nur dadurch verhindern zu können, daß man die Grieben bei verhältnismäßig hohem Feuchtigkeitsgehalt aus dein Schmelzkessel entfernt. Daraus ergibt sich aber wieder ein Nachteil insofern, als aus zu feuchten Grieben mit den Fetten auch leimige und schleimige Stoffe abgepreßt werden, die also dann auf diesem Wege in den durch Auspressen der Grieben gewonnenen Teil des Fettes kommen.
  • Gemäß der Erfindung wird nun ein durchweg ganz einwandfreies Fett neben hochwertigen Grieben dadurch erhalten, daß das Ausschmelzen mit über ioo° C liegenden Temperaturen nur herunter bis zu einem Feuchtigkeitsgehalt von 17 °/p erfolgt, um dann für die weitere Wasserentziehung (bis zu 5 bis 15 °@o) die Temperatur auf weniger als ioo° C zu senken. Bei so niedrigen Temperaturen findet keine Schädigung- des gewonnenen Fettes statt. Das Senken der Temperatur geschieht bei der praktischen Ausführung dadurch, daß man im Schmelzkessel mittels einer Luftpumpe Unterdruck erzeugt, um so trotz niedriger Temperatur das weitere Abdampfen von Feuchtigkeit zu beschleunigen und damit den Trockenvorgang abzukürzen.
  • Das Ausschmelzen als solches, das mit einer Zersetzung des ganzen Gutes einhergeht, muß bei ausreichenden Temperaturen erfolgen, die etwa zwischen io5° und i4o°, je nach der Art des Gutes. liegen. Handelt es sich nur um leicht zersetzbäre ZÄTeichteile, so genügen gegebenenfalls schon io5° C. Sind dagegen Knochen mitzuverarbeiten, so muß die Temperatur höher gewählt werden. Auf alle Fälle kann man, wenn einmal dic. Zersetzung vollendet ist, auf Wunsch finit der Temperatur sofort heruntergehen. Der Sicherheit halber erfolgt das Senken der Temperatur praktisch schon bevor der Wassergehalt auf 17 °1" gesunken ist, um jede Schädigung des gewonnenen Fettes auszuschließen.
  • Anhaltspunkte für den jeweiligen Wassergehakt geben aus der Erfahrung heraus die verstrichene Zeit und die Dampfdrücke. Man kann sich überdies Gewißheit durch -Entnehn ien und Befühlen einer Griebenprobe verschaffen.
  • Hat man es finit Gut von sehr hohem Feuchtigkeitsgehalt zti tun. so empfiehlt es sich, nicht sofort auf Zersetzungstemperatur zu gehen, sondern zunächst bei offenem Schmelzkessel. also bei ioo° C. abzudampfen, bis der @#@'assergehalt auf etwa 6o °1" heruntergegangen ist. Denn einerseits wäre es zu unwirtschaftlich. den ganzen Wassergehalt bei der' hohen Zersetzungstemperatur unter Überdruck zu verdampfen, und anderseits würde sich ein Ernulsionszustand bilden, der der weiteren Verarbeitung Schwierigkeiten entgegensetzen würde.
  • Mit dem Entziehen des Wassers kann man bei dem neuen Verfahren ohne Schädigung des Fettes so weit gehen, bis die Grieben trocken und knusprig sind. jede etwaige gelbliche Färbung des erhaltenen Fettes (Schmalzes) kann leicht durch Bleichen entfernt werden.
  • Das neue Verfahren gibt die Möglichkeit, einen viel größeren Kreis von Stoffen trocken auszuschmelzen, als bisher für möglich gehalten wurde. Während man bisher nur Ausgangsmaterialien höchster Qualität verarbeiten zu können glaubte, urn ein tadelloses Schmalz zu erzielen, können nach dem vorliegenden Verfahren auch geringwertige Materialien, wie Schinkenfett und Knochen und allerhand Abfälle, die bisher von der Verwendung ausgeschlossen waren, verarbeitet werden.
  • Bei dem neuen Verfahren erhält man neben höchstwertigem Fett auch besonders hochwertige Grieben, weil für diese die Stoffe, deren Übertritt in das Fett verhindert wird, wertvoll sind. Die Grieben können nach dein Trocknen zu -Mehl gemalilen_werden, das als Viehfutter oder Düngemittel in Betracht kommt. Bei hochwertigen Ausgangsstoffen können sie gegebenenfalls auch als menschliche \Tahrung dienen.
  • je nach der Beschaffenheit des Gutes dauert der Ausschmelzprozeß kürzere oder längere Zeit, von etwa 4.5 Minuten bis zu einigen Stunden.
  • Während des Schmelzvorganges wird das Gut zweckmäßig durch ein Rührwerk bewegt, um die Zersetzung und das Abdampfen des Wassers zu beschleunigen. Gegen Schluß der Behandlung stellt man das Rührwerk ab, um das Absetzen des festen Rückstandes zu ermöglichen. 1lan kann dann die Hauptmasse des flüssigen Fettes ablaufen lassen und die Grieben der Presse zuführen, um das noch in ihnen enthaltene Fett abzupressen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von ölen und Fetten aus fett- und ölhaltigen feiten Körpern tierischen Ursprungs durch Ausschmelzen in aus der F euchtigl:eit des Gutes entwickeltem Dampf von über Atmosphärendruck: und über ioo° C zweckmäßig in ummantelten Gefäßen und unter teilweiser Entfernung des gebildeten Dampfes, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausschmelzen des Fettes aus dein Gute bei über ioo° C nur so lange fortgesetzt wird, bis <ler Wassergehalt des festen Rückstandes auf 1; "/" herabgegangen ist, worauf durch weitere Entziehung von Feuchtigkeit unter niedrigerem Druck. bei unter ioo° liegenden Temperaturen der Feuchtigkeitsgehalt des festen Riickstandes auf 5 bis 15 "J" gesenkt wird.
DEA48056D 1925-06-22 1926-06-23 Verfahren zur Gewinnung von OElen und Fetten aus festen Koerpern tierischen Ursprungs durch Ausschmelzen Expired DE511131C (de)

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