DE511688C - Reibungsgetriebe, insbesondere zum Anlassen von Brennkraftmaschinen durch einen Motor mit gleichachsig angeordneten Kupplungsgliedern - Google Patents
Reibungsgetriebe, insbesondere zum Anlassen von Brennkraftmaschinen durch einen Motor mit gleichachsig angeordneten KupplungsgliedernInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
3. NO VEMBER 1930
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
JVi 511688 KLASSE 46 c 5 GRUPPE
ist in Anspruch genommen.
Die Erfindung bezieht sich auf Reibungsgetriebe, wie sie beispielsweise zum Kuppeln
des Anlaßmotors mit der Schwungscheibe der Antriebsmaschine von Kraftfahrzeugen Verwendung finden. Es sind Reibungsgetriebe
dieser Art bekannt, bei denen die Kupplung durch Vermittlung zweier relativ zueinander drehbaren und axial verschiebbaren
auf der Anlaßmotorwelle sitzenden Reibglieder erfolgt, von denen das eine sich beim Anlassen infolge des auf der Massenträgheit
beruhenden Zurückbleibens des anderen Gliedes zunächst relativ zum letzteren
dreht und dabei vermöge seines zwischen den Kupplungsgliedern wirksamen Schraubengetriebes
eine Axialbewegung zwischen den Gliedern herbeiführt, wodurch die Kupplungsflächen in Eingriff mit dem zwischen ihnen
liegenden anzutreibenden Schwungrad gelan-
ao gen. Von diesen bekannten Einrichtungen unterscheidet sich die den Gegenstand der
Erfindung bildende im wesentlichen dadurch, daß die axiale Relativverschiebung der Kupplungsglieder
durch Vermittlung einer oder mehrerer an dem einen oder anderen Kupplungsgliede vorgesehener Nockenflächen herbeigeführt
wird, mit denen an dem einen oder anderen Kupplungsgliede vorgesehene Nokkenrollen
in Eingriff stehen.
Weitere Verbesserungen beziehen sich auf die besondere Ausbildung und Anordnung des
Nockengetriebes. Die Verwendung eines solchen für die Bewegung der Kupplungsglieder
bietet gegenüber den bekannten Schraubengetrieben hauptsächlich den Vorteil der unbedingt
sicheren Wirkungsweise auch unter ungünstigen Betriebsverhältnissen, da ein ■
Festklemmen auch bei Verschmutzung der Arbeitsfläche, bei ungenügender Schmierung,
bei Starrwerden des Schmiermittels infolge großer Kälte usw. nicht vorkommen kann.
In der Zeichnung, die die Erfindung in Anwendung auf die Anlaßvorrichtung für
eine Brennkraftmaschine beispielsweise veranschaulicht, ist
Abb. ι eine Seitenansicht, die den Anlasser in Verbindung mit dem Schwungrad der Verbrennungskraftmaschine
darstellt, wobei das Schwungrad im Schnitt erscheint.
Abb. 2 zeigt die Einrichtung, in axialer Richtung gesehen.
Abb. 3 ist ein senkrechter Schnitt einer besonderen Ausbildungsform eines Anlassers
und stellt diesen bei gelöster Kupplung dar.
Abb. 4 ist eine entsprechende Darstellung mit eingerückter Kupplung.
Abb. S ist eine Einzelheit eines der Kupplungselemente
und zeigt diese in Verbindung mit einer Rolle, mit der sie zusammenarbeiten können.
Abb. 6 ist eine schematische Darstellung der Beziehung gewisser Nocken und Rollen,
und zwar in Abwicklung des die Nocken enthaltenden Teils in einer Ebene.
In Abb. ι und 2 ist mit 1 der Anlaßelektromotor
bezeichnet. 2 ist die Ankerwelle des
Motors und 3 eine zwischengeschaltete Feder zur Regelung der Stellung des Ankers.
Mit 4 isV der Speisestromkreis für den Motor ι bezeichnet, der durch einen Schalter 5
überwacht wird. In Abb. 1 stellt 6 das Schwungrad einer Verbrennungskraftmaschine
im Schnitt dar, während 7 ein am Umfang des Schwungrades ausgebildetes ringförmiges
Element ist, das mit dem im nachstehenden zu beschreibenden Reibungsgetriebe zusammenwirkt.
Dies Getriebe ist allgemein mit 8 bezeichnet.
Abb. 2 stellt den mit dem Schwungrad 6 zusammenwirkenden Anlaßmotor sowie die
Schwungscheibe 7 in Endansicht dar.
Die Abb. 3 und 4 veranschaulichen das Reibungsgetriebe im einzelnen, und zwar stellt
Abb. 3 die Kupplungsglieder in geöffnetem und Abb. 4 in geschlossenem Zustande dar.
Die Kupplungsglieder sind als Hülsen ausgebildet, von denen eine mit 9 und die andere
mit 10 bezeichnet ist. Die Hülse 9 ist mit
einer axialen Bohrung 11 versehen, mit der sie auf der Motorwelle 2 sitzt. Auf dieser
Welle kann sie mittels eines Keils 12 so angebracht
sein, daß eine Axialverschiebung der Hülse 9 auf der Welle 2 nicht verhindert
ist. Im Falle der Verwendung eines Elektromotors als Anlasser kann es sich empfehlen,
die Hülse 9 mit der Welle 2 durch eine geeignete Schraube 13 zu verbinden. In diesem Falle ist es möglich, den Schub der
Ankerwelle dazu zu benutzen, eins der Kupplungsglieder der Eingriffsfläche der Schwüngscheibe
gegenüber zu bringen.. Im allgemeinen ist es aber erwünscht, daß die Hülse 9
sich in- axialer Richtung frei auf der Welle 2 verschieben kann.
Die Hülse 9 ist am einen Ende mit einem Bunde 14 versehen. Dieser Bund weist eine
Fläche 15 auf, die eine der Arbeitsflächen
der Kupplung darstellt. Auf dem anderen Ende ist die Hülse 9 mit einem Auge 16 zur
Aufnahme eines Bolzens 17 versehen, auf dem
Rollen 18 und 19 gelagert sind. Diese Rollen
werden durch den Ansatz 20 und eine durch einen Stift 22 gesicherte Unterlegscheibe in
ihrer Lage gehalten. Der äußere Umfang der Hülse 9 bildet eine Lagerfläche 23. Die Hülse
10 ist axial durchbohrt und weist eine Innenfläche 24 auf, die auf die äußere Lagerfläche
23 der Hülse 9 paßt. Das innere Ende der Hülse 10 bildet bei 25 die Eingriffsfläche
des zweiten Kupplungsgliedes, die der Kupplungsfläche 15 der Hülse 9 gegenüberliegt.
Das andere Ende der Hülse 10 ist mit zwei einander gegenüberliegenden Nockenflächen
26, 26 versehen. Zwischen den Enden dieser Nockenfiächen sind Ausbuchtungen 27, 27
vorgesehen. Die Hülse 10 kann sich auf ihrem Lager 23 frei drehen und auch in axialer
Richtung frei auf ihm bewegen. Zwischen den Hülsen 9 und 10 ist eine Feder 28 eingefügt,
die die einander gegenüberliegenden Flächen 15 und 25 voneinander zu entfernen
sucht. Die Hülse 10 ist so schwer und voluminös gehalten, daß sie für gewöhnlich in
sich eine Trägheit besitzt, die irgendeiner Kraft, die sie zu drehen versucht, entgegengesetzt
ist. Als solche Kraft kommt beispielsweise die Reibung der Hülse 10 auf
ihrem Lager 23 oder die durch die Wirkung der auf den Nockenflächen 26, 26 sich bewegenden Rollen 18 und 19 bedingte Drehtendenz der Hülse oder eine andere Kraft in
Betracht, die die Neigung hat, die Hülse zu drehen, beispielsweise die Berührung mit der
' Feder 28.
Die Flächen 15 und 25 sind zweckmäßig
kegelförmig gestaltet, und zwar bilden sie
einen Winkel von ungefähr 30 gegenüber der
Achse der Hülsen. Der Umfangsteil 7 des • Schwungrades 6, mit dem die Flächen 15 und
25 in Eingriff treten, wird entsprechend winklig gestaltet.
Was die Nockenflächen 26, 26 und ihre Beziehung zu den Rollen 18 und 19 sowie
zu dem Zapfen 17 betrifft, so werden die
besten Ergebnisse erzielt, wenn die schraubenförmigen
Nockenflächen nach einem Winkel von fJ in bezug auf eine durch die Achse
der Hülse 10 gehende senkrechte Ebene gefräst werden. Die Rollen 18, 1.9 können statt
an der Hülse 9 auch an der Hülse 10 gelagert sein. Wie Abb. 6 erkennen läßt, ruhen
die Rollen für gewöhnlich in den Sitzen 27 und laufen bei Drehung der treibenden Welle
an den Nocken 2.6 aufwärts. Das Diagramm zeigt einen Nocken vollständig, während der
andere in zwei Abschnitte unterteilt ist.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Wird der Stromkreis 4 durch Schalter
5 geschlossen, so fängt der Motoranker an umzulaufen. Wird der Schub der Motorwelle
in der obenerwähnten Weise ausgenutzt, so wird die Hülse 9 in axialer Richtung
auf die Umfangsfläche 7 des Schwungrades zu verschoben. Die Drehung der
Welle 2 veranlaßt eine Drehung der Hülse 9, die die Rollen 18 und 19 trägt. Diese laufen
auf die Nocken 26 auf. Die der Hülse ι ο
innewohnende Trägheit widersteht zeitweilig der durch die Drehung' auf ihren Lagern verursachten
Reibung sowie auch der durch das Vorrücken der Rollen auf den Nocken bedingten
Neigung, die genannte Hülse zu drehen. Dadurch wird die Bewegung der Hülse
verzögert, so daß die Rollen auf die Nocken auflaufen. Dabei heben sie sich zunächst
aus ihren Sitzen 27 und laufen dann längs der Bahn der Nocken bis zu einer den
Enden der Nocken benachbarten Stelle. Da-
durch wird die Hülse io veranlaßt, sich in
axialer Richtung auf ihrem Lager zu bewegen. Das gleiche geschieht mit der Hülse 9.
Beide Bewegungen sind einander entgegengerichtet, so daß die Greifflächen 15 und
25 sich einander nahem und die Seitenwände des Umfangsteiles 7 des Schwungrades 6 zwischen
sich fassen, wodurch die Kupplung erfolgt und die Verbrennungsmaschine in Gang gesetzt wird. Das Schwungrad wird dann
durch die Verbrennungsmaschine angetrieben, und zwar normalerweise mit einer Geschwindigkeit,
die der dem Schwungrad durch den Anlaßmotor erteilten erheblich überlegen ist. Die Geschwindigkeit des Schwungrades 6
wird also größer als die der Greifflächen 15 und 25, so daß die letzteren zurückbleiben.
Infolgedessen führen die Rollen auf den Nocken eine rückläufige Relativbewegung aus,
und die Feder 28 drückt die Kupplungsflächen 15 und 25 auseinander, wodurch die
Kupplung gelöst wird.
Die vorstehend beschriebene Auslösetätigkeit mag im einzelnen, wie folgt, erläutert
werden: Beim Anlassen der Vorrichtung bleibt das Schwungrad wegen der ihm innewohnenden
Trägheit in Ruhe. Erfolgt der Kupplungsvorgang beim Anlassen des Elektromotors durch Auflaufen der Rollen auf
die Nocken, so wird das Schwungrad zwischen die Flächen 15, 25 geklemmt. Das
Drehmoment des Elektromotors ist also zunächst darauf gerichtet, diese Klemmwirkung
herbeizuführen und dann die Trägheit des getriebenen Schwungrades zu überwinden und
dieses in Drehung zu versetzen. Wenn die Verbrennungskraftmaschine zu laufen beginnt,
so verliert zunächst das Schwungrad seine Trägheit und unterliegt der antreibenden
Wirkung der Verbrennungskraftmaschine, von der es eine genügende Drehkraft erhält,
um mit einer Geschwindigkeit umzulaufen, die größer ist als die ihm durch den Anlaßmotor
erteilte. Infolgedessen wird der anfängliche Widerstand gegenüber der Wirkung des Anlaßmotors, der zunächst durch
die Trägheit des Schwungrades dargestellt wird, beseitigt. Dem Drehmoment des Anlaßmotors
wirkt infolgedessen nichts mehr entgegen, und dementsprechend besteht für die mit den Nocken zusammenwirkenden Rollen
kein Anlaß, daß sie auf die Nocken auflaufen. Infolgedessen wird die Greifwirkung,
die darauf zurückzuführen ist, daß die Rollen auf die Nocken auflatifen, augenblicklich unterbrochen.
Außerdem wird die zwischen der Fläche 25, der Hülse 10 und der gegenüberliegenden
Fläche des getriebenen Teils 7 etwa vorhandene Reibung die Hülse 10 veranlassen,
mit dem getriebenen Teil schneller umzulaufen, als der Drehung der Hülse 9 entspricht.
Es ergibt sich also, daß die Drehung der Hülse 10 in der Richtung, die ihr durch
die schnelle Drehung des Schwungrades erteilt wird, die Hülse 10 veranlaßt, sich in
derselben Richtung wie das Schwungrad zu drehen, wodurch die Nocken der Hülse 10
veranlaßt werden, aus ihrer Beziehung zu den betreffenden Rollen zurückzutreten und
dadurch die Trennung der Kupplungsflächen und 25 zu bewirken.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Reibungsgetriebe, insbesondere zum Anlassen von Brennkraftmaschinen durch einen Motor mit gleichachsig angeordneten Kupplungsgliedern, die mit Abstand einander gegenüberliegende Kupplungsflächen aufweisen und relativ zueinander drehbar und in axialer Richtung beweglich sind, wobei das eine Glied bei seiner Drehung durch die Anlaßmotorwelle sich infolge des auf Trägheit beruhenden Zurückbleibens des anderen Gliedes zunächst relativ zu letzterem dreht und dabei vermöge eines zwischen den Kupplungsgliedern wirkenden Getriebes eine Axialbewegung zwischen denselben herbeiführt, wodurch die Kupplungsflächen in Eingriff mit dem zwischen ihnen liegenden angetriebenen Element gelangen, dadurch gekennzeichnet, daß das eine Kupplungsglied (8) an seinem von der Kupplungsstelle entfernt liegenden Ende eine oder mehrere Nockenflächen (26) und das andere eine oder mehrere Nockenrollen (18, 19) aufweist.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das eine Kupp- too lungsglied (9) an seinem Ende einen quer gerichteten Bolzen (17) trägt, an dessen Enden die Nockenrollen (18, 19) drehbar gelagert sind.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Kupplungsgliedern ein elastisches Mittel,z. B. eine Feder (28), vorgesehen ist, die die Nockenrollen (18, 19) mit den Nockenflächen (26) in Eingriff hält.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das elastische Mittel (28) die Nockenrollen (18, 19) gewöhnlich in Eingriff mit an den Enden der Nockenflächen vorgesehenen Vertiefungen (27) hält.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US511688XA | 1927-10-14 | 1927-10-14 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DED56749D Expired DE511688C (de) | 1927-10-14 | 1928-10-06 | Reibungsgetriebe, insbesondere zum Anlassen von Brennkraftmaschinen durch einen Motor mit gleichachsig angeordneten Kupplungsgliedern |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE511688C (de) |
-
1928
- 1928-10-06 DE DED56749D patent/DE511688C/de not_active Expired
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