DE512056C - Schmierverfahren - Google Patents
SchmierverfahrenInfo
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Description
- Schmierverfahren Die Erfindung betrifft die Schmierung von Metallteilen bei hohen Temperaturen, wobei unter hohen Temperaturen solche verstanden sind, bei oder oberhalb deren Schmieröle verdampfen, Fette sich zersetzen und flüssige oder halbflüssige Schmiermittel ihre Wirksamkeit durch Zerstörung ihres flüssigen Bestandteils verlieren.
- Um den Kraftverlust und die Kosten für die Erneuerung sich abnutzender Teile zu verringern, muß man überall da, wo Metall sich auf Metall bewegt, ein Schmiermittel verwenden. Bisher konnte man Schmiermittel nur da benutzen, wo die Temperaturen verhältnismäßig niedrig waren. Die Unmöglichkeit, gewöhnliche Schmiermittel bei hoben Temperaturen zu benutzen, beruht darauf, daß sie sich zersetzen oder verflüchtigen, und daß das Produkt oder der Rückstand solcher Zersetzung oder Verflüchtigung keine Schmierwirkung besitzt.
- Der Erfinder hat sich nun die Aufgabe gestellt, ein Material zu finden, dessen Basis oder Rückstand Schmierwert besitzt, sich bei hohen Temperaturen weder verflüchtigt noch weiter zersetzt und vor allen Dingen sich fest mit den zu schmierenden Teilen vereinigt und einen genügenden Grad von Flüssigkeit besitzt, um eine bequeme Anwendung auf die zu schmierenden Teile zu ermöglichen. Es hat sich gezeigt, daß Mineralöle mit einer Asphaltgrundlage diese Anforderungen in befriedigender Weise erfüllen. Solche Öle können leicht auf die zu schmierenden Teile gebracht werden, und wenn sie hohen Temperaturen ausgesetzt werden, so verdunsten ihre leichter flüchtigen Bestandteile, während ein Rückstand von dichtem Koks zurückbleibt, der sehr gute Schmierwirkung besitzt, an den zu schmierenden Metallteilen festbackt und daran mit solcher Hartnäckigkeit anhaftet, daß zu seiner Entfernung ein Meißel nötig seizi würde.
- Es handelt sich also nicht um die Verwendung von Mineralölrückständen zur Herstellung fester Schmierfette, wie solche z. B. als Heißwalzenbriketts bekannt, sind, da die Schmiermittel bei dem Verfahren der Erfindung in flüssigem oder 'halbflüssigem Zustande auf die sich bewegenden Metallteile aufgebracht werden. Es bandelt sich auch nicht darum, Metallteile zum Schutz gegen Oxydation mit einer dünnen festhaftenden Kohleschicht zu überziehen, indem die rotglühend gemachten Metallteile in Öl oder eine andere kohlenstoffreiche Flüssigkeit eingetaucht und in dieser abgekühlt werden, da bei dem Verfahren der Erfindung die Stoffe, die später eine dichte Koksschicht bilden sollen, in urzersetztem Zustande und in flüssiger Form auf die kalten Metallteile aufgebracht werden und dadurch auch nicht alle Öle oder kohlenstoffhaltigen Stoffe sich zur Ausübung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung eignen. Es ist ferner bekannt, Metallteile porös herzustellen und mit Öl, Paraffin oder Graphit zu imprägnieren. Dieses Verfahren ist jedoch dann nicht anwendbar, wenn es sich um fertige Metallteile handelt, und um solche, von denen hohe Festigkeit verlangt wird, wie beispielsweise bei Transportketten in Öfen.
- Ein beispielsweises Anwendungsgebiet der Erfindung ist das Schmieren der eisernen Ketten in Öfen, durch welche Metalle zur Hitzebehandlung, z. B. zum Ausglühen zur Metallplattierung u. dgl., hindurchgeführt werden und in denen häufig eine Temperatur von iooo° und darüber herrscht. Da es trotz vieler Versuche bisher nicht gelungen ist, derartige Förderketten zu schmieren, mußten diese ungeschmiert laufen und erlitten dadurch eine außerordentliche Abnutzung zwischen Kettengliedern und Kettenrad, so daß sich in sehr kurzer Zeit die Zahnteilung veränderte und die Kettenglieder nicht mehr mit den Zähnen des Kettenrades in Eingriff standen. Um ein Ausspringen der Kette und schwere Beschädigungen der Anlage zu verhindern, mußten die Ketten nach etwa ioo Betriebsstunden erneuert werden.
- Gemäß der Erfindung wird :ein asphalthaltiges Öl auf die noch möglichst kalten Ketten Rufgetropft, unmittelbar, ehe sie in den Ofen eintreten. Während des Durchganges der Kette durch den Ofen verdampfen die flüchtigen Bestandteile, der Rückstand zersetzt sich, und es verbleibt auf der Kette eine Schicht von dunkelgrauem, kohleartigem Koks, dessen Schmierwert so groß ist und die Abnutzung der Kettenglieder und Kettenräder derartig herabsetzt, daß die Lebensdauer der Ketten von i oo Stunden in ungeschmiertem Zustande auf über 2000 Stunden in geschmiertem 'Zustande erhöht wird. Außerdem hat die Anwendung von Öl mit Asphaltgrundlage auf die Transportkette und auf andere sich bewegende Metallteile eine bemerkenswerte Verminderung in dem erforderlichen Kraftaufwande und eine erhebliche Ersparnis in den Erneuerungskosten der Teile zur Folge. Es ist selbstverständlich für die Ausübung der Erfindung, daß in dem Ofen Reduktions-oder neutrale Bedingungen vorwalten müssen, da bei Oxydationsbedingungen nicht nur das Schmiermittel verbrennt, sondern auch die Kette selbst oxydiert werden würde.
- Obwohl alle Rohöle mit Asphaltgrundlage, wie diejenigen von Mexiko, Kalifornien und Oklahoma, vorzüglich für den angegebenen Zweck geeignet sind, so ist doch klar, daß auch andere asphalthaltigen Öle verwendet werden könnten. Auch ist es möglich, eine künstliche Mischung mit derartigen Eigenschaften herzustellen und zu verwenden. Wesentlich ist nur, daß das Öl eine geeignete Viskosität bei der Anwendung besitzt und daß sich bei der Verflüchtigung seiner leichteren Bestandteile und bei der Zersetzung ein fest ,anhaftender, schmierend wirkender Rückstand bildet.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Schmieren von Metallteilen, welche hohen Temperaturen unter nichtoxydierenden Bedingungen ausgesetzt sind, dadurch gekennzeichnet, daß auf diese Teile ein Mineralöl mit Asphaltbasis aufgebracht wird, wodurch bei der nachfolgenden Erhitzung infolge des Verdamp# fens der flüchtigen Bestandteile und Zersetzung der leichteren Bestandteile eine dichte, fest .anhaftende koksartige Masse auf den.Metallteilen zurückbleibt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEW71488D DE512056C (de) | 1926-01-11 | 1926-01-19 | Schmierverfahren |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB770/26A GB261214A (en) | 1926-01-11 | 1926-01-11 | Improvements in lubrication |
| DEW71488D DE512056C (de) | 1926-01-11 | 1926-01-19 | Schmierverfahren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE512056C true DE512056C (de) | 1930-11-29 |
Family
ID=9710219
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEW71488D Expired DE512056C (de) | 1926-01-11 | 1926-01-19 | Schmierverfahren |
Country Status (5)
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| DE (1) | DE512056C (de) |
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| GB (1) | GB261214A (de) |
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Families Citing this family (3)
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|---|---|---|---|---|
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| US2736642A (en) * | 1951-04-28 | 1956-02-28 | Bell Telephone Labor Inc | Abrasive devices |
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1926
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- 1926-01-19 DE DEW71488D patent/DE512056C/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR609440A (fr) | 1926-08-14 |
| NL20595C (de) | |
| GB261214A (en) | 1926-11-18 |
| US1587568A (en) | 1926-06-08 |
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