DE512392C - Verfahren zur Erhoehung der Sicherheit beim An- und Abkuppeln der Fahrzeuge von Personenseilschwebebahnen mit Rundlaufbetrieb und zur Steigerung der Leistungsfaehigkeit solcher Bahnen - Google Patents
Verfahren zur Erhoehung der Sicherheit beim An- und Abkuppeln der Fahrzeuge von Personenseilschwebebahnen mit Rundlaufbetrieb und zur Steigerung der Leistungsfaehigkeit solcher BahnenInfo
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-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B61—RAILWAYS
- B61B—RAILWAY SYSTEMS; EQUIPMENT THEREFOR NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- B61B12/00—Component parts, details or accessories not provided for in groups B61B7/00 - B61B11/00
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
12. NOVEMBER 1930
12. NOVEMBER 1930
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 20 a GRUPPE
Im Gegensatz zu den Personenseilschwebebahnen mit Pendelbetrieb, bei welchen die
Schwebebahnwagen fest mit dem Zugseil gekuppelt sind, muß die Kupplung bei Personen-Seilschwebebahnen
mit Rundlaufbetrieb, bei welchen das Zugseil nicht hin und her pendelt, sondern dauernd in einer Richtung umläuft,
lösbar gestaltet sein, um einen Schwebebahnwagen nach dem anderen an das laufende Seil
anschlagen oder von ihm lösen zu können. Die Möglichkeit etwaiger Versager beim Kuppeln
oder Entkuppeln zwingt zur Wahl einer verhältnismäßig geringen Seilgeschwindigkeit.
Um bei der geringen Fördergeschwindigkeit die Leistungsfähigkeit genügend hochzuhalten,
ist man gezwungen, viele Wagen auf der Strecke zu halten, wodurch wiederum ein stärkeres Zugseil, größere Antriebskraft, mehr
Personal usw. benötigt werden.
Um die Sicherheit beim An- und Abkuppeln der Fahrzeuge von Seilschwebebahnen für den
öffentlichen Personentransport mit Rundlaufbetrieb zu erhöhen und gleichzeitig eine Steigerung
der Leistungsfähigkeit solcher Bahnen zu erzielen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen,
daß eine periodische Veränderung der Zugseilgeschwindigkeit erfolgt, so daß zum An- und Abkuppeln der Fahrzeuge jeweilig
die Zugseilgeschwindigkeit klein und innerhalb der bei Lastenrundlauf Seilbahnen üblichen
und als betriebssicher bewährten Grenzen gehalten wird, während nach erfolgtem Kuppeln
und Entkuppeln die Zugseilgeschwindigkeit auf ein nun nicht mehr durch die Rücksicht
auf die Kuppelvorgänge beschränktes und bisher nur bei Personenseilschwebebahnen mit
Pendelbetrieb zulässig gewesenes höheres Maß gesteigert wird.
Zu erwähnen ist, daß es an sich bekannt ist, bei Aufzügen die Geschwindigkeit eines
ständig umlaufenden Zugseiles periodisch zu ändern, um ein gefahrloses Ein- und Aussteigen
zu ermöglichen.
Zweckmäßig ist es, das vorgeschlagene Verfahren so zu gestalten, daß die periodisch
nach Maßgabe des gewünschten Wagenzeitabstandes erfolgende Änderung der Zugseilgeschwindigkeit
von dem Teufenzeiger α, von einem Uhrwerk h oder von den vor den Auskuppelstellen
Λ eintreffenden Wagen selbst veranlaßt wird, und ferner, daß durch eine
von der Zugseilgeschwindigkeit beeinflußte Einrichtung p das Einfahren eines Wagens in
die Einkuppelstellen E so lange gesperrt wird,
*) Von
dem
Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dr.-Ing. G. Benoit in Baden-Baden.
bis die kleinste für die Durchfahrt der Kuppelstellen
zugelassene Seilgeschwindigkeit tatsächlich hergestellt ist.
Weiterhin erscheint es zweckmäßig, daß ein vor den Auskuppelstellen A mit für die Durchfahrt
zu hoher Geschwindigkeit eintreffender Wagen durch eine entsprechende Einrichtung
V1W1X den Bahnbetrieb völlig stillsetzt.
Es wird ferner vorgeschlagen, daß die
Es wird ferner vorgeschlagen, daß die
ίο Perioden .schneller und langsamer Zugseilgeschwindigkeit
entsprechend der erforderlichen Verkehrsdichte veränderlich eingestellt sind, z. B. durch Versetzen von Mitnehmernocken c
am Teufenzeiger a, und auch, daß die Perioden
der veränderlichen Zugseilgeschwindigkeit und insbesondere der Eintritt und Schluß des
Langsamlaufes dem Stationspersonal durch optische Signale r oder akustische Signale
kenntlich gemacht werden.
In der Zeichnung sind der Erfmdungsgegenstand und die erforderlichen Einrichtungen
schematisch dargestellt.
Die Abb. 1 zeigt eine Rundlaufstrecke von
beispielsweise 3 600 m einfacher Streckenlänge zwischen den Ein- und Auskuppelstellen
A und E. Der Wagenabstand beträgt ι 200 rn, d. h, ein Drittel der einfachen Strekkenlänge.
Über der Strecke ist in Abb. 1 ein Geschwindigkeitsdiagramm für das heispielsweise
abwechselnd mit vmia— 1 m/Sek. und
»max= 5,5 m/Sek. laufende Zugseil dargestellt.
Es durchlauf en gerade die Wagen 1, 4, 5, 8 in der Pfeilrichtung die Ein- bzw.
Auskuppelstellen B bzw. A1 und zwar zu einer Zeit, wo die Zugseilgeschwindigkeit
«min = im/Sek. beträgt. Die noch auf den
Strecken befindlichen Wagen 2, 3, 6, 7 haben zu dieser Zeit ebenfalls jene kleine Geschwindigkeit.
'
Abb. 2 zeigt die Teufenzeigerscheibe a, die in bekannter Weise durch ein mit der Zugseilantriebsscheibe öder mit einer anderen
vom Zugseil in Drehung versetzten Scheibe verbundenes Ritzel b derart in Umdrehung
versetzt wird, daß sie bei einem Zugseilweg BA = 3600 m eine ganze Umdrehung
ausführt. Die Teufenzeigerscheibe α hat bei dem beispielsweise gewählten und durch die
Abb. ι veranschaulichten Betriebsprogramm
50· drei Mitnehmernocken C1 c, C1 durch die der
mittels einer Feder d o. dgl. auf den Umfang der Teufenzeigerscheibe gedrückte Anlasserhebel
e- des Zugseilantriebsmotors f auf Langsamlauf
des Zugseiles gesteuert wird, sobald
55"' sich einer der Mitnehmernocken c unter dem
Ende des Hebels e durchdreht. In der in der Abb. 2 dargestellten Lage der Teufenzeigerscheibe
erfolgt Langsamlauf des Zugseiles, da die Mehrzahl der Anlasserwiderstandsstufen
vor dem Antriebsmotor noch vorgeschaltet sind. Soll bei einer anderen Verkehrsdichte,
z. B. bei eintretendem schwächerem Andrang von Personen, während des
Durchlaufens der ganzen Strecke EA, also wahrend einer vollen Umdrehung der Teufenzeigerscheibe
a, nur eine einzige Langsamfahrtstelle eingeschaltet werden, so kann dies
.durch eine entsprechend andere Einstellung der den Motoranlasser beeinflussenden Mitnehmernocken
c an der Teufenzeigerscheibe bewirkt werden, indem einer der drei Nocken abgenommen und der zweite an die in der
Abb. 2 gestrichelt dargestellte Stelle c' gebracht
wird, so daß nunmehr jeweils erst nach einer halben Umdrehung der Teufenzeigerscheibe
die langsame Zugseilgeschwindigkeit eintritt. An Stelle des Antriebs des Ritzels b durch die Zugseilantriebsscheibe
oder eine andere vom Zugseil in Drehung versetzte Scheibe kann dieses Ritzel und damit
die die Mitnehmernocken c enthaltende Scheibe α auch durch eine Kette g o. dgl. von
einem Uhrwerk h, wie dies in Abb. 2 gestrichelt dargestellt ist, angetrieben werden,
wodurch dann ebenfalls in bestimmten Zeit-Intervallen die langsame für den Kuppel- und
Entkuppelvorgang der Fahrzeuge nutzbar gemachte Zugseilgeschwindigkeit hergestellt
und wieder beseitigt wird. Wenn auf die selbsttätige Herstellung der periodischen Anderungen
der Zugseilgeschwindigkeit verzichtet wird und in diesem Falle dem Maschinisten
die Handbetätigung des Anlasserhebels überlassen wird, so kann die mit den Mitnehmernocken versehene Teufenzeigerscheibe
dazu benutzt werden, dem Maschinisten in bestimmten Zeiträumen akustische
oder optische Signale zu geben, indem solche Signale durch den auf der Scheibe α schleifenden
Hebel e je nach seiner Stellung zum Erscheinen oder Verschwinden gebracht werden.
Die Einrichtung zur periodischen Änderung der Geschwindigkeit kann auch von den
an den Endstationen eintreffenden Wagen betätigt werden, z. B. durch Drahtzug oder
elektrische Kontakte. Letzteres ist in der Abb. 3 dargestellt. Der vor der Auskuppelstelle
A ankommende Wagen berührt mittels des Kontaktbügels i die beiden Kontaktschienen k und I. Die Berührung beginnt in dem
Zeitpunkt, in welchem die Zugseilgeschwindigkeit von ümax auf ν mm verzögert werden
soll. Die Kontaktschienen k, I entsenden bei Berührung durch den Kontaktbügel i einen
Strom nach dem in Abb. 2 eingezeichneten Magneten m, dessen Anker den Anlasserhebel
e auf Langsamlauf des Zugseilantriebmotors / steuert bzw. dem Maschinisten ein
entsprechendes Signal zukommen läßt. Abb. 4 zeigt eine Sicherheitsmaßnahme, durch die
die Einfahrt eines Fahrzeuges in eine Einkuppelstelle so lange mechanisch gesperrt
wird, bis die für den Kuppelvorgang vorgeschriebene Geschwindigkeit vm\n hergestellt
ist. Über der Fahrschiene η befindet sich der von der Muffe ο des Geschwindigkeitsregulators
p beeinflußte Sperrhebel q, der bei hoher Drehzahl des Regulators, also bei
hochgehobener Muffe o, sich vor das Fahrzeug legt und damit das Einschieben desselben in
die Einkuppelstelle verhindert. Der Schwungkugelregulator wird mittels eines Vorgeleges
von einer beliebigen vom Zugseil in Drehung versetzten Seilscheibe angetrieben. Die jeweilige
Stellung der Regulatormuffe und damit die jeweilige Größe der Zugseilgeschwindigkeit
wird weiterhin dem Stationspersonal durch den mit der Muffe ο verbundenen Signalanzeiger
r kenntlich gemacht. Bei Eintritt der für das Kuppeln zugelassenen Geschwindigkeit
kann durch einen am Zeiger r angebrachten Kontakt S, der bei Eintritt von
vm\n den Kontakt t berührt, ein elektrisches
Signalhorn u bekannter Art zum Ertönen ge-Dracht werden, so daß das Personal auch
akustisch davon in Kenntnis gesetzt wird, wenn es an der Zeit ist, den nächsten Wagen
in die Kuppelstelle einzuschieben oder einschieben zu lassen.
Abb. 5 veranschaulicht eine weitere Sicherheitseinrichtung, wonach sich vor den Auskuppelstellen
eine von dem Fahrzeug in die Fahrtrichtung mitgenommene Zahnstange v, die in ein Ritzel w eingreift, das mit dem
Fliehkraftregler χ verbunden ist, befindet. Trifft ein Wagen vor der Auskuppelstelle mit
zu hoher Geschwindigkeit ein, so hebt sich die Muffe des Fliehkraftreglers hoch, so daß hierdurch
in an sich bekannter Weise die Notbremse des Zugseilantriebes ausgerückt und damit die Bahn vollständig stillgesetzt wird.
Die Auslösung der Notbremse ist in der Abb. 5 nicht weiter dargestellt.
Claims (6)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Erhöhung der Sicherheit beim An- und Abkuppeln der Fahrzeuge von Personenseilschwebebahnen mit Rundlaufbetrieb und zur Steigerung der Leistungsfähigkeit solcher Bahnen, dadurch gekennzeichnet, daß eine periodische Änderung der Zugseilgeschwindigkeit erfolgt, so daß zum An- und Abkuppeln der Fahrzeuge jeweilig die Zugseilgeschwindigkeit klein und innerhalb der bei Lastenrundlaufseilbahnen üblichen und als betriebssicher bewährten Grenzen gehalten wird, während nach erfolgtem Kuppeln oder Entkuppeln die Zugseilgeschwindigkeit gesteigert wird.
- 2. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die periodisch nach Maßgabe des erforderlichen Zeitabstandes der Wagen erfolgende Änderung der Zugseilgeschwindigkeit von dem Teufenzeiger (a), von einem Uhrwerk (h) oder von dem vor den Auskuppelstellen (A) eintreffenden Wagen selbst veranlaßt wird.
- 3. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß durch eine von der Zugseilgeschwindigkeit beeinflußte Einrichtung (P) das Einfahren eines Wagens in die Einkuppelstellen (E) so lange gesperrt wird, bis die kleinste für die Durchfahrt der Kuppelstellen zugelassene Seilgeschwindigkeit hergestellt ist.
- 4. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein vor den Auskuppelstellen (A) mit für die Durchfahrt zu hoher Geschwindigkeit eintreffender Wagen durch eine Einrichtung (v, w, x) den Bahnbetrieb völlig stillsetzt.
- 5. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Perioden schneller und langsamer Zugseilgeschwindigkeit entsprechend der erforderlichen Verkehrsdichte durch Versetzen von Mitnehmernocken (c) am Teufenzeiger (α) veränderlich einstellbar sind.
- 6. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Perioden der veränderlichen Zugseilgeschwindigkeit und insbesondere der Eintritt und Schluß des Langsamlaufs durch optische (r) oder akustische Signale (u) kenntlich gemacht werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEG69466D DE512392C (de) | 1927-02-13 | 1927-02-13 | Verfahren zur Erhoehung der Sicherheit beim An- und Abkuppeln der Fahrzeuge von Personenseilschwebebahnen mit Rundlaufbetrieb und zur Steigerung der Leistungsfaehigkeit solcher Bahnen |
| DE1930531099D DE531099C (de) | 1927-02-13 | 1930-08-12 | Personenseilschwebebahn mit Umlaufbetrieb und periodisch veraenderlicher Zugseilgeschwindigkeit |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEG69466D DE512392C (de) | 1927-02-13 | 1927-02-13 | Verfahren zur Erhoehung der Sicherheit beim An- und Abkuppeln der Fahrzeuge von Personenseilschwebebahnen mit Rundlaufbetrieb und zur Steigerung der Leistungsfaehigkeit solcher Bahnen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE512392C true DE512392C (de) | 1930-11-12 |
Family
ID=7134649
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEG69466D Expired DE512392C (de) | 1927-02-13 | 1927-02-13 | Verfahren zur Erhoehung der Sicherheit beim An- und Abkuppeln der Fahrzeuge von Personenseilschwebebahnen mit Rundlaufbetrieb und zur Steigerung der Leistungsfaehigkeit solcher Bahnen |
| DE1930531099D Expired DE531099C (de) | 1927-02-13 | 1930-08-12 | Personenseilschwebebahn mit Umlaufbetrieb und periodisch veraenderlicher Zugseilgeschwindigkeit |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930531099D Expired DE531099C (de) | 1927-02-13 | 1930-08-12 | Personenseilschwebebahn mit Umlaufbetrieb und periodisch veraenderlicher Zugseilgeschwindigkeit |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (2) | DE512392C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE858706C (de) * | 1949-01-09 | 1952-12-08 | Arthur Zahn | Drahtseilbahn fuer besonders hohe Stundenleistung |
-
1927
- 1927-02-13 DE DEG69466D patent/DE512392C/de not_active Expired
-
1930
- 1930-08-12 DE DE1930531099D patent/DE531099C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE858706C (de) * | 1949-01-09 | 1952-12-08 | Arthur Zahn | Drahtseilbahn fuer besonders hohe Stundenleistung |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE531099C (de) | 1931-08-07 |
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