-
Verfahren zur Herstellung von plissierten Gegenständen Gegenstand
der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von plissierten Gegenständen, namentlich
von Rüschen, Kleiderteilen und Lampenschirmen aus dünner Seide oder dünnem, seidenartigem
Papier, dessen kennzeichnendes Merkmal darin besteht, daß das Papier einen Belag
aus der im Handel befindlichen, in üblicher Weise gestärkten Gaze erhält, daß die
Gaze lediglich nach vorherigem Anfeuchten auf die Seide bzw. das seidenartige Papier
aufgelegt wird, daß dann durch die Plissierform die Falten gepreßt werden und hierauf
die Form mit dem Inhalt einem Dampfbade ausgesetzt wird.
-
Es empfiehlt sich, die Gaze in trockenem Zustande zusammen mit dem
Plissier gut kurze Zeit in einen Feuchtdampfraum zu bringen und das Ganze nachher
wieder zu trocknen.
-
Eine besondere Ausführung des Verfahrens besteht darin, daß die Gazeschicht
zwischen zwei Lagen dünnen Plissiergutes eingebracht wird.
-
Es ist zwar schon bekannt, da.ß bei zusammenzuklebenden Stoffen in
dem einen Stoff der nötige Klebstoff bereits enthalten ist und daß dieser Klebstoff
beim Einwirken warmer Zylinder seine Klebfähigkeit erhält, jedoch lediglich zu dem
Zweck, mehrere dünne Papierbahnen zu einem starken Karton mittels Klebzeug zusammenzupressen,
um die Kartons glatt und einwandfrei herzustellen, wobei die Papierbahnen mehrere
erhitzte sowie mit Leim bestrichene Walzen zu durchlaufen haben. Nach diesem bekannten
Verfahren lassen sich aber plissierte Gegenstände, also beispielsweise Lampenschirme,
in die verschiedenen geraden, unterstehenden und überstehenden Falten nicht pressen,
da das zu verarbeitende Material, das Papier, die Gaze u. dgl., nicht nur längs,
sondern auch quer, also nach zwei Seiten eingezogen werden muß, um die unter- und
überstehenden Falten zu bilden, und demnach die bei dem bekannten Verfahren verwendeten
Walzen das zu verarbeitende Material zerreißen würden.
-
Bei dem neuen Verfahren können nun aber die für die Plissierarbeit
erforderlichen elastischen Papierformen verwendet werden, die vorweg nach allen
Seiten ausgezogen sind und dann mit dem Plissiergut nach allen Seiten zusammengezogen
werden, wodurch die zackenartigen Falten hergestellt werden. Diese Formen können
die verschiedenen Papierlagen natürlich nur in der Form zusammenhalten, sie aber
nicht durch Pressung zusammenbinden. Bei dem neuen Verfahren halten die Formen,
die das Plissee herstellen, die verwendeten Papierlagen nur in ihrer Form zusammen,
und die Verbindung der einzelnen Lagen geschieht hier erst dann, wenn die Form mit
dem Inhalt dem Dampfbade ausgesetzt wird. Es kann demnach auch hier das bunte Papier-
oder Stoffmaterial der einen Lage das andersgefärbte Papier der anderen Lage nicht
mehr verfärben, und auch die elastische Form, die bekanntlich aus Papier hergestellt
ist, kann hier nicht
mehr verfärbt und unbrauchbar gemacht werden,
so daß erst durch das .neue Verfahren die Möglichkeit gegeben ist. den Bezugsstoff
von plissierten Gegenständen, also dünne Seide oder dünnes, seidenartiges Papier,
mit den Versteifungsstoffen, nämlich der Gaze, in einwandfreier Weise miteinander
zu verbinden.
-
Die geeignete Ausführung dieses Verfah. rens geht in der Weise vor
sich, daß die Gaze auf das Seidenpapier oder den Seidenstoff aufgelegt und zusammen
mit dem Stoff durch die erhitzte Plissiermaschine hindurchgeführt wird oder daß
der fertig plissierte Gegenstand in ein Dampfbad gebracht wird.
-
Die Gaze ist bekanntlich gestärkt, wodurch sie ihre Steifheit erhält.
Während des Durchganges der Seide bzw. des Seidenpapiers mit der Gaze durch die
erhitzte Plissiermaschine erfolgt ihre Verbindung zwischen diesen beiden Materialien,
oder aber sobald dann der plissierte Gegenstand in ein Dampfbad gebracht wird, erweicht
die Stärke der Gaze, und nach dem erfolgten Trocknen des betreffenden Gegenstandes
klebt dann die Gaze an den Stoff an, wodurch Stoff oder Papier-und Gaze zu einem
Ganzen verbunden worden sind.
-
Bei Lampenschirmen und ähnlichen Gegenständen, bei denen auch die
Innenseite ein gutes Aussehen erhalten muß, werden bei der Herstellung des betreffenden
Gegenstandes drei Materiallagen verwendet, in der Weise, daß auf die innere Lage
aus dünnem Papier oder Seide die Gaze und auf diese die äußere Lage auf Papier oder
Seide aufgelegt wird und daß alle drei Lagen durch die Plissiermaschine zusammen
hindurchgeführt werden. Nach dem darauffolgenden Dampfbad haftet die verbindende
Gazeschicht sowohl an der äußeren als auch an der inneren Stofflage.
-
Dieses Verfahren hat den Vorzug, daß nunmehr auch plissierte Gegenstände
aus Seide und seidenartigem Papier mit eingepreßten Mustern hergestellt werden können,
weil die Einlage aus Gaze dem Material die ;genügende Festigkeit und Steifheit gibt,
um die Muster herauspressen zu können, was bisher nur bei Verwendung starker Papiere
als Material für die Plissierarbeit mäglich war. Zum Einpressen der Muster wird
die aus Ober- und Unterblatt bestehende elastische Papierform, die die gewünschten
Muster aufweist, der Länge und Breite nach glatt ausgezogen. Auf das gespannte Unterblatt
wird dann die zu plissierende Lage, z. B. Seide, Gaze, Kreppapier o. dgl., ausgebreitet,
dann das ebenfalls ausgespannte Oberblatt darübergebreitet und danach die Form mit
Inhalt zusammengeschoben, wobei das zu plissierende Material die Muster der Form
annimmt. Durch das nachfolgende Dämpfen der Form mit dem Inhalt verbinden sich dann
die Einlagen zu einem steifen Ganzen.
-
Zur Herstellung von Lampenschirmen z. B. läßt sich nach dem neuen
Verfahren das feine, seidenartige Papier, ebenso wie die dünne Seide durch Plissierarbeit
mittels Maschine und Formen verwenden, und es lassen sich auch bei diesen Schirmen
Muster einpressen, und zwar durch die nach dem neuen Verfahren in Anwendung gebrachte
Versteifung dieses Materials durch die Gaze.