-
Verfahren zur Veränderung der Größe des mittleren Betriebskapazitätswertes
von Luftraumkabeln Es ist bei verschiedenen Arten der sogenannten luftraumisolierten
Kabel wünschenswert, daß die mittleren kilometrischen Betriebskapazitäten der einzelnen
Kabellängen einen ganz bestimmten Wert aufweisen. Es wurde zu diesem Zwecke bereits
vorgeschlagen, in den Bleimantel auf mehr oder weniger großen Längen flüssiges Isoliermaterial
einzubringen. Auch die Einführung von Benzol oder Petroleumdämpfen in das Kabel
wurde versucht, um der Größe der Dielektrizitätskonstanten dieser Mittel ents rechend
die Betriebskapazität des #Kabels zu verändern. Es ist bekannt, daß die Kapazität
eines Kabels selbstverständlich auch davon beeinflußt wird, in welcher Art die Herstellung
des Kabels erfolgt, wie z. B. die Aufbringung der Panzerung geschieht, ob ein- oder
mehrmaliges Umspulen vor sich geht, in welcher Art das Durchziehen des mit Bleimantel
versehenen Kabels durch Nippel (Ziehkaliber) erfolgt. Es sind auch Verfahren des
Nebensprechens in Fernkabeln bekannt geworden, bei denen in einem kurzen Stück der
Teillänge die zu hohen Beträge der Teilkapazitäten durch Entfernen oder die zu tiefen
durch Annähern der sie bedingenden beiden Leiter oder durch Umgeben der Leiter mit
einer Metallhülse und nachfolgendes Zusammendrücken dieser Hülse abgeglicheii werden.
Es ist ebenfalls bekannt, zwecks überprüfung der Dichtigkeit des Bleimantels von
Kabeln, Druckgas u. dgl., feiner zur Begrenzung des Luftzutrittes in den Kabeln
Abdichtungspfropfen zu verwenden. In allen diesen Fällen handelt es sich jedoch
nur um nicht kontrollierte und nicht zielbewußt von Messungen begleitete, sondern
um bloße, durch empirische Erfahrungen gegebene Kapazitätsänderungen des Kabels.
-
Das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren erzielt die Einstellung
und sichere Festlegung des Kapazitätswertes von Kabeln in einfachster Weise dadurch,
daß dem Bleimantel unter Vornahme von Kapazitätsmessungen am Kabel stufenweise bleibende
Formänderungen in Abhängigkeit von dem Ergebnis dieser Messungen erteilt werden.
Das Wesen der Erfindung besteht daher in stufenweise zielbewußt durchgeführten,
von Kapazitätsmessungen begleiteten bleibenden Formänderungen des Bleimantels.
-
In der Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Abb. i veranschaulicht schematisch eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens,
bei welcher die Änderung des Kapazitätswertes infolge Durchziehens des Kabels
durch
ein Kaliber erfolgt. Die Abb. 2 und 3
veranschaulichen schematisch in Ansicht
und Seitenansicht eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung, bei
welcher die Änderung des Kapazitätswertes durch einen Walzprozeß bewirkt wird. Die
Abb. 4, 5 und 6 veranschaulichen in schematischer Darstellung weitere
Ausführungsformen des Verfahrens. Abb. 7 veranschaulicht in Ansicht ein Kabel,
bei dem die Änderung des Kapazitätswertes durch, Eindrehen von schraubenförinigen
Rillen erfolgt. Abb. 8 zeigt eine weitere Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens im Längsschnitt. Abb. c) und io dienen zur schematischen Veranschaulichung
weiterer Ausführungsformen des Verfahrens.
-
In Abb. i ist, wie in allen übrigen Abbildungen, das Kabel mit i bezeichnet,
2 bedeute.t ein Zichkaliber, welches in den schematisch angedeuteten Teilen
3 gelagert ist. Gemäß dieser Abbildung erfolgt die Formänderung des Bleiniantels
dadurch, daß das Kabel durch das Ziehkaliber in der Richtung des Pfeües hindurchgezogen
wird. je enger die Weite des Kalibers ist, desto mehr wird der Betriebskapazitätswert
des Kabels vergrößert.
-
In Abb. 2 und 3 bedeutet i das mit dem Bleimantel umgebene
Kabel, dem eine der gewünschtenKapazitätsänderungentsprechende Formänderung abschnittweise
oder auf der ganzen Länge mittels der beiden Walzen 4, 5
erteilt wird, welche
auf Achsen6., 7 sitzen, deren Entfernung eventuell veränderbar ist.
-
In Abb. 4 bedeutet 2 das Kaliber, 8 die Jutelage,
9 ein bandförmiges Element, das zur Panzerung des Kabels dient. Bei diesem
Ausführungsbeispiel erfolgt die gewünschte Formänderung durch da# Kaliber 2 und
das immer vorhandene Kaliber ß nach Aufbringung der Jute, und zwar beim Durchgang
des Kabels durch die Kaliber im Sinne der Pfeilrichtung. Die Aufbringung der Elemente
8 und 9 kann während des)Durchganges des Kabels durch die Kaliber
durchgeführt werden. Die Beeinflussung der Kapazität des Kabels kann aber auch üi
der Weise erfolgen, daß man durch die unter Spannung aufgebrachten Panzerungselemente
8 und 9 die notwendige Formänderung des Bleimantels bewirkt. Es können
jedoch zur Beeinflussung der Kapazität auch beide Mittel, nämlich eine entsprechende
Wahl der Weite des Ziehkalibers und die Spannung der Panzerelemente, verwendet werden.
-
In Abb. 5 bezeichnet i das mit dem Bleirohr umhüllte Kabel,
2 ein eventuell in seiner Weite verstellbares Verseilkaliber, io die zur Panzerung
des Kabels dienenden Panzerdrähte. Bei diesem Ausführungsbeispiel kann der Kapazitätswert
des Kabels durch entsprechende Wahl bzw. Einstellung des Verseilkalibers oder durch
die Spannung der zur Panzerung des Kabels dienenden Elemente io erfolgen, oder es
kann die Festlegung des Kapazitätswertes gleichzeitig durch Einstellu.ng des Verseilkalibers
und Wahl der Spannung der aufzubringenden Panzerdrähte durchgeführt werden.
-
In Abb. 6 ist ein Kabel dargestellt, dessen Bleimantel i rillenförmige
Einkerbungen ii aufweist. Diese den Kapazitätswert des Kabels beeinflussenden Einkerbungen
können z. B. durch rotierende, gegen den Bleimantel dlückende Werkzeuge 12, die
auf Achsen 13 sitzen, erzeugt werden.
-
Gemäß Abb. 7 ist der Bleirnantel i des Kabels mit nach einer
Schraubenlinie verlaufenden Vertiefungen 14 versehen. Diese Vertiefungen können
auch eine mehrgängige Schraube bilden. Durch das Eindrücken von mehrgängigen Schraubengängen
üi den Bleimantel können auch verschiedene Adern oder Aderngruppen hinsichtlich
ihrer Kapazität verschieden beeinflußt werden. Die Steigung der auf den Bleimantel
eingedrückten Schraubengänge kann abweichend von der Steigung der verseilten Adern
bzw. Adernkombinationen gewählt werden, so daß dadurch alle Adern beeinflußt werden.
Die Herstellung dieser schraubenf,örmig verlaufenden Rillen kann durch an sich bekannte
druckausübende Werkzeuge erfolgen.
-
In Abb. 8 bedeutet i das mit dem Bleimantel umhüllte Kabel.
Es ist mit einem Teil seiner Länge in einem Gehäuse 15 in aufgewickeltem
Zustand auf einer Trommel 16 untergebracht. Diese Trommel 16 ist auf der Achse 17
gelagert. Der in das Freie tretende Teil des Kabels ist durch eine Stopfbüchse 18
mit Stopfbüchsenbrillen ig abgedichtet. Bei Durchführung des Verfahrens mit der
vorstehend beschriebenen Einrichtui#g wird wie folgt vorgegangen: Es wird sowohl
im Gehäuse 15 als auch in das Innere des Kabels zu gleicher Zeit Druckluft
oder Druckgas eingepreßt. Bei dem im Gehäuse 15 befindliehen Teil des Kabels
findet infolge der Gleichheit des Innen- und Außendruckes keine Formänderung des
Kabels statt. Das im Freien befindliche Kabeltruni ist jedoch einem einseitigen
überdruckausgesetzt, wodurch die Erweiterung dieses im Freien befaidlichen Teiles
des Kabels erfolgt. Sollte hierauf die elektrische Messung ergeben, daß die Kapazität
noch immer zu groß ist, so kann durch Abwicklung des Kabels von der Trommel 16
und
Hinausführung des abgewickelten Teiles ins Freie die Erweiterung des Bleirohres
auf eine entsprechend größere Länge des Kabels erstreckt werden.
-
Das Verfahren, die Formänderung des Kabels durch Einpressen von Druckluft
oder
Druckgas durchzuführen, kann auch mit anderen Apparaten, als
in Abb. 8 dargestellt, durch-geführt werden.
-
Z# B. kann mit einem an sich bekannten, zum Einpressen von Luft oder
Gasen dienenden Apparat in das eine Ende des Kabels Druckluft oder Druckgas eingepreßt
werden, wobei das andere Ende des Kabels abgedichtet wird. Soll nur auf einem bestimmten
Abschnitt des Kabels eine Formänderung erzielt werden, so wird in das Kabel in an
sich bekannter Weise ein sogenannter Versiegelungspfropfen 21 (Abb. 9) eingebracht,
der beim Einpressen von Luft im Sinne der Pfeilrichtung b in das Kabelinnere
die Aufweitung des Bleimantels nur bis zum Versiegelungspfropfen21 sicherstellt.
Das abschnittweise Aufweiten des Kabels kann auch dadurch bewirkt werden, daß, wie
Abb. io zeigt, das Kabel auf einem Teil seiner Länge mit einem Band 20 gepanzert
wird und Druckluft oder Druckgas in den ungepanzerten Teil eingepreßt wird, wodurch
eine Aufweitung des ungepanzerten Teiles eintritt.
-
Im nachfolgenden soll das erfindungsgemäße Verfahren an einigen praktischen
Beispielen erläutert werden.
-
Ein normales Telephonluftraumkabel von 3oo m Länge wird mit einem
Bleirohr von beispielsweise 30 mm lichtem Durchmesser umpreßt. Angenommen,
die elektrischen Messungen ergeben einen Durchschnittskapazitätswert von 0,04 mF
gegen-über einem gewünschten von o,o5 mF. Um die Erhöhung der Kapazität zu erzielen,
wird das Kabel z. B. durch ein Kaliber (Abb. i) gezogen und dadurch der Durchmesser
des Rohres z. B. von 30 mm auf 29,-- mm gebracht. Nach 8o m gezogener Kabellänge
wird das Ziehen des Kabels unterbrochen und eine elektrische Bestimmung der Kapazität
vorgenommen. Angenommen, der jetzt erhaltene mittlere Kapazitätswert sei 0,048 mF.
Unter dieser Annahme ergibt sich, daß eine Verengung des Bleimantels auf eine Länge
von i o m eine Er. höhung der Kapazität um oooi mF zur Folge hat. Es kann dann angenommen
werden, daß bei Verengung des Bleimantels auf weitere 2o ni Länge der erwünschte
Wert von oo5 mF erreicht sein wird. Trotzdem wird nach Durchführung der Rohrverengung
auf eine Länge von etwa 98 m abermals die mittlere Kapazität bestimmt und
danach das Maß der Verengung für den weiteren Arbeitsgang festgesetzt und unter
Zugrundelegung dieses Maßes das Kabelstück fertig,- gestellt.
-
Auf Grund dieser Erfahrungen braucht z.B. das nächste Kabel rächt
mehr von 30 mm auf 29,2 MM, sondern kann sofort auf 29,6 mm verengt
werden, so daß auf diese Weise üb#er die ganze Länge dem Kabel eine gleichmäßige
Verengung erteilt werden kann.
-
In ähnlicher Weise kann bei allen anderen durch die Abb. 2 bis i o
veranschaulichten Verfahren vorgegangen werden. Schließlich kann statt einer Verengung
des Bleimantels oder gleichzeitig mit ihr auch ein Ovalpressen, Flachpressen bzw.
Flachwalzen des Bleimantels stattfinden, wodurch ebenfalls eine Veränderung der
Größe des Kapazitätswertes sich erzielen läßt.
-
Wird die Formänderung des Bleimantels gleichzeitig mit der Panzerung
des Kabels durch Rund- bzw. Flachdraht vorgenommen (Abb. 4), so wird das Kaliber
bei der Panzerung derart gewählt, daß beim Panzern der Bleimantel gedrückt und dadurch
das Kabelinnere etwas verengt wird. Es erfolgt dann die Verengung des Bleirohrdurchmessers
in einem Arbeitsgang mit der Aufbringung des Rund- bzw. Flachpanzers. Auch in diesem
Falle kann die Panzerung kontinuierlich oder periodisch von elektrischen Kapazitätsmessungen
zwecks richtiger Bemessung der Verengung begleitet sein. Dieselbe Verengung, die
dem Bleimantel bei Flach-, Rund- oder Fassondrahtpanzerung gegeben- würde, kann
selbstverständlich auch beirn Bandpanzern durch ein entsprechendes Anspannen der
Bänder erfolgen. Es kann somit die Beeinflussung der Kapazität des Kabels durch
Wahl entsprechender Kaliber vor dem Jutekompo-undlauf, nach dem Jutekompoundlauf
und nach dem Panzerlauf erfolgen, Wenn das als praktisches Ausführungsbeispiel vorstehend
erwähnte Kabel mit einer kilometrischen Kapazität von 0,4 mF auf eine Kapazität
von 0,038 mF gebracht werden soll, ist eine entsprechende Erweiterung des
Bleimantels notwendig. Dazu kann man sich der durch die Abb. 8 bis io veranschaulichten
Verfahren bedienen.
-
Bei Kabeln mit vielen Adernlagen (z. B. sechs konzentrischen Lagen)
kann auch im Sinne eines weiteren Ausführungsbeispieles der Erfindung wie folgt
vorgegangen werden: Nach Aufbringen beispielsweise der dritten Adernlage wird die
Kapazität des bereits Oleseilten Kabels t' gemessen. Hierauf wird die ses Vorprodukt
einer Kalibrierung, Walzung u.dgl. unterzogen, so daß schon das Vorprodukt annähernd
auf die gewünschte Kapazität abgestimmt wird. Hierauf werden die 4-,-
.5. und 6.La.-e aufgebracht und das Kabel wie gewöhnlich mit Blei
umpreßt. Dann wird nochmals die Kapazität gemessen und die noch restlich notwendige
EinsteHung des Kapazitätswertes durch Formänderung des Bleimantels nach- einem der
vorstehend beschriebenen Verfahren durchgeführt.
Das vorerwähnte
Verfahren kälm auch dahin geändert werden, daß die ersten drei Lagen durch Kalibrierung,
Walzung u.dgl. im Querschnitt verändert, die Kapazität gemessen und bei der Aufbringung
der 4.Lage durch ein entsprechend enges Kaliber eine weitere Änderung der Kapazität
des bereits verseilten Kabels bewirkt wird. Dieser Vorgang kann bei Aufbringung
der 5. und d#r fq#genden Lage wiederholt werden.