DE525105C - Unterteilter, verdrillter Leiter fuer Stabwicklungen elektrischer Maschinen - Google Patents
Unterteilter, verdrillter Leiter fuer Stabwicklungen elektrischer MaschinenInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
19. MAI 1931
19. MAI 1931
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21 d 2 GRUPPE
Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft in Berlin*)
Die übliche Unterteilung und Verschränkung der Leiter von Wechselstrommaschinen beruht
auf der Erkenntnis, daß das Nutenquerfeld in den verschiedenen Höhenlagen des Leiters verschiedene
EMKe erzeugt. Der Anstieg des Nutenquerfeldes vom Nutengrund f nach der
Nutenoberfläche zu verläuft annähernd !proportional.
Über die Höhe des Kupferquerschnittes Q (Abb. 1) könnte die Zunahme der
Dichte des Nutenquerfeldes durch die Gerade ON dargestellt werden.
Aus diesen Erwägungen heraus wurde die Lagenänderung der Teilleiter bei Stabwicklungen
über die Länge L1 (Abb. 2) des wirksamen Eisens vorgenommen. Dieser Bereich der Wicklung
soll im folgenden als der im wirksamen Eisen eingebettete Stabteil bezeichnet werden.
Die untereinander verschränkten Teilleiter 1, 2, 3, 4, 5 und 6 bei Abb. 6 sind außerhalb der Nut
ao durch Verlöten parallel geschaltet und bilden den sogenannten Kunststab.
Ihre Verschränkung ist konstruktiv in verschiedenartiger Weise gelöst worden. Von den
beiden gebräuchlichsten Methoden beruht die eine darauf, daß jeder Teilleiter von einem
Stirnende des wirksamen Eisens bis zum anderen stufenweise nacheinander alle Höhenlagen der
Nut einnimmt, eine Ausführungsform, wie sie der Einfachheit halber ausschließlich in der
Zeichnung gewählt wurde, die andere darauf, daß die Teilleiter ähnlich einem Schraubengang
fortlaufend ihre Lage in der Nut ändern.
Man hat auch bei fortlaufenden Wicklungen die ungleichmäßige Auswirkung des Nutenquerfeldes
durch Anordnung von Verschränkungen im Wickelkopf kompensiert, so daß Wicklungsabschnitte in einer Nut gegen solche
in der zur anderen Spulenseite gehörigen Nut ausgeglichen wurden. Zu dem nämlichen Zweck
verwandte man ferner als Leitermaterial verdrillte Litze, deren Drähte am Ende verlötet
wurden. Schließlich ist es auch bekannt, die Stirnbügel von Stabwicklungen großen Querschnitts
zu unterteilen und zu kreuzen, um in ihnen Wirbelströme zu vermeiden.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß nach den vorerwähnten Gesichtspunkten,
insbesondere bei Stabwicklungen oder allgemein bei Wicklungen mit großem Leiterquerschnitt,
der erstrebte vollkommene Ausgleich der EMKe noch nicht erreicht ist, weil das Stirnstreufeld
sich besonders in einer Tangentialkomponente auswirkt, welcher die unmittelbar an die stirnseitigen
Austrittsstellen der Wicklung aus der Nut an die in letzterer eingebetteten Wicklungsteile
sich anschließenden Längsabschnitte L2 ausgesetzt sind. Diese Tangentialkomponente
des Stirnstreufeldes äußert sich in ähnlicher Weise wie das Nutenquerfeld und soll deshalb
als Stirnraumquerfeld bezeichnet werden.
Auch die Dichte des Stirnraumquerfeldes wächst von der äußeren Kante des aus der Nut
herausragenden freien Stabendes nach seiner inneren Kante zu. Doch geschieht der Anstieg in
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dr.-Ing. Robert Pohl in Berlin-Charlottenburg.
geringerem Maße als beim Nutenquerfeld. Das folgt daraus, daß der Luftweg für das Nutenquerfeld
durch die Breite der Nut, derjenige für das Stirnraumquerfeld dagegen im wesent-S
liehen durch den Abstand zwischen den Flanken zweier benachbarten Stäbe gebildet ist. In
Abb. ι mag die Verteilung der Felddichte des Stirnraumquerfeldes auf die Gesamthöhe des
Leiterquerschnittes außerhalb der Nut etwa
ίο durch die Gerade Oi? bestimmt sein. Man
kann mit einiger Annäherung annehmen, daß sich die Dichte des Nutenquerfeldes zur Dichte
des Stirnraumquerfeldes etwa wie die Zahnteilung t zur Nutenbreite r verhält.
In Erkenntnis dieses Vorganges werden daher die Teilleiter der unmittelbar an den im wirksamen
Eisen eingebetteten Stabteil sich anschließenden, in gleicher Art wie letzterer unterteilten, aus den Nuten herausragenden
freien Stabenden unter sich oder gemeinschaftlich mit den Teilleitern des im wirksamen
Eisen eingebetteten Stabteiles verschränkt. Diese Verschränkungen sollen die durch das
Stirnraumquerfeld in den Längsabschnitten der freien Stabenden induzierten EMKe ausgleichen
und eine Stromverdrängung praktisch ausschließen. Sie können entweder so angeordnet
sein, daß die durch das Stirnraumquerfeld in den Teilleitern der freien Wicklungsenden
induzierten EMKe unter sich ausgeglichen werden, oder aber gemeinsam mit den vom Nutenquerfeld
in dem im wirksamen Eisen eingebetteten Stabteil induzierten EMKen.
Von diesen beiden genannten Ausführungsmöglichkeiten
zeigen die erstere die Abb. 3 und 4, die letztere die Abb. 5 und 6 der Zeichnung.
Bei dem Beispiel nach Abb. 3 sind die freien,
in sechs Teilleiter unterteilten Stabenden L2 so
verschränkt, daß auf jeder Stirnseite eine vollkommene
Kompensation der durch das Stirnraumquerfeld induzierten EMKe zur Geltung
kommt. Man erhält, sechs Teilleiter vorausgesetzt, folgendes Bild:
23456
61
61
2 3 4 5 6
3 4 5 6 ι 2
4 5 6 ι 2 3 ί
5 6 12 3 4
6 I 2 3 4 5 j
561234
612345
123456
234561
345612
456123
612345
123456
234561
345612
456123
Daraus erkennt man, daß auf jedem Stirnende jeder der Teilleiter i, 2, 3, 4, 5 und 6 bereits
jede Höhenlage des Stabquerschnittes eingenommen hat, ehe das Leiterbündel in die Nut
eintritt und dort die bekannte Verschränkung in Rücksicht auf das Nutenquerfeld erhält.
Es können hier auch statt der dargestellten Verschränkungskonstruktion für die freien
Wicklungsenden andere bekannte Verschränkungsmethoden verwendet werden, wenn sie
eine solche Lagenvertauschung der Teilleiter herbeiführen, daß auf jeder Stirnseite der beabsichtigte
Ausgleich stattfindet.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 4 ist ebenfalls der Ausgleich der durch das Stirnraumquerfeld
in den außerhalb der Nut liegenden Längsabschnitten induzierten EMKe durch diese
selbst erreicht, doch im Vergleich zur Anordnung nach Abb. 3 so, daß sich die linke Stirnseite
gegen die rechte kompensiert, jeder der sechs Teilleiter also auf dem einen Stirnende in drei
Höhenlagen des Stabquerschnittes, auf dem anderen Stirnende in den übrigen drei Höhenlagen
gleichmäßig verläuft. Verfolgt man hier die einzelnen Teilleiter, so erhält man folgendes
Schema:
ι 6 5
216
321
216
321
4 3 2
5 4 3
6 5 4 J
L1
4 3 2
5 4 3
6 5 4
165
216
S 2 ι
165
216
S 2 ι
Es ist hier nicht Bedingung, daß die Verschränkung auf beiden Stirnseiten symmetrisch
ist, wenn nur jeder Teilleiter im Zuge der freien Stabenden beider Stirnenden zusammengenommen,
also über die Länge 2 L2, sämtliche Höhenlagen bzw. sämtliche Stellen des Stabquerschnittes
einnimmt. Auch hier kann statt go der gewählten jede beliebige Verschränkungskonstruktion
zur Anwendung gelangen, soweit sie für beide Stirnenden gemeinsam den gewünschten
Ausgleich ergibt.
Wie bereits erwähnt, besteht die Möglichkeit, die vom Stirnraumquerfeld in den freien Stabenden
induzierten EMKe auch gegen die vom Nutenquerfeld in den Stabteilen des wirksamen
Eisens induzierten EMKe auszugleichen, wenn die Teilleiter der im wirksamen Eisen eingebetteten
Stabteile zusammen mit denjenigen der daran anschließenden freien Stabenden verschränkt
werden. Dann darf aber die Lagenänderung der Teilleiter nicht nach gleichen
Strecken erfolgen, sondern diese Strecken müssen im Stirnraum um das Verhältnis
Dichte des Nutenquerfeldes ..„ ■,
Dichte des Stirnraumquerfeldes &°ββΐ bemessen
sein als in der Nut.
In Abb. 5 kommt dieses Merkmal durch die no
Verschiedenheit der Strecken I1, L und I3 zum
Ausdruck, Der Stab ist demnach nicht, wie vordem üblich, über die Länge L1 des Eisens,
sondern erfindungsgemäß über die ganze Länge L — L1 + 2 L2 einmal vollständig verschränkt.
Da der Stab bei diesem Beispiel acht Teilleiter aufweist, sind über die ganze Länge L
sieben Verschränkungsstellen verteilt, so daß jeder Teilleiter über diese Länge alle acht
Höhenlagen einnimmt. Innerhalb der Nut ge-120 schieht der Lagenwechsel der Teilleiter durch die
Verschränkungsstellen in gleichen Abständen I1.
Die Strecken I2 an der Austrittsstelle aus
der Nut befinden sich teilweise im wirksamen Eisen und zum anderen Teil im Stirnraum, deshalb
ist der letztgenannte Teil bereits um das Verhältnis der Dichten jener Querfelder länger
gehalten als I1. Die Strecken I3 schließlich
liegen völlig im Stirnraum und sind demgemäß auf der ganzen Länge um das bezeichnete Verhältnis
größer bemessen.
ίο Unter Umständen ist es erwünscht, die freien
Enden von Stabwicklungen der Länge nach aufzuspalten, um die dadurch gebildeten Teilenden
über je einen besonderen Teilbügel mit einem entsprechenden Teilende des zur anderen
Spulenseite gehörigen Stabes zu verbinden. Erhielten dann die im Stirnraum liegenden
Längsabschnitte im Sinne der Erfindung überdies noch besondere Verschränkungen, insbesondere
solche, die eine Ausklinkung des Leitermaterials zur Voraussetzung haben, dann würde die Herstellung solcher verschränkten
und gegabelten Enden einmal sehr erschwert sein, andererseits auch das konstruktive Gefüge
nicht die genügende Steifigkeit aufweisen.
Bei Verwendung der Verschränkungskonstruktion mit stufenförmiger Lagenänderung
der Teilleiter und bei gemeinsamer Verschränkung der Teilleiter der im wirksamen Eisen
eingebetteten Stabteile mit denjenigen der daran anschließenden freien Stabenden über die Gesamtlänge
L hat man es in der Hand, jene Längsabschnitte außerhalb der Nut von Verschränkungsstellen
frei zu halten, so daß ohne weiteres die axiale Spaltung vorgenommen werden kann, ohne die Leiterenden noch weiter
durch Ausklinkungen zu schwächen. Man 'braucht die Verschränkungsstellen über die
Gesamtlänge L, wie Abb. 6 zeigt, nur so zu verteilen, daß auf jeder Stirnseite die letzte Verschränkungsstelle
V1 bzw. V7 am Austritt der
Wicklung aus der Nut oder noch im Bereich des wirksamen Eisens liegt. Dann läßt sich
trotzdem ein vollständiger Ausgleich sowohl der durch das Nutenquerfeld als auch der durch
das Stirnraumquerfeld induzierten EMKe erzielen.
Handelt es sich bei der gemeinsamen Verschränkung um Kunsttäbe mit Teilleitern,
deren Lagenwechsel nicht stufenweise, sondern fortlaufend vor sich geht, dann ist die Bedingung
für den gewünschten Ausgleich erfüllt, wenn der Steigungswinkel der Teilleiter im Bereich der Nut in dem angegebenen Verhältnis
der Dichten beider Ouerfelder steiler gehalten ist als im Stirnraum.
Claims (5)
1. Unterteilter, verdrillter Leiter für Stabwicklungen,
dessen Teilleiter an beiden Enden im Wickelkopf miteinander leitend verbunden sind, insbesondere für Wechselstrommaschinen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Teilleiter der aus den Nuten herausragenden freien Stabenden für sich oder gemeinschaftlich
mit denen des im wirksamen Eisen eingebetteten Stabteiles derart verschränkt sind, daß die durch das Stirnraumquerfeld
in den freien Stabenden der beiden Stirnseiten induzierten EMKe in jedem Stabende
für sich oder für beide gemeinsam oder gemeinsam mit den vom Nutenquerfeld im Stab induzierten EMKen ausgeglichen
werden.
2. Unterteilter, verdrillter Leiter nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die
Teilleiter eines jeden freien Stabendes in an sich bekannter Weise so verschränkt
sind, daß sie alle Höhenlagen des Stabquerschnittes durchlaufen.
3. Unterteilter, verdrillter Leiter nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die
Teilleiter der freien Enden eines Stabes in an sich bekannter Weise so verschränkt
sind, daß sie beim Durchlaufen beider Stabenden alle Höhenlagen des Stabquerschnittes
einmal einnehmen.
4. Unterteilter, verdrillter Leiter nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die
Teilleiter derart verschränkt sind, daß in go den freien Stabenden die Lagenänderung
der Teilleiter nach einer etwa um das Ver-, ..,, . Dichte des Nutenquerfeldes ..„
haltms =r^r—3—s-= i ftj— größeren
Dichte des Sürnraumquerfeldes °
Strecke erfolgt als innerhalb der Nuten.
5. Unterteilter, verdrillter Leiter nach Anspruch 4 mit stufenförmiger Lagenänderung
der Teilleiter, insbesondere für Stabwicklungen, . deren freie Enden zum Anschluß
unterteilter Verbindungsbügel gegabelt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilleiter
so verschränkt sind, daß die letzte Verschränkungsstelle auf jeder Stirnseite unmittelbar
am Austritt des Leiters aus der Nut oder noch im Bereich des wirksamen Eisens liegt.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA58767D DE525105C (de) | 1929-08-14 | 1929-08-14 | Unterteilter, verdrillter Leiter fuer Stabwicklungen elektrischer Maschinen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA58767D DE525105C (de) | 1929-08-14 | 1929-08-14 | Unterteilter, verdrillter Leiter fuer Stabwicklungen elektrischer Maschinen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE525105C true DE525105C (de) | 1931-05-19 |
Family
ID=6941738
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA58767D Expired DE525105C (de) | 1929-08-14 | 1929-08-14 | Unterteilter, verdrillter Leiter fuer Stabwicklungen elektrischer Maschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE525105C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1104049B (de) * | 1956-04-16 | 1961-04-06 | Allis Chalmers Mfg Co | Wicklung fuer Dynamomaschinen |
| EP3062420A1 (de) * | 2015-02-27 | 2016-08-31 | ALSTOM Renewable Technologies | Wicklung für eine elektrische maschine |
-
1929
- 1929-08-14 DE DEA58767D patent/DE525105C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1104049B (de) * | 1956-04-16 | 1961-04-06 | Allis Chalmers Mfg Co | Wicklung fuer Dynamomaschinen |
| EP3062420A1 (de) * | 2015-02-27 | 2016-08-31 | ALSTOM Renewable Technologies | Wicklung für eine elektrische maschine |
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