DE526885C - Verfahren zur Herstellung eines trockenen Duengemittels aus Torf oder aehnlichen Massen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines trockenen Duengemittels aus Torf oder aehnlichen Massen

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DE526885C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05FORGANIC FERTILISERS NOT COVERED BY SUBCLASSES C05B, C05C, e.g. FERTILISERS FROM WASTE OR REFUSE
    • C05F7/00Fertilisers from waste water, sewage sludge, sea slime, ooze or similar masses
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02ATECHNOLOGIES FOR ADAPTATION TO CLIMATE CHANGE
    • Y02A40/00Adaptation technologies in agriculture, forestry, livestock or agroalimentary production
    • Y02A40/10Adaptation technologies in agriculture, forestry, livestock or agroalimentary production in agriculture
    • Y02A40/20Fertilizers of biological origin, e.g. guano or fertilizers made from animal corpses

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  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
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Description

  • Verfahren zur Herstellung eines trockenen Düngemittels aus Torf oder ähnlichen Nassen Bekanntlich hat man bereits durch Einwirkung von Ablaugen der Sulfitcelluloseherstellung auf Torfstreu oder Müll einen Dünger hergestellt. Ebenso ist es bekannt, Abwasser über Torfstreu oder Müll zu leiten, wobei ein Düngemittel hergestellt wird, welches dem Stalldünger hinsichtlich der Wirkung ähnlich ist. Infolge ihres großen Wasserhaltungsvermögens binden die genannten Torfarten jedoch gleichzeitig eine so große Feuchtigkeitsmenge, daß der Transport eines solchen Düngers schon bei geringen Entfernungen unwirtschaftlich ist. Eine Trocknung führt ebenfalls nicht zu einem trockenen Dünger,-da Torfstreu oder :Müll sich an der Luft schnell wieder mit Feuchtigkeit sättigen. Andererseits ist aber ein in der Zersetzung weiter vorgeschrittener, schwerer, dunkler Torf, wie man ihn zur Herstellung von Brenntorf verwendet, für Abwasser fast undurchlässig (wie sich dies z. B. bei der Berieselung von Moorboden gezeigt hat) und daher für den vorliegenden Zweck ebenfalls ungeeignet.
  • Bekannt ist ferner auch die Möglichkeit, den kolloidalen Zustand von zersetztem Torf durch gewisse chemische Zusätze, durch Gefrierenlassen oder Erhitzen zu zerstören. Ohne Mitwirkung des Menschen tritt in der freien Natur keine dieser Zerstörungen ein, da z. B. auch der Frost in anstehendem Moor nicht merklich in die Tiefe dringt.
  • Die vorliegende Erfindung besteht nun darin, daß man zum Zwecke der Düngerherstellung in schwerem, dunklem Torf oder ähnlichen Massen zunächst den kolloidalen Zustand durch irgendeines der genannten Mittel zerstört. Es wird hierdurch gleichzeitig die wasserbindende Kraft stark vermindert. Darauf wird anschließend die Anreicherung mit günstig zusammengesetzten Abwässern, z. B. solchen aus Molkereien, Schlachthäusern, Margarinefabriken, Gerbereien, Lederfabriken, Brauereien, Brennereien, Leimsiedereien sowie Hefe-, Stärke- und Zuckerfabriken, vorgenommen, worauf die angereicherte Masse dann getrocknet wird. Durch die Ausschaltung des Kolloidzustandes ist die Torfmasse nun auch für Abwasser gut durchlässig. Ferner wird der Torf durch sie in derartig kleine Teilchen zerlegt, wie man sie auf mechanischem Wege nicht herstellen kann und wie es auch bei einem Dünger nicht erreicht wird, der (ohne vorherige Zerstörung des kolloidalen Zustandes) durch starke Erwärmung genügend wasserfrei gemacht ist. Dieser ist grobkrümelig und bleibt im Boden sehr schwer zersetzbar.
  • Die Zerstörung des Kolloidzustandes wird so weit getrieben, daß ein Gel von dauernd kleiner (mit in der Kolloidtechnik bekannten :Methoden feststellbarer) Wasserbindungsfähigkeit entsteht. Dies wird z. B. beim Gefrieren erreicht durch Tiefe der Unterkühlung, Dauer derselben, Wiederholung des Vorganges usw.
  • Die weitere Ausgestaltung des neuen Verfahrens besteht darin, daß durch die mit Abwasser behandelte angereicherte Masse gewöhnliche oder ozonisierte Luft geleitet wird. Dadurch entsteht eine durch Oxydation und Gärung hervorgerufene erwünschte Erwärmung, welche die Trocknung herbeiführt. Durch Regulierung der Luftzufuhr wirf diese Erhitzung in den notwendigen Grenzen- gehalten. Es ist an sich zwar bekannt,- die..Entwässerung von Abwasserschlamm durch Durchleiten von gewöhnlicher oder ozonisierter Luft zu erleichtern; es war jedoch nicht vorauszusehen, daß bei vorliegendem Verfahren durch die Behandlung mit Luft oder ozonisierter Luft ein trockenes Düngemittel hergestellt werden konnte.
  • Durch die verhältnismäßig hohe Erwärmung bei der Trocknung findet gleichzeitig auch eine Abtötung gegebenenfalls vorhandener Krankheitserreger statt.
  • Ein derartig hergestellter Dünger wird durch die Kleinlebewesen des Bodens leicht abgebaut, und es entstehen Nitrate, welche von der Pflanze aufgenommen werden. Ausführungsbeispiel bei Verwendung von Torf Man zerstört in einem schweren, dunklen Rohtorf (am besten aus Niederungsmoor mit z bis q.°/o Stickstoffgehalt, wie er zur Herstellung von Brenntorf benutzt wird), der also keine erhebliche Menge Fasern enthält, durch Gefrierenlassen oder auf andere Art den kolloidalen Zustand und bringt den Torf dann in einen Filter mit regelbarem Luftzutritt. Darauf wird Abwasser, beispielsweise aus einer Molkerei (ohne Spülwasserzusatz), so lange durch den Torf hindurchgeführt, bis die humose Substanz mit Stoffen, die im Abwasser gelöst oder suspendiert sind, größtenteils oder ganz gesättigt ist. Beispielsweise kann = 1 dieses Abwassers enthalten: 1q. g organ. Stoffe, r g organ. Stickstoff, 5 g Fett und 5 g Milchzucker. Die Temperatur beim Durchleiten des Abwassers soll 15' bis 30 betragen. Nun läßt man gewöhnliche oder ozonisierte Luft auf die Masse einwirken, bis diese unter Oxydations- und Gärungserscheinungen bei etwa 7o' lufttrocken geworden ist. Die sogenannten Benetzungshäutchen, die sich um die Torfpartikel bilden, besitzen eine so starke Adsorptionsfähigkeit für Sauerstoff, daß die Trocknung bald erreicht ist. Eine zu starke Erwärmung kann durch Drosselung der Luftzufuhr verhindert werden.
  • Außer Torf lassen sich auch andere Kohlenstoff und Stickstoff enthaltende Stoffe kolloidalen Aufbaues für den vorliegenden Zweck verwenden, wenn sie zersetzt sind, z. B. Rohhumus; Moorerde, Braunkohle, Treber u. dgl. m.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: r. Verfahren zur Herstellung eines trockenen Düngemittels aus Torf oder ähnlichen kohlenstoff- und stickstoffhaltigen Massen kolloidalen Aufbaues durch Einwirkung von Abwasser, dadurch gekennzeichnet, daß in der zersetzten, feuchten Masse zunächst der kolloidale Zustand unter gleichzeitiger Verminderung der wasserbindenden Kraft durch bekannte Mittel, insbesondere durch Gefrierenlassen, zerstört wird, worauf die Behandlung mit Abwasser, insbesondere durch Aufgießen desselben auf die Masse, durchgeführt und die angereicherte Masse dann durch Durchleiten von gewöhnlicher oder ozonisierter Luft getrocknet wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerstörung des kolloidalen Zustandes so weit getrieben wird, daß ein Gel von dauernd geringer Wasserbindungsfähigkeit entsteht.
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