DE529401C - Vorrichtung zum Ansetzen eines neuen Rohrteiles an die vorhandene Verrohrung eines Bohrloches - Google Patents
Vorrichtung zum Ansetzen eines neuen Rohrteiles an die vorhandene Verrohrung eines BohrlochesInfo
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-
- E—FIXED CONSTRUCTIONS
- E21—EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
- E21B—EARTH OR ROCK DRILLING; OBTAINING OIL, GAS, WATER, SOLUBLE OR MELTABLE MATERIALS OR A SLURRY OF MINERALS FROM WELLS
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Description
Beim Auskleiden von Bohrlöchern erfolgt das Zusammenschrauben der einzelnen Rohre
bisher in der Regel so, daß das neu einzuschraubende Rohr mittels eines um sein Mut-
§ terende geschlungenen Taues durch einen Flaschenzug in ungefähr senkrechte Lage
über das Mutterende des zuletzt eingeschraubten Rohres gebracht und dann gesenkt wird,
bis sein Vaterende auf das Mutterende des eingebauten Rohres auftritt, worauf dann
durch entsprechende Bewegungen am oberen Ende versucht wird, zunächst beide Rohre
in, eine möglichst konaxiale Lage zu bringen. Ist das nach umständlicher und zeitraubender
Arbeit gelungen, dann kommt der erste Gewindegang des einzuschraubenden Rohres auf den letzten Gewindegang des
obersten eingebauten Rohres zur Auflage, und diese beiden Gewindegänge sind dann mit
dem vollen Rohrgewicht belastet; darauf folgt das Verschrauben der' Gewinde unter Zuhilfenahme
'von Hebeln. Dieses primitive Verfahren führt bei den schweren Rohren,
deren Gewicht nicht selten 1000 kg über^-
steigt, naturgemäß häufig zu Beschädigungen der verhältnismäßig, 'feinen Rohrgewinde.
Jede Gewindebeschädigung hat aber Verschraubungsstörungen zur Folge, und es
kommt nicht selten vor, daß sich, die Gewinde dann derart festfressen, daß beide Rohre unbrauchbar
werden.
Zur Vermeidung der Übelstände ist erfindungsgemäß eine Vorrichtung geschaffen,
welche ermöglicht, das aufgehängte, an die vorhandene Rohrtour neu anzufügende Rohr
hinsichtlich seines Eigengewichtes vollkom-. men oder annähernd auszugleichen, welche
es ferner gestattet, das anzusetzende Rohr genau senkrecht zu hängen und es in dieser
Stellung zunächst in die konaxiale Lage zur vorhandenen Rohrtour zu bringen. Infolge
des Ausgleichs des Eigengewichtes können die Gewindeteile der beiden Rohre dann
stoß- und drucklos einander genähert - und nunmehr, ohne daß' anfänglich erhebliche
Kraftaufwendung erforderlich wäre, ineinandergeschraubt werden.
Bei der Vorrichtung gemäß der Erfindung hängt das anzusetzende Rohr leicht drehbar
an einem Querträger, der seinerseits durch Seile mit das Gewicht des Rohres ausgleichenden
Gegengewichten verbunden ist, wobei die Seile über an einem Kreuztisch angebrachte
Rollen geführt sind.. Des weiteren findet erfindungsgemäß zum Anhängen des
anzusetzenden Rohres an das Querhaupt ein Kegelkörper Anwendung, der mit Grobgewinde
in einen Ringkörper eingesetzt wird," der auf der Außenfläche mit der Rohrver- ·
schraubung entsprechendem Feingewinde ausgestattet ist.
Zum Auswechseln von Rohrsträngen sind leicht drehbare Teile, die außen mit Feingewinde
versehen sind, sogenannte Hebekappen, bereits bekannt. Indessen hat man
bislang nicht daran gedacht, derartige Teile
mit einer Vorrichtung in Zusammenhang zu bringen, die, wie vorstehend auseinandergesetzt
worden ist, es ermöglicht, daß die Gewindeteile der -beiden Rohre gleichsam rein
gefühlsmäßig ineinander eingeführt werden.
Der Erfindungsgegenstand ist auf der Zeichnung beispielsweise wiedergegeben, und
zwar in schematischer Darstellungsart.
Nach dem Zeichnungsbeispiel ist zunächst ίο ein Ringkörper α vorhanden, der Außen- und
Innengewinde trägt. Das Außengewinde entspricht .dem Muttergewinde des Rohres r, es
ist fein geschnitten und verläuft schwach konisch. Das Innengewinde ist dagegen absichtlich
grob geschnitten (etwa 21/., bis 3 Gang je Zoll) und verläuft verhältnismäßig
stark konisch (etwa 1:5). Das Außengewinde am Ringkörper α wird zweckmäßig in
seinem Durchmesser um ein geringes schwäeher als das Innengewinde des Rohres r gehalten,
so daß der Ring sich leicht von Hand ein- und wiederausschrauben läßt.
Zu der Vorrichtung gehört weiter ein
Konuskörper b mit Außengewinde, das dem
s5 Innengewinde des Ringkörpers α entspricht.
Der Konuskörper b wird vorteilhaft, wie auch die Zeichnung andeutet, verhältnismäßig
lang gehalten; er kann dann für Rohre von entsprechend verschiedenen Durchmessern
Anwendung finden.
Der Konuskörper b ist oben mit einem halsartigen Zapfen b1 und darüber mit einer
Kopfplatte b2 ausgestattet. Der Hals b1 wird
umfaßt von einem Querstück c, das als zeitweiliger Träger für den Konusteil b zu dies
nen hat; zu dem Zweck ist nach dem Zeichnungsbeispiel ein Kugellager c1 zwischen
den Teilen c und b2 eingeschaltet. Die Anwendung des Kugellagers soll die leichte,
stoßlose Drehung des Konuskörpers b, wenn er von dem Querstück c getragen wird, ermöglichen;
es kann natürlich durch andere, ähnlich wirkende Einrichtungen (Lager mit balligen Ringen oder selbst einstellende
Drucklager mit kugeligen Ringen und Gehäusen usw.) ersetzt werden.* Auf die Durch-"
bildung der Einzelheiten kommt es für die Erfindung naturgemäß überhaupt nicht an.
Der Konuskörper b kann zweifach gehoben bzw. aufgehängt werden; er trägt oben in
seiner Längsachse eine öse d, mittels welcher er an dem Förderseil dl, wie es jeder
Bohrkran aufweist, anhebbar ist. Weiter befinden sich in entgegengesetzter Lage zwei
Haken e an dem Querstück c; diese sind durch Seile/, die auch ganz oder zum Teil
durch Gliederketten o. dgl. ersetzbar sind, mit Gewicht g verbunden, wobei die Seile f über
Rollen h laufen, welche auf einem sogenannten Kreuztisch k gelagert sind. Unter einem
Kreuztisch ist dabei eine Platte o. dgl. verstanden, die durch Mittel beliebiger Art nach
zwei Richtungen, ähnlich wie ein Drehbanksupport, verschiebbar oder einstellbar ist.
Die Zeichnung deutet schematisch die Lagerung des Kreuztisches k auf einer Unterlage
k1 an, auf welcher er etwa durch die sogenannten
Kreuzspindeln verschiebbar ist. Die Drehung der Spindeln kann beispielsweise durch endlose Ketten von unten her,
d. h. von der Arbeitsstelle aus, erfolgen. Auf derartige Einzelheiten kommt es nicht an, sie
lassen sich nach den bekannten Regeln in verschiedenartiger Weise ausbilden.
Der Arbeitsvorgang bei der Benutzung der Vorrichtung ist folgender:
Das neu an den vorhandenen Rohrstrang anzufügende Rohr V wird so zum Bohrloch
befördert, daß sein Mutterende dort gut zugänglich ist. Nach Entfernung des gebrauchliehen
Gewindeschutzes wird von Hand der Ring α eingeschraubt, worauf das Einschrauben
des Konuskörpers b in den Ring α erfolgt. Hierbei bedient man sich zweckmäßig der
Aufhängevorrichtung f, g, h, indem eines oder beide Seile / in eine oder beide Haken e des
Ouerstückes c eingehängt werden. Die Gewichte g ruhen zunächst auf geeigneten
Unterlagen auf, es lassen sich also die von den Rollen h zu den Gewichten niederführenden
Trums der Seife / als Zugorgane zum Anheben des an sich ja nicht besonders
schweren Konuskörpers b benutzen. Gegebenenfalls läßt sich natürlich auch das Förderseil
d1, das dann in einen der Haken e einzuhängen
ist, anwenden.
Das Rohrr wird dann durch das in die öse d eingehängte Förderseil d1 gehoben, bis
sein unteres Ende, etwa wie in der Zeichnung angedeutet, sich in einem gewissen Abstande
oberhalb des festen Rohres r1, des obersten der vorhandenen Rohrtour befindet, und es
wird dann über das Rohr geschwenkt. Nunmehr bringt man die Gegengewichte g- zur
Wirkung. Diese werden durch Auflegen von Platten g1 zunächst dem bekannten, gegebenenfalls
durch Rechnung oder Versuch festgestellten Gewicht des Rohres r angepaßt, und
zwar zweckmäßig so, daß ihr Gesamtgewicht dem des Rohres r entspricht oder es um ein
geringes überwiegt. Die Gewichtsausgleichung erfolgt vorteilhaft so, daß das Rohrr,
nachdem es von dem Förderseil d1 gelöst ist, sich von Hand leicht abwärts bewegen läßt,
ohne daß es sich selbst herunter senkt.
Nunmehr wird von den zu verschraubenden Rohrgewinden der etwa vorhandene Gewindeschutz
entfernt, und es wird das Rohr r von Hand so weit · herunterbewegt, daß die
Stirnflächen an den zusammenstoßenden Enden der Rohre r und r1 nahezu in einer
Ebene liegen.
Soweit erforderlich, wird nunmehr der Kreuztisch k so eingestellt, daß sich das
Rohr r genau konaxial über dem Rohr r1 befindet.
Darauf erfolgt unter entsprechender Abwärtsbewegung des Rohres r sein Einschrauben
in das Rohr rx, das bei der Konizität der Gewinde wenigstens für einen Teil
von Hand erfolgen kann, da ja die Gewindeflächen infolge der Entlastung durch die Gewichte
g, g1 mit geringem Druck aneinander
anliegen.
Jedenfalls ist zunächst das Ineinanderfügen der Gewinde ohne Gefahr erfolgt; nunmehr
wird in der bekannten Weise unter Zuhilfenähme einer Heb el vor richtung die feste Verschraubung
vorgenommen.
Das Förderseil d1- wird jetzt wieder in die
Üse d eingehängt, die Gegengewichte g werden z. B. durch ihre etwa mittels Spindeln
hebbare Tragvorrichtung aufgenommen, so daß die Seile/ aus den Haken e ausgehakt werden
können, oder es wird bei Anwendung eines auf und ab beweglichen Kreuztisches k
dieser entsprechend weit gesenkt. Die Rohrtour, die nunmehr durch das neue Rohr r verlängert ist, hängt nunmehr frei am
Förderseil d1 und'kann, nachdem die bekannte
Haltevorrichtung, die das Rohr r1 bis dahin getragen hatte, entfernt ist, abgesenkt werden,
bis das neue Rohr r in die Lage des alten Rohres r1 gelangt.
Nunmehr wird der Konuskörper b aus dem Ring α herausgeschraubt, wobei wieder das
Förderseil dx oder auch die Seile f oder irgendein anderes Hilfsmittel benutzt werden
können. Die Zeichnung deutet zur Erleichterung der Drehung des Konuskörpers an dessen
Kopf sitzende Handhaben c2 an. Schließlich wird dann noch der Ring α aus dem
Rohr r herausgeschraubt. Selbstverständlich ist vor Durchführung· der letzterwähnten
Maßnahme das nunmehr oberste Rohr r der Rohrtour in der bekannten Weise abzufangen.
Aus der Erläuterung des Ausführungsbei-Spieles folgt, daß vor allem erreicht worden
ist, das neue Rohr gegenüber dem Rohrstrang genau zentrieren und das anfängliche Ineinanderbringen
der Rohrgewinde ohne Schwierigkeiten und ohne die Gefahr der Gewindebeschädigung
vornehmen zu können; dabei erscheint es besonders zweckmäßig, den vorübergehenden
Halter für das Rohr r, den sogenannten Konuskörper b, nicht so auszubilden,
daß er selbst ein dem Muttergewinde des Rohres entsprechendes Außengewinde erhält,
obgleich die Einrichtung auch in dieser Weise schon den vorerwähnten Erfolg erreichen
läßt; bei der Empfindlichkeit der feinen Rohrgewinde ist es aber zweckmäßiger, zunächst den verhältnismäßig leichten Zwischenring
α einzusetzen und dann mittels Grobgewindes diesen mit dem Konuskörper b
zu verbinden. Die Anwendung von in das Rohr einzuschraubenden Gewindeteilen ist wieder deswegen besonders vorteilhaft, weil
sich das Ein- und Ausschrauben mit geringem Zeit- und Arbeitsaufwand vornehmen läßt
und weil sie das zentrische Angreifen der Heb- oder Tragvorrichtungen d1 und / sicherstellen
oder erleichtern. Die Einrichtung des Kreuztisches mit der vorübergehenden Tragvorrichtung
für das Rohr läßt sich naturgemäß, wenn auch mit schwieriger Handhabung, benutzen, wenn zum Anhängen des Rohres r
etwa eine unter dessen obere Muffe fassende Schelle benutzt wird, an der sich mittels geeigneter
Zusatzglieder die Seile/ und d1 befestigen
lassen.
Die erläuterte Einrichtung läßt sich naturgemäß auch beim Ausbau einer Rohrtour
sinngemäß verwenden, denn wenn hier beim Abschrauben des jeweils obersten Rohres sein
Gewicht durch Gegengewichte g, g1 ausgleichbar ist, so werden auch hierbei bisher nicht
selten auftretende Gewindebeschädigungen leicht vermieden.
Claims (2)
1. Vorrichtung zum Ansetzen eines neuen Rohrteiles an die vorhandene Verrohrung
eines Bohrloches, dadurch gekennzeichnet, daß das anzusetzende Rohr (r) leicht drehbar an einem Querträger
(c) hängt, der seinerseits durch Seile (/) mit das Gewicht des Rohres (r) ausgleichenden
Gegengewichten verbunden ist, wobei die Seile (/) über an einem Kreuztisch
(k) angebrachte Rollen (h) geführt sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Anhängen
des anzusetzenden Rohres (r) an das Querhaupt (c) ein Kegelkörper (b) Anwendung
findet, der mit Grobgewinde in einen Ringkörper (α) eingesetzt ist, der auf der Außenfläche mit der Rohrverschraubung
entsprechendem Feingewinde ausgestattet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK115441D DE529401C (de) | 1929-06-28 | 1929-06-28 | Vorrichtung zum Ansetzen eines neuen Rohrteiles an die vorhandene Verrohrung eines Bohrloches |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK115441D DE529401C (de) | 1929-06-28 | 1929-06-28 | Vorrichtung zum Ansetzen eines neuen Rohrteiles an die vorhandene Verrohrung eines Bohrloches |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE529401C true DE529401C (de) | 1931-07-14 |
Family
ID=7243297
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK115441D Expired DE529401C (de) | 1929-06-28 | 1929-06-28 | Vorrichtung zum Ansetzen eines neuen Rohrteiles an die vorhandene Verrohrung eines Bohrloches |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE529401C (de) |
-
1929
- 1929-06-28 DE DEK115441D patent/DE529401C/de not_active Expired
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