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Stereomeßgerät, insbesondere für Röntgenzwecke Bekannt sind Stereomeßgeräte,
bei welchen mit Hilfe von Parallelführungen, Marken und Schiebern auf dem Wege optischer
Einstellung die Marken auf korrespondierende Punkte gebracht werden, so daß Tiefenmessungen
möglich sind. Diese Apparate benützen in der Regel den Augenabstand oder sonst eine
feste Strecke als Basis der Messungen. Für die Röntgenaufnahmen ist die Strecke
des Augenabstandes als Basis der Stereoparallaxe, abgesehen von den individuellen
Schwankungen derselben, in Rücksicht auf die Projektionsverhältnisse nicht immer
günstig. Überhaupt ist aus denselben Gründen die Festlegung auf eine bestimmte Parallaxenbasis
untunlich. Es bedeutet daher einen technischen Fortschritt, wenn es gelingt, die
Stereomeßgeräte ohne viel Umstände auf beliebige Aufnahmebedingungen umstellen zu
können und so unabhängig vom Augenabstand und anderen festgelegten Faktoren zu werden.
Dieser Fortschritt wird durch die Erfindung erreicht. Der Grundgedanke ist dabei,
durch Einsetzen einer auswechselbaren Parallaxenschablone, welche die Stellung der
den Bildern dicht anliegenden Meßmarken reguliert, die Messung zu ermöglichen.
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Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist auf der Zeichnung
dargestellt. Es bedeuten a und b zwei von hinten beleuchtete Röntgenstereobilder,
die nebeneinander auf dem Gestell c aufliegen. Hierbei ist es gleichgültig, ob diese
Bilder zur Arbeitsfläche des Gerätes senkrecht stehen oder zur leichteren Beobachtung
(Sehachse annähernd senkrecht zur Bildebene) nach hinten geneigt angeordnet sind.
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Vor dem Gestell befinden sich auf der Grundplatte d zwei Schienen
e und f, auf welchen ein Wagen, bestehend aus den zueinander senkrechten
Streben ä und h, vermittels der drei Räder i, k, L verschoben werden kann.
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Mit der Strebe g fest verbunden ist eine Fahne m aus durchsichtigem
Material mit der eingeritzten Linie n. Diese Fahne schleift auf dem Bild
b. Auf der Strebe h kann ein Schlitten o gleiten, der # einerseits
einen Schreibstift p trägt und mit dem andererseits eine leicht auswechselbare Schablone
q verbunden ist.
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Diese vorn schmale, nach hinten breiter werdende Schablone ist in
ihren Abmessungen nach den Parallaxen berechnet. Denkt man sich zwei Stereoröntgenaufnahmen
auf ein und derselben Fläche zu gleicher Zeit übereinander photographiert, so werden
diejenigen Teile, welche der Bildebene unmittelbar aufliegen, nur einmal wiedergegeben
sein, alle anderen Teile des Objektes werden doppelt erscheinen, wobei die Entfernung
identischer Punkte der Doppelbilder (Parallaxe) um so größer ist, je weiter sie
von der Bildebene entfernt liegen. Diese Entfernung
ist der Berechnung
zugänglich, denn infolge ähnlicher Dreiecke verhält sich die Röhrenverschiebung
zur Parallaxe wie die Entfernung vom Foküs bis zum Objektpunkt zur Entfernung vom
Objektpunkt bis zur Bildebene.
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So erhält man z. B. für eine Röhrenverschiebung von 7 cm folgende
Tabelle:
| Objektpunkt Objektpunlitbild Parallaxe Schablonen- |
| Fokus Ebene länge |
| 700 mm o mm o mm o mm |
| Ego - 1o - 7o X 1o: 69o - 1,o=45 - 1o - |
| 68o - Z0 - 7o X zo: 68o - 2,o6 - 2o - |
| 670 - 30 - 70 X 30: 670 - 3,135 - 30 _ |
| 66o - 40 - ,70 X 40:66o - 4,245 - 40 - |
Die Parallaxzahlen ergeben eine Kurve, nach welcher die Schablone q ausgearbeitet
ist. Da der Rechnungsannahme entgegen die Stereobilder nicht übereinander, sondern
getrennt aufgenommen und nebeneinander gestellt werden, so kommt zur Parallaxe noch
der Abstand von Bildmitte zu Bildmitte als konstanter Faktor für die Entfernung
n von
t
hinzu. Für andere Aufnahmeverhältnisse sind die Kurven neu zu berechnen
und je eine andere auswechselbare Schablone :2 herzustellen. Gegen den gebogenen
Teil der Schablone q wird durch eine Feder r ein Stab
s
angedrückt, der in
zwei Lagern parallel geführt wird. Mit s ist durch eine Schraube in beliebiger Weise
feststellbar eine zweite Fahne m' aus durchsichtigem Material verbunden, welche
die eingeritzte Linie t trägt. Eine Bewegung des Schlittens o bei stillstehendem
Wagen wird also eine durch die Schablone q festgelegte Entfernungsänderung der beiden
Linien
n und
t zur Folge haben.
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An der Strebe g befindet sich ferner ein Bolzen mit Drehlager u, in
welchem. eine Stange v drehbar gelagert ist. Diese Stange ist außerdem drehbar und
in ihrer Längsrichtung verschiebbar in w gelagert, einem Punkt, der mit der Grundplatte
d durch Streben in einstellbarer Entfernung verbunden ist. Auf der Leitstange v
gleitet ein Schieber x, welcher einerseits einen Bleistift y
trägt
und der andererseits durch eine drehbar angebrachte Stange z in der Weise mit dem
Schlitten o durch eine Gleitbüchse verbunden ist, daß die beiden Schieber x und
o stets die gleiche Entfernung von der Strebe g einhalten müssen.
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Die Arbeitsweise des Gerätes ist folgende: Man stellt in der Stellung
I der Schieber die Linien n und t auf solche Schattenpunkte der Bilder, von
denen man weiß, daß sie bei der Aufnahme der photographischen Schicht benachbart
waren. Hernach rückt man durch Wagenverschiebung die Linie n auf die Stelle, die
man lokalisieren will, und bringt nun den Strich t der zweiten Fahne zri durch Bewegen
des Schiebers o oder x mit dem entsprechenden Punkt der Platte a in Deckung. Ist
dies in Stellung II der Fall, so ist die Entfernung I-II die gesuchte Tiefe. War
die Stange v bei Beginn der Untersuchung so eingestellt, daß v dann senkrecht zu
der Strebe g, wenn der Strich n auf dem dem Zentralstahl des Bildes b entsprechenden
Punkt eingestellt ist, so wird der Bleistift y die jeweilige Seitenlage stets in
richtiger Proportion markieren.
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Die vorstehend beschriebene Konstruktion gestattet .also eine objektive
binokulare oder objektive monokuläre Ausmessung des Stereobilderpaares ohne Mittel
zum stereoskopischen Sehen durch einzeln nacheinander erfolgendes Einstellen der
beiden Strichen und t. Man kann jedoch die beiden Stereobilder mit Hilfe eines geeigneten
optischen Gerätes zur 'stereoskopischen Deckung im Sehorgan des Untersuchers bringen
und dann durch die Bewegung des Wagens g, bt mit dem Führüngstift p die Messung
auf Grund des stereoskopischen Effektes vornehmen, wobei die beiden Marken n, t,
sich stereoskopisch deckend, eine im Bildraum wandernde Marke darstellen, wodurch
die Messung besonders genau wird. Dadurch, daß die Schablone q gegen eine oder mehrere
andere leicht auswechselbar ist, denen andere Aufnahmebedingungen zugrunde liegen,
kann man diese ganz den jeweils erforderlichen Verhältnissen anpassen.
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Aus vorstehendem geht das Prinzip des Gerätes wie folgt hervor: Die
zwei in bekannter Weise erhaltenen Stereobilder, aufgenommen nach den Bedingungen
der jeweils eingesetzten Parallaxschablone q, werden nebeneinander aufgestellt.
Je eine durchsichtige Fahne mit eingeritzter Markenlinie kann auf der Schicht der
Bilder schleifen, und zwar sind beide Fahnen gemeinsam miteinander in horizontaler
Richtung verschieblich. Außerdem ist
die Entfernung der Markierungslinien
voneinander durch eine zur ersten Richtung senkrechte Bewegung in der Weise veränderlich,
daß je ein Zentimeter Schreibstiftbewegung von hinten nach vorn die Entfernung der
Fahnen voneinander um den Betrag der jeweiligen Parallaxe ändert durch Abdrängung
der Markierungslinie t, deren Fahnem federnd gegen die Parallaxschablone o gedrückt
wird. Hierdurch ergibt sich die Objekttiefenlage.
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Durch mechanische Kupplung eines zweiten Markierungsstiftes y entlang
einer um einen Fixpunkt zur drehbaren Stange v, deren Richtung jeweils im gleichen
Winkel verläuft wie bei der Röhrenaufnahme der schattengebende Strahl, wird der
Vorteil erzielt, daß man mit dem Gerät nicht nur die Tiefenwerte, sondern auch die
wahren Seitenwerte in zwangsläufiger, richtiger Weise aufzeichnet.