DE537106C - Verfahren zur Darstellung von o,o -Diphenylphenolphthalein und o, o-Dioxydiphenolphthalein sowie ihren Acetylderivaten - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von o,o -Diphenylphenolphthalein und o, o-Dioxydiphenolphthalein sowie ihren Acetylderivaten

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DE537106C
DE537106C DE1930537106D DE537106DD DE537106C DE 537106 C DE537106 C DE 537106C DE 1930537106 D DE1930537106 D DE 1930537106D DE 537106D D DE537106D D DE 537106DD DE 537106 C DE537106 C DE 537106C
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dioxydiphenylphenolphthalein
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C09—DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09B—ORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B11/00—Diaryl- or thriarylmethane dyes
    • C09B11/04—Diaryl- or thriarylmethane dyes derived from triarylmethanes, i.e. central C-atom is substituted by amino, cyano, alkyl
    • C09B11/06—Hydroxy derivatives of triarylmethanes in which at least one OH group is bound to an aryl nucleus and their ethers or esters
    • C09B11/08—Phthaleins; Phenolphthaleins; Fluorescein

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
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Description

  • Verfahren zur Darstellung von o, o'-Diphenylphenolphthalein und o, o'-Dioxydiphenylphenolphthalein sowie ihren Acetylderivaten Das als Abführmittel viel benutzte Phenolphthalein ist nicht unschädlich. Zahlreiche Veröffentlichungen der letzten Jahre mahnen zur Vorsicht bei seiner Verwendung und raten sogar zu seiner Streichung aus dem Arzneischatz. Die Schädigungen rühren daher, daß beträchtlichen Mengen des Stoffes vom Darm resorbiert werden und unter Reizung der Nieren- und Harnwege sich ausscheiden. Die Ursache liegt ohne Zweifel in der zu guten Wasserlöslichkeit des Phenolphthaleins. Es ist naheliegend, durch geeignete Substituenten Stoffe geringerer Lös- wären als o, o'-Diphenylphenolphthalein bzw. o, ö -Dioxydiphenylphenolphthalein zu bezeichnen.
  • Das o, o'-Diphenylphenolphthalein ist noch nicht bekannt. Es entsteht bei der Kondensation von o-Phenylphenol mit Phthalsäureanhydrid. Schwefelsäure und Zinkchlorid erlichkeit und daher milderer Wirkung zu erzeugen. Die Einführung von schwer abspaltbarem Halogen in den Kern der Phthalsäure oder in die beiden Phenolgruppen schafft Derivate geringerer Löslichkeit. Zur Erzeugung der Abführwirkung aber müssen mehrere Gramm der Substanzen verabreicht werden.
  • Es wurde nun der Gedanke verfolgt, in die beiden Phenolreste aromatische Gruppen, und zwar den Phenyl- und den Oxyphenylrest, einzuführen. Die entstehenden Verbindungen folgender Struktur wiesen sich als nicht geeignet als Kondensationsmittel, während mit Hilfe von Zinntetrachlorid, das an sich als Kondensationsmittel bei der Herstellung von unsubstituiertem Phenolphthalein bereits bekannt ist (Chemisches Zentralblatt 1926, 1I, Seite 753), der neue Stoff in guter Ausbeute gefaßt werden kann. Er schmilzt, aus Alkohol umkristallisiert, bei 238 bis 240 ° und löst sich in Alkali mit tiefvioletter Farbe. Wird er in Pyridin mit Acetylchlorid behandelt, sc entsteht ein Diacetat, das keinen scharfen Schmelzpunkt hat. In Natriumcarbonatlösung ist es unlöslich; Natronlauge zersetzt es in der Kälte langsam, schneller beim Erwärmen.
  • Über die Umsetzung des o, o'-Diphenols mit Phthalsäureanhydrid wird von Krämer und Weißgerber eine kurze Bemerkung gemacht (Berichte 34 [igoi], Seite r667). Sie erwärmten die beiden Komponenten mit -Zinkchlorid und vermuten die Bildung eines Phthaleins. Daß es sich tatsächlich um das Phthalein der oben angegebenen Konstitution handelt, ist aus dieser Angabe nicht zu schließen. Analyse und Beschreibung des neuen Stoffes fehlen, und der Hinweis auf die mit Alkali eintretende Färbung ist ohne Bedeutung, da letztere von zahlreichen Phthaleinen gegeben wird. Bei dem Versuch, mit Hilfe von Zinkchlorid das o, o'-Dioxydiphenylphenolphthalein darzustellen, konnte dieses einmal nicht, das andere Mal nur in geringer Ausbeute rein dargestellt werden. Es entstehen stark gefärbte Nebenprodukte, anscheinend von anders gearteten Kondensationen oder Zersetzungen herrührend. Dagegen wurde gefun= den, daß man den gesuchten Stoff in guter Ausbeute - 6o °/o der Theorie - erhält, wenn man Zinntetrachlorid bei mäßiger Temperatur (i20 °) anwendet. Auf diese Weise entsteht eine tiefrote Schmelze, die beim Erkalten erstarrt. Vom überschüssigen Diphenol durch Extraktion mit Äther befreit, in Alkohol gelöst und in Wasser eingegossen, liefert sie das o, ö -Dioxydiphenylphenolphthalein als farbloses Pulver ohne scharfen Schmelzpunkt. Letzteres sintert oberhalb i80 °. Daß aber eine Verbindung der genannten Zusammensetzung vorliegt, zeigt folgende Elementaranalyse: 0,1764 g Substanz lieferten 0,4934 g C02 und 0,0714 g 1120. Dies entspricht 76,28 °/o C und 4,53 °/o H. Für C32H220s berechnen sich 76,47 °/u C und 4,42 °/o H.
  • Sie löst sich in Alkohol, Eisessig und Aceton, nicht in Benzol, Äther und Ligroin. Zur Gewinnung einer Tetraacetylverbindung löst man sie in Pyridin und tropft Acetylchlorid ein. Beim Eingießen des Reaktionsproduktes in Säuren entsteht eine Fällung, die man nach dem Auswaschen in Eisessig löst, worauf man die Lösung in Wasser eingießt. Das in guter Ausbeute als nahezu weißes Pulver entstehende Tetraacetyl-o, o'-dioxydiphenylphenolphthalein hat keinen scharfen Schmelzpunkt, ist aber analysenrein. Von verdünnter Natriumcarbonatlösung nicht verändert, wird es von Laugen in der Kälte langsam, in der Wärme schneller gespalten.
  • Wie erwartet, sind die neuen Stoffe in Wasser weniger löslich als das Phenolphthalein. Während sich in ioo Teilen Wasser bei Zimmertemperatur etwa o,og Teile des letzteren lösen, werden unter den gleichen Bedingungen von dem o, o'-Dioxydiphenylphenolphthalein 0,o5 Teile, von dem o, o'-Diphenylphenolphthalein nur o,oi Teile gelöst. Infolge erschwerter Resorption ist auch die Abführwirkung der Präparate milder, Nierenreizungen treten nicht ein. Zur Erzeugung protrahierter Wirkungen sind die Acetylderivate besonders geeignet. Beispiel i 7,5 Teile Phthalsäureanhydrid und =g Teile o-Phenylphenol werden mit 7 Teilen Zinntetrachlorid bei etwa i20 ° kondensiert. Die rotbraune, nach dem Erkalten erstarrte Schmelze kocht man zur Entfernung des Kondensationsmittels mit Salzsäure aus und behandelt zur Reinigung mit Ligroin. Der Rückstand liefert nach dem Umkristallisieren aus Alkohol das o, o'-Diphenylphenolphthalein in Form feiner, sandiger Kristalle vom F. 238 bis 2240'. Ausbeute 55 °/o der Theorie. Der neue Stoff ist leicht löslich in Aceton, etwas schwerer in Alkohol und Eisessig.
  • Beispiel 2 4,7 Teile o, o'-Diphenylphenolphthalein löst man in Pyridin und gibt unter guter Kühlung 2 Teile Acetylchlorid hinzu. Gießt man das Reaktionsprodukt in Säuren, so erhält man das Diacetyl-o, o'-diphenylphenolphthalein als flockiges Pulver. Es ist ohne bestimmten Schmelzpunkt und wird durch Natriumcarbonatlösung nicht, durch Laugen jedoch aufgespalten. Beispiel 3 7,5 Teile Phthalsäureanhydrid und 2o Teile o, o'-Diphenol erhitzt man mit 7 Teilen Zinntetrachlorid auf etwa i20 °. Die Schmelze wird mit Salzsäure ausgekocht, der Rückstand, fein gepulvert und getrocknet, mit Äther von überschüssigem Diphenol befreit. Löst man ihn in Alkohol, kocht die Lösung mit Tierkohle und gießt sie in Wasser, so erhält man das o, o'-Dioxydiphenylphenolphthalein als feines Pulver in einer Ausbeute von 6o °/o der Theorie. Es löst sich in Alkohol, Eisessig und Aceton, nicht in Benzol, Äther und Ligroin. Beispiel 4 5 Teile o, o'-Dioxydiphenylphenolphthalein löst man in Pyridin und tropft 3,5 Teile Acetylchlorid ein. Beim Eingießen des Reaktionsproduktes in Wasser, besser verdünnte Säuren, wird das Tetraacetyl-o, o'-dioxydiphenylphenolphthalein als weißes Pulver in guter Ausbeute gewonnen.

Claims (1)

  1. PATPN TANSPRUCI3 Verfahren zur Darstellung von o, o'-Diphenylphenolphthalein und o, o'-Dioxydiphenylphenolphthalein sowie ihren Acetylderivaten, dadurch gekennzeichnet, daß man o-Phenylphenol oder a, o'-Diphenol bei Gegenwart von Zinntetrachlorid mit Phthalsäureanhydrid kondensiert und gegebenenfalls die erhaltenen Produkte bei Gegenwart von Pyridin mit Acetylchlorid behandelt.
DE1930537106D 1930-01-14 1930-01-14 Verfahren zur Darstellung von o,o -Diphenylphenolphthalein und o, o-Dioxydiphenolphthalein sowie ihren Acetylderivaten Expired DE537106C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE748713C (de) * 1938-11-01 1944-11-18 Verfahren zur Herstellung von Abkoemmlingen von Dioxydiphenylmethanen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE748713C (de) * 1938-11-01 1944-11-18 Verfahren zur Herstellung von Abkoemmlingen von Dioxydiphenylmethanen

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