DE537364C - Verfahren zur Herstellung von Kunstharzen aus mehrwertigen Alkoholen und mehrbasischen Saeuren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kunstharzen aus mehrwertigen Alkoholen und mehrbasischen Saeuren

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Description

Die Erfindung betrifft die Herstellung von Kunstharzen, und zwar Reaktionsprodukten aus einem mehrwertigen Alkohol und einer mehrbasischen Säure, z. B. Glycerin und Phthalsäureanhydrid, mit oder ohne Einwirkung anderer Bestandteile.
Der Fortschritt der Erfindung besteht darin, daß die Veresterung der Bestandteile beschleunigt wird und die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Harzes verbessert werden.
Gemäß der Erfindung wird die Kondensation oder sonst eine harzbildende Reaktion zwischen mehrwertigem Alkohol und mehrbasischer Säure in Gegenwart einer organischen Verbindung eines mehrwertigen Metalls, z. B. einer Seife, vorgenommen. So entstehen Harze, die sich gegenüber den bekannten Harzen rascher setzen und bessere
ao physikalische Eigenschaften besitzen, die von den benutzten Metallverbindungen abhängen. Die Erfindung läßt sich z. B. folgendermaßen ausführen: Bei der Herstellung eines Harzes aus Phthalsäureanhydrid und Glycerin wird Kobaltlinoleat eingeführt, um die Zähigkeit und Stoßfestigkeit des Harzes zu erhöhen; es genügen wenige Prozente Kobaltlinoleat. Man erhält ein gutes Harz, indem man folgende Bestandteile in einem Behälter unter ständigem Verrühren auf etwa 2000 erhitzt: Phthalsäureanhydrid 68,8 Gewichtsteile, Glycerin 28,3 Gewichtsteile, Kobaltlinoleat 2,9 Gewichtsteile. Das Harz wird, wie üblich, erst schmelzbar und löslich gemacht und dann durch Erhitzung in den unschmelzbaren, umlöslichen Zustand übergeführt. Um nun das Harz noch zäher zu machen, kann man an Stelle von Phthalsäureanhydrid eine gleiche Menge von Bernsteinsäureanhydrid verwenden. Man kann die Bersteinsäure erst schmelzen und dann Kobaltlinoleat beigeben. Ist die Lösung oder Mischung der Bestandteile vollständig, dann wird Glycerin oder ein anderer mehrwertiger Alkohol zugeführt und die Reaktion beendet. In ähnlichem Verhältnis und mit ähnlichem Erfolg kann man. Bleioleat zugeben.
Um das Harz wasserbeständiger als das reine Glycerin-Phthalsäure-Kondensat zu machen, kann die Reaktion mit Aluminiumstearat ausgeführt werden nach etwa folgendem Rezept: Phthalsäureanhydrid 65,3 Ge-
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wichtsteile, Glycerin 32,6 Gewichtsteile, AIuminiumstearat 2,1 Gewichtsteile und in Verbindung mit dem bekannten Verfahren.
Wenn man nun Metallactate, z. B. Eisen-5 oder Wismutlactate, verwendet, kann man Harze erzielen, die sich sehr rasch aus dem schmelzbaren in den unschmelzbaren Zustand überführen lassen und dabei zäh und fest sind. -Als Beispiel dafür mag folgendes Rezept dienen: Phthalsäureanhydrid 63,1 Gewichtsteile, Glycerin 26,4 Gewichtsteile, Eisenoder Wismutlactat 10,5 Gewichtsteile. An Stelle von Phthalsäureanhydrid kann man ebensoviel Diphensäure verwenden. Wenn die Reaktion mit Wismutlactat ausgeführt wird, ist Vorsicht am Platz, da starke Schaumbildung auftritt.
Der metallische Bestandteil kann auch so der Harzreaktion zugeführt werden, indem man erst ein Metall, beispielsweise Calcium, mit dem mehrwertigen Alkohol verbindet und dann die mehrbasische Säure auf das Produkt einwirken läßt. Man läßt z. B. Glycerin auf alkalische Erden und Bleioxyd einwirken, so daß sich Metallglycerate bilden. Dieser. Vorgang sei an nachstehendem Rezept erläutert:
Glycerin wird mit Stücken reinen metallischen Calciums genügend lange Zeit in Berührung gebracht, bis chemische Reaktion, Gasentwicklung und Schaumbildung eintritt. Hierbei verbindet sich augenscheinlich das Calcium mit einem Teil des Glycerins und mit dem Wasser, das etwa im Glycerin vorhanden ist. Aus der Calcium-Glycerin-Verbindung bildet sich durch Einwirkung von Phthalsäureanhydrid ein Calciumphthalat. Nachdem die ersteReaktion zwei oder drei Tage gedauert hat, kann das Calcium ganz entfernt werden. Hernach erst läßt man die gewünschte mehrbasische Säure, z. B. Phthalsäureanhydrid, einwirken. Es werden z. B. 10 Teile Glycerin mit Calcium behandelt. Sodann läßt man 24,3 Gewichtsteile Phthalsäureanhydrid einwirken, indem man schrittweise mit langsam steigender Temperatur in einer halben bis dreiviertel Stunde unter ständigem Rühren erhitzt. Die Mischung ist erst klar und wird bei fortgesetzter Erhitzung trübe. Bei etwa 2100 erscheint sie fettig oder ölig. Ist dann ein Gewichtsverlust von etwa 10,80/0 eingetreten und die Temperatur auf etwa 22 50 gestiegen, dann gießt man die Flüssigkeit in ein passendes Gefäß. Nach Kühlung und Härtung entsteht ein opalisierendes oder durchscheinendes Harz, das sich in bekannter Weise lösen läßt und in den verschiedenen Anwendungsgebieten der Kunstharze benutzt werden kann, beispielsweise als Anstrich, Formstück, Binde- oder Tränkmittel. . _.._. . -...'...
Anstatt das metallische Calcium mit dem Glycerin zu verbinden, kann man erst Calcium und Phthalsäureanhydrid vereinigen, so daß sich Calciumphthalat bildet, das, zusammen mit nichtgebundenem Phthalsäureanhydrid, mit Glycerin zur Reaktion gebracht wird.
Handelsübliches reines Glycerin und Phthalsäureanhydrid werden im Gewichtsverhältnis 10 : 24,3 in einem passenden Gefäß gemischt und so lange erhitzt, bis das Anhydrid geschmolzen ist. Sodann gibt man Klumpen von reinem metallischen Calcium zu. Die Temperatur der Mischung wird dann unter ständigem Rühren auf etwa 2000 bis 2200 gesteigert, bis Proben die Harzbildung anzeigen. Das Calcium, wird sodann entfernt. Die beiden letztgenannten Verfahren lassen sich auch kombinieren und Phthalsäureanhydrid oder sonst eine mehrbasische Säure mit Glycerin mischen, das mit dem Metall einer alkalischen Erde vorbehandelt ist. Sodann wird die Kondensation in Gegenwart dieses Metalls durchgeführt.
Harze, die Calciumverbindungen enthalten, sind gegen Dampf und heißes Wasser widerstandsfähiger als Harze, die ohne die Einwirkung derartiger Bestandteile hergestellt wurden. Man kann, wenn gewünscht, dem Harz undurchsichtige Füllmittel beigeben, ohne die es durchscheinend ist.
Von anderen Verbindungen eines Metalls und einer organischen Säure, die gemäß der Erfindung benutzt werden können, sei noch ein Harzsäurezinksalz genannt, das in Verbindung mit Glycerin und Phthalsäureanhydrid ein Harz von größerer Zähigkeit ergibt. Außerdem wird der Umwandlungsvorgang beschleunigt. In ähnlicher Weise kann ein harzsaures Mangansalz benutzt und ein Harz von größerer Härte erzeugt werden. Auch Blei-Glycerin-Oxyd kann analog dem erwähnten Verfahren in Verbindung mit Calciumglycerat Verwendung findenT Blei-Glycerin-Oxyd ist eine Verbindung von Glycerin, Bleioxyd und einem Metalloxyd der alkalischen Erden, beispielsweise Calciumoxyd. Bleitannat, eine Verbindung der aromatischen Reihe, kann in Verbindung mit harzbildenden Bestandteilen Härte und Lebensdauer des entstehenden Harzes erhöhen.
An Stelle der erwähnten mehrwertigen Alkohole und mehrbasischen Säuren kann man gemäß der Erfindung auch andere, z. B. GIykol, Mannit, Erythrit bzw. Bernsteinsäure, Zimtsäure, Diphensäure, Carbonsäuren des Naphthalins oder deren Anhydride, verwenden. Dazu kommen verschiedene Hilfsverbindungen, wie Ölsäuren oder andere einbasische Säuren, die gemäß der Erfindung mit dem Kunstharz zweckmäßig zu kombinieren sind.
Es war bereits bekannt, rein anorganische Metalloxyde, beispielsweise Calciumoxyd, Magnesiumoxyd, Zinkoxyd oder ein Metall in fein verteiltem Zustand dem Kondensat zuzusetzen. Dieser Zusatz hat jedoch die Aufgabe, sich nur als positiver Katalysator an dem Reaktionsverlauf zu beteiligen, wodurch die Wasserabspaltung beschleunigt und der Härtungsprozeß abgekürzt wird. Hierbei
ίο bleibt jedoch der Katalysator selbst, abgesehen von einer etwaigen Wasseraufnahme, chemisch unverändert, und nur die Reaktionsgeschwindigkeit und hiermit die Reaktionsgrenze erfahren dabei eine Änderung.
Diese anorganischen Verbindungen machen jedoch das Kunstharz milchig trübe und verleihen in bekannter Weise im Gegensatz zu den Zusätzen organischer Metallverbindungen dem Endprodukt eine gewisse unerwünschte Sprödigkeit. Wie bereits oben erwähnt, wird aber durch den Zusatz organischer Metallverbindungen das Gegenteil erreicht, nämlich eine überraschend gute Biegsamkeit bzw. Zähigkeit, verbunden mit einer Härteerhöhung und einem nahezu farblosen, durchscheinenden Aussehen des Endproduktes.

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Kunstharzen aus mehrwertigen Alkoholen und mehrbasischen Säuren, dadurch gekennzeichnet, daß die Kondensation in Gegenwart von organischen Metallverbindungen durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung eines mehrwertigen Metalls und einer organischen Säure, beispielsweise eine Calciumseife, Verwendung findet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der alkoholische Reaktionsteilnehmer, beispielsweise Glycerin, mit einem Metall der alkalischen Erden, beispielsweise Calcium, vorbehandelt und dann mit der sauren Komponente kondensiert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß ein mehrwertiger Alkohol, eine mehrbasische Säure und die Seife eines mehrwertigen Metalls auf etwa 2000 erhitzt werden, bis sich das Harz gebildet hat.
DEA57664D 1925-05-23 1929-05-01 Verfahren zur Herstellung von Kunstharzen aus mehrwertigen Alkoholen und mehrbasischen Saeuren Expired DE537364C (de)

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DEA57664D Expired DE537364C (de) 1925-05-23 1929-05-01 Verfahren zur Herstellung von Kunstharzen aus mehrwertigen Alkoholen und mehrbasischen Saeuren

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US1805473A (en) 1931-05-19
US1803174A (en) 1931-04-28
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