DE537452C - Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Phenolen und Aldehyden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Phenolen und Aldehyden

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DE537452C
DE537452C DE1927537452D DE537452DD DE537452C DE 537452 C DE537452 C DE 537452C DE 1927537452 D DE1927537452 D DE 1927537452D DE 537452D D DE537452D D DE 537452DD DE 537452 C DE537452 C DE 537452C
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Dr Karl Seydel
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IG Farbenindustrie AG
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IG Farbenindustrie AG
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Phenolen und Aldehyden Es ist bekannt, harzartige Kondensationsprodukte aus Phenolen und Aldehyden unter Verwendung von organischen Basen, wie Anilin, Pyridin, Chinolin, Piperidin u. dgl., als Kondensationsmittel herzustellen. Die Anwendung dieser Kondensationsmittel zeigt Nachteile, sei es, daß die Kondensationsmittel, um eine genügend starke Kondensation zu bewirken, in verhältnismäßig großen Mengen angewendet werden müssen, sei es, daß die Kondensationsmittel bei der Weiterverarbeitung der Anfangskondensationsprodukte durch Verursachung von Nebenreaktionen zu dunklen oder brüchigen Endprodukten führen und daher durch sorgfältiges Waschen aus den Anfangskondensationsprodukten entfernt werden müssen.
  • Es wurde nun gefunden, daß die Anwendung starker isocyclischer hydroaromatischer Basen, z. B. von Cyclohexylamin, Dicyclohexylamin oder deren Derivaten, wie Dodekahydroditolylainin, Cyclohexyläthanolamin und Dicyclohexyläthanolamin; öder von hydrierten Derivaten des Naphthalins, z. B. von Tetrahydro-ß-naphthylamin, als Kondensationsmittel bei der Kondensation von Phenolen und Aldehyden besondere Vorteile bietet. Die stark basischen Eigenschaften der genannten Körper bewirken eine sehr schnelle Kondensation schon bei Anwendung geringer Mengen der Kondensationsmittel. Alle diese Basen übertreffen z. B. das Anilin als Kondensationsmittel in der Wirkung um ein Vielfaches und führen, insbesondere bei Verwendung eines Aldehydüberschusses, stets zu mehr oder weniger viskosen Anfangskondensationsprodukten, welche durch nachherige Anwendung von Hitze oder von Hitze und Druck gehärtet werden können. Die Menge des zuzusetzenden Kondensationsmittels ist außerordentlich gering, sie kann in manchen Fällen unter 1J2 °%o, berechnet auf die verwendete Phenolinenge, betragen.
  • Die genannten Basen brauchen nicht aus dem Anfangskondensationsprodukt herausgewaschen zu werden. Sie verbleiben auch bei der Weiterverarbeitung in dem endgültig zu erzielenden Kunststoff, ohne ihn in irgendeiner Weise ungünstig zubeeinflussen. Da die genannten Basen außerdem einen hohen Siedepunkt besitzen, setzen sie die Sprödigkeit der Endprodukte herab, wirken also gleichzeitig als Weichmachüngsmittel.
  • Ein großer Vorteil ist die mit anderen bekannten Basen bisher nicht erzielbare hervorragende Helligkeit der Kondensationsprodukte sowohl der Anfangskondensationsprodukte als auch der unter Anwendung von- Wärme oder von Wärme und Druck erhältlichen unlöslichen und unschmelzbaren Endkondensationsproprodukte, so daß es möglich ist, bei Verwendung der beanspruchten Basen zu klaren, fast farblosen Kunstmassen zu gelangen. Die nach dem vorliegenden Verfahren erhältlichen Kondensationsprodukte sind u. a. auch -für Isolier zwecke "her-#örragend :::gegignet. Hierdurch zeichnen.sich die mit Hilfe dieser Basen hergestellten Kondensationsprödukte auch vör den unter Verwendung von Alkalien dargestellten, Kondensationsprodukten aus, da diese für viele Verwendungszwecke, namentlich auch für Isolierzwecke, elektrolytfrei sein müssen, eine Forderung, die bei Anwendung von Alkalien als Kondensationsmittel nur sehr schwer zu erfüllen ist.
  • Durch geringe Änderung der Menge des Kondensationsmittels oder der Dauer der Kondensation kann man je nach dem gewünschten Verwendungszweck Anfängskondensationsprödukte von jeder beliebigen Viskosität erzielen.
  • Man hat u. a. .Cyclohexylamin bereits bei der Darstellung löslicher und schmelzbarer Kunstschellacke aus Schwefelphenolharzen angewandt; jedoch handelt es sich hier nm in ihren Eigenschaften von den bei dem vorliegenden: Verfahren erhältlichen Produkten, die durch Anwendung von Wärme oder von Wärme und Druck unlöslich und unschmelzbar werden, durchaus verschiedene Produkte, so däß das bekannte Verfahren keinerlei Rückschlüsse auf die -vorliegende Arbeitsweise zuläßt.
  • Beispiel i 47o Teile Phenol werden mit 5oo Teilen 3o°/oiger Formaldehydlösung vermischt und unter Rühren auf 7o' erwärmt; dann werden Teile Dicyclohexylamin zugegeben, wobei unter geringer Temperatursteigerung klare Lösung eintritt. Man hält die Temperatur auf 95 °, und es beginnt nach =l/2 Stunden -die Abscheidung des Kondensationsproduktes; nach einer weiteren Stunde ist diese vollendet. Man läßt nun absitzen, trennt das Wasser ab und entwässert das Öl bei q.o bis 5o' im Vakuum. Es werden 605 Teile eines fast wasserhellen Öles erhalten. Härtet man das Produkt ohne Zusatz von Füllstoffen und Farbstoffen in einer Form ungefähr 48 Stunden bei etwa ioo °, so erhält man einen fast glashellen, durchsichtigen, unlöslichen und unschmelzbaren -Kunststoff.
  • Man kann auch die Erwärmung nach dem Entwässern so weit fortsetzen, daß ein in der Kälte springhartes, pulverisierbares Produkt entsteht, ' ann dieses nach dem Pulverisieren oder währnd des Pulverisierens mit Füllstoffen, wie z. B.=Holzmehl, mit oder ohne Zusatz von Farbstofpen mischen und das Gemisch in einer Heißpresse zu Formstücken verarbeiten. Beispiel 2 540 Teile Rohkresol werden mit 5oo Teilen 3oP/oiger Formaldehydlösung vermischt und mit =o Teilen Cyclohexyläthanolamin bei 7o' versetzt. Man kondensiert durch Erhitzen auf 95' während 2_ bis 6 Stunden, je nach dem gewünschteli Viskositätsgrad des Anfangskondensationsproduktes.
  • Das so erhaltene Kondensationsprodukt kann vor oder nach dem Entwässern mit Füllstoffen, wie Asbest, Holzmehl,. Kieselgur usw., mit oder ohne Zusatz von Farbstoffen vermischt werden und- durch Anwendung von Wärme allein oder von Wärme und Druck nach vorheriger oder gleichzeitiger Formung in unlösliche oder- unschmelzbare Kunststoffe übergeführt werden. Ohne Zusatz von Füll- und- Farbstoffen erhält man glasklare, hellgelbe und bernsteinähnliche Massen, die sich durch große Zähigkeit und das Fehlen jeglicher ;Sprödigkeit auszeichnen.
  • Man kann auch hier das Erwärmen des Kondensationsproduktes so lange ausdehnen, daß in, der Kälte feste, pulverisierbare Produkte entstehen, welche nach der in Beispiel i angegebenen Weise auf Formstücke verarbeitet werden -können.
  • Man kann mit dem öligen Anfangskondensationsprodukt z. B. technische Apparate -und Apparateteile, welche gegen den Angriff von Säuren, organischen Lösungsmitteln, Dämpfen u. dgl. geschützt werden sollen, in geeigneter Weise überziehen und den Überzug durch Anwendung von Hitze oder von Hitze und Druck unlöslich und unschmelzbar machen.
  • Die in den Beispielen genannte Formaldehydmenge kann man weitgehend ändern und damit die Eigenschaften der erhaltenen Kondensationsprodukte in gewünschter Weise beeinflussen.
  • Statt des Formaldehyds kann man auch Polymerisationsprodukte des Formaldehyds sowie auch andere Aldehyde verwenden.

Claims (1)

  1. PATZ-KT ANSPl;ucu: Verfahren zur- Herstellung von Kondensationsprodukten aus Phenolen und Aldehyden mit oder ohne Anwendung von Druck, welche durch Anwendung von Hitze allein oder von Hitze und Druck-. in unlösliche und unschmelzbare Kunstmassen übergeführt werden können, dadurch gekennzeichnet, daß man als Kondensationsmittel starke isocyclische hydroaromatische Basen oder deren Derivate verwendet.
DE1927537452D 1927-03-01 1927-03-01 Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Phenolen und Aldehyden Expired DE537452C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1121331B (de) * 1957-03-22 1962-01-04 Teerverwertung Gmbh Verfahren zur Herstellung rasch haertender, gegebenenfalls durch Weichmachung haertungsverzoegerter Resole
DE1142856B (de) * 1959-01-23 1963-01-31 Degussa Verfahren zur Erhoehung der Reaktionsfaehigkeit von Paraformaldehyd

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1121331B (de) * 1957-03-22 1962-01-04 Teerverwertung Gmbh Verfahren zur Herstellung rasch haertender, gegebenenfalls durch Weichmachung haertungsverzoegerter Resole
DE1142856B (de) * 1959-01-23 1963-01-31 Degussa Verfahren zur Erhoehung der Reaktionsfaehigkeit von Paraformaldehyd

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