DE54085A - Verfahren zur Darstellung von Farbstoffen der Phtalelngruppe aus Dioxybenzoylbenzoesäure und Suhstituüonsprodukten derselben - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Farbstoffen der Phtalelngruppe aus Dioxybenzoylbenzoesäure und Suhstituüonsprodukten derselben

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DE54085A
DE54085A DE1889D3962 DED3962 DE54085A DE 54085 A DE54085 A DE 54085A DE 1889D3962 DE1889D3962 DE 1889D3962 DE D3962 DED3962 DE D3962 DE 54085 A DE54085 A DE 54085A
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Description

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KAISERLICHES
PATENTAMT
Wird ι Theil Fluorescein mit 2 bis 3 Theilen Natronhydrat und i Theil "Wasser auf 1 30 bis 1350 C. erhitzt, bis eine mit Wasser verdünnte Probe nur noch sehr geringe Fluorescenz zeigt, so ist das Fluorescein gespalten in Resorcin und Dioxybenzoylbenzoesäure nach der Gleichung :
ICO-C6H3(ONa),
C20 Uf18 O5 + 5 Na O H = C6 HA +C6 H1 (O Na), + 3H2O.
• ( COONa
Die alkalische Schmelze wird in Wasser gelöst und mit Säure versetzt, wobei sich die Dioxybenzoylbenzoesäure ausscheidet und in bekannter Weise gewonnen wird.
Wird ι Mol. Dioxybenzoylbenzoesäure in der vierfachen Menge Eisessig gelöst, mit 2 Mol. Brom versetzt, so scheidet sich nach einigem Stehen .durch Verdünnen mit Wasser die Monobrom-dioxybehzoylbenzoesäure aus; durch Behandlung von 1 Mol. Dioxybenzoylbenzoesäure in gleicher Weise mit 4 Mol. Brom erhält man die Dibrom-dioxybenzoylbenzoesäure.
Durch Behandlung von 1 Theil Dioxybenzoylbenzoesäure mit 5 Theilen Salpetersäure von spec. Gewicht 1,4 in geeigneter Weise entsteht ein Nitroderivat.
Diese Dioxybenzoylbenzoesäuren geben nun beim Zusammenschmelzen mit m - amidophenol oder dessen Alkylderivaten in Gegenwart von Condensationsmitteln Farbstoffe und können'als Condensationsmittel dienen: Salzsäure, Schwefelsäure, Chlorzink, Antimonchlorür u. a.
In gleicher Weise, wie sich aus den Fluoresce'inen durch Substitution im Phtalsäure- oder Resorcinrest die verschiedenen Fluorescei'nfarbstoffe bilden, bezw. wie die verschiedenen Rhodamine durch Anwendung substituirter m-amidophenole entstehen, lassen sich durch Anwendung von im Phtalsäure- oder Resorcinrest substituirten Dioxybenzoylbenzoesäuren und von in der Amidogruppe substituirten m-amidophenolen zahlreiche Farbstoffe darstellen, von denen einige technischen Werth besitzen.
Mit dem steigenden Moleculargewicht der in die Amidogruppe eingeführten Atomgruppen steigt der Farbton von Orange zum Violett und nimmt zugleich die basische Natur der Körper ab.
Sowohl die Amidowasserstoffe als der Hydroxylwasserstoff lassen sich durch Behandlung der Farbstoffe mit Alkylhalogonenen
unter Druck gegen Alkyl austauschen. Da jedoch hierbei je nach der Menge des angewendeten Alkylhalogens und der Dauer der Einwirkung desselben ein Gemenge von mehr oder minder vollständig alkylirten Körpern entsteht, ist dieser Weg zur Darstellung der alkylirten Farbstoffe nicht "vortheilhaft.
Man geht deshalb besser von den alkylirten m - amidophenolen aus und condensirt dieselben direct mit Dioxybenzoylbenzoesäuren.
Die Farbstoff bildung geht nach folgender Gleichung vor sich:
COC6H3(OH)2 / + C6 H/
^COOH ^
worin X bedeuten kann Wasserstoff oder Alkylgruppen. . .
Wie folgende Zusammenstellung zeigt, stehen die Farbstoffe in der Mitte zwischen Fluoresce'in und den Rhodaminen:
Qo H\ 0 O3 (OH)2 Fluoresce'in,
Qo O3 \OH neuer Farbstoff,
Q0 H10 O3 , Rhodamin.
Im allgemeinen stehen die Farbstoffe dem Fluoresce'in näher als den Rhodaminen und werden die Färbe-Eigenschaften durch Eintritt saurer Substituenten, wie Brom, bedeutend erhöht; durch Eindampfen mit überschüssiger Natronlauge werden die Farbstoffe analog wie das Fluoresce'in und seine Substitutionsproducte gespalten in das betreffende Amin und Dioxybenzoylbenzoesäure, während mit Zinkstaub in alkalischer Lösung farblose Leukoproducte gebildet werden, die mit Ferricyankalium durch Oxydation die ursprünglichen Farbstoffe geben.
Darstellung des Farbstoffes aus Dioxybenzoylbenzoe'säure und Dimethyl-m-amidophenol:
25 kg Dioxybenzoylbenzoesäure werden mit 14 kg Dimethyl-m-amidophenol und 30 kg Chlorzink gemischt und unter stetem Rühren 4 bis 5 Stunden auf 140 bis i6o° C. erhitzt.
Die nach dem Erkälten spröde, metallisch grün schillernde Schmelze löst sich in Alkohol und Eisessig mit rother Farbe; sie wird zur Gewinnung des Farbstoffes in verdünnter Natronlauge gelöst und filtrirt. Das nicht zu alkalische Filtrat wird mit Kochsalz versetzt, wobei sich reichliche Mengen Farbstoff nebst Verunreinigungen ausscheiden, während die Hauptmenge Farbstoff gelöst bleibt; die durch Kochsalz gefällte Masse wird alsdann, mit reinem Wasser ausgekocht, wobei der reine Farbstoff unter Zurücklassung der Verunreinigungen in ■Lösung geht. Diese Lösung wird" mit der Mutterlauge vom Aussalzen vereint, mit Säure versetzt, und der entstehende Niederschlag von /Cl
= C6 A4 ) O
jv X2 + 2 H, O, 2
Farbstoffsä'uren filtrirt, gewaschen, in. Natron oder Soda gelöst, eingedampft und getrocknet.
Das Natron- oder Kalisalz des Farbstoffes wird so in metallisch grün schillernden Stücken erhalten und löst sich leicht in Wasser oder Alkohol mit schön rother Farbe; diese Lösungen zeigen, wenn genügend verdünnt, starke grüngelbe Fluorescenz, welche Erscheinung sich auch auf der Seidenfaser zeigt. Die wässerige Lösung giebt mit Metallsalzen in der Kälte gefärbte Niederschläge (Lacke), die sich spärlich beim Kochen lösen; der Thonerdelack ist gelbroth, der Eisenlack braunroth, der Chrom-" lack hellroth und der Zinnlack carmoisinfarben.
. Die alkalische Lösung des Farbstoffes entfärbt sich in der Kälte durch Behandlung mit Zinkstaub; durch Ferricyankalium wird die ursprüngliche Farbe sofort wieder hergestellt.
Der Farbstoff färbt die thierische Faser in neutralem oder schwach saurem Bade fleischfarben bis ponceauroth.
Bromproducte des genannten Farbstoffes:
Wird in dem geschilderten Verfahren die genannte. Menge Dioxybenzoylbenzoesäure ersetzt durch 34 kg Monobrom-dioxybenzoylbenzoesäure oder durch 40 kg Dibrom-dioxybenzoylbenzoesäure, so erhält man Schmelzen, aus welchen in ganz gleicher Weise, wie vorhin geschildert, die Mono- bezw. Dibrom-Producte des beschriebenen Farbstoffes gewonnen werden, die sich von letzterem hauptsachlich darin unterscheiden, dafs sie die Faser bedeutend blauer anfärben und unter sich dadurch verschieden sind, dafs das Monobrom-Product blauer färbt als das Dibrom-Product.
Wird endlich in dem beschriebenen Procefs das Dimethyl-m-amidophenol ersetzt durch: 16 kg Diäthyl - m - amidophenol oder durch 20 kg Monophenyl-m-amidophenol, so erhält man in gleicher Weise die homologen Farbstoffe.
Aus der folgenden Tabelle ist.die der Faser durch die verschiedenen Combinationen ertheilte Färbung ersichtlich:
Farbstoff aus: Färbung der Faser
1. 25 kg Dioxybenzoylbenzoesäure und 14 kg Dimethyl-m-amidophenol. .
2. 34 kg Monobrom-dioxybenzoylbenzoesäure und 14 kg Dimethyl-m-
amidophenol
3. 40 kg Dibrom-dioxybenzoylbenzoesäure und'14kg Dimethyl-m-amidophenol
4. 25 kg Dioxybenzoylbenzoesäure und 16 kg Diäthyl-m-amidophenol . .
5. 34 kg Monobrom-dioxybenzoylbenzoesäure und 16 kg Diäthyl-m-amidophenol. .......
6. 2,5 kg Dioxybenzoylbe.nzoesäure und 20 kg Monophenyl - m - amidophenol. . . . r
roth - orange blau-ponceau
gelb-ponceau roth-orange
blau-ponceau carmoisin

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Darstellung von Farbstoffen, welche nur eins der beiden Hydroxyle der Fluoresceme durch die substituirte. Amidogruppe ersetzt enthalten, durch Zusammenschmelzen von Dioxybenzoylbenzoesäure mit Dimethyl - m - amidophenol,
    Diäthyl-m-amidophenol oder Monophenylm - amidophenol, sowie von Monobrom-, bezw. Dibrom - dioxybenzoylbenzoesäure mit Dimethyl-m-amidophenol, sowie Monobromdioxybenzoylbenzoesäure mit Diäthyl-m-amidophenol.
    BERLIN. GEDRUCKT IN. DER REICHSDRUCKEREI.
DE1889D3962 1889-08-08 Verfahren zur Darstellung von Farbstoffen der Phtalelngruppe aus Dioxybenzoylbenzoesäure und Suhstituüonsprodukten derselben Pending DE54085A (de)

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