DE541209C - Vorrichtung zum Vulkanisieren von Kautschukwaren in Fliessarbeit - Google Patents

Vorrichtung zum Vulkanisieren von Kautschukwaren in Fliessarbeit

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DE541209C
DE541209C DE1930541209D DE541209DD DE541209C DE 541209 C DE541209 C DE 541209C DE 1930541209 D DE1930541209 D DE 1930541209D DE 541209D D DE541209D D DE 541209DD DE 541209 C DE541209 C DE 541209C
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PAUL KLEIN DR
STEFAN GOTLEB
UNGARISCHE GUMMIWAARENFABRIKS AG
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PAUL KLEIN DR
STEFAN GOTLEB
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Description

  • Vorrichtung zum Vulkanisieren von Kautschukwaren in Fließarbeit Bei der fabriksmäßigen Herstellung von in Formen warmvulkanisierten Kautschukwaren setzt sich der angestrebten Fließarbeit hauptsächlich der Umstand entgegen, daß die Tunnelöfen, die auf anderen Gebieten zur Erhitzung der Werkstücke in Fließarbeit verwendet werden, für die Zwecke der Vulkanisation ungeeignet sind. Da nämlich .die der Vulkanisation vorangehenden Arbeitsphasen mit einer verhältnismäßig großen Geschwindigkeit ausgeführt werden können, so müßten die die Werkstücke enthaltenden Vulkanisierformen auch mit einer verhältnismäßig nennenswerten Geschwindigkeit durch den Tunnelofen wandern. Abgesehen davon, daß die Vulkanisation des Kautschuks kein augenblicklicher Vorgang ist, sondern allmählich verläuft und eine längere Zeit beansprucht, kann die erhitzte Luft des Tunnelofens nicht in unmittelbare Berührung mit den zu vulkanisierenden Waren treten, sondern sie muß ihre Wärme gewöhnlich durch Vermittelung der Vulkanisierformen bei verhältnismäßig kleiner Berührungsfläche zwischen der Heizluft und den Formen auf den Kautschuk übertragen. Dadurch wird die erforderliche Einwirkungszeitdauer der Erhitzung wesentlich gesteigert. Bei auf anderen Gebieten in Fließarbeit vorgenommenen Erhitzungen, beispielsweise bei Emailliertunnelöfen, läßt sich die Erhitzungsdauer dadurch verkürzen, daß man die Temperatur der Luft im Ofen wesentlich über diejenige erhöht, auf die die zu behandelnden Werkstücke erhitzt werden sollen, wobei es dabei lediglich auf die Überschreitung derSchmelztemperatur derEmaille und nicht auf die genaue Einhaltung einer bestimmten Temperatur ankommt. Diese Maßnahme läßt sich nun für die Vulkanisation nicht anwenden. Bei der Vulkanisation von Kautschukwaren genügt es nämlich nicht, diese über eine Mindesttemperatur zu erhitzen, sondern es müssen die Werkstücke auf eine mit verhältnismäßig enger Toleranz bestimmte Temperatur erhitzt werden, die weder unterschritten noch nennenswert überschritten werden darf. Hierzu gesellt sich noch die Anforderung, daß nicht nur eine bestimmte Temperatur erreicht, sondern auch der Zeitverlauf der Erhitzung den Werkstücken angepaßt werden muß. Da nun Werkstücke von mehr oder weniger verschiedenartiger Gestalt und Abmessungen den Tunnelofen hintereinander durchlaufen müssen, so sind dementsprechend die Größen-und Wandstärkenabmessungen der Formen innerhalb weiter Grenzen verschieden. Dadurch ergeben sich für die verschiedenen Stellen der einzelnen Werkstücke - infolge deren durch die Wandung der Formen hindurch stattfindenden mittelbaren Erhitzung -Temperaturgefälle verschiedener Größe. Bei einem großen Unterschied in der Temperatur der Heizluft und der Temperatur, auf welche die Werkstücke erhitzt werden sollen, würden die Unterschiede zwischen den verschiedenen Temperaturgefällen so groß sein, daß die Erhitzungstemperatur der Werkstücke in ihrer ganzen Masse bzw. deren Zeitverlauf nicht genau eingehaltenwerden könnte. Würde aber mit Rücksicht hierauf der Temperaturunterschied zwischen den Werkstücken und der Heizluft genügend klein gewählt werden, so könnte die Temperatur der Werkstücke in den einzelnen Abschnitten des Tunnelofens nur so langsam der Temperatur der Heizluft nachkommen, daß sich für die erforderlichen Längen des Tunnelofens praktisch unbrauchbare Größen ergeben würden. Abgesehen hiervon würden sich der Aufrechterhaltung genau bestimmter Temperaturen verschiedener Höhe in den verschiedenen miteinander in ungehinderter Verbindung stehenden Abschnitten des Tunnelofens praktisch unüberwindliche Schwierigkeiten entgegensetzen.
  • Gemäß der Erfindung werden die obigen Nachteile dadurch beseitigt, daß unter Verwendung von Vulkanisierformen, die in an und für sich bekannter Weise mit je einer besonderen elektrischen Heizvorrichtung ausgerüstet sind, die Anschlußklemmen dieser Heizeinrichtungen mit Stromleitungen in Berührung stehen, die sich längs eines die Formen mitführenden Förderbandes erstrecken.
  • Das Förderband kann zu diesem Zwecke aus mehreren voneinander elektrisch isolierten leitenden Abschnitten bestehen, mit denen die Anschlußklemmen der Formen in leitender Berührung stehen und die an den mit Strom zu versehenden Strecken des Förderbandes durch Gleitkontakte an die Stromquelle mit entsprechender Spannung angeschlossen werden können. Auch können die Anschlußklemmen als Gleitkontakte ausgeführt sein, die an ortsfesten Stromzuführungsschienen gleiten, oder es können die Stromzuleitungen in der Gestalt von mit der Wanderungsgeschwindigkeit der Formen angetriebenen endlosen Seilen ausgeführt werden, auf die die Anschlußklemmen der Vulkanisierformen aufgeklemmt werden können.
  • In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung nach der Erfindung schematisch dargestellt, und zwar zeigt: Abb. i eine Seitenansicht einer üblichen mit induktiver elektrischer Beheizung ausgerüsteten Vulkanisationsform samt dem Förderband, Abb. z eine Stirnansicht der Form mit dem Ouerschnitt des Förderbandes, Abb. 3 ein Grundriß einer einsetzbaren Heizplatte, Abb. 4. eine schematische Seitenansicht der ganzen Vorrichtung.
  • Die zweiteilige Vulkanisierform üblicher Bauart i kann um das Scharnier 2 geöffnet und durch einen Verschluß, z. B. Hebelverschluß 3, fest verschlossen werden. Bei dem dargestellten Beispiel sind die zur induktiven Heizung dienenden Leiter 5 nicht unmittelbar im Metall der Form i, sondern in besonderen Eisenplatten q. eingebettet, die auf die beiden Formhälften in irgendeiner Weise, z.B. durch Schwalbenschwanzführungen 6, leicht auswechselbar befestigt sind, um die gleichen Heizplatten mit verschiedenen Formen verwenden zu können. Die Leiter 5 der beiden Heizplatten sind durch genügend lange, biegsame Leitungen 7 miteinander verbunden, um das gleiche Heizplattenpaar für Formen von verschiedener Höhenabmessung verwenden zu können. Die untere Heizplatte trägt keilförmige isolierende Rippen 8, zwischen denen sich gegen den Boden zu verjüngte Nuten g befinden, die an ihren Seitenwänden Kontaktplatten io, ii aufweisen. Das Kontaktplattenpaar io ist mit dem einen und das Kontaktplattenpaar i i mit dem anderen Ende des Leiters 5 des Heizplattenpaares q., q. verbunden, so daß die Kontaktplatten io und ii die Stromzuleitungsklemmen des Heizplattenpaares bilden. An ihrer oberen Seite ist die Form zweckmäßig mit einem Kamm 12 ausgerüstet, dessen Höhe derart bemessen ist, daß bei Verwendung von Formen verschiedener Höhe, die Höhe der Form durch die Höhe des Kammes 12 zu einer für alle Formen gleichen Höhe H ergänzt wird. Die Formen können mindestens an den Heizplatten mit einer Wärmeisolierung versehen sein.
  • Das Förderband besteht bei dem dargestellten Beispiel aus zwei Gelenkketten 13, 13, die auf einer Rollenbahn 14 geführt und durch Kettenräder 34 (Abb. q.) in der Richtung des Pfeiles 15 (Abb. i) angetrieben sind. Auf den Rollen 14 sind noch zwei Drahtkabel 16, 17 geführt; die als Stromzuleitungen für die an sich bekannten Erhitzungsvorrichtungen der Formen dienen. Die Kabel 16, 17 werden durch metallische Seilscheiben 18 angetrieben, auf deren Naben i9 die Stromzuführungsbürsten 2o gleiten. Die Ketten 13 können mit Nasen 21 ausgerüstet sein, die als Mitnehmer für die Formen i wirken.
  • Das eine Kabel 17 erstreckt sich auf die ganze Länge der Strecken B, C, D des Förderbandes 13, während das andere Kabel, wie aus Abb. q. ersichtlich, in mehrere in sich geschlossene Schleifen 16, 16', 16" untergeteilt sein kann, die sich nur auf je einen der Abschnitte B, C und D des Förderbandes 13 erstrecken und die einzelnen Schleifen der Stromzuleitungskabeln an verschiedene Anzapfungen eines Transformators angeschlossen werden können.
  • Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Die leeren und offenen Vulkanisierformen i befinden sich auf dem Abschnitt A des Förderbandes 13, und die zu vulkanisierenden Werkstücke werden durch die Bedienung auf der Strecke A in die Formen eingelegt, worauf die Formen durch den Verschluß 3 verschlossen werden. Die in der Richtung des Pfeiles 15 wandernden Formen werden durch die Förderkette 13 dem Ab- schnitt B zugeführt, wobei die Formen durch die Rippen 8 zwischen den Ketten 13 in seitlicher Richtung geführt sind. Am Anfang des Abschnittes B, wo die Stromzuführungskabeln 16, 17 von den Rollen 18 in die Bahn der Förderketten 13 treten, befindet sich über dem Förderband in einer etwas geringeren Höhe als H (Abb. 2) eine in lotrechter Richtung nachgiebig gelagerte durch Federn belastete Anpreßwalze 22, die auf die darunter gelangende Vulkanisierform drückt und dadurch die Kabeln 16, 17 in die keilförmigen Nuten 9 am Boden der Formen (Abb. 2) einklemmt, so daß eine gut leitende Verbindung zwischen den Stromzuführungskabeln 16, 17 und den Heizvorrichtungen der Form hergestellt wird. Die Stromzuführung zu den Forinen erfolgt demnach am Abschnitt B von der Anzapfung 23 des Transformators 24 zu den Bürsten 2o, über die Rolle 18 zu dem Kabel 16, durch dieses zu den Kontaktplatten io, durch den Leiter 5 der unteren Heizplatte, über die eine Leitung 7 zur oberen Heizplatte, sodann durch die andere Leitung 7 zu den Kontaktplatten i i der unteren Heizplatte, über dem Kabel 17 zur Seiltrommel 18' dieses Kabels und über die Bürsten 2o dieser Seiltrommel zur Endklemme 25 des Transformators 24. Die induktive Heizung der beschriebenen Art kann mit ganz niedrigen Spannungen bis hinunter zu etwa io Volt gespeist werden, so daß die Stromzuführung durch die freiliegenden bloßen Kabeln ungefährlich ist.
  • Da die Heizwirkung von der Spannung des Stromes abhängt, so kann man die verschiedenen Abschnitte 16, 16' und 16" des Stromzuführungskabels mit verschiedenen Spannungen speisen. Zu diesem Zwecke ist das Kabel 17 mit der Endklemme 25 des Transformators 24 verbunden, während die einzelnen Kabelschleifen 16, 16', 16" an verschiedene Anzapfungen23, 23' und 23" angeschlossen sind. Dementsprechend wird der Ab- schnitt B des Förderbandes am stärksten und der Abschnitt D am schwächsten erhitzt werden, während die Erhitzung des Abschnittes C in der Mitte zwischen derjenigen der beiden anderen Abschnitte liegt. Am Ende des Abschnittes B wird das Kabel 16 über die letzte Rolle 14 dieses Abschnittes nach unten geführt, so daß dieses Kabel aus der Nut 9 der an das Ende des Abschnittes B angelangten Vulkanisierform heraustritt. Sobald die Form auf den Anfang des nächsten Abschnittes C übertritt, wird durch die über diese Stelle liegende Anpreßwalze 22' die Form auf das Kabel 16' aufgedrückt, und dieser Kabelwechsel wiederholt sich am Ende des Abschnittes C bzw. am Anfang des nächsten Abschnittes D, an welcher Stelle wieder eine Anpreßwalze 22" vorgesehen ist.
  • Die Förderketten 13 erstrecken sich über die letzte Kabelschleife 16" hinaus, auf dieser letzten Strecke E findet also keine Erhitzung mehr statt, so daß sich die Formen allmählich abkühlen. Ist eine Wasserkühlung erwünscht, so treten die Formen am Ende der Strecke E auf die Rutschbahn 26 über und gleiten in die mit Wasser gefüllte Kühlwanne 27 bzw. auf die unter Wasser getauchte Förderkette 28, die um Rollen 29, 30 geführt ist. Die Förderkette 28 taucht aus der Wanne 27 heraus und nimmt die Formen in der Richtung des Pfeiles 35 mit, um sie hinter der Rolle 30' auf das Förderband 31 übertreten zu lassen. Dieses letztere Förderband, welches ebenso wie das Förderband 28 mit größerer Geschwindigkeit als das Band i 3 angetrieben sein kann, nimmt die Formen in der Richtung des Pfeiles 32, also entgegengesetzt zur Förderrichtung des Bandes 13 mit und läßt die Formen in das Paternosterwerk 33 treten, welches die Formen auf die Höhe des Förderbandes 13 hebt. In der Höhe dieses Bandes angelangt, können die Formen von der Bedienung oder durch eine selbsttätige Schubvorrichtung auf das Förderband 13 geschoben werden. Das Entleeren der Formen kann beispielsweise entweder auf der Strecke A des Förderbandes oder bereits auf dem Förderband 31 vorgenommen werden.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Vorrichtung zum Vulkanisieren von Kautschukwaren in Fließarbeit mit Vulkanisationsformen, die mit je einer besonderen elektrischen Heizvorrichtung ausgerüstet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die gegebenenfalls abnehmbaren Anschlußklemmen der elektrischen Heizvorrichtungen mit Stromleitungen in Berührung stehen, die sich längs eines die Formen mitführenden Förderbandes erstrecken.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromleitungen in der Gestalt von mit der Wanderungsgeschwindigkeit der Formen angetriebenen endlosen Seilen ausgeführt sind.
DE1930541209D 1930-09-26 1930-09-26 Vorrichtung zum Vulkanisieren von Kautschukwaren in Fliessarbeit Expired DE541209C (de)

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DE541209T 1930-09-26

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