DE546151C - Verfahren zum mehrfarbigen Fernsehen - Google Patents
Verfahren zum mehrfarbigen FernsehenInfo
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- H04N—PICTORIAL COMMUNICATION, e.g. TELEVISION
- H04N11/00—Colour television systems
- H04N11/02—Colour television systems with bandwidth reduction
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Description
Macht schon beim einfarbigen Fernsehen
die große Zahl der Bildpunkte, in die das Bild aufgelöst werden muß, Schwierigkeiten,
so treten dieselben beim Fernsehen in mehreren Farben vervielfältigt auf.
Das der Erfindung zugrunde liegende Verfahren und die angegebenen Vorrichtungen
vermindern diese Schwierigkeiten in erheblichem Maße.
ίο Dem Verfahren liegt die bekannte Methode
der Auflösung und Wiederzusammensetzung der natürlichen Farben in mehrere Farbkomponenten,
z. B. in die Komponenten Blau, Gelb und Rot, zugrunde.
Nach dem Verfahren wird jedoch das Einzelbild nicht oder doch nicht jedesmal in
allen seinen Teilen in allen Grundfarbenkomponenten übertragen, sondern es werden Teile
des Einzelbildes, vornehmlich diejenigen, wo eine nebensächliche Handlung sich abspielt
oder das Blickinteresse des Beschauers nicht so lebhaft ist, entweder mit einer geringeren
Anzahl von Farbkomponenten oder einfarbig oder ohne Farbe nur nach ihren Helligkeitswerten
übertragen. In der Aufeinanderfolge der Bilder kann auch ein Wechsel der mit verminderter Komponentenzahl übertragenen
Bildteile oder der dazu gewählten Farben vorgenommen werden.
An einem Beispiele möge das Verfahren näher erläutert werden. Bei fast allen übertragenen
bewegten Bildern spielt sich die Handlung oder dasjenige, was das Auge des Beschauers vornehmlich fesselt, in Augenhöhe
und mehr oder weniger in der Mitte des Bildes ab. Bei einer Porträtgroßaufnahme ist
der Kopf regelmäßig in der Bildmitte, umrahmt vom Hintergrund und den übrigen Bildteilen, welche kaum Bewegung und nur
beschränktes Interesse besitzen. Bei bewegten Szenen wird sich gewöhnlich der Vorgang
in der mittleren Höhe des Bildes abspielen und ringsum der jeweilige Hintergrund:
Wald, Wand und Fußboden o. dgl., befinden.
Es genügt nun vollständig, ja es entspricht sogar aufs vollkommenste der Arbeitsweise
unseres Sehwerkzeuges, wenn nur diese Bildhauptteile mit kontrastreichen Farben, wie
wir sie als natürliche zu sehen vermeinen, wiedergegeben werden. Eine genaue Prüfung
ergibt, daß das Auge bei Konzentrierung auf einen Bildpunkt an dessen Seiten so gut wie
gar keine Farbtöne mehr wahrnehmen kann.
Selbst ganz kräftige Farbtöne werden vom stillstehenden Auge, wenn sie nur ein wenig
seitlich von der Blickrichtung liegen, nicht mehr als Farbe, sondern nur als Helligkeitswert aufgenommen, und nur die Erinnerung
konstruiert die Farbempfindung aus einem früheren Augenblick, wo der Blickpunkt darauf
gerichtet war.
Das Fernsehbild braucht nicht mehr zu bieten, als das Auge aufnehmen kann. Es genügt
daher, wenn die Seitenteile in einer einfächeren Farbmischung, einfarbig oder nur in
grauen Helligkeitswerten und auch in sehr grober Aufteilung wiedergegeben werden.
Von Zeit zu Zeit können diese Bildteile auch in vollkommener Farbkombination übertragen
werden.
Als beschränkte Farbkombination für die Teile, die man mit weniger Farben übertragen
will, kann man eine solche wählen, die als Grundton in der gesamten Teiliiäche
enthalten ist, z. B. bei Waldhintergrund Blangrau,
bei Zimmerhintergrund der Wandfarbe ίο entsprechend. Man kann damit sogar eine
besonders künstlerische Wirkung erzielen. Man kann für diese Teile z. B. auch in einem
Farbton fein abtasten und dann in ganz grober Aufteilung eine andere Farbe hinterhertasten,
gewissermaßen mit diesem Farbton das Bild unterlegen.
Dieser Wechsel der zur Ausübung des Verfahrens erforderlichen Farbkomponenten oder
der Bildaufteilung läßt sich in außerordentlich einfacher Weise durchführen, so daß der
Verwendung selbst im allgemeinen Rundfunk keine Schwierigkeiten im Wege stehen.
Als Aufteilungsvorrichtung wählt man am besten ein umlaufendes Band mit Abtastlöchern,
deren Anordnung man leicht in der gewünschten Weise verändern kann. Man könnte natürlich auch eine Scheibe oder andere
Abtastmittel verwenden, die entsprechend ausgebildet sind.
In Fig. ι ist eine aus einem umlaufenden Bande mit Abtastlöchern versehene Vorrichtung
zum Farbenfernsehen dargestellt, zu der Fig. 2 der Grundriß ist.
Um die Antriebsrolle d und die Umführ* rollen läuft das Band/ vor der gesteuerten
Lichtquelle a oder Photozelle vorbei. Durch Verschiebung der Umkehrwalze e kann erreicht
werden, daß beliebige Bandlängen eingespannt werden, oder man kann, wie bei h beispielsweise
angegeben, überschüssigen Bandvorrat ansammeln, so daß man' in der Bandlänge nicht auf eine einzige Länge beschränkt
ist.
In Fig. 3 ist ein Abtastband in Abwicklung dargestellt, mit dem Farbenübertragungen
vorgenommen werden. Es ist darauf eine solche Lochfolge dargestellt, wie sie für die
Übertragung von drei Grundfarben gewählt werden kann, wenn jede Bildzeile hintereinander
in den drei Grundfarben abgetastet wird, ehe die folgende übertragen wird. Jedes
der drei hintereinanderliegenden Löcher ist mit einem in der entsprechenden Grundfarbe
gefärbten durchsichtigen Fenster besetzt, r bezeichnet das rot gefärbte, b das blau und g·
das gelb gefärbte Fenster. Nach Bewegung um das Maß/κ ist das Bild einmal in allen
drei Farben durchgetastet.
In Fig. 4 ist eine Bandabwicklung dargestellt, in der sich eine Lochanordnung befindet,
wie sie für die Erfindung verwendet | werden soll. Aus den Bezeichnungen der
Figur ist ersichtlich, daß beim Umlaufen des Bandes die mittlere Höhe des Bildes in allen
drei Farben b, g und r, die obere und untere Bildkante jedoch nur in zwei Farben δ und g
bzw. einer einzigen Farbe b, anstatt der man auch eine farblose Blende nehmen kann, abgetastet
wird. Statt farbiger Fenster kann man auch klare Löcher verwenden und die Lichtquelle im Takt der Lochfolge die Farbe
wechseln lassen.
In Fig. S ist ein Band angegeben, welches nach einer Bilddurchtastung auf der Strecke/«
in allen Farben eine solche in weniger Farben für Teile des Bildes außerhalb der Bildmitte
auf der Strecke« folgen läßt. Man kann zwischen farbige Abtastungen auch farblose einlegen,
die dann in der Hauptsache zur Übertragung der Helligkeitskontraste dienen.
In Fig. 6 ist eine Bandabwicklung dargestellt, bei der auf eine während der Strecke«
erfolgende zweifarbige feine Abtastung eine einfarbige grobe Unterlegung mit einer gelben
Farbe für die Außenteile des Bildes mit einer dreifarbigen feinen Aufteilung für die Mitte
während der Bandstrecke 0 folgt.
Man erkennt aus den Abtastlängen m, η und o, die ja auch den Abtastzeiten pro Einzelbild
proportional sind, daß eine erhebliche Verkürzung für die Übertragungszeiten mehrerer
Bildfolgen ohne Vergrößerung der Lochfrequenz erreicht wird.
Man kann noch weitere vorteilhafte Wirkungen erzielen nach Fig. 7 und 8. Da die
Bildhelligkeiten bei den verschiedenen Grundfarben gewöhnlich sehr verschieden sind, so
daß bei den älteren Methoden des Farbsehens umständliche Lampenanordnungen nötig wurden,
kann man nach der Erfindung durch Verlängerung der Löcher an den aufzuhellenden Bildteilen oder den aufzuhellenden Farben
ohne weiteres eine größere Lichtaufnahme erzielen, die ja von der Lochlänge, in Bewegungsrichtung
gemessen, abhängig ist.
In Fig. 7 ist z. B. für die Farbe Rot bei r die Lochlänge gegenüber b und g vervielfacht,
was einer entsprechend vervielfachten Helligkeit bei Rot entspricht.
Man kann auch derjenigen Grundfarbe, die bei einigen Bildabtastungen ausgelassen
wird, bei ihrer Abtastung eine vergrößerte Helligkeit geben, so daß der Helligkeitseindruck
durch die folgende Auslassung der Farbe nicht beeinträchtigt wird.
In Fig. 8 ist z. B. Rot oben und unten bei der ersten Bilddurchtastung heller wiedergegeben,
weil bei der zweiten Bildtastung Rot oben und unten nicht getastet wird. • Für bestimmte Bildinhalte wird man eine
beschränkte Zahl von Aufteilungsnormen festlegen, die im Empfänger leicht durch Aus-
wechselung der Abtastbänder dem Sender entsprechend eingestellt werden können.
Claims (9)
1. Verfahren zum mehrfarbigen Fernsehen, gekennzeichnet dadurch, daß Teile
des Bildes mit einer geringeren Zahl von Farbkomponenten als andere, gegebenenfalls
sogar einfarbig oder unfarbig, übertragen werden.
2. Verfahren zum mehrfarbigen Fernsehen, gekennzeichnet dadurch, daß für
eine oder mehrere der übertragenen Grundfarben eine gröbere Rasterung der Bilder
oder einzelner Bildteile vorgesehen ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, gekennzeichnet dadurch, daß im Verlauf der
Bildfolgen die mit größerer Rasterung übertragenen Grundfarben abwechseln.
4. Verfahren zum farbigen Fernsehen, gekennzeichnet dadurch, daß zwischen farbigen
Einzelbildern weißfarbige eingeschaltet werden, vorzugsweise zur Übertragung der Helligkeitskontraste.
5. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß zum Ausgleich der
unterschiedlichen Helligkeit der einzelnen Grundfarben der einzelne Bildpunkt oder
Bildteil in der Farbe, welche aufgehellt werden soll, mehrmals nacheinander oder
mit in Bewegungsrichtung verlängerten Tastlöchern abgetastet wird.
6. Vorrichtung zum farbigen Fernsehen nach den Ansprüchen 1 bis 5, bestehend
aus einem an dem Objekt oder an der Schaufläche vorbeibewegten Bande, das mit Fensterchen oder Löchern zur Abtastung
besetzt ist, gekennzeichnet dadurch, daß für die verschiedenen Farbkomponenten jeder Bildaufteilung voneinander
abweichende Lochreihen vorgesehen sind.
7. Abtastband für farbiges Fernsehen nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch
voneinander abweichende Lochreihen für mehrere Bildfolgen.
8. Abtastband nach Anspruch 6 und 7, bei dem die in der Bewegungsrichtung gemessene
Ausdehnung der Fensterchen bei verschiedenen Grundfarben zwecks Einregulierung der Farbenhelligkeit verschieden
groß ist.
9. Vorrichtung nach den Ansprüchen 6 bis 8, gekennzeichnet dadurch, daß das
über Walzen geführte Abtastband auswechselbar angeordnet ist und durch Verstellbarkeit
von Spannrollen oder durch Speicherung von Bandteilen zwischen Walzen verschieden lange Bänder verwendet
werden können.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE546151T | 1930-10-10 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE546151C true DE546151C (de) | 1932-03-10 |
Family
ID=6561063
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930546151D Expired DE546151C (de) | 1930-10-10 | 1930-10-10 | Verfahren zum mehrfarbigen Fernsehen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE546151C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1151542B (de) * | 1962-01-23 | 1963-07-18 | Telefunken Patent | Einrichtung zur Aufnahme von farbigen Fernsehbildern |
-
1930
- 1930-10-10 DE DE1930546151D patent/DE546151C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1151542B (de) * | 1962-01-23 | 1963-07-18 | Telefunken Patent | Einrichtung zur Aufnahme von farbigen Fernsehbildern |
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