DE54922C - Regulator für Arbeitsdampfmaschinen mit veränderlicher Expansion - Google Patents

Regulator für Arbeitsdampfmaschinen mit veränderlicher Expansion

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DE54922C
DE54922C DENDAT54922D DE54922DA DE54922C DE 54922 C DE54922 C DE 54922C DE NDAT54922 D DENDAT54922 D DE NDAT54922D DE 54922D A DE54922D A DE 54922DA DE 54922 C DE54922 C DE 54922C
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    • G05CONTROLLING; REGULATING
    • G05DSYSTEMS FOR CONTROLLING OR REGULATING NON-ELECTRIC VARIABLES
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
; F.J.WEISS in BASEL
Während bei den bisherigen Regulatoren möglichst constante Geschwindigkeit der von ihnen beherrschten Dampfmaschinen erstrebt wurde, weswegen man sie »Geschwindigkeitsregulatoren« nennen könnte, und welche Regulatoren z.B. beiTransmissionsdampfmaschinen mit rasch wechselndem Widerstand angezeigt sind, so ist der Zweck der vorliegenden neuen Constructionen, direct wirkende Leistungsregulatoren bei Arbeitsdampfmaschinen (im Gegensatz zu Transmissionsdampfmaschinen) . zu schaffen, vermittelst welcher — automatisch, oder von Hand, oder beides combinirt — während des Ganges die Geschwindigkeit der von ihnen regulirten Dampfmaschinen, also auch die Leistung der mit letzteren verbundenen Arbeitsmaschinen (ζ. B. Wasser- und Luftpumpwerke u, s. w.) innerhalb, der weitesten Grenzen verändert oder beliebig eingestellt werden kann, und zwar ausschliefslich nur durch Einwirkung des Regulators auf die Expansionsvorrichtung der Dampfmaschine, bei gänzlich offenem Dampfzulafsventil, also ohne jede Zuhülfenahme von Dampfdrosselung.
Um die nachfolgende Beschreibung der Constructionen und deren Wirkungsweise verständlich zu machen , und um - nachherige Wiederholungen thunlichst zu beschränken, ohne damit der Verständlichkeit Eintrag zu thun, sollen vorerst folgende zwei hierauf Bezug habende Thatsachen festgestellt werden.
i. Die Reibungsarbeit einer Dampfmaschine und einer eventuell mit ihr gekuppelten Arbeitsmaschine ist pro einfache Umdrehung bei gleichbleibender Belastung der Maschine constant für jede beliebige Tourenzahl der Maschine pro Minute (während man häufig die falsche Ansicht findet, jene Reibungsarbeit wachse mit wachsender Tourenzahl der Maschine).
2. Wenn eine Arbeitsmaschine, welche pro Umdrehung eine gewisse bestimmte Nutzarbeit braucht, mit einer Expansionsdampfmaschine' gekuppelt ist, und wenn die Querschnitte der Dampfleitung vom Kessel her, ferner diejenigen für Dampf-Ein- und -Ausströmung bei der Dampfmaschine (ebenso die Querschnitte für . die Arbeitsflüssigkeit bei der Arbeitsmaschine, falls letztere ein Pumpwerk ist) grofs genug sind, dafs innerhalb der gröfsten für die Maschine gestatteten Umdrehzahlen eine Drosselung des Dampfes (eventuell auch der Arbeitsflüssigkeit) nicht oder· nur in ■ verschwindend kleinem Mafse eintritt (auch sonst keine Drosselung künstlich herbeigeführt wird, z. B. mittelst Zuschrauberis des Dampfadmissionsventils), so erfordert die Arbeitsdampfmaschine' unter sonst gleichbleibenden Umständen stets einen und denselben Füllungsgrad, ob nun — innerhalb der überhaupt zulässigen Tourenzahlen — die Maschine schnell oder langsam geht. Denn es handle sich beispielsweise um ■ einen von einer Expansionsdampfmaschine betriebenen Luftcompressor, so mufs die Fläche des Indicatordiagramms des Dampfcylinders gleich sein der Summe aus der Fläche des Indicatordiagramms des Luftcylinders plus einer Fläche, welche die Reibungsarbeit der ganzen Maschine pro einen einfachen Hub derselben re-, präsentirt. Nun ist aber, bei gleichbleibendem Luftdruck die Fläche des Indicatordiagramms des Luftcylinders die gleiche, ob die Maschine
schnell oder langsam geht; nach dem-unter i. Gesagten, ist auch die Reibungsarbeit pro Hubdie gleiche, ob die Maschine schnell oder langsam geht; also ist auch die Summe beider stets dieselbe; also mufs auch die Fläche des Dampfdiagramms dieselbe bleiben; daraus folgt, dafs — bei gleichbleibendem Dampfdruck — der Füllungsgrad des Dampfcylinders immer der gleiche (er soll in folgendem der »nöthige« genannt werden) bleiben mufs, ob die Maschine nun schnell oder langsam gehe. Eine Veränderung der Tourenzahl einer solchen Maschine durch Veränderung der Expansion ist, entgegen einer landläufigen Anschauung, ohne gleichzeitige Mitwirkung von — beabsichtigter oder unbeabsichtigter — Drosselung nicht möglich; erhält der Dampfcylinder eine gröfsere als die gerade nöthige Füllung ä so geht die Maschine durch; erhält er umgekehrt eine kleinere Füllung, so bleibt sie stehen.
Dies vorausgeschickt, sollen nun die Constructionen und deren eigenthümliche Wirkungsweise an Hand der beiliegenden Zeichnung beschrieben werden.
In Fig. ι sei G ein Centrifugalregulator, und zwar — wie hier durch die ganze Beschreibung hindurch immer vorausgesetzt — ein stark statischer, also ein solcher, bei welchem jedem anderen Ausschlag der Schwungmassen (oder jedem anderen Winkel α) auch eine andere Umdrehzahl der Regulatorwelle entspricht, und ' zwar ein statischer Regulator mit gröfster »Regulirfähigkeit«, unter letzterem, in der bisherigen Literatur über Regulatoren, in welcher von »Leistungsregulatoren« noch nie die Rede war, neuen Ausdruck den Quotienten' verstanden : gröfste Tourenzahl des Regulators bei gröfstem Ausschlag der Schwungmassen dividirt durch kleinste Tourenzahl desselben bei kleinstem Ausschlag der Schwungmassen. Wie statische Regulatoren gebaut sein müssen, damit diese Regulirfähigkeit eine gröfstmögliche werde, das soll am Schlüsse gesagt werden, wo auch noch eine ganz besondere Art solcher Regulatoren beschrieben werden wird.
Dieser Centrifugalregulator wirke vermittelst seiner Muffe F,- des Regulatorhebels FDC, der Zugstange C B und des Steuerhebels B A auf den Riderschieber einer Riderexpansionssteuerung einer Dampfmaschine ein.
Der Regulatorhebel FD C, welcher die Bewegung der Muffe F auf die Zug- und Druckstange C B überträgt, ist nun in zwei Hebel zerlegt: in den Hebel F D mit einer Verlängerung DD1 nach hinten und in den Hebel D C. Diese beiden Hebel sind jeder für sich auf der gemeinschaftlichen Achse D drehbar. Vermittelst der durch Schraube s gespannten starken Feder f wird der hintere Theil D D1 des Hebels FD D1 gegen den Hebel D C gezogen (bezw. die Feder/ wirkt auf Vergröfserung des — in der Zeichnung zu i8o° gezeichneten — Winkels β hin); indem sich aber der Hebel D C gegen den unteren Theil der Stell- oder Regulirschraube S stützt, wird die Annäherung des Hebels D C an Hebel DD1 begrenzt. Es ist nun klar, dafs, wenn man während des Ganges der Maschine an dem geschilderten Mechanismus keine Veränderungen vornimmt, dafs dann die Hebelverbindung FDD1 und D C wie ein starrer Hebel FDC wirkt und in der üblichen Weise die Bewegung der Regulatormuffe F auf die Zugstange C B und damit auf das Steuerungsorgan überträgt, welches den früheren oder späteren Dampfabschlufs (kleinere oder gröfsere Füllung) bewirkt.
Die eigenthümliche Wirkungsweise dieses Mechanismus wird, nun am besten an einem concreten Beispiel· erklärt. Die Regulirvorrichtung, Fig. ι , sei an einer Dampfmaschine angebracht, welch letztere einen mit ihr gekuppelten Compressor zu betreiben habe, so wird der Dampfcylinder nach den eingangs gegebenen Erklärungen bei einem bestimmten Dampf- und einem bestimmten Luftdruck eine ganz bestimmte Füllung, die »nöthige« Füllung, haben müssen, und bleibt diese Füllung constant, gleichgültig, ob die Maschine schneller oder langsamer geht.
So lange sich nun nichts ändert oder nichts geändert wird, so wird der Regulator in bekannter Weise eine bestimmte Tourenzahl festhalten und damit -auch der Compressor eine bestimmte Menge comprimirter Luft pro Minute liefern. Nun nehme aber der Bedarf an comprimirter Luft ab, so soll der Maschinist mit dem vorliegenden Leistungsregulator den Gang der Maschine der kleiner gewordenen nöthigen Leistung derselben entsprechend verlangsamen. Zu diesem Behufe hat er die Schraube 5, Fig. i, nach abwärts zu drehen; vermöge der Trägheit bleiben dabei die Schwungmassen des Centrifugalregulators, also auch die mit ihnen verbundene Muffe F im ersten Moment noch in ihrer vorigen Lage, und nur der Hebel D C wird etwas herabgedrückt (der Winkel β verkleinert). Durch Vermittelung der Stange C B wird also auch der Steuerhebel B A des -Riderexpansionsschiebers herabgedrückt; der letztere sperrt also früher ab oder giebt kleinere Füllung. Dabei wird nun aber der Dampfcylinder nicht mehr seine ganz bestimmte nöthige Füllung zum Ueberwinden des Luftdruckes in dem Compressor plus der Reibungsarbeit der ganzen Maschine pro Hub erhalten; die Maschine · würde nun also stehen bleiben. Dem beugt aber der vorliegende Mechanismus auf folgende Weise selbstthätig vor. Bevor nämlich die Maschine zum völligen Stillstand kommt, wird: sie — einen Theil des im Schwungrad aufgestapelten Arbeitsvermögens ■ aufzehrend — einen langsameren Gang an-
nehmen. Infolge dieses langsameren Ganges sinken die Schwunggewichte des statischen Centrifugalregulators in eine neue — tiefere — Gleichgewichtslage hinab, drücken dabei die Muffe F nieder, wobei sich die Hebelverbindung FDC entgegengesetzt der Drehrichtung eines Uhrzeigers dreht, also die Zugstange C B gehoben und der Steuerhebel B A des Riderschiebers — also auch der letztere selbst — wieder auf gröfsere Füllung zurückgestellt wird,, und zwar so weit, bis der Dampfcylinder wieder seine nöthige Füllung erhält, welche trotz der jetzt verminderten Tourenzahl die gleiche ist, wie sie vorhin bei gröfserer Tourenzahl gewesen. Nach Abwickelung des ganzen Vorganges wird der Steuerhebel B A selbst-■ thätig wieder dieselbe Lage wie vorhin angenommen haben, nur die Configuration der übrigen Theile des Regulators und seines Stellzeuges ist mit der veränderten Tourenzahl desselben eine andere geworden.
Es ist klar, dafs ein umgekehrtes Drehen der Regulirschraube S, das ein Vergröfsern des Winkels β bewirkt, auch das Umgekehrte hervorbringt, nämlich ein Schnellerlaufen der Maschine.
Den gleichen Zweck und die gleiche Wirkung wie mit dem Mechanismus Fig. ι erreicht man auch, wenn man den Regulatorhebel FDC aus einem Stück macht, wie in Fig. 3 (wobei dann die Verlängerung DD1, sowie die Theile Sf und s, Fig. 1, wegfallen), dagegen die wirksame Länge C B der Zugstange, Fig. 1, veränderlich macht, indem man das eine Ende dieser Stange mit Gewinde versieht, welches in eine gelenkartig mit dem Hebelkopf C verbundene · Mutter eingreift, und welche Mutter ein Handrädchen E trägt, wie dies Fig. 3 zeigt. Ein Drehen dieses Handrädchens in dem einen Sinne, dafs der Punkt B sich von dem Punkt C entfernt, bewirkt genau dasselbe, als wenn man in der ursprünglichen Construction, Fig. ι, die Schraube S nach abwärts dreht; in beiden Fällen bewirkt man in erster Linie ein Herabdrücken des Steuerhebels B A, also kleinere Füllung ,des Dampfcylinders, welche auf Stehenbleiben der Maschine hinwirkt, was aber —. wie vorhin schon beschrieben — dadurch verhindert wird, dafs die Schwungmassen des statischen Regulators in eine entsprechend einer verminderten Tourenzahl neue Gleichgewichtslage hinabsinken, wodurch der Steuerhebel B A wieder hinaufgezogen wird und dadurch der Dampfcylinder wieder seine bestimmte nöthige Füllung erhält. Ein Drehen des erwähnten Handrädchens E in entgegengesetztem Sinne bewirkt auch das Entgegengesetzte, nämlich ein .Schnellerlaufen der Maschine.
Bei der eben beschriebenen Variante der Construction Fig. 1 sowohl als bei der ursprünglichen Construction Fig. 1, sowie auch bei den hier noch zu beschreibenden Constructionen handelt es sich immer um die Combination eines statischen Regulators von gröfster Regulirfähigkeit mit einem Stellzeuge, dessen eines Glied (aber gleichgültig welches, oder auch mehrere zusammen) während des Ganges der Maschine relativ zu den übrigen Theilen des Mechanismus so verstellt werden kann Oder so verstellt wir.d,- dafs — ohne das totale Uebersetzungsverhältnifs zwischen Muffenhub und dem Hub oder Ausschlag des die Füllung des Dampfcylinders bewirkenden Steuerungsorgans wesentlich zu verändern — die relative Lage dieses Steuerungsorgans zu der Lage der Schwunggewichte des eigentlichen Centrifugalregulators sich ändert.
Für den häufigst vorkommenden Fall der Anwendung dieser Leistungsregulatoren, nämlich wenn sie zur Regulirung von Dampfmaschinen verwendet werden, welche ein Wasser- oder Luftpumpwerk treiben, ist es erwünscht, dafs sie aufser der Regulirung der Leistung von Hand (wie in bisherigem beschrieben) auch noch die Leistung automatisch reguliren, und zwar so, -dafs, wenn eine bestimmte, vorher festgesetzte Höhe des Wasseroder des Luftdruckes erreicht ist, dafs sie von diesem Punkte an die Tourenzahl ihrer Maschine selbstthätig vermindern. In' den Fig. 2 und 3 sind bezügliche Constmctionen dargestellt, und soll zuerst die Einrichtung an Fig. 3 erklärt werden. Dabei lasse man vorerst die besondere Form des eigentlichen Centrifugalregulators aufser Augen — am Schlüsse wird .auf diese zurückgekommen — und denke sich an dessen Stelle einfach einen stark statischen Regulator, wie in Fig! 1 dargestellt ist. Die Bewegung der Hülse F des Centrifugalregulators, Fig. 3, wird durch das Stellzeug, Hebel FDC und Zugstangenconstruction C B auf das den Abschlufs des Dampfes bewirkende Organ übertragen, welch letzteres hier wieder beispielsweise der Expansionsschieber einer Ridersteuerung ist. Die Zugstange C B ist hier in zwei Theile zerlegt: einen oberen Theil, der an seinem unteren Ende mit einem Pumpenstiefel H fest verbunden ist, und einem unteren Theil, der an seinem oberen Ende mit einem Plungerkolben J fest verbunden ist und welcher dichtschliefsend in dem Stiefel H verschiebbar ist. Durch Herunterschrauben der Schraube L wird durch Vermittelung der Traversen K' und der Zugstangen K" und der Spiralfeder f der Plungerkolben J mit einer gewissen regulirbaren Kraft gegen den Grund seines Stiefels H gedrückt. So lange dies der Fall ist, wirkt der ganze dynamometrische Apparat zwischen den Gliedern C und B genau so, als ob dieser genannte Apparat gar nicht vorhanden wäre, sondern als ob er durch
eine starre, zwischen C und B angeordnete Zugstange ersetzt wäre.
ο ist ein biegsames (z. B. Kautschuk-) Röhrchen, welches also die Bewegung des übrigen Mechanismus nicht hindert und welches einerseits mit dem Zwischenraum zwischen dem Grunde des Stiefels H und seinem Kolben J, andererseits mit der Druckleitung der Pumpe verbunden ist, deren Leistung mit der Regulirvorrichtung regulirt werden soll. Die* Einrichtung werde wieder an dem schon oben erwähnten concreten Beispiel erklärt, sie sei also wieder an der Dampfmaschine eines Luft-: compressors angebracht, und möge dieser Luftcompressor eine Anzahl, z. B. zwölf Stück, Gesteinsbohrmaschinen zu betreiben haben. In diesem Falle wird das biegsame Röhrchen ο direct mit der Druckleitung des Compressors verbunden (die gezeichneten Hülfsapparafe, Fig. 3c und 3d, kommen hier' nicht in Betracht, auf diese wird erst später zurückgekommen), so dafs also im Stiefel H unter — bezw. hier über — dem Kolben J der Druck der comprimirten Luft steht. Es .werde nun verlangt, dafs der Luftdruck nie eine bestimmte Grenze, z. B. 7 Atmosphären, übersteige; vor allem wird nun zuerst ein für alle Mal mittelst der Schraube L der Spiralfeder f eine solche Spannung gegeben, dafs der Kolben J erst dann von dem Grunde seines Stiefels sich abzuheben beginnt, wenn die Spannung der Luft über dem Kolben gleich 7 Atmosphären geworden ist. Zum Betriebe sämmtlicher zwölf Bohrmaschinen sei ein Quantum Luft erforderlich, welches der Compressor mit z. B. 100 Touren pro Minute leiste; der Maschinist giebt durch Drehen des Handrädchens E (wie früher schon beschrieben) der Maschine eine Tourenzahl pro Minute, welche entweder gleich der erforderlichen Maximaltourenzahl von 100 oder ein wenig gröfs'er ist, und überläfstnun die Maschine sich selbst. Es werden folgende Wirkungen durch den Apparat herbeigeführt.
So lange der Luftdruck seine festgesetzte Grenze von 7 Atmosphären nicht erreicht, bleibt der Kolben / auf dem Grunde seines Stiefels H sitzen und der. zwischen C und B eingeschaltete dynamometrische Apparat äufsert keine ihm eigenthümli.che Wirkung, sondern wirkt wie eine starre, zwischen die Glieder C und B gesetzte Stange; der ganze Regulirapparat hält die Tourenzahl (100 oder etwas höher) der Maschine fest, die man ihr durch Einstellung des Handrädchens E gegeben hatte. Nun mögen aber von den zwölf Bohrmaschinen z. B. sechs abgestellt werden, so wird, weil der Compressor vorläufig noch seine vorige Tourenzahl beibehält, der Luftdruck rasch steigen, weil nun weniger Luft consumirt wird, als der Compressor liefert. Sobald aber der Luftdruck die festgesetzte Grenze von 7 Atmosphären übersteigt, so überwindet der auf dem Kolben J lastende Luftdruck die Spannung der Feder f, und der Kolben verschiebt sich in seinem Stiefel nach abwärts und drückt dabei auch den Steuerhebel B A des Riderschiebers nach abwärts, was kleinere Füllung des Dampfcylinders bewirkt; wie früher schon beschrieben, würde dabei die Maschine sofort stehen bleiben, weil der Dampfcylinder nicht mehr seine nöthige Füllung erhielte. Dem beugt aber die Einrichtung wieder selbsttätig vor, weil wieder vor dem eigentlichen Stehenbleiben zuerst langsamerer Gang der Maschine und des mit ihr verbundenen statischen Regulators eintritt, wobei sich die Schwungmassen des letzteren in eine neue tiefere Gleichgewichtslage herabsenken, also durch das Stellzeug FDCB der Steuerhebel B A wieder in seine frühere Lage gehoben wird, der Dampfcylinder also wieder seine nöthige Füllung erhält, wobei aber — der neuen tieferen Lage der Schwungmassen des statischen Centrifugalregulators entsprechend —- die Regulatorwelle, also auch die regulirte Maschine eine kleinere Tourenzahl pro Minute machen wird; es folgt aus dem Wesen der beschriebenen Einrichtung, dafs der Kolben / jeweilen einen solchen Hub macht, dafs die Schwungmassen des statischen Centrifugalregulators so weit herabgehen und damit der Maschine eine, so stark verminderte Umdrehzahl geben, dafs der Compressor gerade nur so viel comprimirte Luft liefert, als momentan gebraucht wird, denn im anderen Falle, wenn er noch mehr Luft liefern würde, so würde der Luftdruck noch mehr steigen, der Kolben /also noch weiter herausgeschoben, wodurch ' die Geschwindigkeit der Maschine durch den beschriebenen Regulirungsmechanismus noch mehr verlangsamt würde.
Steigt nun umgekehrt der Luftbedarf (indem z. B. vier von den sechs abgestellten Bohrmaschinen wieder in Betrieb gesetzt werden), so wird, weil vorerst der Compressor noch seinen vorigen langsameren Gang beibehält, weniger Luft geliefert, als verbraucht wird; der Luftdruck sinkt also, damit sinkt auch der Luftdruck auf den Kolben /, und zwar bald bis unter die Spannkraft der Feder f; diese letztere Spannkraft überwiegt also den auf dem Kolben / lastenden Luftdruck; der Kolben / wird daher wieder in seinen Stiefel zurückgezogen und nimmt dabei auch den Endpunkt B des Steuerhebels BA mit sich in die Höhe; der Dampfcylinder erhält gröfsere Füllung, und da er vorher die nöthige Füllung hatte, so erhält er jetzt eine gröfsere als ,diese nöthige Füllung, die Maschine will also durchgehen; dem beugt aber die Einrichtung wiederum selbstthätig vor, indem bei gröfserer Tourenzahl sich die Schwungmassen des statischen
Centrifugalregulators in eine . neue höhere Gleichgewichtslage heben, womit durch Vermittelung des Stellzeuges FDC ß der Steuerhebel B A. wieder hinäbgedreht wird, und zwar so weit, .bis der Füllungsgrad des Dampfcylinders gerade wieder der nöthige geworden.
■ Begrenzt man den Auszug des Kolbens J aus seinem Stiefel H nicht, so wird, wenn gar keine. comprimirte Luft mehr gebraucht wird, die Maschine durch den beschriebenen Apparat Fig. 3 selbsttätig gänzlich abgestellt, indem dann, auch bei noch so verkleinerter Tourenzahl, der Luftdruck doch immer noch mehr steigt, also der Kolben J immer weiter herausgetrieben wird, wodurch schliefslich der Füllungsgrad des Dampfcylinders unter den nölhigen fällt. In der- Praxis ist solch automatisches gänzliches Abstellen der Maschine sehr unerwünscht; man begrenzt deswegen den Auszug des Kolbens J. aus seinem Stiefel — z. B. dadurch, dafs die obere Traverse K' an den oberen Fortsatz des Stiefels H stöfst — so dafs dieser Kolben nicht weiter herausgehen kann, als dafs er in der tiefsten Stellung der Schwungmassen des statischen Centrifugalregulators (also bei der kleinstmöglich'en . Tourenzahl des letzteren und also auch der regulirteh Maschine) gerade noch den nöthigen . Füllungsgrad am Dampfcylinder einstellt (es ist dabei gut, diese Hubbegrenzung des Kolbens J einstellbar zu machen). Alsdann kann
. die Maschine von dem vorliegenden Leistungsregulator nicht gänzlich stillgestellt werden, sondern sie wird immer noch im Gang bleiben, aber nur mit ihrer Minimaltourenzahl; das geringe Quantum der bei dieser Minimaltourenzahl geförderten comprimirten Luft (bezw. des Wassers u. s. w.) läfst man durch entsprechend belastete Sicherheitsventile abblasen.
Eine Variante des in Fig. 3 dargestellten Apparates zeigt die Fig. 2; diese ergiebt sich aus der in Fig. 1 beschriebenen Construction, wenn man die Verstellung des Hebels FDD1 gegen den Hebel D G dadurch automatisch macht, dafs man anstatt einer von Hand verstellbaren Schraube S, Fig. 1, einen von Druckflüssigkeit bethätigten dynämometrischen Apparat 0 MHJK, Fig. 2, zwischen jene Hebel einschaltet. Es. wird das biegsame Röhrchen 0 einerseits mit der Druckflüssigkeit des zu regulirenden Pumpwerkes in Verbindung gesetzt, und andererseits mündet es in die luftdichte Kammer unter einer biegsamen Membran M, welche in einem Gehäuse if sitzt, das mit dem Hebel D C verbunden ist. Ein Führungskolben / überträgt mittelst des Stiftes K den Hub der Membran auf den Hebel FDD1. Mittelst einer Feder f, deren Spannkraft durch die Schraube L beliebig regulirt werden kann, wird der hintere Theil des Hebels FD D1 gegen den Hebel D C gezogen, und es wird die Schraube L so stark angezogen, dafs sich der Membrankolben erst dann zu heben beginnt, wenn der Druck, der Arbeitsfiüssigkeit eine bestimmte festgesetzte Gröfse, sagen wir z.B. 8 Atmosphären, erreicht hat. Alsdann wird mittelst Drehens des Handrädchens E dem Regulator eine solche Tourenzahl gegeben, dafs das von ihm regulirte Pumpwerk seine für die nächste Zeit gewünschte Maximalleistung (oder etwas weniger mehr) pro Minute ergiebt. So lange nun die Spannung der Druckflüssigkeit jenen obigen festgesetzten Druck von 8 Atmosphären nicht überschreitet, so wird der Membrankolben unbewegt in seiner tiefsten Lage verharren und. die Hebelverbindung FD D\ C wird wie ein - starrer Hebel FD C wirken. Sobald aber jener Druck von 8 Atmo- Sphären erreicht wird und überschritten werden will, so hebt sich der Membrankolben M und J von seiner untersten Ruhelage ab und entfernt die beiden Hebel DD1 und D C von einander (oder Winkel β verkleinert sich), und da hierbei im ersten Moment vermöge, der Trägheit des mit der Hülse F verbundenen statischen Centrifugalregulators der Hebel FDD1 seine Lage noch beibehält, so wird der Hebel D C herabgedrückt und wird dadurch die Tourenzahl des Regulators, also auch diejenige' der von ihm beherrschten Maschine, entsprechend automatisch verkleinert, genau so, wie dies schon an der Construction Fig. 1 beschrieben worden ist. Nimmt der Druck der Arbeitsflüssigkeit wieder ab (z. B. indem der Verbrauch derselben wieder gröfser wird), so sinkt der Membrankolben (gezogen durch - die Feder f) wieder, der Hebel D C geht in die Höhe und die Tourenzahl der Maschine erhöht sich dadurch wieder, und zwar auch automatisch. Was vorhin über eine Hubbegrenzung des Plungerkolbens J, Fig. 3, gesagt wurde, gilt auch hier für eine Hubbegrenzung des,Membrankolbens J, Fig.-2.
Es ist klar, dafs die bis jetzt an Hand von Fig. 2 und . 3 beschriebenen Constructionen überall dort Verwendung finden können, wo ein von einer Expansiönsdampfmaschine betriebenes Pumpwerk derart regulirt werden soll, dafs man ihm zuerst von Hand eine solche Tourenzahl giebt, dafs es den für die nächste Zeit voraussichtlichen Maximalbedarf an geförderter (tropfbarer oder gasförmiger) Flüssigkeit deckt und dafs zudem der Gang der Maschine automatisch beliebig stark verlangsamt wird, wenn der Druck der geförderten Flüssigkeit eine beliebig festzusetzende, aber bestimmte Grenze überschreitet.
: Unmittelbar in den bis jetzt angegebenen Ausführungsformen aber nicht zu verwenden sind diese Constructionen zur Regulirung zweier besonderer Arten von Pumpwerken, nämlich: -
ι. der Druckpumpen für hydraulische (mit Wasser oder Luft betrieb'ene) Accumulatoren und
2. von Wasserpumpwerken, welche ihr Wasser in ein in bestimmter Höhe gelegenes Reservoir schaffen.
Bei diesen ist nämlich der Druck der Arbeitsflüssigkeit (des Wassers) immer ein constanter und hängt derselbe nur ab bei ι.- von der jeweiligen Gewichtsbelastung des Accumulatorkolbens, bei 2. von der Höhenlage des Reservoirs über der Pumpe. Eine Regulirung solcher Pumpwerke infolge Druckveränderung, wie sie vorstehend beschrieben worden, kann also hier nicht stattfinden, weil hier überhaupt keine''Druckänderung auftreten soll und auch keine auftritt. Hingegen wird hier eine andere Art automatischer Regulirung verlangt: bei 1. soll der Gang der Pumpe verlangsamt werden, sobald der Äccumulatorkolben in die Nähe seiner obersten Lage kommt, und bei 2. soll der Gang der Pumpe verlangsamt werden, sobald der Wasserspiegel im Reservoir eine gewisse Höhe erreicht hat. Durch Beifügung der Hülfsapparate Fig. 3c und 3d wird dies mit den vorliegenden Leistungsregulatoren bei Accumulatorpumpen erreicht, und mittelst der Rohranordnung Fig. 4 bei Reservoirpumpen.
Man verbindet das biegsame Röhrchen 0, Fig. 3, nicht direct mit dem Druckwasser des Accumulators, sondern führt es zuerst mittelst Röhrchen o1 zu einem Dreiweghahn M, Fig. 3c; ein anderes Röhrchen o3, das ebenfalls zu diesem Hahn M führt, steht mit dem Druckwasser des Accumulators in Verbindung, während das Abflufsröhrchen o2 ins Freie mündet. Bei der gezeichneten Stellung des Hahnes M (bei herabgelegtem Hebel α des Hahnkükens) ist das Druckwasser von dem Regulirapparat abgesperrt und der Kolben J, Fig. 3, nicht belastet, weil' der Druckraum im Stiefel H über ihm. vermittelst des Röhrchens ο und dessen Fortsetzung o1 den Hahn M und das Ausflufsrohr o2 mit der freien Luft in Verbindung steht. Wie früher schon beschrieben, wirkt also jetzt die Regelvorrichtung Fig. 3 so, als ob der ganze dynamometrische Apparat zwischen C und B nicht vorhanden wäre, und als ob das Hebelende C mit dem Ende B des Steuerhebels B A durch eine starre Stange CB verbunden wäre, und der statische Regulator wird der von ihm regulirten Maschine diejenige Tourenzahl geben, die man vermittelst . Drehens des Handrädchens E eingestellt hatte.
Nun nehme aber der Verbrauch an Druckwasser ab, so steigt der Äccumulatorkolben, und soll dann, wenn er eine gewisse Höhe erreicht hat, das Pumpwerk entsprechend dem verminderten Wasserverbrauch automatisch einen langsameren Gang annehmen, was vermittelst des vorliegenden Leistungsregulators, Fig. 3 und 3c, folgeridermafsen bewirkt wird: Wenn der Äccumulatorkolben eine gewisse Höhe erreicht hat, so stöfst ein mit ihm verbundener Arm' (der hier nicht gezeichnet ist) unter den Hebel α des Dreiweghahnes Mund nimmt denselben bei noch weiterem Steigen des Accumulatorkolbens mit in die Höhe, bis" schliefslich in die Stellung a1; alsdann wird aber das Druckwasser im Rohr o3 vermittelst des Dreiweghahnes M und der Rohrleitung o1 und 0 mit dem Druckraum über dem Kolben / in Verbindung gesetzt; der Kolben / wird herausgeschoben, der · Steuerhebel B A wird dadurch zuerst herabgedrUckt, die Tourenzahl ermäfsigt sich, worauf der Steuerhebel A B durch die dabei erfolgte Senkung der Schwungmassen des statischen Regulators wieder in seine frühere Lage zurückgezogen wird, in welcher er dem Dampfcylinder wieder seine constante nöthige Füllung giebt; alles das,, wie schon beschrieben. Steigt dann der Wasserverbrauch wieder, sinkt also der Äccumulatorkolben , so nimmt ein mit ihm verbundener (ebenfalls nicht gezeichneter) zweiter Arm den Hebel a1 des Dreiweghahnes M wieder mit hinunter und bringt ihn wieder in die Stellung a und den Hahn selbst -wieder in die gezeichnete-Stellung zurück, wobei das Druckwasser von o3 her wieder abgesperrt, dagegen der Raum über dem Kolben J durch den Hahn Mund das Ablaufröhrchen o2 mit der freien Luft in Verbindung gesetzt wird, indem so . das über . dem Kolben J gestandene Wasser durch das Ablaufrohr o2 ins Freie entweichen kann, zieht die Feder f den Kolben J wieder gänzlich in seinen Stiefel zurück, womit einestheils — wie früher schon gezeigt — die Tourenzahl des Regulators (und damit auch seiner Maschine) wieder vergröfsert wird, anderenteils der Regulirmechanismus wieder in seinen ursprünglichen Zustand kommt und so zu einem neuen Spiel vorbereitet ist.
. Eine Variante des Hülfsapparates Fig. 3 c zeigt Fig. 3 d. Röhrchen ο 3 steht wieder in Verbindung mit dem Druckwasser, o2 führt ins Freie und o1 steht mit 0 und also auch mit dem Stiefel H, Fig. 3, in Verbindung. Steigt nun der Accumulatorkolben in die Höhe, so stöfst nahe seiner obersten Stellung ein mit ihm verbundener (hier ebenfalls nicht gezeichneter) Arm unter die Verlängerungsstange vl des Ventils ν und hebt somit das letztere, wodurch Druckwasser aus O3 nach o1 und ο und über den Kolben J gelangt und letzteren heraustreibt, also ebenfalls auf Verlangsamung des Ganges der Maschine hinwirkt. Freilich wird während dessen auch . aus der offenen Mündung o2 etwas Wasser ausspritzen; man giebt aber dieser Mündung ο2 einen * viel kleineren Querschnitt als den Rohrleitungen o3 o1 und o, so dafs in letzterer Leitung immer
noch Druck, wenn auch verminderter Druck, herrscht, welcher aber in seiner Wirkung -auf den Kolben J genügt, die . Spannkraft der Feder _/ zu überwinden. Sinkt dann der Accumulaforkolben wieder, so sinkt auch der oben erwähnte, mit ihm verbundene Arm mit, das selbstthätige Ventil ν mit seiner Verlängerungsstange v1 fällt wieder herab und schliefst das Druckwasser aus o3 von dem Regulirapparat wieder ab, worauf die Feder f den Kolben / wieder in sein Gehäuse zurückzieht, indem das über dem Kolben gestandene Wasser durch die Mündung o2 ins Freie gedrückt wird, und die Maschine fängt wieder an rascher zu gehen. Man kann sich auch die besondere Mündung o2, Fig. 3d, dadurch ersparen, dafs man die Verlängerungsstange v1 nicht dicht schliefsend, also nicht durch eine Stopfbüchse, sondern nur durch eine Bohrung mit etwas Spiel in das Ventilgehäuse treten läfst;. die dadurch entstehende Undichtheit vertritt dann, die Stelle der besonderen Ausflufsmündung o2.
Gerade so gut wie die Hülfsapparate Fig. 3 c und 3 d · bei der Construction Fig. 3 verwendet werden können, so können sie es auch genau in derselben Weise bei der Construction Fig. 2. Es ergiebt sich ferner, dafs bei Anwendung der Hülfsapparate Fig. 3c und 3d der Federf sowohl bei Fig. 2 als Fig. 3 eine ganz bestimmte, in genauer Weise vom Druck der Arbeitsflüssigkeit im Accumulator abhängige Spannung nicht gegeben zu werden braucht; diese Spannung mufs einerseits nur kleiner sein, als der volle (bei Anwendung von Fig. 3 c) oder als der reducirte (bei Anwendung von Fig. 3d) Druck der Arbeitsflüssigkeit auf die Kolben J, Fig. 2 und 3; anderentheils mufs sie aber mindestens so grofs sein, dafs. sie, wenn der Druck der Arbeitsflüssigkeit aufgehört hat, auf den Kolben J zu wirken, im . Stande ist, diese Kolben wieder in ihre Ruhelage zurückzuziehen und gleichzeitig den Widerstand des Stellzeuges zu überwinden. Diese beiden Grenzen für die Spannung der Federn_/" liegen so weit aus einander, dafs eine passende zwischenliegende Spannung ohne Schwierigkeit mittelst Schrauben L, Fig. 2 und 3, eingestellt werden kann.
Von besonderer Bedeutung wird bei solchen Accumulatordruckpumpen das, was weiter oben über die selbstthätige, vollständige Stillstellung der Maschine, oder aber nur die selbstthätige· Herbeiführung ihrer Minimaltourenzahl (aber ohne völligen Stillstand) durch den Mechanismus Fig. 2 oder 3 gesagt wurde. Accümulatorkolben arbeiten fast fortwährend gegen ihre- oberste Lage an," die sie nicht überschreiten ' dürfen; wird nun die Einrichtung (durch anderweitige, nicht hierher gehörende Mittel) so getroffen, dafs bei der Erreichung der obersten Lage des Accumulatorkolbens (welche oft im Zeitraum einer Minute mehrere Male erreicht wird) die Dampfmaschinen der Druckpumpen automatisch jedesmal vollständig abgestellt werden, so liegt fortwährend die Gefahr nahe, dafs sie beim Sinken des Accumulatorkolbens nicht sofort wieder selbsttätig angehen, was' oft für den Accumulatorbetrieb und die dabei beschäftigten Menschen von den verhängnifsvollsten Folgen sein kann (z. B. in Stahlwerken, Giefsereien u. s. w.). Es ist deswegen vorzuziehen, die Druckpumpen bei hoher Lage des Accumulatorkolbens nicht vollständigabzustellen, sondern dieselben automatisch nur auf ihre niedrigste Tourenzahl zu bringen, wobei dann das wenige Druckwasser, das sie auch bei dieser Minimaltourenzahl noch fördern — wenn es nicht sonst im Betrieb nützlich verbraucht wird — entweder durch Sicherheitsventile entweicht oder aber durch ein1 in der allerobersten Lage des Accumulatorkolbens von letzterem , aufgestofsenes Ventil abläuft. Dieses nicht vollständige Stillstellen der Maschine, sondern das blofse Ermäfsigen ihrer Tourenzahl auf ein Minimum wird bei vorliegenden Vorrichtungen Fig. 2 und 3, wie, oben schon beschrieben, dadurch erreicht, dafs man den Auszug oder den Hub der Kolben /, Fig. 2 und 3, so begrenzt (am besten durch einen stellbaren Stellring oder Bund), dafs bei tiefster Lage der Schwungmassen des statischen Centrifugalregulators diese Kolben nur so weit herausgehen können, dafs der Steuerhebel B A, Fig. 3, gerade noch mindestens den nöthigen Füllungsgrad giebt.
Fig. 4 stellt als Hülfsapparat die Rohranordnung dar, die nöthig ist, um die automatischen Leistungsregulatoren, Fig. 3 und 2, auch bei Reservoirpumpen anwenden zu können. Durch das Rohr Q wird das Wasser dem Reservoir R, Fig. 4, mit ■ dem Ueberlauf S zugeführt. Ein Rohr o1 mündet in der Höhe a-a etwas unterhalb des Ueberfalles 5 in das Reservoir JR. Die untere, ins Freie führende Mündung o2, von bedeutend kleinerem Querschnitt als das Rohr o1, dient zur selbsttätigen Entleerung dieses Rohres o1; das an o1 anschliefsende Seitenröhrchen 0 ist das früher schon erwähnte biegsame Röhrchen 0, welches nach einem Regulirapparat Fig. 3 oder Fig. 2 führt, welcher die Dampfmaschine der betreffenden Reservoirpumpe regulirt. So lange nun der Wasserspiegel im Reservoir R die Höhe a-a nicht erreicht, so bleibt der automatische Regulirapparat, Fig. 3 oder 2, aufser Wirkung, und die Maschine macht diejenige Tourenzahl, die man ihr durch Einstellung des Hand-rädchens E, Fig. 3 oder 2, gegeben hatte. Steigt nun aber der Wasserspiegel im Reservoir, Fig. 4, über die Höhe a-a hinaus, so füllt sich das Rohr o1 mit Wasser, und zwar trotzdem dabei fortwährend auch durch die Mündung o2
etwas Wasser ausläuft, weil diese Mündung relativ eng ist. Der Wasserdruck pflanzt sich durch das biegsame Röhrchen ο zu dem dynamometrischen· Apparat Fig. 3 oder Fig. 2 fort, setzt denselben, wie früher schon beschrieben, derart in Action, dafs sich der Gang der Maschine verlangsamt, das Pumpwerk also weniger Wasser in das Reservoir R, Fig. 4, fördert. Nimmt dann der Wasserverbrauch aus diesem Reservoir R wieder zu, so sinkt der Wasserspiegel wieder, und sobald er bis unter die Höhe a-a gesunken ist, so entleert sich das Rohr ο1 durch die Mündung o2 und der Druck im Röhrchen ο, und also auch in dem mit diesem verbundenen dynamometrischen Apparat verschwindet; der letztere geht wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück und giebt der Maschine wieder ihre frühere — gröfsere — Geschwindigkeit, alles wie schon früher beschrieben.
Es ist bisher in der Zeichnung Fig. 1 und 3 und in der Beschreibung als Expansionssteuerung, welche von den vorliegenden Leistungsregulatoren bethätigt wird, immer eine Rider-.steuerung angenommen worden, lediglich um immer eine concrete Vorstellung hervorzurufen und so das Verständnifs der eigentümlich wirkenden Constractionen zu erleichtern. Es ist aber klar, dafs diese Leistungsregulator.en bei jeder beliebigen Expansionssteuerung, heifse dieselbe nun Corlifs-, Sulzer-, Colmannu. s. w. Steuerung Verwendung finden können, gerade wie auch z. B. ein Watt'scher, Porterscher, Pr ölTscher, Bufs'cher oder irgend ein anderer Regulator ebenfalls für alle möglichen Expansionssteuerungen verwendet werden kann und auch wird. Ja man kann sogar sagen, dafs die genannten, bei Transmissionsdampfmaschinen so vorzüglichen Präcisionssteuerungen ihre Vortheile . erst dann auch bei Arbeitsdampfmaschinen (zum Betrieb von Pumpwerken u. s. w.) voll und ganz entwickeln können, wenn sie mit einem der beschriebenen Leistungsregulatoren zusammen arbeiten.
Mit den beschriebenen Leistungsregulatoren können die Tourenzahlen der von ihnen regulirten Maschinen innerhalb um so weiterer ' Grenzen verstellt werden, je statischer die dabei verwendeten Centrifugalregulatoren sind oder, um den eingangs der Beschreibung definirten, hier besser passenden und schärferen Begriff zu gebrauchen, je gröfser die Regulirfähigkeit der dabei verwendeten Centrifugalregulatoren ist. Die analytische Untersuchung ergiebt diese Regulirfähigkeit ρ für den Centrifugalregulator G, Fig. ι, mit den dort gewählten. Buchstabenbezeichnungen :
_ Kmax _|/tg «-max "I /sitl O.min nmin Y tg am;n ψ sin o.max
wenn nmax die gröfste Umdrehzahl der Regulatorwelle für den gröfsten Ausschlagwinkel o-mdx und n,„in die kleinste Umdrehzahl für den Ausschlagwinkel. amin der Schwungmassen bedeutet, und wenn das Verhältnifs zwischen dem Abstand £ des Aufhängepunktes des Pendels von der Regulatorachse zu der Pendellänge / mit μ bezeichnet wird, d. h. wenn
II) U=S-
ist. Aus Gleichung I) ist ersichtlich, dafs für gegebene Grenzwerthe amax und'am,„ die Regulirfähigkeit ρ nur von dem Verhältnifs μ abhängt und um so gröfser wird, je gröfsjr dies Verhältnifs ju gemacht wird. Eine neue Form von Centrifugalregulatoren, bei welchen auf kleinstem Raum jenes Verhältnifs μ relativ sehr grofs gemacht werden kann, und welche also insbesondere für vorliegende Leistungsr regulatoren sich eignen,, ist in Fig. 3, 3a und 3b dargestellt. In Fig. 3 (Aufrifs) und Fig. 3 a (Grundrifs) sind JV cylindrische Schwungmassen vom Durchmesser d, welche exzentrisch und drehbar an den Zapfen T aufgehängt sind, welch letztere im Abstand Z von der verticalen Regulatorwelle Q durch das auf letzterer unbeweglich festgemachte Querhaupt P getragen werden. Die Uebertragung der Auf- und Niederbewegung dieser cylindrischen Schwungmassen JV auf die Regulatormuffe F geschieht nun auf folgende neue, einfache und billige Weise. Ein als Rotationskörper gebildetes Gehäuse RUS, Fig.-3, welches unten auch die Rinne oder die Bahn für die Muffe F trägt, ist oben und unten an der verticalen Regulatorwelle Q so geführt, dafs es sich der Höhe nach auf dieser Welle frei verschieben kann (und wenn man will, dafs es sich auch frei auf dieser drehen kann, was aber nicht wesentlich ist). Die inneren Seiten sowohl des oberen Deckels R als . des unteren Deckels S sind senkrecht zur Achse Q eben gedreht und haben die beiden Ebenen R und 5 einen Abstand c?1 von einander, der gleich oder nur um Bruchtheile eines Millimeters gröfser ist als der Durchmesser d der beiden cylindrischen Schwungmassen JV. Bei .der durch die veränderliche Tourenzahl der Regulatorwelle Q bedingten veränderlichen Centrifugalkräfte der Schwungmassen JV werden letztere bald auf-, bald niederschwingen (Winkel α wird sich vergröfsern oder verkleinern) und nehmen dann diese cylindrischen Schwungmassen das frei auf der Welle Q verschiebbare .Gehäuse RVS sammt der daran eingedrehten Rinne für die Regulatormuffe F mit hinauf und hinunter und wird dann die Muffenbewegung durch das Stellzeug FDCB auf das Expansionsorgan der Dampfmaschine übertragen, wie das früher beschrieben worden. Das Gewicht der Hülse RVS selber dient dabei als sogenanntes

Claims (1)

  1. Hülsengewicht, welches die Energie des Regulators vermehrt. Trotz des Vorhandenseins dieses Hülsengewichtes gilt für die eben beschriebene Anordnung des eigentlichen Centrifugalregulators, Fig. 3, für die Regulirfähigkeit der in Gleichung I) aufgestellte Ausdruck doch noch (was nicht der Fall wäre für einen Regulator G nach Fig. 1 , wo die Anbringung eines Hülsengewichtes die Regulirfähigkeit sofort vermindern würde).
    In der Zeichnung Fig. 3 ist das Verhältnifs
    ju = -η- ungefähr gleich 2 angenommen; danach wird nach Gleichung I), wenn man für amax 80° und für am;„ io° zuläfst, die Regulirfähigkeit
    rhnin
    4>8°-
    Danach kann mit diesem Regulator in Verbindung mit einem der' beschriebenen Stellzeuge die Tourenzahl der von ihm beherrschten Maschine innerhalb so weit aus einander liegender Grenzen beliebig -eingestellt werden, dafs die Maximaltourenzahl das 4,80 fache der Minimaltourenzahl beträgt, oder die Leistung der Maschine kann vom einfachen auf das 4,80fache gesteigert und kann auch auf jeden beliebigen . Zwischenwerth eingestellt werden; also eine Variation in der Tourenzahl und in der Leistung, wie sie bisher mit anderen Mitteln und ohne Zuhülfenahme von Dampfdrosselung nicht im Entferntesten erreicht wurde.
    Die Energie E des Centrifugalregulators Fig. 3 (unter Energie wird hier der Begriff verstanden, wie er von Grashof in seiner theoretischen Maschinenlehre, II. Bd., ' definirt wird) beträgt, wenn G das Gewicht einer Schwungmasse N und' Q das Gewicht der ganzen Hülse RVS ist,
    III) . E = 2 ·· G + Q,
    ■sie ist also gleich dem ganzen Gewicht sä'mmtlicher beweglicher Theile des Centrifugalregulators und unabhängig von der Configuration desselben, d. h. unabhängig vom jeweiligen Ausschlagwinkel α der Schwungmassen. (Das letztere ist bei dem Regulator G, Fig. i, auch nicht der Fall; dort nimmt die Energie, mit abnehmendem Winkel α ab.)
    Wrenn man die Hülse R VS schwer genug macht, so dafs ihr Gewicht allein schon genügt, den Widerstand des Stellzeuges bei ihrem Sinken zu überwinden, so kann man sich die Herstellung des Centrifugalregulators der Fig. 3, 3 a und 3 b noch dadurch erleichtern, dafs man die cylindrischen Schwungmassen N nur von der oberen Ebene R der Hülse berühren läfst (oder mit anderen Worten, dafs die ganze Hülse oder das Gehäuse RVS nur mit seinem oberen, innen abgedrehten Deckel auf den Schwungmassen N ruht), während der untere Deckel S des Gehäuses die Schwungmassen nicht zu berühren braucht, also an der Innenfläche auch keine besondere Bearbeitung verlangt. Freilich wird damit die Energie. E des Regulators bei dessen .Fallen kleiner (nämlich E = Q, indem in Gleichung III) G=o zu setzen ist), als bei dessen Steigen (wo nach Gleichung III) J?= 2 G+Q ist), was aber dann nichts schadet, wenn- überhaupt keine grofse Energie, keine rasche Wirkung vom Regulator gefordert wird, was z. B. der Fall ist, wenn er an einem Compressor wirkt, während da, wo grofse Energie und rasche Wirkung desselben gefordert werden müssen, wenn er z. B. an einer Accumulatorpumpe an-" gebracht ist, eine solche Verminderung der Energie des Regulators, wenn auch nur nach der. einen Bewegungsrichtung desselben hin, sehr unerwünscht ist.
    Es ist ferner klar, dafs am Wesen dieses beschriebenen Centrifugalregulators nichts geändert wird, ob man die cylindrischen Schwungmassen N von dem Querhaupt P umfassen läfst, wie im Grundrifs Fig. 3 a, oder ob man mit den cylindrischen Schwunggewichten N das Querhaupt P umfafst, wie im Grundrifs Fig. 3 b angedeutet ist; ebenso wird nichts Wesentliches geändert, wenn man, wie ebenfalls in Fig. 3 b- angedeutet, die Ecken der cylindrischen Schwungmassen N bei den Stellen a bricht, um recht gedrungene Form zu erhalten.
    Pa te nt-Ans ρ rüche:
    i. Bei Arbeitsdampfmaschinen mit veränder-■ licher Expansion (im Gegensalz zu Transmissionsdampfmaschinen) die Combination eines stark, statischen Centrifugalregulators von grofser Regulirfähigkeit mit einem Stellzeuge FDCB, dessen Zugstange C B während des Ganges der Maschine entweder von Hand oder — bei einem .Pumpwerk — von der Arbeitsflüssigkeit selbsfthätig verlängert oder verkürzt werden kann bezw. verlängert oder verkürzt wird (Fig. 3), oder bei welchem der eine Theil FD des Regulatorhebels FD C gegen den anderen Theil D C dieses Hebels während des Ganges der- Maschine entweder von Hand oder — bei einem Pumpwerk — von der Arbeitsflüssigkeit selbstthätig verdreht werden kann bezw. verdreht wird (Fig. ι und 2), wodurch die relative Lage des die veränderliche Füllung im Dampfcylinder bewirkenden Steuerungsorgans zu der Lage der Schwungmassen des Centrifugalregulators verändert wird, ohne Aenderung des totalen Uebersetzungsvenhältnisses zwischen dem Ausschlag oder Hub jenes Steuerungsorgans und dem Ausschlag oder Hub dieser Schwungmassen, zu dem Zwecke,
    veränderliche Umdrehungszahlen bei gänzlich offenem Dampfadmissionsventil ohne jede Dampfdrosselung zu erzielen.
    In Verbindung mit der unter i. genannten Regulirungseinrichtung ein Centrifugalregulator, gekennzeichnet durch excentrisch aufgehängte cylindrische Schwunggewichte (N), welche ihre Bewegung beim Auf- und Niederschwingen auf eine Muffe (F) übertragen, welche an einem auf der Regulatorwelle geführten, sonst aber frei beweglichen Gehäuse (R V S) sitzt, welches Gehäuse entweder mit inneren, oberen und unteren, waagrechten Flächen die cylindrischen Schwungmassen passend zwischen sich fafst, oder aber nur mit einer inneren oberen, waagrechten Fläche auf diesen Schwungmassen aufliegt, zu dem Zwecke, eine grofse Regulirfähigkeit bei Centrifugalregulatoren zu erzielen (Fig. 3, 3 a und 3 b).
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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