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Kantenpoliermaschine Der selbsttätigen Zufuhr von Polierwachs an Kantenpoliermaschinen
stehen in der praktischen Ausführung erhebliche Hindernisse entgegen hauptsächlich
hinsichtlich der genauen Dosierung und Steuerung der Wachszufuhr. Bisher wurde die
Dosierung des Wachses im geschmolzenen Zustande vorgenommen. Schmelzpunkt, Schmelzzeit
und Schmelzmenge wechseln aber beständig selbst bei gleichbleibender Steuerung mit
der Farbe und der chemischen Beschaffenheit des Wachses und mit den allergeringsten
Temperaturschwankungen der Schmelzorgane.
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Erfindungsgemäß wird das Wachs in ungeschmolzenem Zustande durch eine
mechanische Teilvorrichtung dosiert, wodurch diese Nachteile beseitigt sind. Die
Verflüssigung des Wachses bleibt einer besonderen Einrichtung überlassen, die vermöge
ihrer baulichen Eigenart ein augenblickliches Schmelzen des Wachses herbeiführt,
das durch die Injektorwirkung eines Heißluftstromes unmittelbar auf die Polierstelle
geblasen wird. Dabei stehen die erhitzten Organe weder mit dem Poliereisen noch
mit der Teilvorrichtung des Wachses in mechanischer Verbindung. Es wird daher die
Wärme wirtschaftlich ausgewertet und kann auf die mechanisch bewegten Maschinenteile
nicht unmittelbar abfließen. Diese Einrichtung hat gegenüber dem bisher Bekannten
noch den erheblichen Vorteil, daß, wenn das Wachs gegen ein solches von unterschiedlicher
Farbe und Beschaffenheit ausgewechselt werden muß, gleichzeitig jede Spur alten
Wachses von den wachszuführenden Maschinenteilen verschwunden ist.
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Des weiteren wird erfindungsgemäß die Wachszufuhr durch eine mechanische
Einwirkung des menschlichen Kopfes, beispielsweise durch eine geringe Nickbewegung
des letzteren, ein- bzw. ausgeschaltet. Gegenüber der anderwärts verwendeten Fußtrittbewegung
hat diese Einrichtung den großen Vorteil, daß der Arbeiter seines festen Standes,
der bei dieser Arbeit von großer Wichtigkeit ist, nicht beraubt wird. Zur Unterstützung
des Preßdruckes gegen das Werkzeug stemmt er nämlich in gespreizter Stellung die
Brust gegen das Werkstück, um die Arbeit der Hand zu erleichtern. In dieser Arbeitsstellung
ist der Kopf des Arbeiters natürlicherweise etwas nach vorn geneigt, weil die Polierstelle
während der Arbeit beobachtet werden muß, und es ist daher vorteilhaft, den geneigten
Kopf mit der Stirn gegen ein Polster zu lehnen, das zum Zwecke der Steuerung beweglich
gelagert ist.
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Der Erfindungsgegenstand ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel
veranschaulicht. Bei der dargestellten Ausführung
ist besonders
darauf Rücksicht genommen, daß die Schwingbewegung des Werkzeuges auch zum Antrieb
der Wachsteilvorrichtung mit verwendet wird. Es ist dadurch ein Anbaugerät entstanden,
das in einfachster Weise auf Maschinen alter Bauart aufgebracht werden kann.
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Abb. i zeigt einen Schnitt der Maschine nach der Linie A-B der Abb.
3.
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Abb. 2 zeigt eine Rückansicht des Polierwerkzeuges und einen Schnitt
in der Ebene G-H der Abb. i.
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Abb.3 zeigt eine Ansicht von vorn unter Wegnahme des Schnittpoliereisenhalters
und des vorderen Teiles der Heizdüse; Schnittpoliereisenhalter und Heizdüse sind
dabei in den vertikalen Ebenen J-K und L-H geschnitten.
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Abb.4 ist ein Aufriß und Abb. 5 eine Stirnansicht der Maschine. Abb.6
zeigt einen Schnitt nach der Linie C-D der Abb. i.
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Abb. 7 ist ein Waagerechtschnitt, und Abb. 8 ist eine Stirnansicht
eines Teiles der Maschine.
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Ein Maschinenkopf i trägt eine Welle 2, welcher durch einen nicht
dargestellten Antrieb eine Schwingbewegung erteilt wird, wie sie bei Kantenpolierinaschinen
üblich ist. Die Welle 2 ist in Büchsen 3 gelagert, die aus dem Maschinenkörper i
zur Aufnahme von Anbauteilen herausragt. Auf der vorderen Büchse ist mittels eines
Tangentialbolzens 4 ein Gehäuse 5 befestigt. Dieses Gehäuse dient zur Aufnahme der
Vorrichtung zum Zerteilen des Wachses sowie zu deren Steuerung und Antrieb. Um eine
zylindrische Schulter 5' des Gehäuses 5 ist ein Rad 6 konzentrisch zur Schwingachse
2 drehbar gelagert und durch einen Deckel 7, welcher mittels Befestigungsschrauben
8 am Gehäuse 5 befestigt ist, gegen seitliche Verschiebung gehalten. Das Rad 6 trägt
eine Messerscheibe 9, welche an ihrem äußeren Umfang mit Langlöchern g' ausgestattet
ist, die mit einem zylindrischen, ortsfest gelagerten Wachsstäbchen io zusammenwirken.
Durch Drehen der Messerscheibe g im Sinne des Uhrzeigers werden von den Wachsstäbchen
io kleine Stückchen abgetrennt, deren Größe von der Einstellung eines ortsfesten
Anschlages i i abhängt. Die Anschlagfläche wird durch einen federnden Stahlbügel
gebildet, welcher durch eine Rändelschraube l2 der Spaltebene des Ringmessers genähert
und entfernt werden kann. Dadurch kann die Menge des zugeführten Wachses genau vorbestimmt
werden. Das Wachsstäbchen i o ist in einem Rohr 13 geführt und fällt durch sein
Eigengewicht gegen die Messerscheibe 9 bzw. gegen den Anschlag i i. Das Rohr i 3
ist mit einer Klemmschraube 14. in der seitlich angebrachten zylindrischen Bohrung
13' des Gehäuses 5 festgehalten.
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Der Vorschub des Rades 6 und der Messerscheibe 9 wird durch einen
Klemmbfigel 15 bewirkt, der mit einer Gegenklemme 16 zusammenarbeitet. Der Klemmbügel
i 5 ist an dem mit dem Teil 5 bzw. auf der Welle 2 hin und her schwingenden Bolzen
i S" angebracht. Beide Teilei 5, 16 umfassen mit in ihnen eingearbeiteten Klemmnuten
i5', 16' den zylindrischen Ringansatz 6' des Rades 6 und werden abwechselnd durch
Reibung mit dem letzteren gekuppelt. Die Kupplung entsteht durch das Anliegen der
Kanten der Führungsnuten 15' und 16' am Ringansatz 6'. Sobald sich der Bügel 15
durch eine Schwingung der Welle mit dem Ringansatz 6' verklemmt hat, beginnt der
Vorschub, wobei die Zugfeder 17, welche an dem Federbolzen 18 am Ende des Bügels
15 angreift, gespannt wird. Sobald die Rückschwingung des Antriebsbolzens 15" beginnt,
zieht die Feder 17 das Klauenende des Bügels 15 wieder nach oben. In umgekehrter
Weise wirkt die Gegenklemme 16 mit einer Blattfeder ig zusammen. Die Teile 16, ig
lagern in einer weiten, radialen Führungsnute 5" des Gehäuses 5. Der reibungsschlüssige
Eingriff des Bügels 15 findet nur in der Lage statt, in welcher der Anschlagbolzen
2o mit dem Bund 2o' sich gegen das Auge 2i des Gehäuses anlegt. Wird aber der Bolzen
2o um den Vorschubweg des Bügels 15 abgesenkt, so kann ein Reibungseingriff des
Bügels 15 nicht mehr stattfinden, wobei der letztere nur mehr eine Pendelbewegung
um sein Klauenende ausführt, ohne dabei das Rad 6 vorwärts zu schieben.
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Der Bolzen 2o ist in einer Führung des Auges 21 senkrecht verschiebbar
gelagert und mit seinem oberen Ende in einem Verbindungsgliede 22 befestigt, welches
mittels des Bolzens 23 ab- bzw. aufwärts bewegt werden kann. In der dargestellten
Lage ist das Glied 22 bis zum Anschlag des Bolzenbundes 2o' am Auge 2i nach aufwärts
bewegt und steht unter der Wirkung der Zugfeder 24., welche einerseits am fliegenden
Ende des Bolzens 23 und anderseits an einem Auge 25 des Lagergehäuses 5 angehängt
ist und somit das Glied 22 bis zur Auflage auf dem Führungsauge 21 nach unten zu
bewegen sucht. Der Bolzen 23 gleitet in dem gegabelten Ende des waagerechten Armes
eines um 42 drehbaren Winkelhebels 26, an dessen senkrechtem Arm 27 eine Rollengabel
28 Mittels des Klemmbolzens 29 in der Höhenrichtung verstellt werden kann. In der
Rollengabel 28 ist eine weich gepolsterte Filzrolle 28' drehbar gelagert, die in
der dargestellten Lage die
Stirn des die :Maschine bedienenden Arbeiters
berührt. Wird die Rolle 28' entlastet, so senkt sich unter der Wirkung der Zugfeder
24 das Glied 22 bis zur Auflage auf das Auge 21 und drängt dadurch den Klemmbügel
derart aus der Eingriffslage, daß ein Vorschub der 1lesserscheibe 9 nicht mehr stattfinden
kann. Damit ist der Zutritt des Wachses unterbrochen.
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Nach dem Gesagten dürfte die Wirkungsweise der Maschine klar sein.
Die Welle :2 ist mit dein Poliereisen dauernd in Schwingung. Legt der Arbeiter das
Werkstück an das Poliereisen an, so beugt er sich in der Regel auch mit dem Kopf
vor. Durch diese Kopfbewegung kann er nun einen leichten willkürlichen Druck auf
die Filzrolle 28' ausüben und dadurch mittels der Klemmkupplung 1 5 die Wachsteilscheibe
6 mit der schwingenden Welle 2 kuppeln. Diese Scheibe schneidet dann bei jeder Schwingung
ein einstellbares Stück von der Wachsstange io ab, das durch den heißen Luftstrom
sofort zum Schmelzen gebracht und dem Werkstück zugeführt wird. Beim Zurückziehen
des Kopfes von der Filzrolle 28 kommt die Wachszufuhr sofort zum Stillstande, während
das Polierwerkzeug weiterschwingt.
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Auf der Rückseite des Schnittpoliereisens 30 (in Abb. 2) ist eine
schräge Bohrung 30' angeordnet, «-elche in zwei weite gabelförmige Mündungen 3o"
bis zu den Enden der Polierfläche 30"' führt. In diese Bohrung hinein ragt ein Rohr
32, welches die vordere Öffnung der Heizdüse 33 derart durchdringt, dafl die nach
dem Poliereisen strömende heiße Luft das Rohr 32 umspült. Damit die normale Befestigungsart
des Polierwerkzeuges 3o durch Schaftverklemmung mittels eines Spreizfutters 34 beibehalten
werden kann, ist zur bequemen Auswechselung des Polierwerkzeuges 3o eine Nut :30a
vorgesehen, die ein Vorbeiführen an der Mündung des Rohres 32 ,gestattet. Mittels
eines Knebels 35 kann das Spannfutter 34, welches von dem Poliereisenltalter 36
getragen wird, von Hand geöffnet bzw. geschlossen werden. Das Rohr 3 2 endet nach
oben in einem Trichter 37, welcher zusammen mit der Trichterverlängerung 38 mit
der Düse 33 ein Ganzes bildet. Somit hat der Trichter 37 bis 38 die gleiche Temperatur
wie die Heizdüse 33, und jedes Wachsteilchen, das am Anschlag i i entlang in den
Trichter herabgleitet, schmilzt augenblicklich und fließt infolge seines dünnflüssigen
Schmelz_-zustandes sehr rasch nach der Mündung des Rohres 32. Dort wird es vom heißen
Luftstrom erfaßt, zerstäubt und durch die Kanäle 3o" hindurchgetrieben und gelangt
auf diese «'eise zur Polierfläche, ohne irgendwelche Rückstände ztt hinterlassen.
Es ist wichtig, daß bei der v orbeschriebenen Einrichtung die Kanäle 3o" recht weit
gehalten werden können, um bei der Polierarbeit Verstopfungen auszuschließen. Der
Poliereisenhalter 36 trägt eine Nase 36', welche, in geringem Abstand von der Messerscheibe
9 entfernt, an deren tiefster Stelle hin und her streicht, um ein ev t1. von der
Messerscheibe mitgenommenes Wachsteilchen in die 0ffnu zg des Trichters abzustreifen.
Der Luftstrom wird durch einen Ventilator in der Maschine erzeugt und umfließt die
Lagerstelle des Kopfes in kaltem Zustande, nimmt seinen Weg über eine Abzweigdose
39, welche mit einer Drosselklappe 4o ausgestattet ist, und gelangt über einen Rohrstutzen
41, in welchem die elektrischen Heizspiralen untergebracht sind, nach der Düse 33.
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Anstatt des Polsters 28', welches mit der Stirn zusammenwirkt, könnte
selbstverständlich auch jede andere Einrichtung, die mit einer Betätigung am Kopfe
in Beziehung steht, Verwendung finden. Es wäre z. B. denkbar, daß mittels eines
:Mundstückes, durch welches ein Luftstrom geblasen wird, das Gleitstück 22 angehoben
würde. Es ist jedoch aus hygienischen Gründen und des besseren Überblickes an der
Arbeitsstelle wegen von dieser Überführungsart abgesehen worden. Darüber hinaus
würde sich eine derartige Einrichtung erheblich verwickelter gestalten.