DE55256C - Verfahren zur Herstellung von Filterplatten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Filterplatten

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DE55256C
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DE
Germany
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plate
filter
plates
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Expired
Application number
DENDAT55256D
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English (en)
Original Assignee
A. EGEN in Schwerte i. Westf. und E. BASSENGE in Berlin, Neustädtische Kirchstr. 6—8
Publication date
Application granted granted Critical
Publication of DE55256C publication Critical patent/DE55256C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01D—SEPARATION
    • B01D29/00—Filters with filtering elements stationary during filtration, e.g. pressure or suction filters, not covered by groups B01D24/00 - B01D27/00; Filtering elements therefor
    • B01D29/11—Filters with filtering elements stationary during filtration, e.g. pressure or suction filters, not covered by groups B01D24/00 - B01D27/00; Filtering elements therefor with bag, cage, hose, tube, sleeve or like filtering elements
    • B01D29/111—Making filtering elements

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Filtering Materials (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Ejie vorliegende Neuerung bezieht sich auf ein !Verfahren zur Herstellung von Filterplatten, welche sich zum Klären der verschiedenartigsten Flüssigkeiten, z. B. Wasser, Bier, Wein, Essig, Beizen u. s. w., in ganz besonderer Weise eignen und aufserdem sich durch eine ganz aufserordentliche Leistungsfähigkeit auszeichnen.
Diese neuen Platten, welche in verschiedener Stärke und von beliebiger Form hergestellt werden können, bestehen im wesentlichen aus Koks- oder Retortenkohlenpulver und haben in ihrem Innern eine Reihe sich kreuzender Kanäle, welche in einen parallel zum Rande der Platte verlaufenden Hauptkanal münden.
Das Filtriren erfolgt im Allgemeinen von aufsen durch die Oberfläche nach innen, von wo die Ableitung des Filtrates durch den äufseren Hauptkanal erfolgt.
Die Platten werden in folgender Weise hergestellt:
Ein Gemisch von etwa:
100 Gewichtstheilen Theer,
40 - Steinpech und
330 - gesiebtem Koks- oder
Retortenkohlepulver
wird in einem Kessel erhitzt und gekocht, bis das Ganze, welches gut durch einander gearbeitet wird, eine zähe, plastische Masse bildet und zum Einstampfen in die Form geeignet ist.
Je nach der Dicke der verwendeten Koksstückchen kann die Zusammensetzung des obigen Mischungsverhältnisses noch geändert werden. In der gegebenen Zusammensetzungsformel hat das Kokspulver etwa die Stärke des in Giefsereien gebräuchlichen Formsandes.
Die Form besteht aus einem Teller b\ auf welchen· ein aus zwei gleichen Theilen zusammengeschraubter Ring a, Fig. 1, aufgesetzt wird. Die Anordnung eines solchen zweitheiligen Ringes hat den Zweck, die Filterplatten nach dem Einformen leicht freilegen zu können, ohne sie zu beschädigen. Nachdem dieser erste Ring vollgestampft ist, wird auf die plastische Masse ein gitterförmiges Gewebe b von dickeren, schnurähnlichen Fäden gelegt.
Dieses Gewebe nimmt einen der Gröfse der Filterplatte entsprechenden Raum ein und hat an dem Rande einen etwas stärkeren Faden, welcher in gewissem Abstand vom Rande der Filterplatte verläuft. In diese Hauptschnur münden nun alle einzelnen Kanäle, welche das gitterförmige Gewebe bilden.
Nachdem dieses Gewebe auf die plastische Masse richtig aufgelegt ist, wird auf den Ring a ein zweiter, gleicher Ring aufgesetzt, worauf der so entstehende Hohlraum über dem Gewebe wiederum in gleicher Weise, wie es vorher beschrieben ist, mit jener plastischen Masse ausgestampft wird, so dafs alle Hohlräume vermieden werden.
Auf den zuletzt aufgesetzten Ring α wird nun nochmals ein weiterer derartiger Ring aufgeschraubt und der neu entstehende Hohlraum dicht mit einem Gemisch aus 1 Theil Kohlenstaub und 10 Theilen Sand ausgestampft. Die
so eingeformte Masse, aus welcher später durch andauerndes Glühen die Filterplatten gewonnen werden, mufs sich zunächst abkühlen.
Zu dem Zwecke ruht die eiserne Bodenplatte £>' auf einem Holzblock c, welcher mit Luftkanälen versehen ist, so dafs eine ziemlich schnelle Abkühlung erreicht wird. Die abgekühlten Formen werden nun auf ein Gemisch von Koks und Sand, welches auf einer starken Grundplatte e, Fig. 9, ruht und durch den Ring d, Fig. 8, zusammengehalten wird, aufgestapelt.
Auf diese Weise werden etwa 30 Formen über einander gesetzt, worauf, von oben anfangend , die um die Filterplatten gelegten Ringe α gelöst werden, so dafs diese Platten und die dazwischen liegenden Schichten aus Koks und Sand in der in Fig. 9 gezeigten Weise über einander liegen. Darauf wird auf die Grundplatte e der eiserne Mantel g aufgesetzt und der zwischen diesem und den Platten liegende freie Raum durch das oben erwähnte Kohlenstaubsandgemisch sorgfältig ausgefüllt und schliefslich die Deckplatte h aufgesetzt und das Ganze durch die Ankerbolzen/ zusammengefafst.
Darauf wird diese Muffel in einen Glühofen gebracht, um einem längeren Glühprocefs ausgesetzt zu werden, welcher längere Zeit, etwa 14 Tage, dauert. Diese lange Zeit ist erforderlich wegen der langsamen Erwärmung und ebenso langsamen Abkühlung der Platten. Nur unter diesen Bedingungen erhält man tadelloses Material nach Beendigung des Glühprocesses.
Nach dem Glühprocefs sind die Platten für den Gebrauch fertig.
Das Erhitzen der Platten, sowie das nachherige Abkühlen derselben erfordert die gröfste Aufmerksamkeit, falls nicht ein gröfserer Verlust an Platten entstehen soll.
Die so hergestellten Platten sind aufserordentlich hart und je nach dem verwendeten gröberen oder feineren Kokspulver mehr oder weniger porös.
Eine Eigenthümlichkeit derselben sind die nach dem vollständigen Verbrennen der Fäden entstehenden inneren Kanäle, welche unter einander in Verbindung stehen und sämmtlich in den nahe dem Umfang der Platte liegenden Hauptkanal münden. Sie eignen sich in ganz vorzüglicher Weise, um schnell und vollständig Wasser, Bier und alle anderen Flüssigkeiten zu filtriren. Da sie säurebeständig sind, so können sie auch zur Reinigung von Säuren u. dergl. verwendet werden.
Eine hervorragende Eigenschaft ist ihre aufserordentliche Festigkeit. Auch der Umstand, dafs sie sich nie verstopfen und Unreinigkeiten nur an ihrer äufseren Seite sich ansetzen und auf einfache und schnelle Weise von dort entfernt werden können, ist ein nicht zu unterschätzender Vorzug.
Vor allem aber verdient ihre Leistungsfähigkeit rühmend hervorgehoben zu werden.
Eine derartige kreisrunde Platte, welche einen Durchmesser von 310 mm hatte bei 21 mm Stärke, ergab bei einem Druck von ca. 2 Atmosphären pro Minute 10 1 Flüssigkeit , welche in jeder Hinsicht als vortrefflich filtrirt angesehen werden mufste. Bei geringerem Druck bis zu ]/4 Atmosphäre ist natürlich das quantitative Ergebnifs ein geringeres; dasselbe wird höher bei höherem Druck.
Um nun festzustellen, welche Platten, weil gesprungen, für den Gebrauch nicht geeignet sind, werden sämmtliche Platten einer vorherigen Druckprobe unterzogen. Zu diesem Zwecke wird jede derselben an der Peripherie an zwei sich centrisch gegenüberstehenden Punkten des Umfanges bis auf den Hauptkanal mit einem Loch versehen und in den in den Fig. 10 und 11 dargestellten Apparat gebracht.
Dieser Apparat besteht im wesentlichen aus einer Kammer A, welche durch den Deckel B luftdicht verschlossen werden kann. In diese Kammer münden die Leitungen C und C1, welche durch Gummidichtungen an die Filterplatte luftdicht angeschraubt werden. E ist ein Druckmesser, welcher den im Innern der Kammer A herrschenden Druck angiebt; D ist ein durch Hahn -D1 verschliefsbarer Trichter.
Nachdem die zu prüfende Platte festgeschraubt und hinreichend abgedichtet ist, wird durch den Trichter D eine trübe und unreine Flüssigkeit in die Kammer A gelassen, darauf der Hahn D1 geschlossen und durch die Leitung F Druck auf die zu reinigende Flüssigkeit gegeben. Dieselbe durchdringt die Filterplatte, gelangt durch die Kanäle in den Hauptkanal und von dort in die Leitungen C und C1.
Um den Druck, der im Innern der Filterplatte während des Filtrirens herrscht, messen zu können, dient der auf die Leitung C aufgeschraubte Druckmesser .Zi1. Mit der Leitung C ist dann das Schaugefäfs G und verschiedene Abzapf hähne verbunden, um das Filtrat jederzeit abnehmen und prüfen zu können. Aus der Leitung H kann die für Filtration bestimmte Flüssigkeit wieder abgelassen werden.
Durch den Prüfungsapparat können auch etwaige Verbrennungsrückstände des Gewebes aus der Filterplatte entfernt, auch kann derselbe als Filter gebraucht werden.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Verfahren zur Herstellung von Filterplatten, dadurch gekennzeichnet, dafs in eine aus dem Pulver von Koks oder Retortenkohle und den Bindemitteln Theer und Steinpech
    hergestellte formfähige Masse ein gitterförmiges Gewebe eingeformt wird, welches in der Mitte der herzustellenden Platte angeordnet ist, und dafs die so geformte Platte, von Kohlenstaub und Sand umschlossen, längere Zeit in einer Muffel geglüht wird, wodurch nach Verbrennen des Gewebes die entstandene feste Filterplatte in ihrem Innern von zusammenhängenden Kanälen durchzogen wird.
    2. Ein Apparat zur Prüfung der nach Anspruch i. hergestellten Platten, welcher auch als Filtrirapparat benutzt werden kann, dadurch gekennzeichnet, dafs in dem inneren Hauptkanal eine oder mehrere nach aufsen führende Oeffnungen angeordnet werden, zum Zwecke, durch einen äufseren Druck auf die Plattenoberfläche die Festigkeit und quantitative und qualitative Filtrirfähigkeit von aufsen nach innen zu prüfen, sowie die Reinigung der Platte durch Filtration von innen nach aufsen zu bewirken.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT55256D Verfahren zur Herstellung von Filterplatten Expired DE55256C (de)

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DE55256C true DE55256C (de) 1900-01-01

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