-
Einzellettern-Gieß- und -Setzmaschine mit mehreren die Matrizen in
Reihen auf der Mantelfläche bzw. einem Teil der Mantelfläche tragenden Drehkörpern
Die Erfindung betrifft Einzellettern-Gieß-und -Setzmaschinen, bei denen die Matrizensätze
jeweils in Reihen auf der Mantelfläche eines Drehkörpers angeordnet sind und bei
denen die jeweils gewünschte Matrize durch Längsverschieben und Drehen dieses Körpers
über der Gießform eingestellt wird.
-
Theoretisch ist bei derartigen Maschinen die Anzahl der Matrizensätze,
die verwendet werden können, unbegrenzt; aber bei den bisher bekannt gewordenen
Vorschlägen war durch die eng an die Maschine gebundene Anordnung der verwendeten
Matrizensätze bzw. ihrer Tragkörper ihre Zahl doch nur verhältnismäßig klein.
-
Da nun die Brauchbarkeit solcher Maschinen unmittelbar von der Geschwindigkeit
abhängt, mit der sie den Satz erzeugen, und da sich das Bedürfnis herausgestellt
hat, über eine möglichst große Anzahl von Matrizensätzen der verschiedensten Schriftgrößen,
Arten und Charaktere dauernd zu verfügen, d. h. diese vorrätigen verschiedenen Matrizensätze
mit einem möglichst geringen Zeitverlust in die Arbeitsstellung bringen zu können
(z. B. für den Inseratensatz), wurde gemäß der Erfindung der Matrizenträger derart
ausgebildet, daß er von der Maschine gelöst und in einem von dieser unabhängigen
Magazin untergebracht werden kann.
-
Erst durch diese Maßnahme ist es möglich, eine wirklich allen Anforderungen
gerecht werdende Anzahl verschiedener Matrizensätze vorrätig und gebrauchsbereit
zu halten.
-
Während früher, soweit praktisch überhaupt ein Auswechseln von Matrizensätzen
vorgenommen wurde, der Arbeiter immer eine große Zahl von Handgriffen zu machen
hatte und längere Zeit zum genauen Einstellen der Schriften benötigte, wird bei
der Erfindung die Auswechselbarkeit sehr vereinfacht, was einerseits ein exaktes
Auswechseln gewährleistet und andererseits auf Grund der besonderen Ausbildung der
einzelnen Elemente in kürzester Zeit geschehen kann.
-
Zu diesem Zwecke wurde an der Maschine an der sogenannten Arbeitswelle
ein Halter angebracht, an dem der jeweilige Träger eines Matrizensatzes befestigt
und somit mit der Arbeitswelle starr verbunden wird.
-
Nach dem Benutzen dieses Matrizensatzes, bzw. wenn ein Matrizensatz
einer anderen Schriftgröße, -art oder eines anderen Schriftcharakters gewünscht
wird, wird dieser mittels eines Matrizenträgerförderers, der die einzigste Verbindung
zu obenerwähntem Magazin darstellt, in dasselbe gebracht und dort gegen den gewünschten
anderen Matrizensatz ausgewechselt.
-
Das Magazin ist, wie bereits gesagt, von der Maschine baulich unabhängig,
in seiner Anordnung und Zahl der Aufnahmestellen aber nur den besonderen Bedürfnissen
angepaßt und völlig freizügig. Es kann z. B. ebensogut
als endlose
Kette u. a. m. gebaut werden wie als revolverartiger Drehkörper.
-
Der Förderer erhielt eine der Arbeitsachse der Maschine gleichachsige
Bahn und legt in dieser bei jedem Auswechseln den gleichen Weg zurück. Das Auswechseln
wird dadurch bewerkstelligt, daß der Förderer den jeweils auf der Maschine befindlichen
Matrizensatz, d. h. denjenigen, der an dem hierfür besonders vorgesehenen Halter
der Arbeitsachse befestigt ist, aufnimmt, in das Magazin bringt und nach Einstellen
des gewünschten Matrizensatzes in die Abnahmestelle ebenso den neuen Matrizensatz
aus dem Magazin entnimmt und wieder zu dem Halter der Arbeitsachse bringt und ihn
dort befestigt.
-
Die Abb. i bis i i stellen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dar.
Es zeigen: Abb. i und 2 die Gesamtanordnung der Magazine in einer z. T. geschnittenen
Seitenansicht und in einem Grundriß, Abb. 3 und 4 den Matrizenträgerhalter, den
Matrizenträger und den Wagen mit seinen Seitenteilen in vergrößertem Maßstabe, Abb.5
einen Schnitt nach der Linie A-A der Abb. 3, Abb. 6 einen Schnitt nach der Linie
B-B der Abb. 3, Abb. 6 einen Schnitt nach der Linie C-C der Abb. 3, Abb. 7 die Anordnung
der Magazine, Abb. 8 und g Einzelheiten in etwas größerem Maßstabe, Abb. io einen
Matrizenträger und Abb. i i eine beispielsweise Gesamtanordnung verschiedenartiger
Magazine im Grundriß.
-
Der Matrizenträgerhalter i ist mit den Zentri-erlöchern 2 versehen,
um ein genaues Einstellen des Halters i in die gewollte Lage bewerkstelligen zu
können. In diesem Halter i wird der Matrizenträger 3 in vorstehendem Falle von zylindrischer
Form aufgenommen. Dieser trägt eine -Anzahl Zentrierstifte 4 und die T-förmigen
Tragleisten 5 (Abb. 5). Der Matrizenträger 3 wird z. B. mittels des Kreuzes 6 und
der Zugstange 7 gegen den Matrizenträgerhalter i gepreßt und so mit demselben und
der Arbeitsachse der Maschine starr verbunden. Auf dem Matrizenträger 3 sitzen die
Matrizen 8, die durch Schraubenfedern, wie aus Abb. 3 und io ersichtlich, in ihrer
Lage festgehalten werden und durch Druck auf den hinteren Schaft gegen die Gießform
angepreßt werden können. Durch kleine U-förmige Keile, die nach dem Herunterdrücken
des Unterlagscheibchens, gegen das die Schraubenfeder drückt, herausgezogen werden
können, um ein leichtes Auswechseln zu erzielen, wird der Zusammenhang dieser einzelnen
Teile bewerkstelligt. Das als Klammer und Verschluß in vorstehendem Ausführungsbeispiel
verwendete Kreuz 6 enthält zwei Bohrungen g.
-
Zur Aufnahme des Matrizenträgers 3 dient ein Wagen oder Schlitten
io, der in seinem vorderen schaufelförmigen Teil Nuten besitzt, in welche die inneren
Seiten der Tragleisten 5 eingreifen können, wenn der Wagen, wie in Abb. i und 2
ersichtlich, auf den Matrizenträger 3 aufgeschoben wird. Der in dem Ausführungsbeispiel
vorgesehene Wagen läuft auf Rollen i i, die sich auf Schienen 12 bewegen. Derselbe
trägt einen Bügel 13, der mittels der Naben 14 in Spitzen gelenkig gelagert ist,
und eine Rolle 15, gegen die eine Nockenscheibe 16, die durch eine
Welle 17 mit dem Kurvenstück 18 verbunden ist, anliegt. Das Kurvenstück 18
trägt die beiden Stifte i g,# die in die Bohrung g des Kreuzes 6 bei dem Auffahren
des Wagens io eindringen. Bei dem Lösen des Kreuzes 6 bewegt sich die Zugstange
7 gegen den Wagen io und dreht sich dabei um 45'. Dadurch wird die Nockenscheibe
16 ebenfalls durch die Stifte ig gedreht, der Bügel 13 sinkt herab und verriegelt
den Matrizenträger 3 mit dem Wagen io, so daß derselbe, wenn sich der Wagen nach
rückwärts bewegt, von dem Halter i abgezogen wird. In den Hohlraum 2o des Wagens
wird, um das Gewicht des Matrizenträgers 3 auszugleichen, Bleischrot o. dgl. eingelegt.
Die Matrizenträger werden von dem Schlitten zu dem revolverartig ausgebauten Matrizenträgerlager
2 1 geführt, das um die waagerecht liegende Achse 3 i drehbar ist. Die Rollen 22
und 22@, die sich in jedem Matrizenlagerteil befinden, dienen dazu, um das Kurvenstück
i8 auf dem Wagen io zu steuern, um die Matrizenträger 3 je nach Bedarf durch den
Bügel 13 mit dein Wagen bzw. Schlitten zu verriegeln oder freizugeben. 23
sind Nuten in dem jeweiligen Magazinteil, in denen die äußeren Seiten der U-förmigen
Tragleisten 5 des Matr izenträgers 3 bei dem Einfahren des Wagens Aufnahme finden.
24 sind Verriegelungen an dem Matrizenlager, die sich an allen Matrizenlagerstellen
befinden; jede dieser Verriegelungen verriegelt gleichzeitig nach zwei Seiten. Diese
Verriegelungen werden mittels einer Welle 25 und eines Hebels 26, an dem sich die
Rollen 27 befinden, gesteuert. An dem anderen Ende des Hebels 26 befindet sich das
Hebelende 28, das durch Schraubenfedern 2g in seiner Mittellage festgehalten wird.
Kurvenleisten 3o, die sich auf dem Wagen io befinden, steuern diese Verriegelungen
derartig, daß sie bei dem Einfahren durch Offenstellung das Eindringen des Matrizenträgers
3 mit den Tragleisten ermöglichen und daß dieselben, sobald der Wagen nach hinten
(in Abb. i und 2 rechts) durchgetreten ist, den Magazinträger 3 in dem Magazin 2i
wieder abriegeln und so in demselben festhalten. Mehrere solcher revolverartig angeordneten
Magazine 21 können auf einem anderen Revolver, dessen Achse 32
senkrecht
steht, mittels der waagerechten Welle 31 angeordnet werden. Dieser Revolver 33 (Abb.
i i in verkleinertem Maßstab) dreht sich um die senkrechte Welle 32. Diese Revolveranordnung
erfolgt in bekannter Weise so, daß jeweils eine Achse 3i sich in der Normallage
befindet und daß jeweils ein Magazin des Revolvers 21 gleichachsig mit der Achse
des Wagens io sich in der Ruhestellung befindet.
-
Der Arbeitsvorgang bei dem Auswechseln des Schriftsatzes, der sich
jeweils auf einem Zylinder 3 befindet, ist nunmehr folgender: Der Wagen io wird
von seiner Ruhestellung aus nach vorn gesteuert, d. h. in Richtung gegen den Matrizenträgerhalter
i. Er tritt durch das Magazin 21, das leer ist, da der diesbezügliche Matrizensatz
3 sich bereits auf dein Halter i in der Maschine befindet, und nimmt mit seinen
notenförmigen Teilen die inneren Teile der Tragleisten 5 auf, wobei die Stifte 19
sich gegenüber den Bohrungen 9 des Kreuzes 6 befinden und bereits in diese etwas
hineinragen. In dieser Endstellung, wie sie aus Abb. 1, 2.3 und 4. ersichtlich
ist, bleibt der Wagen nunmehr stehen. Nunmehr muß das Kreuz 6 gelöst werden. Es
wird zu diesem Zwecke mittels der Welle ; gegen den Wagen io bewegt und gleichzeitig
um .I5° gedreht, wie dies Abb. io zeigt. Hierdurch wird es ermöglicht, daß das Kreuz
6 durch den kreuzförmigen Ausschnitt in dem Bodenteil des Matrizenträgers 3 bei
dem Abnehmen desselben von dem Halter i hindurchtreten kann. Hierbei gelangt der
Nocken der Nockenscheibe 16 in eine seitliche Lage so, daß der Bügel 13 heruntersinken
kann und den Zylinder 3 an den Tragleistenenden mit dem Wagen i o verbindet. Der
Wagen i o fährt nunmehr zurück. Sobald der Wagen io unter das Magazin 21 gerät und
der Zylinder sich ungefähr in der punktierten Stellung (siehe Abb. i und 2) in dem
Magazin 21 befindet, wird durch das Kurvenstück 18 und die hintere Rolle 22' der
Nocken 16 wieder umgesteuert, derart, daß der Bügel 13 hochgeht, so daß sich der
Wagen io weiter nach hinten (rechts) in die aus Abb. i und 2 ersichtliche punktierte
Stellung bewegen kann, wobei der Zylinder in dem Magazin 21 verbleibt. Um den Zylinder
in dem Magazin festzuhalten, ist, wie schon gesagt, der Verriegelungslappen24 vorgesehen
(siehe Abb. 8), der in den beiden Seitenwandungen des Magazins 21 die Nuten 23,
welche nunmehr den Zylinder 3 an den Tragleisten 5 tragen, verriegelt. Dies wird
dadurch bewirkt, daß dieser Verriegelungslappen 24 mittels der Welle -25 mit dem
Hebel 26 und den Laufrollen 27 (siehe Abb. 9) verbunden ist, die durch einen Hebelarm
28 und die Federn 29 in Verriegelungsstellung gehalten werden und die mittels der
Kurvenleisten 3o bei dem Durchfahren des Wagens io die Verriegelungslappen 24 auf
Offenstellung steuern.
-
Durch Drehen desTeilrevolvermagazins 2l, ev t1. auch des Gesamtrevolv
ermagazins 33, wird die gewünschte Schriftart und Größe bzw. der gewünschte Schriftcharakter
(Abb.i i ) alsdann vor den Wagen gebracht. Nunmehr wird der Wagen wieder nach vorwärts
bewegt, steuert mittels der vorderen Rolle 22, "der Rolle 27 an dem Hebel 26 und
den Kurvenleisten 3o die vorstehend beschriebenen Verriegelungen derart, daß der
Zylinder 3 wieder durch den Wagen i o herausgeführt wird, nachdem der Matrizenträger
3 auf den Wagen io aufgestreift ist und der Bügel 13 den Zylinder infolge der Wirkung
des Kurvenstückes 18 und der Rollen 22 mit dein Wagen io wieder fest verbunden hat.
Auch die Stifte ig müssen nun in ihrer Stellung zu dem Kreuz 6 wieder so stehen,
wie dies bei dem Herausnehmen des Satzes der Fall war. Der Wagen io bewegt sich
weiter vorwärts gegen den Halter i, bis der Matrizenträger 3 wieder in vollkommen
gleichachsiger Lage in den Halter i eintritt, indem er mittels der Zentrierstifte
1 und seines äußeren zylindrischen Mantelteiles und seines Bodens vollends in die
genaue richtige Lage im Halter i gebracht wird. Das Kreuz 6 wird mittels der Stange
7 nunmehr wieder um 45' zurückgedreht und dabei gegen den Boden des Matrizenträgers
3 gepreßt, wodurch die Verbindung zwischen dem Matrizenträger 3 und dem Halter i
hergestellt ist; alsdann geht der Wagen io wieder nach rückwärts, begibt sich in
seine Ruhestellung in das leere Magazin zurück, worauf mit dem neuen Satz weitergearbeitet
werden kann. Sobald es notwendig ist, einen anderen Matrizensatz aufzubringen, läßt
sich obiges Spiel beliebig oft wiederholen.