DE555860C - Verfahren zur Herstellung von Gegenstaenden aus Dispersionen von Kautschuk - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gegenstaenden aus Dispersionen von Kautschuk

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DE555860C
DE555860C DED60116D DED0060116D DE555860C DE 555860 C DE555860 C DE 555860C DE D60116 D DED60116 D DE D60116D DE D0060116 D DED0060116 D DE D0060116D DE 555860 C DE555860 C DE 555860C
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08JWORKING-UP; GENERAL PROCESSES OF COMPOUNDING; AFTER-TREATMENT NOT COVERED BY SUBCLASSES C08B, C08C, C08F, C08G or C08H
    • C08J5/00Manufacture of articles or shaped materials containing macromolecular substances
    • C08J5/02Direct processing of dispersions, e.g. latex, to articles
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Description

Die Erfindung betrifft Vervollkommnungen in der Herstellung von Gegenständen, die Kautschuk o. dgl. Material enthalten oder daraus bestehen. Gemäß der Erfindung werden aus wäßrigen Dispersionen der genannten Stoffe Niederschläge auf Abscheidungsflächen gebildet, nachdem die letzteren vorher mit einer koagulierend wirkenden Masse überzogen worden sind, die ein Koagulationsmittel für die genannten wäßrigen Dispersionen in Mischung mit Stoffen enthält, die in Gegenwart des Koagulationsmittels benetzende Eigenschaften haben.
Das vorhergehende Überziehen mit einer koagulierend wirkenden Masse bewirkt oder erleichtert bekanntlich das Koagulieren der nachträglich aufgebrachten Dispersionen. Gewünschtenfalls kann das Koagulieren der genannten Überzüge aus den genannten Dispersionen durch die Anwendung weiterer Koagulationsmittel, z. B. durch Eintauchen in verdünnte Essigsäure, unterstützt werden. Die Erfindung umschließt ferner die Herstellung von Gegenständen erheblicher Dicke durch abwechselndes Überziehen mit den genannten wäßrigen Dispersionen und einem Koagulationsmittel.
Sowohl die Koagulationsmasse als auch die wäßrigen Dispersionen können mittels irgendeiner oder mehrerer der bekannten Arbeitsweisen, wie Tauchen, Gießen, Streichen oder Spritzen, aufgetragen werden.
Die Anwendung von Koagulierungsmassen, die ein Koagulationsmittel für die genannten wäßrigen Dispersionen in Mischung mit Stoffen von benetzenden Eigenschaften in Gegenwart des Koagulationsmittels enthalten, verringert die Neigung eines Kautschukmilchüberzuges, von scharfkantigen oder runden Flächengebilden, z. B. den Kanten eines Formstücks für Tabakbeutel, abzutropfen. In solchen Fällen ferner, in denen die Außenfläche des Niederschlags nicht in Berührung mit irgendeinem äußeren Absetz- oder Koagulationsmittel kommt, bleibt der natürliche Glanzcharakter der Außenfläche des Flüssigkeitsniederschlages nach dem Festwerden erhalten.
Der durch die Erfindung erzielte Vorteil besteht darin, daß eine sehr gute Benetzung auf sehr einfache Weise erreicht wird. Man hat z. B. nicht nötig, Koagulationsmittel in Gas- oder Dampfform einwirken zu lassen und kann, wie gesagt, mit sehr einfachen Mitteln arbeiten. Die Stoffe, welche eine Benetzung in Gegenwart von Koagulationsmitteln hervorrufen, sind selbstverständlich nur in solchen Mengen zuzufügen, die unter einer gewissen Höchstmenge bleiben, die davon abhängt, welches Benetzungsmittel und
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welches besondere Koagulationsmittel verwendet wird. Denn andernfalls wird nicht eine gleichmäßige, bewegliche Flüssigkeit erhalten. Auch das Koagulationsmittel, das be-S nötigt wird, muß eine gleichförmige, bewegliche Flüssigkeit sein.
Zu den in Betracht kommenden Emulsionen oder Dispersionen gehören natürliche oder künstliche, auch konzentrierte und mit Zusatzstoffen versetzte wäßrige Dispersionen von Kautschuk oder ähnlichen Pflanzenharzen, wie Guttapercha oder Balata, mit oder ohne Zusatz wäßriger Dispersionen oder Emulsionen von kautschukähnlichen Stoffen, wie den sogenannten synthetischen und mineralischen Kautschukarten oder Kautschukersatzstoffen, wie Faktis, Kautschukregenerat, Kautschukabfall oder ölen, z. B. Rüb- oder Rapsöl oder Celluloseestern oder Proteinen, z. B. Casein.
Als Zusatzstoffe verwendet man ferner Vulkanisationsmittel und -beschleuniger, Färb- und Füllstoffe, z. B. Bleichton, Bariumsulfat, Lithopone, Lampenruß, Gasruß, Zinkoxyd oder auch zerkleinerten Hartkautschuk, Konservierungsmittel und Weichmacher.
Ferner lassen sich wäßrige Dispersionen von synthetischen Kautschukarten mit oder ohne irgendeinen oder mehrere der vorstehend erwähnten Behandlungsstoffe verwenden.
Für die Zwecke der Erfindung eignen sich als Koagulationsmittel Säuren, Salze zwei- und dreiwertiger Metalle sowie Reagenzien, die nur bei Erwärmung wirksam werden, wie \ z. B. Ammoniumpersulfat; als Benetzungsmittel (in Verbindung mit ihnen) Casein, Leim und Saponin. Die Abscheidungsflächen oder Formstücke können aus irgendeinem geeigneten Material, wie Glas, Metall, Porzellan, Ton oder Gewebe, bestehen und demgemäß porös oder nicht porös sein. Auch können Formstücke, die leicht durch das Koaguliermittel angegriffen werden, benutzt werden, wenn sie zuvor mit einem Schutzfilm versehen werden, der genügend undurchlässig für die reaktionsfähigen Flüssigkeiten ist. Zum Beispiel kann man eine Metallform in gewöhnliche alkalische Kautschukmilch oder noch besser in die tatsächlich zur Anwendung kommende Kautschukmilchmischung tauchen, die man gewünschtenfalls verdünnt. Der so erhaltene Überzug wird vor der Aufbringung der Koagulationsmasse getrocknet.
Gewünschtenfalls können die Formstücke von innen beheizt werden, z. B. indem man ein Heizmittel durch die Formen hindurchleitet, oder mittels elektrischer Heizung.
Bei Anwendung poröser Formstücke oder Formen kann man die Heizung auch dadurch bewirken, daß man durch die innenräume der Formen erhitzte Lösungen der genannten Koagulationsmassen zusammen mit den Benetzungsmitteln hindurchführt.
Ausführungsbeispiel
Eine essigsaure Caseinlösung mit guten Benetzungseigenschaften wird in folgender Zusammensetzung hergestellt:
Eisessig 20 Gewichtsteile,
Wasser 80
Casein 1 Gewichtsteil.
Ein glasiertes Porzellanformstück wird sodann in diese Lösung getaucht, herausgezogen, einige Sekunden abtropfen gelassen und dann in eine Kautschukmilchmischung getaucht, die z. B. 60% insgesamt Feststoffe enthält und folgende Zusammensetzung hat:
Kautschuk ... 89,2 Gewichtsteile,
Schwefel 2,5
Beschleuniger .0,3
Zinkoxyd .... 2,0.
Mineralöl 5,0
Farbstoff .... i,o Gewichtsteil.
Das eingetauchte Formstück läßt man in der Mischung 5 bis 20 Minuten, je nach der gewünschten Niederschlagsdicke. Sodann zieht man das Formstück heraus, dreht es um und läßt es stehen. Innerhalb 30 bis 60 Sekünden nach der Herausnahme tritt durchgehende Verfestigung des Niederschlages ein, worauf derselbe in bekannter Weise getrocknet und vulkanisiert werden kann.
Die vorliegende Erfindung hat sich als anwendbar erwiesen bei der Herstellung von Kautschukgegenständen mäßiger oder stärkerer Dicke, wie ζ. Β Tabakbeutel, Handschuhe mit oder ohne Tuchfutter, Kautschuktücher, gewebeverstärkte Kautschukartikel, kautschuktierte Gewebewaren und Kautschukfußbekleidungen.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Kautschukgegenständen aus den wäßrigen Dispersionen von Kautschuksubstanzen mittels Abscheidungsflächen, die mit einer koagulierend wirkenden beweglichen Flüssigkeit überzogen sind, dadurch ge- no kennzeichnet, daß die koagulierend wirkende Flüssigkeit Stoffe enthält, die in Gegenwart des Koagulationsmittels benetzende Eigenschaften besitzen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Benetzungsmittel Casein, Leim oder Saponin verwendet werden.
DED60116D 1930-04-22 1931-01-14 Verfahren zur Herstellung von Gegenstaenden aus Dispersionen von Kautschuk Expired DE555860C (de)

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GB12341/30A GB353895A (en) 1930-04-22 1930-04-22 Improvements in or relating to the manufacture of articles of rubber or similar material

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