DE555977C - Verfahren und Vorrichtung zum Nachbehandeln von Kunstseidenspinnkuchen - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Nachbehandeln von Kunstseidenspinnkuchen

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DE555977C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01DMECHANICAL METHODS OR APPARATUS IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS
    • D01D10/00Physical treatment of artificial filaments or the like during manufacture, i.e. during a continuous production process before the filaments have been collected
    • D01D10/04Supporting filaments or the like during their treatment
    • D01D10/0418Supporting filaments or the like during their treatment as cakes or similar coreless thread packages

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Spinning Methods And Devices For Manufacturing Artificial Fibers (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zum Nachbehandeln von Kunstseidenspinnkuchen Es sind bereits Verfahren zum Nachbehandeln von Kunstseidznspinnkuchen bekannt, bei denen die Spinnkuchen auf waagerechten Stäben nebeneinander aufgehängt und so der Nachbehandlungsflüssigkeit dargeboten werden, die aus über den Stäben befindlichen Brausen auf die Spinnkuchen herabrieselt. In die Spinnkuchen eingelegte, zum Beschweren dienende Stäbchen o. dgl. sollen die Spinnkuchenlagen auseinanderhalten. Dieses Verfahren hat den Nachteil, daß im wesentlichen nur die etwa lotrechten, unter der Brause befindlichen Oberflächenteile der Kuchen berieselt werden. Eine durch und durch gleichmäßige Behandlung der Kuchen mit der Flüssigkeit läßt sich auf diese Weise nicht erreichen, auch nicht durch Drehen der Stäbe, weil die meist kurze Strähnlänge, aber sehr große Wicklungshöhe besitzenden Kunstseidensträhne so schwer und steif sind, daß sie durch Drehen der Aufhängestäbe nicht wesentlich von der Stelle gerückt werden können, insbesondere dann nicht, wenn sie von weiteren Stäben beschwert und nicht unterbunden sind.
  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Nachbehandeln von Kunstseidenspinnkuchen. Das erfindungsgemäße Verfahren besteht darin, daß die Spinnkuchen auf Brettchen aufgereiht und plattgedrückt dicht aneinandergepackt mit Flüssigkeit behandelt werden, so daß die Innenseiten der Kuchen voneinander getrennt gehalten und die von der Behandlungsflüssigkeit durchströmten Kanäle zwischen den Brettchen von den Spinnkuchen ausgefüllt werden. Die zur Ausführung dieses Verfahrens dienende Vorrichtung kennzeichnet sich dadurch, daß die Brettchen durch lösbar miteinander verbundene abnehmbare Seitenwände umschlossen werden, die den Behälter für die Flüssigkeit bilden.
  • Durch die Erfindung wird erreicht, daß die besonders empfindlichen Innenseiten der Spinn= kuchen vor gegenseitiger Berührung und infolgedessen vor Verfitzung und mechanischer Beschädigung geschützt sind. Ferner werden die Spinnkuchen vollständig von der Behandlungsflüssigkeit umspült, die sich über alle Spinnkuchen gleichmäßig Zerteilt, so daß die Spinnkuchen an allen Stellen gleichmäßig behandelt werden.
  • Wird die zur Ausführung des Verfahrens dienende Vorrichtung gemäß der Erfindung gestaltet, so erhält man ein block- bzw. trogartiges Gebilde, das durch die Spinnkuchen einerseits, durch die Nachbehandlungsflüssigkeit andererseits ausgefüllt ist und in dem sich die Flüssigkeit beim Durchfluß durch die Kanäle so staut, daß man oberhalb der Spinnkuchen eine Flüssigkeitsscheibe erhalten kann. In diesem Falle sind die Spinnkuchen vollständig in die Behandlungsflüssigkeit eingetaucht. Dabei werden die Spinnkuchen nicht gepreßt, sondern luftig gepackt.
  • Beim Färben von Strähngarn ist es bereits bekannt, eine in wechselnder Richtung kreisende Flotte zu benutzen und die auf je zwei Garnstäbe ungespannt aufgehängten Garnsträhne durch dichtes Aneinanderschieben der Stäbe zu einem Block zu vereinigen, so daß sich die Strähne durch den Wechsel in der Laufrichtung der Flotte abwechselnd verschieben und ihre Auflagestellen von den Stäben frei werden. Hierdurch kann die Flotte an den frei werdenden Auflagestellen an die Strähne gelangen und diese gleichmäßig färben. Vorrichtungen zur Ausführung dieses Verfahrens hat man bereits in der Weise ausgebildet, daß sich der Behandlungsflüssigkeitsbehälter nach unten verjüngt und die unteren Teile der frei hängenden Strähne aneinanderrückt bzw. zu einem Block vereinigt, der sich entsprechend der Flottenlaufrichtung hebt und senkt. Ein derartiges Heben und Senken ist im vorliegenden Falle nicht beabsichtigt und auch nicht erforderlich. Ferner sind Blechgefäße für Leinengarn in Strähnform bekannt, bei welchen in ein äußeres Gefäß ein Einsatzgefäß eingesetzt wird, das eine abnehmbare Wand und einen durchlöcherten Boden und einen Deckel besitzt. In dieses Gefäß wird zunächst das Garn eingelegt und dann das in das äußere Gefäß eingesetzte innere Gefäß um 9o° gedreht, so daß das Garn senkrecht im Behälter steht.
  • Die zarte, sehr empfindliche Kunstseide kann im Stadium der Nachbehandlung keineswegs solchen kräftigen Beanspruchungen unterworfen werden, wie sie bei diesen- Anordnungen zum Färben und Bleichen von Garnen auftreten. Es würde vielmehr sehr schnell ein Verfitzen und Schadhaftwerden der feuchten Fäden eintreten. Insbesondere wird bei den vorbekannten Vorrichtungen zur Behandlung von Garnen nicht vermieden, daß sich die einzelnen Garnlagen berühren. Außerdem müssen die Garnsträhne mit der Hand eingelegt bzw. herausgenommen werden. Demgegenüber können bei der erfindungsgemäßen Nachbehandlung die Spinnkuchen auf den Brettchen hängen, aus der Wand herausgenommen und an andere Stelle gebracht werden, ohne daß es erforderlich ist, die Spinnkuchen mit der Hand zu berühren.
  • Das Verfahren und die Vorrichtung sind in einem Ausführungsbeispiel nachstehend erläutert. Es zeigt Abb. i und 2 ein als Garnträger dienendes Brettchen in Seitenansicht und Stirnansicht; Abb. 3 und 4 ein Brettchen, auf dem Spinnkuchen aufgehängt sind, in Seitenansicht und Stirnansicht, Abb.5 und 6 sechs aneinandergereihte, behangene Brettchen in Stirnansicht und Draufsicht, Abb. 7 eine Draufsicht auf die mit Garnträgern behandelten Brettchen und die noch nicht miteinander vereinigten Brettchen-%vände, welche die Brettchen umschließen und gleichzeitig zur Legung der Brettchen benutzt werden, Abb. 8 die in Abb. 7 dargestellten Teile zur Vorrichtung zusammengesetzt, und zwar in Draufsicht, Abb. 9 die in Abb. 8 dargestellte Vorrichtung in Stirnansicht, in Richtung des Pfeiles in Abb. 8, Abb. io und i i einen Längs- bzw. Querschnitt durch die in Betrieb befindliche Vorrichtung.
  • Die einzelnen der Spinnzentrifuge entnommenen Spinnkuchen i "verden auf Brettchen 2 aufgehängt, und zwar z. B. je sechs Spinnkuchen nebeneinander auf einem Brettchen. Auf dem Brettchen werden sie flach zusammengedrückt. Es wird dann zunächst eine Längsseitenwand 3 genommen, und auf diese werden mehrere Brettchen 2 zusammen mit den auf ihnen befindlichen Spinnkuchen aufgestapelt, beispielsweise sechs Brettchen. Es werden dann Stirnwände 4 angesetzt, die mit Schlitzen 5 versehen sind, mit denen sie über die Brettchenenden geschoben werden. Dadurch entsteht der in Abb.8 dargestellte Trog, dessen Stirn- und Längsseitenwände durch Stiftschrauben 6 mit Flügelmuttern 7 zusammengehalten werden. Die Abb. io zeigt dieBenutzungdieserVorrichtung. DieVorrichtung wird unter eine Brause 8 gebracht, deren auf die Vorrichtung herabströmende Flüssigkeit sich über die senkrecht stehenden Brettchen verteilt und in den zwischen diesen bestehenden, von den Spinnkuchen ausgefüllten Kanälen herabströmt, und dabei die Spinnkuchen gleichmäßig umspült und behandelt. Die Flüssigkeit wird in einem Becken 9 aufgefangen und abgeleitet.
  • Aus dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist ersichtlich, daß sich die inneren Fadenschichten nicht verfitzen können, daß durch das Aneinanderreihen der Brettchen zu einem mit Seitenwänden zu umgebenden Block die Wicklungen gegen Zerstörungen geschützt sind und daß sich schließlich über den Spinnkuchen eine Wasserschicht bilden kann, die für gleichmäßige Verteilung der Nachbehandlungsflüssigkeit Sorge trägt. Der Block wird fast luftig zusammengesetzt, da die Seide durch die Berührung mit der Flotte aufquillt und selbst dichtet. Die Seitenwände bestehen zweckmäßig aus säurefestem Stahl.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Nachbehandeln von Kunstseidenspinnkuchen, dadurch gekennzeichnet, daß die Spinnkuchen auf Brett-, chen aufgereiht und plattgedrückt dicht aneinandergepackt mit Flüssigkeit behandelt werden, so daß die Innenseiten der Kuchen voneinander getrennt gehalten und die von der Behandlungsflüssigkeit durchströmten Kanäle zwischen den Brettchen von den Spinnkuchen ausgefüllt werden. a. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die brettchenförmigen Garnträger durch lösbar miteinander verbundene abnehmbare Seitenwände umschlossen werden, welche den Behälter für das Bad bilden. BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREI
DE1930555977D 1930-04-27 1930-04-27 Verfahren und Vorrichtung zum Nachbehandeln von Kunstseidenspinnkuchen Expired DE555977C (de)

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