DE556351C - Fluessigkeitswechselgetriebe bzw. -kupplung nach Art der Foettinger-Getriebe - Google Patents
Fluessigkeitswechselgetriebe bzw. -kupplung nach Art der Foettinger-GetriebeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Flüssigkeitswechselgetriebe bzw. -kupplung bzw. -bremse
nach Art der Föttinger-Getriebe, das aus einem treibenden und einem getriebenen Teil
besteht, zwischen denen ein Flüssigkeitskreislauf aufrechterhalten wird, und das einen zum
Überführen von Flüssigkeit dienenden Fänger innerhalb eines umlaufenden Teiles des Getriebes
aufweist, wobei der Fänger dazu dient, die Flüssigkeit aus dem Kreislauf des Getriebes zu entfernen, und zwar unter Ausnutzung
der Bewegungsenergie der Flüssigkeit.
Bei einer bekannten Gattung von Flüssigkeitsgetrieben
ist ein Fänger vorgesehen, der aus einem oder mehreren ortsfesten, in dem FJüssigkeitskreislauf liegenden und in eine
Stelle hohen Drucks in dem Kreislauf mündenden Rohren besteht. Dabei wird die Flüssigkeit aus dem' Kreislauf durch einen
Kanal in einer ortsfesten, die treibende Welle umgebenden Muffe hinausbefördert. Dann
wird die Flüssigkeit in einen Kühler geleitet, aus dem sie durch einen zweiten Kanal derselben
Muffe zurückkehrt, der in eine Stelle geringen Drucks im Flüssigkeitskreislauf nahe der Achse mündet.
Bei derartigen Getrieben bringt das Vorhandensein des oder der ortsfesten Fänger in
dem Kreislauf unerwünschte Flüssigkeitsreibung mit sich, so daß der Wirkungsgrad
des Getriebes gemindert wird.
Ferner sind Flüssigkeitsgetriebe mit zwei Kreisläufen bekannt, deren einer der Energieübertagung
dient, während der andere einen Hilfskreislauf zum Kühlen der Flüssigkeit
darstellt. Die Fänger laufen mit dem treibenden Teil um und überführen kalte Flüssigkeit
aus dem Kühlkreis in den Arbeitskreis.
Fänger dieser Art sind also bisher lediglich dazu angewendet worden, einen Flüssigkeitsumlauf
zwischen dem Arbeitskreislauf des ■ Getriebes und einer Kühlvorrichtung aufrechtzuerhalten,
nicht dagegen zu dem Zweck, die Menge der in dem Flüssigkeitskreislauf enthaltenen Flüssigkeit zu regeln, die vielmehr
bei den älteren Anordnungen unverändert bleibt.
Ein Zweck der Erfindung ist, bei solchen Getrieben oder Bremsen eine Verbesserung
im Füllen und Entleeren des Flüssigkeitskreislaufes in beliebigem Maße zu schaffen.
Erfindungsgemäß ist ein Fänger vorgesehen, gegenüber dem beide Getriebeteile
drehbar sind und der in einer mit dem treibenden oder getriebenen Teil umlaufenden,
von dem Flüssigkeitskreislauf getrennten, jedoch mit ihm in Verbindung stehenden Abführkammer
angeordnet ist. Der Fänger ist also derart angebracht, daß er keine unerwünschte
Flüssigkeitsreibung verursacht und dadurch den Wirkungsgrad des Getriebes
vermindert. Vorzugsweise trifft man die Einrichtung so, daß der Fänger jeden gewünschten
Füllungsgrad des Flüssigkeitskreislaufs von voller Füllung bis zu vollständiger Entleerung
aufrechtzuerhalten gestattet.
Ferner kann auch neben der die Flüssigkeit enthaltenden Arbeitskammer eine mit dem
treibenden oder dem getriebenen Teil umlaufende Vorratskammer angeordnet werden,
wobei beide Kammern Fänger erhalten, welche die Flüssigkeit aus der einen dieser
Kammern nach der andern überführen.
Auf der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise veranschaulicht; es sind
Fig. ι Schnitt durch ein Föttinger-Getriebe, das mit dem Fänger gemäß der Erfindung
*5 ausgerüstet ist,
Fig. 2 Endansicht des Gehäuses mit dem Flüssigkeitsfänger,
Fig. 3 und 4 schematische Darstellungen der Gesamtanordnung,
Fig. 5 Teilschnitt durch eine andere Ausführungsform der Erfindung,
Fig. 6 Teilschnitt zu Fig. 5, Fig. 7 Halbschnitt durch eine noch andere Ausführungsform.
. 35 · Auf einer Motor- oder sonstigen Antriebswelle ι (Fig. ι und 2) ist eine Muffe 2 festgekeilt,
an welche der treibende Teil 3 der Kupplung angeschraubt ist. An dem treibenden Teil sitzt ein Innengehäuse 5 und ein
Außengehäuse 6, die beide mit der Welle 1 umlaufen. Die Schrauben, welche die Teile
zusammenhalten, sieht man nicht. Das getriebene Rad 7 des Getriebes ist durch Bolzen
und Muttern 8 am Flansch einer auf die getriebene Welle 10 gekeilten Muffe 9 befestigt.
Der Raum 11 zwischen den Gehäusen 5 und 6 sei als Abführkammer bezeichnet; in
ihr liegt ein feststehendes Schöpf rohr 12, durch das Flüssigkeit aus dem Getriebe entnommen
werden kann. Das Rohr 12 sitzt an einer feststehenden, die Muffe 9 umgebenden
und an der Endkappe 14 festgeschraubten Muffe 13 und mündet unten in einen oder
mehrere Durchlässe 15 in der Muffe 13, die sich am Außenende der Muffe in einen an der
Muffe befestigten Auslaßstutzen 16 fortsetzen.
Gegenüber den Bohrungen 15 ist in die Muffe 13 ein Kanal 17 geschnitten, der am Außenende
mit einem Einlaßstutzen 18 an der Muffe Verbindung hat, während er am inneren Ende
in eine Anzahl von Kanälen 19 mündet, die eine Verbindung zwischen dem Einlaßstutzen
18 und der Arbeitskammer des Getriebes schaffen. Zwischen dem Außenende der
Muffe 9 und der Endkappe 14 sitzt ein Druckring 20, der zusammen mit der Muffe 9 gegenüber
der ortsfesten Kappe 14 umläuft und eine Dichtung bildet. Auch zwischen der
Innenkante des Außengehäuses 6 und der Muffe 13 sitzt als Dichtung eine Druckscheibe
21. Eine Schraubenfeder 22 zwischen den Innenenden der Wellen 1 und 10 hält unter
Zwischenschaltung einer Scheibe 23 und einer Kugel 24 die Druckringe auch dann dicht,
wenn es an Flüssigkeitsdruck zum Spreizen des treibenden Teiles und des getriebenen
Rades fehlt, d. h. wenn das Getriebe steht. Ein oder mehrere Durchlässe 35 verbinden
die Abführkammer 11 mit der Arbeitskammer; die Durchlässe können verstellbar
sein, beispielsweise durch ein Ventil 36.
Eine Antriebsmaschine 25, z. B. ein Elektromotor (Fig. 3), ist durch ein Flüssigkeitsgetriebe
27 gemäß der Erfindung mit der angetriebenen Maschine 26 gekuppelt. Das Schöpf rohr 12 steht durch ein Auslaßrohr 28
mit einem. Druckbehälter 29 in Verbindung, der zum Anlassen durch eine Handpumpe 29
o. dgl. aufzupumpen ist, während im weiteren Verlauf der Druck von selbst auf einem von go
den Umständen abhängigen Wert gehalten wird. Im Rohr 28 kann ein Rückschlagventil
30 sitzen, und das untere Rohrende mag bis unter den Flüssigkeitsspiegel im Behälter 29
reichen, so daß das Getriebe im Stillstand vermöge des Höhenunterschiedes der Flüssigkeit
leichter zu entleeren ist. Der Behälter 29 ist mit einer Leitung 31 zum Speisen des Getriebes
ausgerüstet. Die Leitung führt zum Einlaßstutzen 18 des Getriebes (Fig. 1) und
enthält das zur Regelung der Geschwindigkeit dienende Ventil 32, das im Bedarfsfalle
getrennt von der Maschinenanlage liegen kann. Ein Druckminderventil mag außerdem
in der Speiseleitung 31 liegen, um am Steuerventil 32 einen gleichbleibenden Druck aufrechtzuerhalten,
oder es kann auch der Behälter selbst mit einem' Luftabblaseventil 33A
ausgestattet sein, das zu dem gleichen Zweck auf passenden Druck eingestellt ist. Ein Auslaßventil
34, das sich vermöge einer Feder oder der Schwerkraft öffnet, dient zum Ablassen
des Druckes im Behälter, wenn die Maschine stillgesetzt wird. Geschlossen wird das Ventil beim Anlassen, z. B. durch einen
Elektromagneten im Stromkreis des Motors 25, oder durch den Druck im Auslaßrohr 28.
Die Wirkungsweise ist folgende (Fig. 1 und 3):
Läuft der treibende Teil 3 um, so strömt Flüssigkeit ständig mit bestimmter Geschwindigkeit
aus der Arbeitskammer zwi-
sehen treibendem Teil und getriebenem Rad durch die Öffnungen 35 nach der Abführkammer
11 und wird infolge des Anprallens gegen das offene Ende des Schöpfrohrs 12
durch das Rohr 28 in den Behälter 29 ausgeworfen. Dieser geringe Flüssigkeitsabgang
aus dem Getriebe wird beständig durch das Speiserohr 31 ersetzt. Läuft z.B. der treibende
Teil mit voller ■ Geschwindigkeit bei ganz gefüllter Arbeitskammer, so hat sich
die abgehende Menge entsprechend dem Fliehkraftdruck und der wirksamen Fläche der
Öffnungen 35 in einem bestimmten Falle zu nur etwa 40 Liter je Minute ergeben. Solange
das Steuerventil 32 weit offen bleibt, wird dieser \rerlust ständig ausgeglichen, so
daß die Arbeitskammer gefüllt bleibt. Angenommen nun, das Steuerventil werde teilweise
geschlossen, so daß die Zulaufgeschwindigkeit beispielsweise 30 Liter je Minute beträgt,
so wird sich die Arbeitskammer zu entleeren beginnen, und die Geschwindigkeit der
getriebenen Welle fällt wegen des vermehrten Schlupfes zwischen dem treibenden Teil 3 und
dem getriebenen Rad 7. Wird die Arbeitskammer leerer, so fällt der Fliehkraftdruck
an den Öffnungen 35 mit dem Ergebnis, daß die Abgabe nach der Abführkammer hin geringer
wird. Rasch ist ein Punkt erreicht, wo der Abgang dem Zugang gleichkommt, nämlich
in dem gewählten Beispiel 30 Liter je Minute beträgt. Es ist nun der Beharrungszustand
bei der geringeren, dem Füllgrad der Arbeitskammer und der übertragenen Belastung
entsprechenden Geschwindigkeit erreicht.
Kommt es darauf an, daß die Geschwindigkeit bei Änderung der Steuerventileinstellung
rasch mitgeht, so müssen die Öffnungen 35 einen verhältnismäßig großen Querschnitt
haben, während sie in anderen Fällen, wo ein Nachhinken von z. B. 30 Sekunden nichts
ausmacht, klein sein können.
Zu erwähnen ist, daß das Schöpfrohr zusammen mit dem Öl oder der sonstigen Flüssigkeit
auch eine gewisse Menge Luft fängt und in den Behälter leitet mit dem nützlichen
Ergebnis, daß die mitgeführte Luft den Druck über dem Flüssigkeitsspiegel im Behälter
aufrechterhält. Es hat sich als möglich erwiesen, die Mitführung von Luft dadurch
ganz beträchtlich zu verstärken, daß man die Innenfläche des Gehäuses 6 in der Nähe des
offenen Endes des Schöpf rohrs 12 mit passend entworfenen Schaufeln oder mit eingekerbten
Kanälen versieht, so daß die Flüssigkeits- und Luftmengen in rascher Folge
gegen das offene Rohrende treffen.
Der Druck, der in dem Ablaßrohr entsteht, hat sich als ausreichend für alle normalen
Anforderungen erwiesen, und da der Arbeitsdruck im Behälter tatsächlich sehr gering ist,
beispielsweise 0,25 at, so ist die Arbeit zur Überwindung des Widerstandes, den die Flüssigkeit
an der Spitze des Schöpfrohrs findet, durchaus zu vernachlässigen.
HilfsÖffnungen oder Ventile im Kuppelgehäuse können dazu dienen, die Verdrängung
der Luft beim Füllen zu unterstützen; dargestellt sind sie nicht.
Da die Geschwindigkeitsreglung auf Änderung des Schlupfes beruht, ist eine Geschwindigkeitsminderung
offenbar mit einem Sinken des Wirkungsgrades verknüpft, so daß sich die Flüssigkeit erhitzt.
Die 'Kühlwirkung vermöge der Drehung des treibenden Teiles in Berührung mit der
Außenluft hat sich für die meisten Verhältnisse als ausreichend erwiesen, doch kann
man sie noch durch zusätzliche Kühlschaufeln steigern. Soll längere Zeit mit hoher Belastung
und großem Schlupf gearbeitet werden, so kann das Getriebe in ein spritzdichtes Gehäuse eingeschlossen und mit Wasser gekühlt
werden.
Unter gewissen Umständen kann die getriebene Welle mit dem das innere Gehäuse 5
und das^äußere 6 tragenden Teil verbunden sein, die treibende Welle dann mit dem
anderen.
Bei der abweichenden Ausführungsform nach Fig. 4 findet sich ein unter Ausnutzung
der Schwerkraft arbeitender Behälter 37. Das Auslaßrohr 28 mündet in den Behälter 37 von
oben, während das Speiserohr 31 mit seiner Mündung normalerweise im Flüssigkeitsspiegel,
etwa in halber Behälterhöhe, liegt. Im Behälter hängt ein Gewicht 38, dessen Höhenlage
durch einen Hebel 39 einstellbar ist. Hebt man das Gewicht 38, indem man den Hebel 39 nach unten legt, so wird der Flüssigkeitsspiegel
im Behälter bis unter die Mündung von Rohr 31 sinken, so daß der Zufluß
nach dem Getriebe abgeschnitten wird, während der Auslaß durch Rohr 28 fortdauert,-so
daß sich die Kupplung entleert, der Tank aber füllt, bis die Flüssigkeit von neuem das Rohr 31 überflutet und in das Getriebe
zurückfließt, so daß die Förderung den Verlust erreicht und kein weiteres Sinken der
Geschwindigkeit des getriebenen Rades stattfindet. Ein ähnliches Ergebnis könnte man
durch Heben und Senken des Endes von Rohr 31 erreichen, statt durch Lageänderung
des Stellgewichts 38.
■Bei der in Fig. 5 ziemlich schematisch dargestellten
Ausführungsform der Erfindung ist das Gehäuse 6 mit der treibenden Welle r : verbunden. Der treibende Teil 3 ist mit einem
Flansch 40 versehen, mit dem er an die Flansehen 41 des Gehäuses 6 angeschraubt ist. Der
Teil 42, der eine Vorratskammer bildet, ist
gleichfalls am treibenden Teil 3 befestigt, während das getriebene Rad 7 auf der getriebenen
Welle 10 sitzt. In dem Raum 11 zwischen
dem getriebenen Teil 3 und dem Gehäuse 6 befindet sich ein zur Überführung von
Flüssigkeit dienender Körper 43, an dem eine Muffe 44 in Längsführungen zu gleiten vermag.
Die Muffe 44, die sich auf der getriebenen Welle 10 frei drehen kann, ist mit
einem Flansch 45 versehen, während ihr inneres Ende gegen einen Abschlußkolben 46
anliegt, der durch eine Feder 47 nach rechts gedrängt wird. Die Teile 44, 46, 47 und 42
laufen mit dem treibenden Teil 3, dem Gehäuse 6 und der Treibwelle 1 um. Gewöhnlich
steht der treibende Teil mit dem Vorratsraum 42 durch öffnungen 48 in Verbindung.
Bewegt man aber den Kolben 46 nach links, indem man den Fußhebel 49 niederdrückt,
so kann man die Öffnungen 48 schließen. Fig. 6 stellt schematisch den zum Überführen
der Flüssigkeit dienenden Körper 43 dar. Dieser Körper ist mit gekrümmten Schaufeln 50 versehen, deren Anzahl und
Krümmung entsprechend den Anforderungen in weiten Grenzen verschieden sein können.
Die Anordnung wirkt folgendermaßen: Läuft die Maschine an, wenn die Räume
außerhalb der Vorratskammer 42 mit Öl voll gefüllt sind, so wird Energie mit kleinstem
Schlupf von der Treibwelle 1 durch das Flüssigkeitsgetriebe zwischen dem treibenden
Teil 3 und dem getriebenen Rade 7 auf die getriebene Welle 10 übertragen. Flüssigkeit,
die etwa in die Kammer 42 zu gelangen sucht, wird durch die Öffnungen 48 nach außen geschleudert.
Der zum Überführen dienende Körper 43 wird unter der Wirkung der Flüssigkeit im Raum 11 in Richtung des Pfeiles
(Fig. 6) mit dem treibenden Teil 3 mit herumgenommen. Will man auskuppeln, so tritt
man auf den Fußhebel 49 und bringt dadurch die kegelige Außenfläche des Flansches 45 in
Eingriff mit dem ortsfesten Kranz 51. Dadurch gelangt der Körper 43, der mit der
Muffe 44 durch Längsführungen in Verbindung steht, zum Stillstand, die Flüssigkeit im
Raum 11 trifft in Richtung des Pfeiles der
Abb. 6 auf die Schaufeln 50 des Körpers 43 und wird durch die Öffnungen 52 des treibenden
Teiles in die Kammer 42 gedrückt. Beim Niedertreten des Fußhebels 49 ist zugleich .
auch der Kolben 46 nach links gegangen, um die Öffnungen 48 zu schließen. Die in den
Behälter 42 gedrückte Flüssigkeit vermag daher nicht zu entweichen. Die Flüssigkeit
in der Arbeitskammer zwischen den Teilen 3 und 7 gelangt gleichfalls durch die Öffnungen
in den Raum 11 und wird durch die feststehenden Schaufeln des Körpers 43 in den
Behälter 42 gedrückt, bis die gesamte Flüssigkeit hier hineingelangt ist. Durch leichteren
Druck auf den Fußhebel 49 kann der Füllgrad der Arbeitskammer und daher der Schlupf nach Wunsch höher oder geringer abgestuft
werden.
Wird der Fußhebel losgelassen, so wird die Flüssigkeit von der Fliehkraft durch die öffnungen
48 in die Arbeitskammer gedrückt, und der Körper 43 kann wieder mit dem treibenden
Teil umlaufen. Der Schlupf sinkt dabei wieder auf seinen ursprünglichen geringen
Wert.
Bei einer anderen Ausführungsform nach den Grundsätzen der Fig. 5 können der KoI-ben.46
und die öffnungen 48 fehlen und die Einlaßfläche 52 den vollen Durchmesser der
Vorratskammer 42 erhalten. Dann wirkt ein Niederdrücken des Fußhebels 49 dahin, den
umlaufenden Körper 43 stillzusetzen, wie schon beschrieben, mit dem Ergebnis, daß
Flüssigkeit in die Vorratskammer 42 überführt und hier so lange festgehalten wird,
wie der Körper 43 stillsteht, und zwar dadurch, daß weitere aus der Kammer 11 abgezogene
Flüssigkeit nachdrängt. Gibt man jetzt den Körper 43 frei, so kann die Flüssigkeit
in der Vorratskammer über die Kammer 11 und die Öffnungen 53 wieder in die Arbeitskammer
zurückkehren. Da gemäß Fig. S die Arbeitskammer um die Vorratskammer
herumliegt, ist der Durchmesser beträchtlich, so daß man zur Verminderung der Außenabmessungen
eine Flüssigkeit von großer Dichte, ζ. Β Quecksilber, vorziehen wird.
Bei der in Fig. 7 schematisch dargestellten Ausführungsform ist in dem Raum 11 zwischen
dem angetriebenen Rade 7 und dem Gehäuse 6 ein zum Überführen der Flüssigkeit dienender, mit Schaufeln ähnlich Fig. 6 versehener
Körper 43 angeordnet. Eine Vorratskammer 54 ist am Gehäuse 6 befestigt und
enthält einen zweiten, zum Überführen dienenden Körper 55, der gleichfalls mit Schaufeln
versehen ist. Der Körper 43 sitzt auf einer um Welle 10 drehbaren Muffe 58, während
der Körper 55 auf einer ihrerseits um Muffe 58 drehbaren anderen Muffe 59 befestigt
ist. Die Muffe 58 weist am Außenende einen Flansch oder eine Scheibe 56 auf, die Muffe 59 in ähnlicher Weise eine Scheibe
57. Beide Scheiben 56 und 57 können unabhängig voneinander gebremst werden.
Angenommen, Welle 1 treibe über das Flüssigkeitsgetriebe zwischen dem treibenden
Teil 3 und dem getriebenen Rade 7 die Welle 10, und die Arbeitskammer des Getriebes sei
voll mit Flüssigkeit gefüllt, dann bleibt die Arbeitskammer voll, solange die Körper 43
und 55 mit der Welle 10 zusammen umlaufen. Will man sie nun leeren, so wird die Scheibe
56 gebremst und so die Drehung des Körpers
43 ganz oder teilweise gehemmt. Die Flüssigkeit im Raum 11 fliegt dabei -gegen die Schaufeln
des Körpers 43 und wird vermöge der Schaufelform in die Vorratskammer 54 gedrängt.
Ist der gewünschte Schlupf erreicht, so wird die Bremse an Scheibe 56 gelöst, und
das Getriebe läuft nunmehr mit einem bestimmten kleineren Füllgrad weiter. Will man die Füllung wieder erhöhen und so den
Schlupf vermindern, so bremst man die Scheibe 57, so daß die Drehung des Körpers
55 gehemmt wird, dessen Schaufeln derart geformt sind, daß sie die auftreffende Flüssigkeit
zurück in die Arbeitskammer drücken.
Bei allen beschriebenen Anordnungen wird die Energie der bewegten Flüssigkeit innerhalb
des Getriebes zum Überführen von Flüssigkeit nach bzw. aus der Arbeitskammer nutzbar gemacht. Bei der Anordnung der
Fig. 4 dient die Wucht der Flüssigkeit dazu, Flüssigkeit aus der Arbeitskammer des Getriebes
27 zu entfernen und nach dem Behälter 37 zu heben. Die Flüssigkeit im Behälter
37 enthält die aus der Bewegungsenergie entstandene Energie der Lage, die dazu dient, Flüssigkeit in das Getriebe 27 zu
speisen.
In dem beschriebenen Beispiel entstammt die zum Übertragen von Flüssigkeit nach und
aus der Arbeitskammer des Getriebes benutzte Bewegungsenergie der Drehbewegung der Flüssigkeit um die Mittelachse; es läßt
sich aber für diesen Zweck auch die Umlaufbewegung der Flüssigkeit zwischen dem treibenden
Teil und dem getriebenen Rade nutzbar machen.
Beschrieben ist die Erfindung am Beispiel einer Energieübertragungsanlage, doch läßt sie
sich auch für Bremsen verwenden. Beispielsweise würde bei der Anordnung nach der
Fig. 4 der Teil 25 die abzubremsende Maschine darstellen, während die Welle 10 festliegen
müßte. Ist unter diesen Umständen das Getriebe 27 leer, so wird keine Bremswirkung
auf die Maschine 25 ausgeübt; wird durch Anheben des Hebels 39 der Füllgrad gesteigert, so wächst die Bremswirkung, bis
die Arbeitskammer in dem Getriebe gefüllt ist und die Bremswirkung ihren größten
Wert erreicht. Eine ähnliche Wirkung läßt sich auch mit den Anordnungen nach den
übrigen Abbildungen erreichen.
Claims (4)
1. Flüssigkeitswechselgetriebe bzw. -kupplung nach Art der Föttinger-Getriebe
mit einem zum Überführen von Flüssigkeit dienenden Fänger innerhalb eines umlaufenden Teiles des Getriebes, wobei
der Fänger die Flüssigkeit unter Ausnutzung ihrer Bewegungsenergie aus dem Kreislauf des Getriebes hinausbefördert,
dadurch gekennzeichnet, daß der Flüssigkeitsfänger (12) ortsfest in einer von dem
Kreislauf des Getriebes getrennten, jedoch mit diesem durch vorzugsweise regelbare
Öffnungen (35) in Verbindung stehenden und mit dem treibenden oder getriebenen
Teil des Getriebes umlaufenden Abführkammer (11) angeordnet ist.
2. Flüssigkeitswechselgetriebe nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der
in der Kammer (11) angeordnete Flüssigkeitsfänger (43) mit der Abführkammer
(11) umläuft, jedoch teilweise oder völlig
abgebremst werden kann.
3. Flüssigkeitswechselgetriebe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
zwei Flüssigkeitsfänger (43, 55) vorgesehen sind, von denen der eine (43) in der
mit dem Kreislauf des Getriebes in Verbindung stehenden Abführkammer (11)
liegt, während der andere (55) in oder im Zusammenhang mit einer mit dem treibenden
oder getriebenen Teil des Getriebes umlaufenden Vorratskammer (54) angeordnet ist, wobei jeder der gewöhnlich
mit der zugehörigen Kammer (11 bzw. 54) umlaufenden Flüssigkeitsfänger {43
bzw. 55) teilweise oder völlig abgebremst werden kann.
4. Flüssigkeitswechselgetriebe nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kreislauf des Getriebes um die mit der Abführkammer (11) in
Verbindung stehende Vorratskammer (42) angeordnet ist, aus der die Flüssigkeit dem Kreislauf durch besondere Öffnungen
(48) oder bei umlaufendem Flüssigkeitsfänger durch diesen wieder zugeführt wird.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
BERLIN. CEDHUCKT IU DEH
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB556351X | 1928-10-17 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE556351C true DE556351C (de) | 1932-08-10 |
Family
ID=10474450
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES94056D Expired DE556351C (de) | 1928-10-17 | 1929-09-26 | Fluessigkeitswechselgetriebe bzw. -kupplung nach Art der Foettinger-Getriebe |
Country Status (1)
| Country | Link |
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