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Patrone für Bolzenschußvorrichtungen Gegenstand der Erfindung ist
eine neue Patrone für Bolzenschußvorrichtungen, wie solche zur Betäubung von Schlachtvieh
verwendet werden. Solche Patronen enthalten bekanntlich nur Zündmittel und Treibladung,
während an Stelle des Geschosses ein besonderer Bolzen tritt, der immer wieder verwendet
wird.
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Als Patronen zu solchen Bolzenschußvorrichtungen hat man bis jetzt
solche mit Zentralzündung und mit Randzündung verwendet. Zentralzündungspatronen
sind teuer, Randzündungspatronen sind für starke Ladungen nicht geeignet wegen der
Gefahr des Aufplatzens am Bodenrand. Eine Verstärkung von Hülsen für Randfeuerpatronen
am Boden und Bodenrand, um ein Aufplatzen zu vermeiden, ist aber nicht möglich,
da sonst der Schlagbolzen keinen Eindruck mehr auf den Bodenrand bewirken kann.
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Die Erfindung verfolgt nun den Zweck, eine Patrone zu schaffen, welche
bei Einfachheit des Aufbaues und der Herstellung eine vielseitige Verwendbarkeit
ermöglicht. Dieser Zweck wird erreicht durch eine neuartige Ausbildung der Hülse
als einfache, im wesentlichen zylindrische Kapsel ohne vorspringenden oder einspringenden
Rand in Verbindung mit neuartiger Anordnung des Treibmittels.
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Die Patrone nach der Erfindung ist in den Fig. i bis 9 dargestellt
Es zeigt Fig. i eine Ausführungsform der Patrone in besonders einfacher und vorteilhafter
Gestaltung. Die Patronenhülse a besteht hier aus einer Kapsel aus geeignetem Material
(vorzugsweise Metall) mit im wesentlichen zylindrischer Form ohne vorspringenden
oder einspringenden Rand. Auf dem Boden ist im Innern eine Zündsatz b aufgepreßt.
Nach vorn schließt sich die Treibladung c an. Diese hat die Form eines Ringkörpers
und läßt einen Kanal d offen, durch welchen die Spitze eines an der Schußvorrichtung
vorhandenen Widerlagers oder Ambosses e hindurchtreten und sich gegen die Innenfläche
des Zündsatzes bzw. des Zündmittels anlegen kann.
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Die Entzündung der Patrone kann dann erfolgen durch Aufschlag des
in der Schußvorrichtung befindlichen Schlagbolzens f (Fig. i) oder Schlagstückes
g (Fig. 2), wodurch die Patrone gegen das Widerlager e getrieben und das Zündmittel
nebst Treibladung zur Explosion gebracht wird.
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Einzelheiten bezüglich der zur Zündung dienenden Teile der Vorrichtung
betreffen die Konstruktion zugehöriger Bolzenschußvorrichtungen und sollen nicht
Gegenstand der Erfindung sein. Eine nähere Beschreibung der zur Bolzenschußvorrichtung
gehörigen Teile, wie Schlagbolzen, Schlagstück, Widerlager oder Amboß, Patronenlager
usw., erübrigt sich, da die Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes
und
dessen Wirkungsweise aus der Beschreibung und der Zeichnung klar hervorgeht.
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Die Fig. 2 bis 9 stellen weitere Ausführungsformen dar, bei denen
die Befestigung der Treibladung sowie die Anordnung des Zündmittels nebst jeweils
zugehöriger Ausbildung der Patronenhülse verschieden gestaltet sind.
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Bei Fig. z und 3 ist das Zündmittel in Ausbuchtungen des Kapselbodens
eingepreßt, um auch bei kleiner Zündsatzmenge ein gutes Haften des Zündsatzes zu
bewirken.
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Bei Fig. q., 5 und 6 ist die Befestigung der Treibladung durch Bördelung
der Kapselmündung (Fig. q.), Einrillung der Kapselwandung (Fig.5), Anwendung einer
Abdeckung k und Befestigung der Abdeckung durch Bördelung der Kapselmündung (Fig.
6) vorgesehen. Eine Abdeckung der Treibladung gemäß Fig. 6 käme in Frage bei Verwendung
einer Treibladung aus losem Pulver. Die anderen dargestellten Anordnungen der Treibladung
eignen sich besonders für durch Pressung befestigte Treibmittel oder für Preßkörper
aus Pulver oder Pulvermasse.
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Die Fig. 7, 8 und 9 zeigen Patronenhülsen nach der Erfindung, bei
denen zur Zündung Zündhütchen bekannter Ausführung benutzt werden.
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Nach Fig.7 wird ein normales Zündhütchen i auf dem Bodeninnern der
Patronenhülse untergebracht, welches durch die eingepreßte Treibmittelladung vermittels
Reibung oder Pressung festgelagert wird.
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Nach Fig. 8 ist ein normales Zündhütchen in einem aus dem Hülsenboden
herausgestanzten Kragen eingesetzt.
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Nach Fig.9 kann auch ein Amboßzündhütchen bekannter Art in eine mit
Zündlöchern versehene Höhlung des Patronenbodens eingesetzt werden.
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Als das wesentlich. Neue und bei allen diesen Ausführungsformen Gemeinsame
wird betrachtet, daß die Patronenhülse eine im wesentlichen zylindrische Form ohne
vorstehenden oder einspringenden Rand (für einen Auszieher o. dgl.) besitzt.
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Als weiteres Hauptkennzeichen der Erfindung wird beansprucht in Verbindung
hiermit die Anordnung der Treibladung als Ringkörper mit einem bis auf das Zündmittel
oder den Patronenboden herabreichenden Kanal, welcher einem Widerlager den Durchtritt
zum Zündmittel oder dem Patronenboden gestattet.
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Die Verbilligung und, Vereinfachung, welche die Patrone nach der Erfindung
ergibt, wird augenscheinlich, wenn man bedenkt, daß die Hülse der Patrone gemäß
Fig. i in einem Arbeitsgang durch Ausstoßen und Ziehen mit kombiniertem Werkzeug
hergestellt werden kann. Die Erzeugung der kompletten Patrone erfordert dann insgesamt
nur noch etwa drei Arbeitsgänge, während bisher allein zur Erzeugung von Zentralfeuerpatronenhülsen
etwa neun bis zwölf Arbeitsgänge erforderlich waren. Hierzu kam noch die Notwendigkeit
einer ganz genauen Prüfung, z. B. auf Beschaffenheit der Zündlöcher usw., während
bei der neuen Patrone auch die Prüfungen sich weit einfacher gestalten.