DE557155C - Verfahren zur Wiederbelebung von durch Dechlorierung von Trinkwasser erschoepfter aktiver Kohle - Google Patents

Verfahren zur Wiederbelebung von durch Dechlorierung von Trinkwasser erschoepfter aktiver Kohle

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DE557155C
DE557155C DEP60563D DEP0060563D DE557155C DE 557155 C DE557155 C DE 557155C DE P60563 D DEP60563 D DE P60563D DE P0060563 D DEP0060563 D DE P0060563D DE 557155 C DE557155 C DE 557155C
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C01—INORGANIC CHEMISTRY
    • C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B32/00—Carbon; Compounds thereof
    • C01B32/30—Active carbon
    • C01B32/354—After-treatment
    • C01B32/36—Reactivation or regeneration

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Water Treatment By Sorption (AREA)

Description

  • Verfahren zur Wiederbelebung von durch Dechlorierung von Trinkwasser erschöpfter aktiver Kohle Bei der Entkeimung von Trinkwasser durch Chlor oder aktives Chlor enthaltende Chemikalien ist man stets bemüht, die Menge des Chlors so zu dosieren, daß nach erfolgter Chlorierung für einige Zeit ein kleiner überschuß von aktivem Chlor im Wasser chemisch nachweisbar bleibt. Nur wenn nach der Oxydation der im Wasser enthaltenen Verbindungen durch die Hauptmenge des zugefügten Chlors ein solcher kleiner Überschuß verbleibt, kann mit Sicherheit darauf gerechnet werden, daß die krankheitserregenden Keime hinreichend vollständig abgetötet wenden. Anderseits kann der Überschuß an Chlor nicht beliebig hoch bemessen werden, weil ein größerer Gehalt an freiem Chlor dem Wasser einen lästigen Geschmack verleiht. Man ist daher im allgemeinen bemüht, die Chlorierung so zu bemessen, daß der ursprünglich nach der Wasserreinigung nachweisbare Gehalt an freiem Chlor auf dem Wege des Wassers bis zum Verbraucher wieder aufgezehrt wird.
  • Dieses Verfahren setzt eine peinliche Kontrolle des Chlorbedarfs und der Chlorierung des Wassers voraus. Erfahrungsgemäß ist der Gehalt an Chlor bindenden undChlor zerstörenden Stoffen im natürlichen Trinkwasser erheblichen Schwankungen unterworfen. Diesen Schwankungen muß die Chlorgabe peinlichst angepaßt werden. Anderseits würde bei zu geringer Chlordosierung leicht eine zu geringe Wirkung erzielt werden bzw. der bakteriologische Erfolg ein unzureichender werden. Sinkt hingegen. der Chlorbedarf des Wassers, so muß die Chlorgabe gedrosselt werden, um der Entstehung eines zu großen und daher üblen Geschmack bedingenden Überschusses vorzubeugen.
  • Die erwähnten Umstände bedingen eine Verteuerung und Erschwerung der Wasserwerkskontrolle, ohne daß es indessen in allen Fällen möglich sein wird, die Chlorierung dem wechselnden Chlorbedarf des Wassers mit genügender Geschwindigkeit anzupassen.
  • Man ist daher dazu übergegangen, die Chlorierung grundsätzlich so stark zu bemessen, daß in allen Fällen, auch bei erheblichen Schwankungen der Chlorbedarfszahlen nach oben, ein Überschuß von Chlor mit Sicherheit verbleibt. Der so entstehende Überschuß soll alsdann durch selbsttätig wirkende Mittel in unschädlicher Form überführt werden. Als solches Mittel hat man Filter mit körnigerAktivkohle vorgeschlagen.
  • Durch die Berührung mit der Aktivkohle wird dabei das Chlor des chlorhaltigen Trinkwassers durch die katalytische Wirkung der Aktivkohle zerstört. Der stattfindende Vorgang wird durch die Gleichung 2Cl2+2H20+C-4HCl+C02 erläutert. Indessen ergibt sich als Nachteil dieses an sich so zweckmäßigen und einfachen Verfahrens, daß die katalytisch dechlorierende Wirkung der Aktivkohle verhältnismäßig rasch erlahmt. Da die benötigte Menge der Kohle, bezogen auf das durchströmende Wasser, eine nicht unerhebliche ist, würde sich das Verfahren vollkommen unökonomisch gestalten, wenn es nicht gelingt, die Aktivität der Kohle zur Dechlorierung wiederherzustellen.
  • Auch hierfür sind bereits allerlei Mittel vorgeschlagen worden. Man hat die erschöpfte Kohle gedämpft, mit heißem Wasser gewaschen, mit Salzsäure gekocht o. dgl. und glaubte, dabei auch einen gewissen Regenerationseffekt festgestellt zu haben. Die nähere Prüfung dieser bisher angegebenen Verfahren zeigt jedoch, daß es sich nur um Scheinerfolge von kurzfristiger, wenige Stunden währender Dauer handelt und daß die Filterleistung durch alle diese Mittel nicht mehr gebessert wird, als wenn man das Filter einige Stunden außer Benutzung stehenläßt.
  • Im Gegensatz zu diesem unzulänglichen Verfahren ist das nachfolgend beschriebene Verfahren in der Lage, die Kohle nach längerer Gebrauchsdauer, während deren sie den größten Teil ihrer dechlorierenden Kraft verloren hat, annähernd wieder auf - ihre Frischleistung zurückzubringen. Zu diesem Zweck hat man die Kohle in erschöpftem Zustand einer Behandlung mit verdünnten alkalischen Lösungen, z. B. Sodalösung, Natronlauge o. dgl., zweckmäßig in heißem Zustand und unter Rühren zu unterwerfen. Es ist durchaus überraschend, daß gerade diese Maßnahme zum Erfolg führt. Die Mehrzahl der natürlichen Wässer, die zur Behandlung kommen, ist alkalisch und durch eine mehr oder minder große Carbonathärte gekennzeichnet. Hieran ändert auch die Chlorierung des Wassers nichts, selbst dann nicht, wenn sie um ein Vielfaches stärker durchgeführt wird, als für Trinkwasser üblich. Es gelingt im allgemeinen nicht, einen Unterschied im Alkalitätsgrad des Wassers vor der Chlorierung und nach der Chlorierung festzustellen. Ebensowenig ändert sich der Alkalitätsgrad des Wassers in dem dechlorierenden Kohlefilter. Diese Feststellung hat bisher alle Fachleute, die sich mit dem Gegenstand beschäftigen, zu der Annahme geführt, daß die bei der Dechlorierung entstehende Salzsäure vollkommen durch die natürliche Carbonathärte neutralisiert wird. Ein Beispiel möge das Verfahren erläutern: Durch eine 35 cm hohe Schicht von 3 bis 4 mm groben Aktivkohlekörnern strömt ein Wasserstrom mit 0,25 mg freiem Chlor pro Liter und einer linearen Geschwindigkeit von o,3 cm/Sek. In dem ablaufenden Wasser finden sich nur noch etwa 15 °% des eingeführten freien Chlors. Durch entsprechende Erhöhung der Schichthöhe kann der Gehalt an freiem Chlor auf jeden beliebigen niedrigen Betrag herabgedrückt werden. Nach einigen Tagen beginnt die Dechlorierung nachzulassen, und nach zwei bis drei Wochen treten bereits 6o % des eingeführten Chlors hindurch. Unterwirft man nun die Kohle einer mehrstündigen Behandlung mit 5 °/oiger Sodalösung, beispielsweise durch Umwälzen in bekannten Filtern mit Dampfrührung, und wäscht die Kohle alsdann von anhaftender Sodalösung so lange nach, bis das Waschwasser nicht mehr alkalisch ist, so wird die Kohle derart weitgehend regeneriert, daß sie wiederum in 35 cm hoher Schicht und unter sonst gleichen Bedingungen praktisch die gleiche Wirkung zeigt wie im Anfang. Die Dechlorierungsleistung sinkt alsdann wieder wie bei der ersten Benutzung. Das Verfahren kann beliebig oft wiederholt werden.
  • Das Verfahren kann nicht verglichen werden mit einem bekannten Vorschlag, der dahin- geht, Wasser in Gegenwart aktiver Kohle zu chlorieren und die hierbei unwirksam gewordene Kohle durch Glühen oder durch Behandeln - mit starken Säuren oder Alkalien wieder aktiv zu machen. Die Erschöpfung der Kohle wird bei diesem bekannten Verfahren auf Adsorptionsleistungen der Kohle zurückgeführt, und die Behandlung durch Glühen bzw. mit starken Säuren oder Alkalien läuft im Gegensatz zum erfindungsgemäßen Verfahren, das einen Regenerationsprozeß betrifft, auf einen Aktivierungsprozeß hinaus, Es war auch bereits bekannt, aktiven Kohlen, welche zur Reinigung oder Entfärbung von Lösungen, insbesondere von Zuckerlösungen, gedient haben, ihre adsorptive Wirksamkeit durch eine Alkalibehandlung - auch durch Kochen mit Alkalien -wieder zu verleihen. Die Kohle dient in diesen Fällen zur Adsorption der Verunreinigungen und Farbstoffe und belädt sich schließlich so sehr mit diesen Fremdstoffen, daß sie zur weiteren Aufnahme nicht mehr fähig wird. Die alkalische Behandlung dient dann zur Auflösung der störenden Fremdstoffe und stellt dadurch die adsorptive Wirksamkeit der erschöpften.Kohlen in dem Maße wieder her, als sie eine Beseitigung der Fremdstoffe bewirkt.
  • Im Gegensatz hierzu handelt es sich bei dem vorliegenden Verfahren nicht um adsorptive, sondern um katalytische Leistungen der Kohle. Eine Anhäufung von Fremdstoffen findet in der Kohle nicht statt und bildet daher auch nicht die Ursache ihrer Erschöpfung. Es konnte nicht vorausgesehen werden, daß die Behandlung mit verdünnten alkalischen Lösungen bei den zur Dechlorierung benutzten aktiven Kohlen zum Erfolg führt, weil das Alkali hier gar nicht imstande ist, jene Aufgabe zu erfüllen, die es bei den adsorptiv erschöpften Kohlen leistet. Dies ergibt sich auch daraus, daß beispielsweise die bei adsorptiv erschöpften Kohlen benutzte Säureregenerierung für die Wiederherstellung der Dechlorierungskraft von Aktivkohlen versagt.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Wiederbelebung von bei der Dechlorierung von Trinkwasser erschöpfter aktiver Kohle, dadurch gekennzeichnet, daß die erschöpfte Kohle einer Behandlung mit Hilfe verdünnter alkalischer Lösungen, z. B. von Natronlauge, Soda o. dgl., unterworfen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung mit heißen Lösungen zweckmäßig unter Rühren erfolgt.
DEP60563D 1928-07-26 1929-06-15 Verfahren zur Wiederbelebung von durch Dechlorierung von Trinkwasser erschoepfter aktiver Kohle Expired DE557155C (de)

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