DE557285C - Verfahren zum Entnikotinisieren von Tabak - Google Patents
Verfahren zum Entnikotinisieren von TabakInfo
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Description
- Verfahren zum Entnikotinisieren von Tabak Es ist bekannt, daß beim Fermentieren des Tabaks eine Verminderung des Nikotingehaltes eintritt. Die Entnikotinisierung kann aber dabei nicht bis zu Ende geführt werden; es ist vielmehr beobachtet worden, daß das verbleibende Nikotin fester gebunden zurückbleibt.
- Es ist ferner bekannt, das Nikotin des Tabaks, nachdem er in alkalischen oder sauren Zustand versetzt ist, teilweise abzubauen. Eine vollständige oder beliebig weit getriebene Entnikotinisierung ließ sich aber auf diese Weise nicht durchführen.
- Bei der an sich bekannten Verminderung des Nikotins durch Gärung kommt die entnikotinisierende Wirkung der Bakterien bald zum Stillstand.
- Es hat sich nun herausgestellt, daß der Tabak bei der Gärung eine hohe Alkalität erhält, durch welche die Lebenstätigkeit der Bakterien, welche den Abbau der Eiweißstoffe und des Nikotins bewirken, gehemmt wird, wobei die dem Abbau schädlichen Bakterien das Übergewicht erhalten können.
- Als günstigste Lebensbedingungen für die die Entnikotinisierung bewirkenden Bakterien wurde ein schwach alkalischer Zustand des Tabaks ermittelt.
- Die Erfindung besteht in einem Verfahren, den Tabak in Gestalt von Tabakblättern oder deren Teilen der Gärung unter Luftzutritt zu unterwerfen und die durch die Bakterienwirkung sich ergebende zusätzliche Alkalität, zweckmäßig durch Säurezugabe, wieder auszugleichen.
- Ein stark alkalischer Tabak kann vor Beginn der Gärung mittels Zufügung von Wasser oder, wenn es sich um andere, insbesondere saure Tabake handelt, mittels Zufügong von schwach alkalischen Flüssigkeiten, insbesondere schwach alkalischem Wasser, in den erwünschten Anfangszustand gebracht werden. Es ist jedoch bei sauren Tabaken, insbesondere bei Zigarettentabaken, ausreichend, anfangs Wasser ohne Alkalizusatz zu verwenden, wenn für genügend Luftzutritt Vorsorge getroffen ist. Die einsetzende Gärung schafft dann von selbst die notwendige Basizität.
- Der Tabak braucht für das Verfahren nur angefeuchtet zu werden, so daß eine Lauge nicht entsteht. Er kann aber auch mit Wasser überschichtet und gleichzeitig mit der Lauge der Gärung und Entnikotinisierung unterworfen werden. Einer Entlaugung des Tabaks und einer Trennung der Lauge vom Tabak bedarf es dabei nicht.
- Durch ständige Zuführung von Säuren während der Gärung wird verhindert, daß die Alkalität des Tabaks zu hoch steigt; gleichzeitig wird dadurch ein Entweichen der flüchtigen Basen, insbesondere der Aromabasen, vermieden.
- Die Aufrechterhaltung eines schwach alkalischen Zustandes des Tabaks und seiner Lauge und damit die Erhaltung der entnikotinisierenden Wirkung der Bakterien können auch ohne Zugabe von Säuren erfolgen, indem die bei ständiger Luftzufuhr entstehenden flüchtigen Basen durch diesen Luftstrom selbst entfernt werden, wobei die Durchleitung eines starken Luftstromes erforderlich ist, oder indem die flüchtigen Basen durch Absaugen entfernt werden, wobei die Zuleitung von Luft in mäßigem Umfang ausreicht. Das hierbei verdunstete Wasser wird ständig ersetzt, bis der gewünschte Grad des Nikotinabbaus bzw. vollständige Entnikotinisierung erreicht ist.
- An Stelle einer schwach alkalischen wäßrigen Lösung kann erfindungsgemäß auch eine virulente Nikotin und Eiweiß abbauende,. Bakterien enthaltende, alkalisch reagierende Tabaklauge verwendet werden. Das ist besonders in solchen Fällen von Vorteil, in welchen die die Entnikotinisierung bewirkenden abbauenden Bakterien über den schädlichen Bakterien in der Minderheit sind. Gegenüber der bekannten Zuführung von Tabakbakterien wird gleichzeitig die Lebensfähigkeit der bereits vorhandenen nützlichen Bakterien gefördert.
- Beispiele i. Der Tabak wird nach Zufügung von neutralem oder schwach alkalischem Wasser oder alkalischer Tabaklauge in schnittweicher Form mit einem durchschnittlichen ph-Wert von etwa acht in Haufen von ioo kg so geschichtet, daß die Luft möglichst ungehindert Zutritt zu den Blättern hat. Zu diesem Zwecke kann beispielsweise die Aufschichtung mittels durchlochter Unterlagen bewirkt werden. Die Tabakhaufen werden in einem Raume von 30 bis 4o' C aufgeschichtet; über je eine Schicht des Haufens von etwa 30 cm Höhe wird ein mit organischen Säuren, z. B. Essigsäure, getränktes Tuch gebreitet. Die Säure diffundiert in die dem Tuche benachbarten Tabakblätter. Die flüchtigen Basen schlagen sich in der Form von Salzen nieder. In Zwischenräumen von 6 bis 12, Stunden wird jeder Haufen umgelegt; je nach Stärke der Reaktion wird mit dem Umlegen nach verschiedenen Zeiten begonnen. Da die Blätter immer wieder mit anderen Blättern in Berührung kommen, so verteilt sich die Säure und stumpft die an Blättern anderer Teile des Haufens haftenden Basen ab. Die Zuführung kann auch in anderer Weise, z. B. durch Besprengen mit organischen Säuren, insbesondere in Form eines feinen Nebels, erfolgen.
- Intensive Luftzuführung beschleunigt den Verlauf des Verfahrens. Es kann auch an Sauerstoff angereicherte Luft verwendet werden.
- Das Verfahren wird beendet, wenn der gewünschte Grad des Nikotin- und Eiweißabbaues erreicht ist. Im Durchschnitt einiger Versuche waren nach 8 Tagen 66 °/o des enthaltenen Nikotins abgebaut.
- Das Verfahren kann bis zum vollständigen Abbau des Nikotins durchgeführt werden.
- 2. z25 g Tabak mit einem Nikotingehalt von :2,161.1. werden in einem runden Glasgefäß mit Wasser überschichtet. Auf dem Boden des Gefäßes wird eine größere Anzahl von Durchlüftern verteilt, welche die Luft in ganz feinen Bläschen aufsteigen lassen. Durch diese wird Frischluft ununterbrochen eingepumpt, so daß das Geräusch des Moussierens hörbar ist und ein sehr dichter, sahniger Schaum entsteht. Gleichzeitig wird 25°/oige Essigsäure in kleinsten Tropfen, etwa 3oo Tropfen auf den Kubikzentimeter, in solcher Menge zugetropft, daß das Gemisch nicht zu stark alkalisch wird.
- Nach 47 Stunden ist in der Lauge kein Nikotin mehr nachzuweisen. Sie wird nun mit Essigsäure neutralisiert und auf dein Tabak an der Luft eingedickt.
- 3. Es wird zunächst nach Ausführungsbeispiel 2 gearbeitet. Nach Beendigung der Entnikotinisierung wird die Lauge leicht vom Tabak abgedrückt und mit Essigsäure neutraksiert. Alsdann wird die Lauge leicht eingedickt. Der Tabak wird getrocknet und darauf wird die Lauge dem Tabak in bekannter Weise einverleibt.
- q.. Tabak von 43 °/o Nikotingehalt wird mit der dreifachen Wassermenge überschichtet; es wird ein starker Luftstrom durch die Flüssigkeit hindurchgeleitet. Das verflüchtigte Wasser wird ständig ergänzt. Die Temperatur der zugeführten Luft und des Wassers wird so gewählt, daß die durch die Gärung entstandene Temperatur ungefähr aufrechterhalten bleibt. Nach 54 Stunden ist das Nikotin verschwunden, dann wird kein Wasser mehr zugesetzt, und der Tabak wird im Luftstrom getrocknet. Die mit dem Luftstrom entfernten flüchtigen Basen werden in -bekannter Weise aufgefangen und können dem Tabak zwecks Aromatisierung hinzugefügt werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Entnikotinisiereu von Tabak mittels Gärung der Tabakblätter oder ihrer Teile, dadurch gekennzeichnet, daß der Tabak der Gärung unter Luftzutritt unterworfen wird, wobei die durch die Bakterienwirkung sich ergebende zusätzliche Alkalität z. B. durch Säurezugabe ausgeglichen wird. z. Verfahren nach Anspruch i, dadurch. gekennzeichnet, -daß der Tabak in an sich bekannter -Weise mit einer alkalischen, virulente Tabakbakterien enthaltenden Lauge befeuchtet wird.
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Cited By (1)
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| EP2756767A1 (de) * | 2013-01-21 | 2014-07-23 | HAUNI Maschinenbau AG | Verfahren und Vorrichtung zum Behandeln von Tabak |
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1931
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