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Maschine zum fortlaufenden Ankleben zweier Blätterreihen an die beiden
Kanten eines Bandes Es sind Maschinen bekannt, bei denen in zwei parallelen Reihen
laufend geförderte Blätter an einen gemeinsamen, zwischen ihnen mitlaufenden Materialstreifen
so geklebt werden, daß sich die gegenüberliegenden Blätterpaare stets auf derselben
Seite des Streifens befinden. Das Band wird sodann zusammen mit den frisch angeklebten
Blätterpaaren gemeinsam einer Preßvorrichtung zugeführt, welche die Werkstücke durch
Druck fest miteinander vereinigt. Der Verbindungsstreifen wird bei diesen Maschinen
über eine Leimgebevorrichtung geführt, die seine Unterseite mit Klebstoff versieht.
Der Streifen wird dann unter die durch Anschläge ausgerichteten Blätterpaare 'derartig
geleitet, daß die durch Kleben zu vereinigenden Stellen richtig übereinanderliegen.
Ein derartig verbundenes Werkstück ist in Fig. 5a dargestellt.
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Der Buchbindereifachmann will aber beim Einkleben von harten o. dgl.
in Bücher die Verbindung der Streifen mit den Blättern in der Weise haben, wie es
die Fig. 4a und 4b zeigen, d. h. die zusammengehörigen Blätter sollen in der Weise
an den Streifen angeklebt werden, daß das eine Blatt auf der einen und das andere
Blatt auf der anderen Streifenoberfläche befestigt wird. Es war bisher nicht möglich,
eine derartige Verbindung maschinell auszuführen, sondern sie mußten ausschließlich
von Hand hergestellt werden. Durch die Erfindung wird ermöglicht, die in Fig.4a
und 4b dargestellte versetzte Blattverbindung auf maschinellem Wege herzustellen.
Es ist bereits bekannt, zur Beleimung eines laufend geförderten Klebstreifens mehr
als eine Klebstoffwalze zu verwenden. Auch ist es nicht mehr neu, den Kleb:-streifen
nach der Berührung mit einer Klebstoffwalze bei seiner Förderung um 9o° um seine
Längsachse zu drehen. Erfindungsgemäß sind zwei hintereinanderliegende Leimrollen
zum Auftragen des Klebstoffs auf den Streifen angeordnet. Die erste Leimrolle versieht
die eine Oberfläche des Streifens mit Leim, während die zweite Leimrolle den Leim
auf die andere Oberfläche des Streifens aufträgt. Die Beleimung des Streifens erfolgt
jedoch nicht auf seinen beiden ganzen Oberflächen, sondern nur auf jeder Oberfläche
an der einen Bandkante, und zwar so, daß die Leimstreifen an die gegenüberliegenden
Bandkanten angrenzen. Nach der Berührung der ersten Klebstoffwalze wird der Streifen
um i 8o' gedreht. Ferner sind in bekannter Weise Führungen für die beiden Blätterreihen
angeordnet. Die Führungsfläche für die eine Blätterreihe liegt über, die Führung
für die andere Blätterreihe unter der Bandebene. Dadurch wird 'es ermöglicht, die
Vereinigung der drei Teile in der in Fig.4a dargestellten Weise herbeizuführen.
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In der Zeichnung ist die Erfindung in
einem Ausführungsbeispiel
gezeigt, und zwar stellen Fig. i eine Seitenansicht der Klebmaschine, Fig.2 den
Grundriß und Fig.3 einen Querschnitt durch die Führungsorgane der Werkstücke in
vergrößertem Maßstabe dar.
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Fig. 4a und q.b zeigen die durch Klebung vereinigten Werkstücke, und
zwar einmal ausgebreitet und einmal gefalzt.
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Fig. 5a und 51) stellen die bisher übliche Vereinigung der
Werkstücke dar, soweit sie auf maschinellem Wege bisher hergestellt werden konnte.
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I und II sind zwei Vorrichtungen zum Auftragen des Klebstoffes auf
das Bandr. Diese Neiden Leimauftrageapparate können auch in einem gemeinsamen Klebstofftroge
vereinigt sein. Die den Klebstoff auftragenden Walzen sind mit a und b bezeichnet.
Das Band r wird von der Vorratsrolle c abgewickelt. Es wird zunächst auf der Unterseite
durch die Klebstoffwalm a mit Leim versehen. Bei seiner weiteren Förderung wird
es, wie aus Fig. i zu ersehen ist, um i8o° um seine Längsrichtung gedreht. Es wird
hierbei auf den Rollen d und g geführt. Nach dem Passieren der Rollee liegt die
beleimte Seite des Bandes oben, und es wird nunmehr durch die Klebstoffwalze b auch
auf seiner Unterseite mit Klebstoff versehen. Das Band r wird sodann über die Leitrolle
f und dann in Richtung des Maschinentisches in horizontaler Richtung durch die in
Fig. i dargestellte Preßvorrichtung geführt. Die Rodle f besitzt :eine Aussparung,
die verhindern soll, daß der einseitige Leimstreifen mit ihr in Berührung kommt
(vgl. Fig.2). Die Führungsvorrichtung für die laufend geförderten, an den Streifen
anzuklebenden Blätter besteht aus der horizontalen Tischfläche und der Anlegekante
g (Fig. 3) für die linke Blattreihe o und aus der Kante h für die rechte Blattreihe
p. Die Kante g ist an einer auf dem Tisch befestigten Fiihrungsleiste i angebracht,
die außerdem eine Führungsnut h für das Band r und .eine Aussparung m für den Leimstrich
besitzt. Es ist ferner eine zweite Führungsleiste L vorgesehen, welche auf die Führungsleiste
i aufgesetzt wird und die obenerwähnte Anlegekante h für die rechte Blattreihe p
trägt.
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Die Arbeitsweise der Maschine ist folgende: Der von der Vorratsrolle
c, kommende Klebstreifen wird durch die Leimwalzen a und b mit Klebstoff versehen
und über die Führungsrolle i parallel mit dem Maschinentisch in die Preßvorrichtung
geleitet. Die Blätter o und p werden sodann von Hand im Arbeitstakt der Maschine
an die obenerwähnten Anlegekanten g und lt der Führungsorgane angelegt und von den
hin und her bewegten Mitnehmern n vorwäfts bewegt. Am Ende der Führungsleiste l
legen sich die drei Werkstücke o, r, p selbsttätig in richtiger Lage aufeinander
und werden in dieser Lage durch den Klebstoff festgehalten. Sie werden sodann gemeinsam
in die maschinell angetriebene Preßvorrichtung bewegt und durch den Druck der Riemenpresse
dauernd vereinigt. Die aus der Riemenpresse nach links abgegebenen Werkstücke sind
sodann in der in Fig. 4a dargestellten Weise verklebt.